Test des Nokia 6630

Einführung

Test-Datum: 01.02.2005
Software Version: ?
Testversion mit Branding: ja - Vodafone
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Das finnische Smartphone Nokia 6630 ist laut Nokia Website in allen Disziplinen vorn dabei: Besonders die modernen Imaging-Funktionen werden hervorgehoben, so heißt es hierzu bei Nokia: „Mit der integrierten 1,23-Megapixel-Digitalkamera des Imaging-Smartphones bewegen Sie sich in schnellen Schritten auf die nächste Generation der Imaging-Technik zu. Ihre Fotos lassen sich in Vollbild-Größe auf dem Display als Diashow zeigen (...). Mit der Videokamera-Funktion zum Aufnehmen von bis zu einer Stunde langen Videoclips, bleiben die Dinge in Bewegung. Imaging-Funktionen lassen sich dank moderner Technik schneller nutzen als je zuvor. In Punkto Schnelligkeit soll das UMTS-Netz für eine Datenübertragung in Bestzeit sorgen, und damit man „auch unterwegs seine kostbare Zeit produktiv nutzen kann“, steht einem zum Beispiel ein E-Mail-Client zur Verfügung, mit dem man sogar Anhänge mit Word-, Excel-, PowerPoint- oder PDF-Dateien problemlos öffnen, lesen und weiterleiten kann. Wie problemlos man diese modernen Imaging- und Business-Funktionen tatsächlich nutzen kann und was das Nokia 6630 darüber hinaus vor allem auch für den alltäglichen Gebrauch zu bieten hat, soll der folgende Testbericht zeigen.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung ist im typischen Vodafone-Live Stil gehalten: Rot mit silbernen Rand sind bei Vodafone die Garantie für ein Handy mit integrierter digitaler Foto-Kamera, Farbdisplay, polyphone Klingeltöne, Load-A-Game (= Spiele zum Download aufs Handy) und Vodafone-MMS. Für Benutzer, die sich auskennen, ist dies allerdings auch der Hinweis auf das sogenannte Branding, das zum Teil nicht die Nutzung des vollen Funktionsumfangs des Herstellers ermöglicht. Dies ist beim Nokia 6630 jedoch nicht der Fall. Das Xpress-on™ -Cover, auf dem sich relativ dezent vorne und hinten ein Vodafone-Logo befindet, kann man einfach austauschen und die Vodafone-Software lässt sich im Ordner System -> Themen deaktivieren. Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Handy und dem Akkudeckel ein Litium-Ion mit Akku 900 mAh, ein Schnell-Ladegerät, die CD-ROM „PC Suite“ und eine Bedienungsanleitung in Deutsch. Großzügig gehört zur Ausstattung des Businesshandys auch ein Stereo Headset, eine MMC-Speicherkarte mit 32 Mbyte sowie ein USB-Datenkabel zum Lieferumfang. Ärgerlich ist allerdings, das man sich für die Videotelefonie die Video-Station PT-8 für viel Geld (UVP: € 97,50) dazu kaufen muss.


Nokia 6630 - Lieferumfang

Verarbeitung & Handhabung

Das Handy ist einfach zusammengebaut, bis auf den typischen Rückdeckel von Nokia, bei dem man erst einmal den Dreh raus kriegen muss um ihn zu öffnen. Am besten mit dem Daumen der rechten Hand mit einer Hebelbewegung gleichzeitig nach unten drücken und nach oben schieben. Die SIM-Kartenhalterung befindet sich gleich unter dem Akku. Zum Entriegeln wird sie einfach in Pfeilrichtung gezogen, und die SIM-Karte wird mit der abgeschrägten Ecke nach oben und den Kontakten nach unten eingelegt.


Nokia 6630 - auseinander

Nokia 6630 - in der Hand Auf Fotos sieht das Nokia 6630 zwar immer ein wenig klobig aus, doch wenn man es in der Hand hat, stimmen die Proportionen: Die Tasten sind gut angeordnet und das große Display sticht einem sofort ins Auge. Das runde, etwas bauchige Design ist auf den ersten Blick vielleicht etwas ungewöhnlich, es führt aber dazu, dass das Handy wirklich gut in der Hand liegt. Insgesamt ist das Gerät sehr gut verarbeitet: da ist kein Rückdeckel der klappert und die Kameralinse ist noch einmal mit einem Gummiring geschützt. Headset, USB-Kabel und, für Hörgeschädigte wichtig, eine induktive Schleifeneinheit lassen sich leicht in der Mitte unten anstecken und, was noch viel wichtiger ist, sie halten auch. Der Anschluss für das Ladekabel befindet sich gleich links daneben. Beim Ladekabel kann man wie üblich bei Nokia auch die älteren benutzen, so dass auch das Ladekabel fürs Auto weiterverwendet werden kann. Der An- und Ausschalter befindet sich bei dem Gerät rechts oben. Er ist, wie bei allen Handys, mit einem Kreis und einem senkrechten Strich gekennzeichnet. Während die Tastatur gesperrt ist, lässt sich durch kurzes Drücken dieser Taste die Tastaturbeleuchtung für ca. 15 Sekunden einschalten. Wie bei allen Nokiageräten hat man durch kurzes Drücken dieser Taste auch die Möglichkeit, unterschiedliche Telefonprofile einzustellen. Ein schnelles Wechseln, z.B. in den Lautlos-Modus, ist somit kein Problem. Auf der linken Seite oben befindet sich die Freisprech-Taste. Während eines Anrufs kann man hiermit in die Freisprechfunktion wechseln. Hält man die Taste auf der Ausgangsanzeige gedrückt, kann man hiermit die Sprachbefehle aktivieren. Das Nokia 6630 hat eine normale Handytastatur, die trotz der eher kleinen Tasten auch einhändig gut zu bedienen ist. Die grün markierte Annahmetaste befindet sich links oben. In der Ausgangsanzeige kann man sich hiermNokia 6630 - größe neben Euroit die zuletzt gewählten Nummern anzeigen lassen. Unterhalb hiervon befindet sich die Menütaste. Mit der rot markierten Endetaste rechts oben kann man ein Gespräch sowie eine beliebige Funktion beenden. Die c-Taste darunter dient zum Löschen von Texten und Objekten. Mit der Taste ganz rechts unten (kleiner Stift) kann man beim Bearbeiten eines Textes verschiedene Befehle zum Ausschneiden, Bearbeiten und Kopieren ausführen. In der Mitte befindet sich eine Fünf-Wege-Navigationstaste zum Auswählen, Bestätigen oder Aktivieren. Rechts und links daneben sind Auswahltasten, mit denen man die Befehle auf dem Display bestätigen kann. Der Druckpunkt ist bei allen Tasten sehr deutlich und man spürt die hochwertige Verarbeitung. Dies ist vor allem bei der Bedienung der Fünf-Wege-Navigationstaste in der Mitte hilfreich, da man die Bestätigung in der Mitte treffsicher ausführen kann. „Blind-SMS-Tippen“ ist allerdings nicht ganz so einfach, da der Markierungspunkt auf der „fünf“ zu weit unten angesetzt ist. Die Tastatur-Unterschiede sind nicht so gut zu spüren, so dass man sich ohne zu gucken nicht so einfach auf dem Tastenfeld zurecht finden kann. Der Vibrationsalarm kann mit und ohne Klingelton betrieben werden. Der Vibrationsmotor ist nicht zu laut, könnte aber ruhig etwas stärker sein, da man ihn z.B. in Taschen ohne direkten Körperkontakt kaum wahrnehmen kann.

Sprachqualität & Empfang

Nokia 6630 - HeadsetDie Sprachqualität lässt nichts zu wünschen übrig. Man versteht den Gesprächspartner klar und deutlich ohne störendes Rauschen. Dies gilt sowohl für D-Netz- (T-Mobile, Vodafone) als auch für E-Netz Karten (E-Plus, O2). Auch in Alltagssituationen, zum Beispiel in der U-Bahn oder an einer stark befahrenen Straße kann man den Anrufer noch gut verstehen. Die Lautstärke regelt man beim 6630 während des Gesprächs mit Hilfe des Navigationstaste (rechts: lauter, links: leiser). Der Empfang ist gut, so dass man auch in Räumen, die z.B. durch Störsender eine geringe Sendeleistung haben, mit dem Nokia 6630 keine Probleme hat.

Display & Kamera

Nokia 6630 - Display
Nokia 6630 - Kamera
Das Handy hat ein Display mit lediglich 65.536 Farben und einer Auflösung von 208 x 176 Pixeln. Die Farbbrillianz, Schärfe und Auflösung von Fotos sind trotzdem erstaunlich gut. Die Displaymotive sind aus jedem Winkel gut erkennbar. Dies gilt auch bei direkter Sonneneinstrahlung und im Dunkeln. Schlau gelöst: Das 6630 hat dafür rechts oben einen Lichtsensor eingebaut, der bei heller Umgebung die Tastaturbeleuchtung ausschaltet. Gleichzeitig wird das Display wesentlich heller, um ein Gegenlicht zu erzeugen. Im Dunkeln geht die Tastaturbeleuchtung automatisch an und die Displayanzeige wird dunkler. Die Helligkeit der Displayanzeige kann über System->Einstellungen->Telefon->Display optimiert werden und man hat die Möglichkeit die Zeit bis zum Bildschirmschoner (eine Minute – 30 Minuten) und die Beleuchtungsdauer (fünf Sekunden – 60 Sekunden) individuell festzulegen. Auch die Begrüßungsanimation kann individuell über System->Einstellungen->Telefon->Allgemein->Begrüßung oder Logo gestaltet werden. Man hat hier die Wahl zwischen einer Standardeinstellung, einem Text oder einem Foto.

Fotos und Videoclips können im Programm Kamera aufgenommen werden. Hat man den Aufnahmemodus aktiviert, kann zwischen Foto und Video gewählt werden, indem man mit der Navigationstaste nach links oder rechts navigiert. Im Display ist alles gut erkennbar und man kann mittels der Navigationstaste das gewünschte Motiv heran- (nach oben blättern) bzw. wegzoomen (nach unten blättern). Helligkeit und Kontrast kann mit der linken Auswahltaste über den Punkt Optionen->Einstellen reguliert werden. Zum Auslösen der Kamera drückt man kurz mittig auf die Navigationstaste. Ein Bild ist in ca. einer Sekunde geschossen, im Bildfolgemodus sind sogar sechs Serienaufnahmen in zwei Sekunden möglich. Videoclips lassen sich bis zu einer Länge von einer Stunde aufzeichnen und bei ungünstigen Lichtverhältnissen gibt es das separat erhältliche Nokia Blitzlicht PD-2 für ca. € 48,50 (UVP). Über die linke Auswahltaste kann man den Nachtmodus, den Bildfolgemodus oder die Selbstauslöserfunktion einstellen. Dort hat man über die Option Einstellungen auch die Möglichkeit die Bildqualität und die Bildauflösung (maximal 1280 × 960) festzulegen. Der Weißabgleich und die Belichtung erfolgen beim Nokia 6630 automatisch. Die gemachten Bilder werden automatisch im Ordner Galerie im JPEG-Format abgespeichert. Über Medien->Foto-Editor lassen sich die Bilder anschließend direkt auf dem Handy weiter bearbeiten. Neben einer automatischen Bildkorrektur kann man zum Beispiel Kontrast, Farbe, und Helligkeit ändern. Die Fotos können gerahmt, gedreht oder geschnitten werden und man kann einen Text hinzufügen. Bei der Videoaufnahme kann man mit der linken Auswahltaste den Ton ein- und ausschalten und über Optionen->Einstellungen die Video-Bildgröße (maximal 176 × 144) ändern. Die Videoclips werden automatisch in der Galerie im 3GP-Format abgespeichert. Zur Gestaltung der Videos steht einem ein manueller und ein automatischer Video-Editor zu Verfügung. Über Medien->Video-Editor können eigene Videoclips erstellt werden, indem man auf dem Telefon gespeicherte Sounds und Videoclips zu einem neuen Videoclip kombiniert. Hierbei muss man darauf achten, dass die Videos, die man miteinander verbinden möchte, die gleiche Auflösung haben. Eine automatische Bearbeitung erfolgt mit dem Movie Director, bei dem die Übergänge und visuellen Effekte durch den jeweiligen Stil vorgegeben sind. Zum Speichern der Fotos und Videos hat das 6630 hat einen 10 MB großen internen Speicher und einen Steckplatz für eine externe kleine MMC-Speicherkarte (RS-MMC = Reduced Size MultiMediaCard) Diese kann durch einen außen angebrachten Slot auf der rechten Seite einfach eingesetzt werden. Hierbei muss man darauf achten, dass die abgeschrägte Ecke nach links unten, der Kontaktbereich auf der Karte nach oben zeigt. Zum Ein- und Ausrasten am besten den Fingernagel oder einen spitzen Gegenstand benutzen. Praktisch ist, dass das Wechseln der Karten auch bei eingeschaltetem Mobiltelefon möglich ist. Ärgerlicherweise ist, dass das Nokia 6630 nicht mit allen am Markt erhältlichen RS-MMC-Speicherkarten kompatibel ist. Will man sich Speicher nachkaufen, muss man darauf achten, dass diese auch mit 1,8 Volt arbeiten. Handelsüblich sind hier die Speicherkarten mit dem Zusatz Duo, die zwei Betriebsspannungen (1,8/3,0 Volt) unterstützen.

OS & Bedienung

Nokia 6630 - Menü
Nokia 6630 - Hintergrundbild
Nokia 6630 - Organizer
Nokia 6630 - Kalender
Nokia 6630 - Verbindungen
Nokia 6630 - Mitteilungen
Nokia 6630 - Mitteilungen
Über die Sinnhaftigkeit des Menüs muss man sich beim Nokia 6630 nicht streiten. Die Benutzeroberfläche kann man sich individuell gestalten und auch die Tastenkombination für die Ausgangsanzeige (so genannte Schnellzugriffsfunktion) kann persönlich festgelegt werden. Die Ordner des Hauptmenüs können umbenannt oder neu erstellt werden und die Anordnung der Reihenfolge kann beliebig gewechselt werden. Häufig verwendete Symbole kann man sich beispielsweise weiter oben anordnen. Wer mit den Icons nichts anfangen kann, der wechselt mit der rechten Auswahltaste ins Listenmenü. Ein Löschen der Standardordner ist allerdings nicht möglich. Da das Menü ziemlich umfangreich werden kann, erleichtern einem die Schnellzugriffsfunktionen den Umgang mit dem Handy erheblich. Hierzu können sieben verschiedene Tasten über System->Einstellungen->Telefon->Ausgangsanzeige festgelegt werden. Oft benutzte Funktionen lassen sich der linken Auswahltaste, der rechten Auswahltaste und den Navigationstasten (rechts, links, oben, unten, mittig) zuordnen. Schade ist, dass der Schnellzugriff auf selbst installierte Programme nicht möglich ist. Auch nach einer Möglichkeit, die Schriftgröße im Display zu verändern, sucht man beim Nokia 6630 vergeblich. Für Nutzer mit Sehproblemen ist die Schrift viel zu klein. Auch die Rufnummernunterdrückung ist nicht optimal gelöst. Will man seine Rufnummer unterdrücken, muss man dies entweder im Menü über System->Einstellungen->Anrufe->Eigene Nr. senden vorher einstellen, oder man greift auf den alten GSM-Code zurück: vor die Zielrufnummer stellt man #31#. Übersichtlich angeordnet sind dagegen die Anruflisten, die sich hinter dem Menüpunkt Protokoll verbergen. Dort befindet sich beispielsweise auch ein Paketdatenzähler, mit dem man den Überblick über die Anzahl der gesendeten und empfangenen Daten behält. Für die Tastatursperre benutzt Nokia seit jeher Tastenkombinationen, was sinnvoll ist, da eine solche Kombination nicht so leicht „aus Versehen“ wieder herausgenommen werden kann. Beim Nokia 6630 ist es eine Tastenkombination aus linker Auswahltaste und *-Taste. Auf demselben Weg kann man die Sperre auch wieder herausnehmen.

Im Hauptmenüpunkt Mitteilungen können SMS (=Kurzmitteilungen), MMS (=Multimedia-Mitteilungen) und E-Mails erstellt werden. Das Schreiben einer SMS ist, wie bei den Vorgängermodellen, unkompliziert: Mitteilungen->Neue Mitteilung->Verfassen: Kurzmitteilung. Um zwischen den verschiedenen Eingabemodi Abc, abc und ABC zu wechseln, muss man auf die Pfeil nach oben # -Taste (rechts unten) drücken. Will man im Buchstabenmodus eine Ziffer einfügen, hält man einfach die gewünschte Zifferntaste gedrückt. Der Wechsel zwischen Buchstaben- und Zahlenmodus erfolgt durch längeres Gedrückthalten der Pfeil nach oben # -Taste und durch ein zweimaliges kurzes Drücken aktiviert beziehungsweise deaktiviert man die automatische Worterkennung. Die automatische Worterkennung (T9) ist lernfähig: drückt man während der Eingabe auf die Stift-Taste hat man folgende Optionen: Treffer zeigt einem eine Liste von Wörtern an, die der Tasteneingabe entsprechen. Wort einfügen kann gewählt werden, wenn nicht das passende Wort dabei ist, und man es in das Wörterbuch aufnehmen möchte. Wahlweise kann man auch einfach das Wort ändern. Um den Umgang mit SMS noch weiter zu vereinfachen existieren darüber hinaus Vorlagen, die über die linke Auswahltaste einfügt werden können. Unter Mitteilungen->Meine Ordner->Vorlagen sind bereits zehn gängige Textbausteine abgespeichert, die beliebig erweitert werden können. Auch das Archivieren der SMS bereitet keine Probleme: im Menüpunkt Mitteilungen->Meine Ordner können über die linke Auswahltaste neue Ordner angelegt werden, in die SMS über den Befehl „in Ordner verschieben“ (linke Auswahltaste) abgelegt werden können. Während man die SMS schreibt sieht man oben mittig eine Anzeige für die Mitteilungslänge, die von 160 rückwärts zählt. Gehört man zu den SMS-Schreibern, die mit den 160 Zeichen nicht auskommen, sollte man auf MMS umsteigen. Mit einer MMS kann man Tausende von Zeichen verschicken. Zusätzlich können einer MMS bwim Nokia 6630 Bilder, Soundclips oder Videoclips zugefügt werden. Zum Einfügen von Objekten, wählt man über die Funktion Optionen (linke Auswahltaste) entweder „Objekt einfügen“, wenn es sich um ein bereits vorhandenes Objekt handelt, oder „neues Objekt“ einfügen. Mittels der Option „Vorschau“ kann man sich die fertige MMS noch einmal anschauen, bevor man sie über die Option „Senden“ an den Empfänger schickt. Die Vodafone-Live Geräte sind bereits für den Empfang und das Senden von MMS vorkonfiguriert. Nutzt man das Gerät mit einer anderen Karte, sollte man sich seinen MMS-Zugangspunkt am besten per SMS (auch Over-The–Air/OTA genannt) konfigurieren. Nokia bietet eine solche OTA-Konfiguration an, zum Teil auch die jeweiligen Netzbetreiber. Wahlweise könnte man die Bilder, Soundclips oder Videoclips auch per E-Mail verschicken. Um einer E-Mail einen Anhang hinzuzufügen, wählt man Optionen->Einfügen->Foto, Soundclip, Videoclip, Notiz oder Vorlage. Bevor man allerdings E-Mails senden und empfangen kann, muss man sich zunächst sein E-Mail-Konto konfigurieren. Klingt kompliziert, ist es auch, wenn man es nicht Over-The–Air macht. Auch diese Konfiguration kann man auf der Website von Nokia vornehmen, jedoch leider nur für die E-Mail-Konten bei den jeweiligen Netzbetreibern. Will man seine anderen E-Mail-Konten einrichten, muss man dieses „per Hand“ tun: Man geht zu Mitteilungen->Optionen->Einstellungen->E-Mail und anschließend zu Mailboxen. Falls hier noch keine Mailbox definiert ist, wird man aufgefordert, sich eine einzurichten. Folgende Einstellungen müssen vorgenommen werden:
  1. Mailbox-Name: frei wählbar
  2. Verw. Zugangspunkt: hier wählt man den Internetzugangspunkt aus, der vorher konfiguriert werden muss. Hier bieten zum Teil die Netzbetreiber und auch Nokia eine OTA-Konfiguration an, die man auf jeden Fall nutzen sollte.
  3. Meine E-Mail-Adr.: hier gibt man die jeweilige E-Mail-Adresse ein.
  4. Ausgeh. Mail-Server: hier kommt die IP-Adresse oder der Hostname des Mail-Servers an, der die E-Mail sendet. Diese Angabe bekommt man bei seinem Diensteanbieter.
  5. Benutzername: hier gibt man seinen Benutzernamen ein, dem man vom Diensteanbieter erhalten hat.
  6. Passwort: dieses Feld kann man auch zunächst leer lassen. Sobald man versucht eine Verbindung aufzubauen, wird man jedoch zur Eingabe des Passwortes aufgefordert.
  7. Ankomm. Mail-Server: hier kommt die IP-Adresse oder der Hostname des Mail-Servers an, der die E-Mail empfängt.
  8. Mailbox-Typ: legt das E-Mail-Protokoll (POP3, IMAP4) fest. Achtung: diese Einstellung kann nur einmal gewählt werden und ist nicht mehr veränderbar, wenn man die Einstellungen gespeichert hat.
Praktisch für alle, die das Nokia 6630 auch geschäftlich nutzen, ist die Möglichkeit E-Mail-Anhänge zu öffnen. Mittels der Quickoffice-Anwendungen kann man sich sogar Microsoft Word- (System->Quickword) und Excel-Dateien (System->Quicksheet) anzeigen lassen.

Als Klingeltöne können polyphone und einstimmige Klingeltöne, echte Musik- und Klangaufnahmen im WB-AMR-, MIDI- und WAV-Format verwendet werden. Ein UKW-Radio hat das Nokia 6630 nicht integriert, dafür aber einen Recorder und einen RealPlayer™. Zur Aufnahme von Telefonaten oder Sprachmemos wählt man Medien->Aufnahme. Zeichnet man ein Telefongespräch auf, hören beide Gesprächspartner während der Aufnahme alle fünf Sekunden ein akustisches Signal. Zum RealPlayer™ kommt man über Medien-> RealPlayer™. Hiermit können Soundclips, Videos und Wiedergabelisten abgespielt werden. Auch eine Wiedergabe von Mediadateien per Funk, das sog. Streaming, ist hiermit möglich. Die unterstützten Dateiformate des RealPlayers™ sind *.3gp und *.mp4, MPEG-4 Video, H.263 Video und AMR Audio, RealMedia (Real Video und Real Audio), MP3 und AAC. Während der Wiedergabe einer Mediendatei bietet sich die Navigationstaste für folgende Funktionen an: Zum Vorwärtsspulen hält man die Navigationstaste nach oben gedrückt, zum zurückspulen entsprechend nach unten. Zum Regulieren der Lautstärke drückt man die Navigationstaste nach rechts (lauter) und links (leiser). Zum Schluss noch ein kleiner Tipp: Zur Wiedergabe von Videoclips in voller Display-Größe drückt man einfach die Taste 2abc.

Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Nokia 6630 - VerbindungenZum Verbinden des Handys mit einem PC gibt es zwei Möglichkeiten: via Bluetooth oder mit einem USB-Datenkabel. Über beide Verbindungen können Bilder, Videoclips, Soundclips, Adressdaten, Kalenderdaten etc. versendet werden. Bei geschützten Daten funktioniert eine Übertragung natürlich nicht. Die Synchronisation funktioniert problemlos mit der aktuellen Fassung der Nokia PC-Suite 6.6. Ein kostenloser Download der jeweils aktuellen Fassung ist auf der Nokia Website möglich. Mittels des dort vorhandenen Nokia Phone Browsers hat man einen direkten Zugriff auf sämtliche Order des Handys und der Speicherkarte. Es muss also zum Beispiel nicht jeder Kontakt oder jedes Bild einzeln gesendet werden, sondern es können vollständige Ordner kopiert werden. Für die Synchronisation von Daten werden folgende Programme unterstützt: Microsoft Outlook 98/2000/2002/2003, Microsoft Outlook Express, Lotus Notes 5.0/6.0 und höher sowie Lotus Organizer 5.0/6.0 und höher. Via Bluetooth ist auch die Verbindung mit einem Headset kein Problem.

Multimedia & Organizer

Nokia 6630 - MenüNeben der Belegung von Kurzwahltasten, die beim Nokia 6630 möglich ist, eignet sich für häufig verwendete Telefonnummern auch die Sprachwahl. Die Sprachwahl funktioniert zuverlässig und die Konfiguration ist einfach: Man geht zu der Nummer, der man einen Anrufnamen zuweisen möchte, und wählt über die linke Auswahltaste Optionen->Anrufnamen hinzuf.. Anschließend drückt man auf Start, um einen Anrufnamen aufzunehmen. Dieser wird noch einmal wiederholt und dann abgespeichert. Möchte man nun einen Anruf durch Sprachwahl tätigen, drückt man lange auf die Taste auf der linken Seite. Nach einem Signalton erscheint der Hinweis jetzt sprechen. Der aufgezeichnete Anrufname wird noch mal wiederholt und der Name sowie die Telefonnummer werden angezeigt bevor dann gewählt wird. Während eines Anrufs können über die linke Auswahltaste sowohl die Stummschaltung (lautlos oder Ton ein) als auch die Freisprechfunktion (Lautspr. Aktivieren) aktiviert werden. Die integrierte Freisprechfunktion ist nur in Räumen ohne jegliche Nebengeräusche akzeptabel, ansonsten hört man ein starkes Rauschen. Im Auto ist es also nicht verwendbar, zumal da dies auch verboten wäre.

Nokia 6630 - Spiel in der HandUnterschiedliche Profile kann man sich unter System->Profile anlegen. Die unter Allgemein, Lautlos, Besprechung, Draußen, Pager und Offline voreingestellten Profile dürften Nokia-Nutzern bereits bekannt sein. Sie sind sinnvoll bezeichnet und man kann sie bei Bedarf auch noch Personalisieren. Auch das Telefonbuch, das hinter dem Menüpunkt Kontakte verbirgt, bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten: einem Eintrag können über die linke Auswahltaste drei Telefonnummern, drei Handynummern, drei Nummern für Videotelefonie, drei Faxnummern, ein Pager, drei E-Mail-Adressen, eine Benutzerkennung, drei Web-Adressen, drei Standardadressen, der Geburtstag, eine Notiz und ein kleines Foto zugewiesen werden. Man kann auch Kontaktgruppen erstellen, so dass man unkompliziert SMS, MMS oder E-Mails an mehrere Empfänger gleichzeitig versenden kann. Einzelnen Kontakten oder Kontaktgruppen können darüber hinaus unterschiedliche Ruftöne zugeordnet werden. Ein Zugriff auf die Kontakte ist auch während des Gespräches möglich. Auch der Organizer bietet umfangreiche Funktionen. Zum Erstellen von Kalendereinträgen geht man auf Organizer->Kalender. Hier kann man zwischen der Wochen- und der Monatsansicht wechseln. Über Optionen (linke Auswahltaste) „Neuer Eintrag“, kann eine Besprechung, eine Notiz oder ein Geburtstag/Jahrestag eingetragen werden. Ereignisse, die in regelmäßigen Abständen wiederkehren, können täglich, wöchentlich, alle zwei Wochen, monatlich oder jährlich wiederholt werden. Zur Erinnerung kann ein Kalender-Signalton eingestellt werden. In der Monatsansicht sind Tage mit Kalendereinträgen rechts unten, mit einem kleinen Dreieck markiert. Im Organizer kann man sich weiterhin unter Aufgaben eine Aufgabenliste erstellen und Notizen vermerken. Nützlich sind auch der dort vorhandene Rechner und der Währungsumrechner. Sämtliche Zeitfunktionen kann man sich über Organizer->Uhr einstellen. Um zum Beispiel eine neue Weckzeit einzustellen, wählt man mit der linken Auswahltaste „Weckzeit einstellen“. Der Wecker hat sogar eine Schlummerfunktion. Man drückt einfach auf eine beliebige Taste und die Erinnerung wird für fünf Minuten ausgeschaltet. Danach ertönt die Erinnerung erneut. Der Wecker funktioniert auch im ausgeschalten Zustand. Die Uhr selbst stellt man sich mit der linken Auswahltaste über „Einstellungen“ ein. Hier kann die Uhrzeit, das Uhrzeitformat, der Uhrentyp (Analog oder Digital) und der Status für die Sommerzeit festgelegt werden. Praktisch für Leute, die viel reisen, ist die Weltuhr. Hier kann man sich die Zeit für verschiedene Städte anzeigen lassen. Bei Bedarf kann man sich eine Liste mit maximal 15 Städten zusammenstellen. Verzweifelt sucht man hingegen beim Nokia 6630 in der Vodafone-Live Variante die Spiele. Diese sind serienmäßig nicht enthalten. Hier soll man wohl die Downloadmöglichkeiten des Vodafone-Live-Portals nutzen, wo man für den Download eines Spiels schon mal fünf Euro zahlen kann. Einziger Wehrmutstropfen ist hier, dass das Gerät die Java™-Technik unterstützt, mit der dem Download keine Grenzen gesetzt sind.

Fazit

Nokia verspricht auf seiner Website wirklich nicht zuviel: Wer sich mal richtig als Hobby-Fotograf oder Regisseur austoben möchte, für den ist das Nokia 6630 genau das richtige Handy. Die integrierte 1,23 Megapixelkamera mit ihrer Serienbildfunktion sorgt dafür, dass einem garantiert nichts entgeht. Sechs Bilder in zwei Sekunden sind hier möglich. Selbst Videos von einstündiger Länge sind kein Problem, und mit den vorinstallierten Programmen „Videoeditor“ und „Movie Director“ kann man die Clips zu perfekten Kurzfilmen zusammenschneiden. Da das Gerät auf der Series 60-Plattform basiert, kann man dem Handy je nach Bedarf Zusatzanwendungen hinzufügen und somit die privaten und beruflichen Nutzungsmöglichkeiten erweitern. Die Standardmäßig vorhandenen Quickoffice-Anwendungen ermöglichen zum Beispiel das Anzeigen von Microsoft Word- und Excel-Dateien. Darüber hinaus kann man sich für die vielen Wartezeiten zwischendurch mit dem integrierten MP3-Player oder 3D-Java-Spielen hervorragend die Zeit vertreiben. Das Nokia 6630 ist rundum ein gelungenes Gerät, dessen einzig wirklich gravierender Fehler die fehlende zweite Kamera ist. Möchte man die Videotelefonie im UMTS-Netz nutzen, sollte man lieber auf den Nachfolger, das Nokia 6680, zurückgreifen. Schließlich hat man das Handy für unterwegs und nicht um zu Hause via Tisch Video-Station zu telefonieren.

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