Test des Nokia 6303i classic

12 Minuten

Nokia 6303i classic

Nokia bringt mit dem 6303i classic den Nachfolger seines beliebten Einsteigerhandys 6303 classic auf den Markt. Auf den ersten Blick fallen einem sofort die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Geräten ins Auge und auch auf dem Datenblatt fallen einem keine gravierenden Unterschiede auf. Ob das „i“ im Namen des Nokia 6303i classic trotzdem den Kauf rechtfertigt, soll der redaktionelle Test von inside-handy.de klären.

Das 6303i wird in einem schlicht gestalteten blauen Karton ausgeliefert, dessen Inhalt für ein Einsteigerhandy typisch ist. So findet sich ein Akku nebst Ladekabel, ein Datenkabel, ein Stereoheadset, eine Bedienungsanleitung und zusätzlich noch ein Musikgutschein, in der Schachtel. Eine Speicherkarte ist leider nicht mit an Bord und eine CD mit Software sucht man auch vergebens. Allerdings kann man sich die Nokia PC Suite auf der Homepage des Herstellers kostenlos herunterladen.

Nokia 6303i classic

 

Nokia 6303i classic

Der Akkudeckel lässt sich leichtgängig von der Rückseite lösen und legt den darunter liegenden Energiespeicher frei. Zum Einlegen der SIM-Karte muss der Akku entfernt werden. Da die Abdeckung für die SIM-Karte einen kleinen Griff besitzt, entfällt die lästige Fummelei, die viele Handys ihren Benutzern beim Wechsel der Karte zumuten. Eine sehr elegante Lösung. Die Speicherkarte indes lässt sich auch im laufenden Betrieb wechseln. Der Steckplatz ist gut erreichbar an der Seite des Gerätes angebracht.

Nokia 6303i classicMit Maßen von 109 x 46 x 12 Millimetern und einem Gewicht von 96 Gramm verschwindet das Handy problemlos in jeder Tasche. Auffällig ist hier, dass es sich genau um die Maße und das Gewicht des Vorgängers handelt. Trotz seiner geringen Größe hinterlässt das Gerät einen hochwertigen Eindruck. Nokia hat einen Rahmen und einen Akkudeckel aus Metall verbaut. Das ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit. Aber auch die die verwendeten Kunststoffbauteile machen einen stabilen Eindruck. Die Verarbeitung ist weitestgehend in Ordnung. Lediglich am Akkudeckel lassen sich ganz leichte Spaltmaßen erkennen, so dass die Abdeckung nicht ganz fest sitzt. Das stört im Alltagsbetrieb jedoch nicht.

Unter dem Bildschirm sitzen zwei Softkeys, die frei mit Funktionen belegt werden können. Darunter findet man die Tasten für das Anrufmanagement. Mittig dieser Tasten wurde der Nav-Key samt Bestätigungstaste angebracht, mit dem sich durch die Menüs navigieren lässt. Eingaben lassen sich über das alphanumerische Tastenfeld tätigen. Bei diesem sind die Tasten leider etwas zu dicht beieinander, so dass Menschen mit großen Händen genau aufpassen müssen, welche Taste sie drücken. An der Stirnseite wird das Gerät angeschaltet und an der rechten Seite kann man die Lautstärke per Wippe anpassen, bzw. im Kameramodus zoomen. Eine extra Kamerataste hat Nokia nicht angebracht. Druckpunkt und Tastenhub aller Tasten sind sehr gut und geben keinen Grund zur Beanstandung.

Der Micro-USB Steckplatz wird vorbildlich von einer Plastikabdeckung vor Staub geschützt. Die Anschlüsse für Ladegerät und Kopfhörer sind der Umwelt leider ungeschützt ausgeliefert. Die Steckplätze halten die ihnen zugedachten Kabel fest in Position und lassen kein Wackeln zu.

Nokia 6303i classic Nokia 6303i classicIm E-Plus Netz ist die Sprachqualität als mittelmäßig zu beschreiben. Zwar wird die Gegenseite gut verstanden, doch werden die Höhen zu stark betont. Bei Nutzung des mitgelieferten Headsets klingt der Gesprächspartner natürlicher. Von der Gegenseite wird man stets klar verstanden, hier gab es keinen Grund zur Beanstandung. Bei lauter Umgebung gibt es die Möglichkeit die Lautstärke per Wipptaste nachzuregeln. Die reine Standby- Zeit wird von Nokia mit 515 Stunden angegeben. Beim Telefonieren ist erst nach acht Stunden Schluss, glaubt man den Angaben des Herstellers. In der Tat ist das ein sehr optimistischer Wert der wohl nur unter Idealbedingungen erreicht wird. In der Praxis ist bei intensiver Nutzung im Mischbetrieb nach zwei Tagen ein erneutes Aufladen nötig. Der SAR-Wert liegt bei beachtlichen 1,11W/Kg. Nokia 6303i classicGenau wie sein Vorgänger stellt der 2,2 Zoll große Bildschirm 16,7 Millionen Farben bei einer Auflösung von 240 x 320 Pixeln dar. Inhalte wie Bilder und Videos werden klar und deutlich angezeigt. Auch im Freien lässt sich das Display noch problemlos ablesen. Lediglich bei direkter Sonneneinstrahlung lässt sich kaum noch etwas erkennen. Dank des integrierten Lichtsensors passt der Bildschirm die Leuchtstärke automatisch der Umgebung an. Das funktioniert in der Praxis reibungslos. Einen Lagesensor hat Nokia dem 6303i nicht spendiert, aber auf Grund des kleinen Display kann man auch problemlos darauf verzichten. Entgangene Ereignisse werden durch ein Leuchten des Steuerkreuzes angezeigt. So bleibt man auch bei ausgeschalteten Bildschirm immer informiert.

Die integrierte Digitalkamera schießt Fotos mit 3,2 Megapixel, das entspricht einer Auflösung von 2048 x 1536 Pixeln. Da keine separate Kamerataste vorhanden ist, muss man die Funktion umständlich über das Menü bzw. einen Schnellzugriff starten. Als Auslöser fungiert der Bestätigungsknopf des Nav-Keys. Da kein Lagesensor vorhanden ist, startet die Kamera immer im Hochformat und kann erst umständlich über das Kontextmenü in Querformat gebracht werden. Auch die Einstellungsmöglichkeiten beeindrucken heute niemanden mehr: Blitz (An/Aus, Automatisch, Selbstauslöser, verschiedene Effekte und Weißabgleich. Bei guten Lichtverhältnissen macht die Kamera durchaus brauchbare Bilder. Zwar fehlt es ihnen an Kontrast und Sättigung, doch mit ein wenig Nachbearbeitung lassen sich durchaus Abzüge für das Fotoalbum machen. Anders sieht es bei schlechten Lichtverhältnissen aus. Obwohl ein Doppel-LED-Blitz vorhanden ist, ist die Kamera im Dunkeln kaum zu gebrauchen. Der Blitz hat eine Reichweite von gerade mal einem knappen Meter und Bilder werden mit ihm immer unscharf. Auch disqualifiziert die Auslöseverzögerung von zwei Sekunden und die Speicherzeit von knapp fünf Sekunden, das Handy als Kameraersatz.

Nokia 6303i classicAber auch eine Verschlechterung zum Vorgänger ist zu beobachten, wo beim 6303 classic noch ein achtfacher digitaler Zoom möglich war, muss man sich beim 6303i mit einem vierfachen Zoom begnügen. Inwieweit ein Digitalzoom aber überhaupt eine richtige Bereicherung darstellt, muss jeder selbst entscheiden. Videos lassen sich mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixeln aufnehmen. Gut sind sie aber allemal für Spaßaufnahmen. Selbst auf dem Handydisplay wirken die Videos sehr pixelig und unscharf, an eine Betrachtung auf dem PC-Monitor brauch man gar nicht zu denken. Im Gegensatz zum 6303 classic muß man hier sogar Abstriche in Kauf nehmen. In der Galerie werden die einzelnen Fotos übersichtlich in Mosaikform dargestellt. Wählt man eines aus, wird es im Vollbild angezeigt und man kann stufenlos rein und raus zoomen. Möchte man mehr Übersicht, kann das Handy Fotos auch in einer Zeitleiste darstellen. So sieht man auf Anhieb wann man welches Foto geschossen hat.

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Als Betriebssystem kommt Nokias Series 40 zum Einsatz. Die logische Strukturierung macht eine intuitive Bedienung möglich, die Eingewöhnungszeit wird so auf ein Minimum reduziert. Neben der Darstellung von Basisdaten wie Empfangsstärke, Ladezustand, Zeit/Datum, Profil, kann man dem Standby-Bildschirm mit Schnellzugriffen für verschiedene Funktionen wie Kalender, MP3-Player, Nachrichteneingang etc. erweitern. Für Nokia typisch, besteht das Hauptmenü aus hübsch gezeichneten Icons, die in einer Matrix dargestellt werden. Wählt man eines aus, öffnet sich dahinter ein Listenmenü. Alternativ kann man sich auch das komplette Menü in Listenform oder tabuliert anzeigen lassen. Vier Themes zur persönlichen Individualisierung sind vorinstalliert, weitere lassen sich online nachladen. Die Schriftgröße lässt sich für separate Anwendungen individuell einstellen. Für Menschen mit Sehproblemen ist das eine sinnvolle Funktion. Navigiert wird mit Hilfe des großen Steuerkreuzes unter dem Bildschirm. Will man eine Funktion starten, wie zum Beispiel eine Nachricht schreiben, geht das im Idealfall schon nach einem Tastendruck, vorausgesetzt es wurde ein Schnellzugriff definiert.

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Da es sich nicht um ein Gerät mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm handelt, werden Eingaben über das Nummernfeld getätigt. Eine erweiterbare Worterkennung steht dem Nutzer dabei unterstützend zur Seite. Werden Medieninhalte an die Nachricht angehängt, macht das Handy eine Multimedia-Mitteilung daraus. Fotos und kurze Videos können dabei direkt aus dem Nachrichtenprogramm heraus aufgenommen werden. Ein Assistent unterstützt den Nutzer beim Einrichten von E-Mail-Konten. Ist man Nutzer von Ovi-Mail holt sich das Gerät die Kontodaten direkt vom Server. Bei Konten anderer Anbieter sind mehrere Schritte für die Einrichtung nötig. Einen Push-Mail-Dienst gibt es nicht. Man hat nur die Möglichkeit seine Nachrichten automatisch in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Auch an E-Mails können Anhänge angefügt werden. Ein Foto ist so schnell mal verschickt und kann auch direkt aus der Nachrichtenanwendung heraus aufgenommen werden.

Nokia 6303i classicNokia 6303i classicNokia 6303i classic Nokia 6303i classicNokia 6303i classicNokia 6303i classic Nokia 6303i classicFür den mobilen Internetzugang steht dem Nutzer nur der GPRS-Turbo EDGE zur Verfügung. Auf UMTS muss man genauso verzichten wie auf W-Lan. Kopiert man Dateien über das USB-Datenkabel auf die Speicherkarte geht das sehr schnell vonstatten. Eine fünf Megabyte große Datei ist in unter zwei Sekunden verdoppelt. Der interne Speicher ist auf 55 Megabyte angewachsen. Das 6303i kann Speicherkarten mit einer Kapazität von bis zu acht Gigabyte verarbeiten. Beim Vorgängermodell war die Größe auf vier Gigabyte beschränkt.

Der Media-Player des 6303i ordnet die Lieder nach Titeln, Interpreten, Alben und Genres. Es können auch Playlisten angelegt und verwaltet werden. Die Einstellungsmöglichkeiten sind, mit Wiederholen, Zufallswiedergabe und sieben vordefinierten Klangpresets, schnell aufgezählt. Aktiviert man die viel versprechende Funktion „3D-Klang“, erhöht der Player lediglich die Tonhöhe und fügt einen leichten Hall ein. Ein echter Pluspunkt hingegen ist der eingebaute Lautsprecher, er überzeugt durch einen klaren und kräftigen Klang. Leider kann das mitgelieferte Headset das Niveau nicht halten, zu unausgewogen ist das Klangbild. Eine echte Schwäche ist es dennoch nicht: Schließt man eigene Kopfhörer an den 3,5 Millimeter Klinkenanschluß an, gibt der Player einen dynamischen und knackigen Sound aus. Zwar kommt er nicht ganz an die klanglichen Qualitäten der Xpress-Series heran, dafür ist der Sound nicht pointiert genug, aber das ist meckern auf hohem Niveau. Das integrierte Radio besteht allerdings auf das Headset, da im Kabel die Antenne eingearbeitet wurde. 20 Sender können automatisch oder manuell gesucht und gespeichert werden. Auch hat man die Wahl zwischen Mono- und Stereoklang.

Auf dem 6303i surft man am Besten über den vorinstallierten Browser Opera Mini. Dieser ist bedeutend schneller als der S40-Browser und kann mit einem hohen Bedienkomfort punkten. Die Seite von inside-handy.de baut er in 25 Sekunden auf. Zusätzliche Funktionen sind die automatische Adressvervollständigung, eine komfortable Lesezeichenverwaltung, Vollbildmodus und die Möglichkeit auch normale Internetseiten in einer, für Mobiltelefone angepassten Darstellung, anzuzeigen. Das ganze funktioniert trotz EDGE ganz gut und ist für gelegentliches Surfen ausreichend. Erwähnenswert ist noch die gute Anbindung an Nokias Ovi-Dienste. Da kein GPS-Modul vorhanden ist, muss man zwar auf Navigation verzichten, eine einfache Routenplanung via Ovi- Maps ist aber möglich. 

Nokia 6303i classic
Nokia 6303i classic
Nokia 6303i classic
Nokia 6303i classic

Die Adressverwaltung reicht für Hausgebrauch vollkommen aus. So lassen sich zu jedem Kontakt zahlreiche Information wie Telefonnummer, Adresse, Notiz, Titel und viele weitere hinzufügen. Trägt man einen Geburtstag in das Adressbuch ein, wird dieser automatisch in den Kalender übernommen. Dieser stellt Termine wahlweise in Tages-, Wochen- und Monatsansicht dar. Insgesamt reicht er vollkommen zur Strukturierung seines Tagesablaufs aus, bietet aber für Geschäftskunden zu wenig Funktionen. So ist lediglich eine Wiederholung in Tages-,Wochen-,Monat- und Jahresrhythmus erwähnenswert. Die Anrufprotokollierung listet nach Anrufen in Abwesenheit, angenommenen Anrufen und gewählten Rufnummern auf und speichert zusätzlich noch Mitteilungsempfänger.

Nokia hat 14 Spiele mit auf das Gerät gepackt, wobei aber auch Demoversionen darunter sind. Doch für anfänglichen Spielspaß ist erst mal gesorgt. Der Anteil an weiterer Software fällt dann jedoch sehr mager aus. Es gibt einen Größenumrecher, einen Umrechner, Weltzeituhr, Karten, Wecker, Aufgabenliste, Sprach und Schriftnotizen, Countdown und eine Stoppuhr. Das ist gewohnter Einsteigerhandystandard und nicht mehr. Wählt man die Funktion „Nokia mobi“, gelangt man direkt auf die Ovi-Store Webseite, von der man sich weitere Multimediainhalte für sein Handy herunterladen kann.

Nokia 6303i classic

Das Nokia 6303i ist ein solides Einsteigergerät, das die rudimentären Funktionen eines Handys gut erfüllt. Auch die Verarbeitung geht in Ordnung und gibt kaum Grund zur Beanstandung. Trotzdem fragt man sich, warum Nokia dieses Gerät auf den Markt bringt. Die Ähnlichkeiten zum Vorgänger sind einfach zu groß. Bis auf den größeren internen Speicher, die Unterstützung für acht Gigabyte große Speicherkarten und eine längere Akkulaufzeit gibt es keine nennenswerten Unterschiede. Wer ein solides Zweitgerät braucht oder sein Handy hauptsächlich für Telefonate und SMS nutzt, kann das 6301i jedoch in die engere Auswahl nehmen.

Pro

  • gute Verarbeitung
  • guter Lautsprecher
  • einfache Bedienung

Kontra

  • kein UMTS
  • Kamera unteres Mittelmaß
  • schlechtere Videos als beim Vorgänger 
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