Test des Nokia 5610 XpressMusic

24 Minuten

Nokia 5610 Xpress Music

Mit dem Modell 5610 XpressMusic bringt Nokia ein neues Flagschiff der Musik-Handys auf den Markt und macht dem Walkman-Erfinder Sony ernstzunehmende Konkurrenz. Neben dem musikalischen Können der grazilen Music-Box wartet das Handy mit weiteren Trümpfen auf und erweist sich als ein wahres Schmuckstück, das nicht nur Musikliebhabern gefallen wird. Kann das Gerät aber den alltäglichen Ansprüchen gerecht werden, die sowohl an ein Handy als auch an einen Musik-Player gestellt werden? Inside-handy.de geht dieser Frage nach.Nokia 5610 Xpress MusicDas Leben ist nicht immer wie eine Pralinenschachtel. Manchmal verrät die Verpackung doch einiges über das, was einen erwartet. Im Fall des Nokia 5610 besticht sie durch ihr schlichtes aber elegantes Design und spricht junge modebewusste Menschen direkt an.

Neben dem üblichen Lieferumfang findet man Audiozubehör wie Stereo-Kopfhörer mit passendem Polster sowie ein Mikrophon mit Schnalle der Hausmarke Nokia. Für die Kommunikation zwischen PC und Mobiltelefon ist ein Datenkabel mit Software-CD beigefügt, allerdings ist die detaillierte Bedienungsanleitung nur in deutscher Sprache verfügbar. Die mitgelieferte Micro-SD-Karte mit einem Speichervolumen von 1Gb bietet Platz für viele Lieder, womit alle Voraussetzungen für die Inbetriebnahme eines Musik-Handys erfüllt wären.

 

Nokia 5610 Xpress Music
Nokia 5610 Xpress Music

Das Design des Telefons verfolgt die gleiche elegante Linie, die schon bei der Verpackung zu sehen war. Allerdings wird diese beim Gerät um eine sportliche Note erweitert: Während das Anthrazit mit dezenten roten Linien Eleganz ausstrahlt, wirkt das Handy durch die fast ebene Oberfläche, die wenigen Knöpfe und die geriffelte Rückseite eher sportlich.

Nokia 5610 Xpress MusicDie Oberseite überzeugt mit einem großen Display sowie einem eingebauten Steuerknopf. Die Anbringung der Tasten sowie der so genannte Music-Slider zeugen von der klaren Ausrichtung des Handys – nämlich seiner Funktion als Walkman-Handy – und rechtfertigen den Beinamen „XpressMusic" zumindest auf den ersten Blick. Der Schiebekanal für den Slider entpuppt sich aber als Staubfänger, der schon nach wenigen Tagen mit Flusen versetzt ist. Im Gegensatz zum Steuerknopf sind die numerischen Tasten gut verarbeitet und bieten dem Staub keine Ansatzmöglichkeit.

Die auf der Rückseite eingebaute Foto-Linse mit Blitz wird durch einen feinen silbernen Streifen im Gehäuse umrandet. Der ebenfalls in Silber gehaltene Auslöser befindet sich auf der rechten unteren Seite und bietet zwei Funktionen: Autofokus bei leichtem Druck und Auslösung beim Durchdrücken der Taste. Weiter oben befindet sich der Lautstärkenregler in Form von zwei Knöpfen. Durch ihre tiefe Einbringung in das Gehäuse stören sie nicht sonderlich, dafür lassen sie sich aber auch nur schwer betätigen.

Das Telefon liegt in der Hand recht gut und fühlt sich vor allem durch die geriffelte RückseiteNokia 5610 Xpress Music sehr angenehm an. Die Tasten sowie die Oberseite sind aus glänzendem Kunststoff, der zwar schön aussieht, aber bereits nach kurzer Benutzung des Handys Fingerabdrücke und andere Spuren aufweist. Auf dem oberen Panel sind die Tasten für Gespräch annehmen und auflegen mit grüner und roter Farbe markiert. Darüber hinaus befinden sich zwei weitere Softkeys sowie der Music-Slider – eine in zwei Richtungen bewegliche Taste, die zum schnellen Umschalten zwischen dem Standardbildschirm, dem Radio und dem Media-Player. Auch der Steuerknopf befindet sich auf der Oberseite des Handys und erlaubt durch sein Relief eine präzise Bewegung in der Menüumgebung sowie die Auswahl der gewünschten Einstellung per Knopfdruck. Schiebt man das Telefon auf, zeigen sich die numerischen Tasten, die solide verarbeitet und durch eine Kerbe getrennt sind, was ein einfaches Zurechtfinden auf der Tastatur und somit einfaches Tippen ermöglicht. Jeder Knopfdruck wird durch einen Ton bestätigt, der aber ausgeschaltet werden kann. Auch bei An- oder Abwahl einer Einstellung sowie beim Lösen und Setzen der Tastensperre erklingt ein anderer Bestätigungston.

Nokia 5610 Xpress MusicDas Auseinander- und wieder Zusammenbauen des Handys bedarf das Geschick eines Technikers und ist nichts für ungeübte Finger oder Jemanden mit großen Händen: Bereits das Öffnen des Akkudeckels benötigt einige Zeit. Der Knopf zum Lösen des Verschlusses zeigt erst seine Wirkung, wenn man das Handy an der Seite fasst ohne dabei die Rückseite zu berühren. Es öffnet sich nun ein sehr kleiner Spalt, um den Deckel vom Gehäuse anzuheben und ihn schließlich mit größter Mühe und einem gewissen Maß an Gewalt gänzlich herauszulösen. Der sehr dünne und dazu noch biegsame Akkudeckel erweist sich dabei aber stabiler als er scheint. Die Fächer für die SIM- sowie SD-Karten sind recht versteckt und bieten ebenfalls keinen optimalen Zugang und lassen sich wie der Akkudeckel nur mit großer Anstrengung entfernen oder einsetzen. Allein der Akku macht keine Probleme.

Die Sprachqualität des Nokia 5610 überzeugt nicht. Dies ist vor allem dann verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Nokia das Gerät als Musik-Handy vermarktet. Da sollte man doch eine gute akustische Ausstattung erwarten. Die Stimme des Gesprächpartners ist recht verrauscht – ähnlich hört einen der Gegenüber (im Test war das angerufene Handy ein Sony Ericsson k800i mit einer E-Plus- zu T-Mobile-Verbindung).Nokia 5610 Xpress Music

 

Die Lautstärke des Hörers ist verstellbar und lässt sich auch während eines Gesprächs durch an der Seite angebrachte Plus-/Minustasten problemlos verändern. Verwendet man das Handy draußen, sind Nebengeräusche von Autos, Menschen etc. allerdings nicht so störend wie man zuerst annehmen würde. Benutzt man das Headset, so hört man den Gesprächspartner mit den Nokia Kopfhörern in schlechter Qualität und das Headset-Mikrofon leistet eine ähnliche Sprachqualität wie das Handy-Mikrofon. Bei schwachem Empfang sinkt die Sprachqualität aber nicht so stark. Der Empfang von SMS und MMS hingegen funktioniert mit verschiedener Anzahl von Empfangsbalken einwandfrei.

Die Standby-Zeiten sind bei regulärem Betrieb nicht sehr lang: nach spätestens drei Tagen sollte das Handy wieder aufgeladen werden, wenn man nicht unterwegs eine Überraschung erleben möchte. Für ein Musikhandy ist dies natürlich sehr ärgerlich, da man beim Betrieb des Players den Akku noch schneller verbraucht. Sollte man den Lautsprecher anmachen oder sich Videos anschauen wird der Akku noch mehr verbraucht. Der Hersteller gibt aber eine abweichende Betriebsdauer an – es werden jeweils gesondert unterschiedliche Zeiten für verschiedene Verwendungen des Handys angegeben: Bereitschaftszeit bis zu 320 Stunden, Sprechzeit bis 9 Stunden und Musikwiedergabe bis zu 22 Stunden. Das Problem dieser Aufstellung ist, dass das Handy während seines Betriebes unterschiedlich in Gebrauch ist und sich die tatsächliche Akkudauer nur schwer errechnen lässt, was schon der erste Hinweis darauf ist, dass die angegebenen Betriebszeiten für den Alltag keine Richtwerte darstellen. Zumal sie tatsächlich bei verschiedener Anwendung variieren können.

Nokia 5610 Xpress MusicDas 4,5 mal 3,3 cm große Display des Nokia 5610 wirkt auf der hochglänzenden Fläche des Handys sehr groß und überzeugt dabei mit sehr feiner Darstellung, scharfen Bildern und flüssigen Animationen. Bei der Menüführung sind die Symbole weich gezeichnet und zeigen eine hohe Auflösung und Farbechtheit des Displays. Bei Dateien mit geringer Auflösung wird die Größe der Datei an die Größe des Bildschirms angepasst, was zu nicht sehr schönen Ergebnissen führt. Bei starkem Licht zeigt das gespiegelte Display seine Schwäche. Dieses lässt sich nur mit großer Mühe lesen. Im Dunkeln hingegen brilliert die Anzeige mit all ihren graphischen Vorzügen und erlaubt auch eine komfortable Bedienung durch gute Tastenbeleuchtung. In den Einstellungen gibt es zusätzlich die Möglichkeit Lichteffekte des Telefons ein- und auszuschalten, aber Optionen für Helligkeit und Kontrast fehlen.

Für Effektbegeisterte und Individualisten bietet das Nokia 5610 viele Einstellungen zur persönlichen Anpassung: Im Makrobereich lassen sich ganze graphische Themen aktivieren. En Detail lassen sich auch Hintergrundbild, Schriftfarbe und -größe, Animationen sowie Bildschirmschoner festlegen. Beim Letzteren kann man verschiedene Animationen von Videoclips über Flash-Dateien bis hin zur analogen Uhr einstellen. Das nicht gebrandete Test-Handy hat die Funktion das oft sehr lästige Betreiberlogo auszuschalten, allerdings ist es durchaus anzunehmen, dass diese Funktion von Mobilfunkanbietern gesperrt wird. Wem das alles zu wenig ist, der kann sämtliche graphische Erweiterungen auch downloaden. Allein bei der Begrüßungs- und Abschiedsanimation lässt Nokia nichts verändern, denn es fehlt jegliche Option, um diese zu ändern beziehungsweise abzustellen. Dafür kann man sich einen persönlichen Text beim Einschalten des Telefons anzeigen lassen. Sehr International zeigt sich das Nokia bei der Displaysprache, die in die gängigen europäischen Sprachen einstellbar ist.

Nokia 5610 Xpress MusicAuch bei einem Musik-Handy darf die Kamerafunktion natürlich nicht fehlen. Das XpressMusic-Handy ist mit einer 3,2 Megapixel-Kamera sowie integriertem Blitz ausgestattet – für ein Musiktelefon beeindruckend. Um in den Kameramodus zu wechseln muss der Auslöserknopf an der Seite gedrückt werden und bei dem großen Display kann man das Motiv sehr schön und farbengetreu erkennen. Im Kameramodus kann man auch in das Hochformat umschalten. Neben dem eigentlichen Bild sind Informationen über den aktuellen Modus (Foto/Film), Speicherort, Blitz und Auflösung in Pixel zu sehen. Sehr praktisch ist die Anzeige über die Anzahl der Fotos, die noch auf die Speicherkarte passen und mit welchen Funktionen die Softkeys auf der rechten Seite belegt sind. Die beachtliche Geschwindigkeit des Auslösers sorgt auch dafür, dass der Foto-Moment sicherlich nicht verpasst wird.

Die Einstellungen für den Kameramodus sind wie im Fotomodus sehr zahlreich: Man kann die Bildqualität in drei Stufen sowie die Auflösung des Bildes in Pixel einstellen. Der Weißabgleich lässt neben Automatik auch noch zwischen weiteren Modi wählen. Auch die Bildeffekte haben für ein auf Musik ausgerichtetes Telefon viel zu bieten und erlauben vier verschiedene Modi: Normal, Graustufen, Sepia und Negativ. Der Der Blitz lässt leider nur die grundlegendsten Einstellungen wie ein, aus und automatisch zu – ein Rote-Augen-Effekt hätte den Kameramodus noch abgerundet. Möchte man auf einem Bild selbst dabei sein, dann schafft der Selbstauslöser Abhilfe. Dieser ist auf 3,5 und 10 Sekunden einstellbar.
Im Videomodus sind die Optionen ähnlich. Auch hier lässt sich der Speicherort, Bildgröße, Bildeffekte, Weißabgleich und die Helligkeit bestimmen. Das Mikrofon kann man beim Videodreh separat ein oder ausschalten. Eine interessante Funktion bietet die Einstellung der Länge des Videoclips, bei der zwischen 15 Sekunden (Standard) und endlos (Maximum) geschaltet werden kann. Wie im Kameramodus wird auch hier der noch zu Verfügung stehende Speicherplatz auf der Karte in Zeit eingeblendet. Der digitale Zoom funktioniert bei Kamera- und Videomodus bis zu einer bestimmten Annäherung recht gut. Fokussiert man zu weit, wird das Bild sehr pixelig und Farbverzerrungen treten auf. Bleibt die Kamera eine Zeit lang ohne Benutzung, geht sie automatisch in den Standby-Betrieb, um weniger Strom zu verbrauchen.

Beim Verwalten der Bilder und Videos (aber auch aller anderen Dateien) können Ordner erstellt, umbenannt und gelöscht werden. Die Ansichten in den Ordnern können auch an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden: Man kann zwischen Liste, Liste mit Details und Gitter (Vorschaubild) wählen. Die Funktion „Suchen" ist irreführend, da man sich die Dateien per Eingabe einer Buchstabenfolge nur anzeigen lassen kann. Anders als man es vom PC her kennt, wo man tatsächlich nach Dateien suchen kann. Das Herunterladen und Aufspielen der Dateien erweist sich als problemlos. Es ergeben sich drei Möglichkeiten: PC-Suite, Druck und Medien sowie Datenspeicher. Verwendet man den letzteren Modus, geht der Transfer von Daten von und zum Handy problemlos ohne zusätzliche Softwareinstallation von statten, da das Telefon als ein Wechsellaufwerk erkannt wird. Sind die Fotos auf dem PC, stellt man fest, dass sie eine gute Qualität haben. Leider entpuppt sich der Zoom nur als ein Ausschnitt des original Bildes und je nach Fokus erhält man unter Umständen nur ein sehr kleines Bild. Bei den Videos verhält es sich gleich was die Qualität der Bilder angeht. An dieser Stelle muss allerdings auf die Ausrichtung des Handys hingewiesen werden und in Anbetracht dessen sind die Ergebnisse dennoch lobenswert. Wer auf höhere Bildqualität beim Handy zurückgreifen möchte ist mit einem Cybershot-Handy von Sony-Ericsson besser bedient.

 

Nokia 5610 Xpress Music

 

Nokia 5610 Xpress Music
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Nokia 5610 Xpress Music
Nokia 5610 Xpress Music

Die Menüführung ist wie auf allen Nokia-Handys sehr gut strukturiert und ermöglicht durch aussagekräftige mit Schlagworten versehene Symbole einen intuitiven Zugriff auf sämtliche Menüpunkte. Sollte man sich über die Funktion eines Punktes dennoch nicht sicher sein, erscheint nach kurzer Zeit ein Hilfetext, der die angewählte Option erläutert. Neu ist der so genannte Music-Slider, der ein schnelles Umschalten zwischen dem Standardbildschirm und weiteren Musikanwendungen ermöglicht.

 

Auf dem Hauptbildschirm lassen sich vier wählbare Anwendungen (Voreinstellungen: Musik-Player, Radio, Kalender und Internetsuche) direkt ansteuern. Im oberen Bildschirmrand steht dem Nutzer eine Symbol-Leiste mit weiteren Anwendungen zur Verfügung, die ebenfalls nach individuellen Bedürfnissen eingestellt werden kann. Beim Direktzugriff über den Steuerknopf kann man ebenfalls sämtliche Bewegungsmöglichkeiten des Knopfes mit unterschiedlichen Funktionen belegen. Im Werkszustand sind die Softkey-Funktionen beim Nokia XpressMusic-Handy nicht sehr sinnvoll gewählt (dies kann beim gebrandetem Handy variieren), daher ist es praktisch, dass man sie persönlichen Wünschen anpassen kann.

Durch den Direktzugriff auf die SMS-Schreib-Funktion, kann man sofort mit dem Tippen loslegen. Ohne Shortcut gelangt man durch das Menü zum Verfassen der neuen SMS: Klickt man das Mitteilungssymbol, gelangt man zur Kommunkationsseite des Nokia 5610, dort kann man eine neue Mitteilung erstellen. Vorher wird man allerdings gefragt, welche Art der Mitteilung erstellt werden soll: SMS, E-Mail, Flash- oder Audiomitteilungen.

 

Im Schreibmodus funktioniert das T9-System einwandfrei und ist lernfähig das es erlaubt unbekannte Begriffe einzufügen. Beim Schreiben kann man auch zwischen elf Eingabesprachen wählen und ein Zeichenzähler zeigt die maximal noch zur Verfügung stehende Anzahl von Zeichen sowie die Anzahl der für die verwendete Zeichenmenge benötigten SMS. Nach der Eingabe des Textes kann man noch entscheiden, ob man an die Nachricht eine Datei anhängt. Ist das so, dann wird die SMS automatisch in eine MMS beziehungsweise eine E-Mail umgewandelt, wenn man eine E-Mail-Adresse als Empfänger angibt – hierzu muss aber der E-Mail-Installationsassistent eingerichtet werden.

 

Verschiedene Datei-Typen können angehängt werden: Musik-, Video- und Bilddateien, Textvorlagen und -Felder, Visitenkarten und auch Kalendereinträge vom Handy oder der Speicherkarte können als Anhang fungieren. Den oder die Empfänger kann man aus den zuletzt verwendeten Kontakten oder Kontaktgruppen, Anruflisten, Telefonbuch oder Favoriten auswählen. Man kann eigene Nachrichten im Entwürfe-Ordner für spätere Bearbeitung speichern und im Ordner für gespeicherte Mitteilungen archivieren oder als Vorlage verwenden.

Die Sprachsteuerung des Handys lässt sich nur mühevoll aktivieren und funktioniert ohne Zusätzliches Headset nicht. Um die Rufnummernunterdrückung ein- oder auszuschalten muss man ins Menü der Anrufeinstellungen – als Direktzugriff lässt sich diese Funktion nicht verwenden. Der Zugriff auf Anruflisten erfolgt über die grüne Gesprächsannahme-Taste. Die Anrufe werden chronologisch angezeigt und durch Symbolen unterschieden: der blaue Pfeil zeigt ausgehende Gespräche an, der grüne Pfeil steht für entgegengenommene Gespräche und der rote halbkreisförmige Pfeil markiert unbeantwortete Anrufe. Neben dem Namen oder der Nummer des Anrufers ist das Datum und die Uhrzeit sichtbar.

Die Möglichkeiten für die Verwendung von Klingeltönen sind sehr vielseitig. So kann von einer Midi-Datei bis zu einer Mp3 alles verwendet werden. Wem das nicht reicht, der kann sogar ein Video als Klingelsignal festlegen oder selbst einen selbst aufgenommenen Ton dafür verwenden. Mit dem Klingelton kann auch gleichzeitig der Vibrationsalarm genutzt werden, der in jeder Hosentasche gut Spürbar ist. Vergisst man das Handy auf dem Tisch, wirkt er nicht übertrieben laut, wie man es von Vorgänger Modellen kennt.

Für das Abspielen von Multimedia-Dateien hat das Xpress-Music-Handy einen Musik-Player, der sich aber als ein wahrer Allrounder entpuppt. Dieser spielt viele gängige Musik- und Videoformate ab (MP3, MP4, AAC, AAC+ und WMA) und verfügt außerdem noch über ein eingebautes Radio. Das Radio kann aber nur mit eingestöpseltem Headset in Betrieb genommen werden. Der große Vorteil des Handys ist der Music-Slider, der erlaubt schnell zwischen den Musikfunktionen des Handys hin und her zu schalten: So kommt man per Knopfdruck zum Radio oder zum Player. Im Musikmenü kann man sich Dateien nach unterschiedlichen Kriterien (Titel, Interpret, Alben, Genre und Video) anzeigen lassen, womit auch eine schnelle Navigation gewährleistet ist. Schade ist nur, dass der Music-Slider nicht als Navigierknopf für die Musikwiedergabe funktioniert.

 

Wer Musik für gewisse Momente braucht, der kann sie über Wiedergabelisten abspielen und die passenden Equalizer-Einstellungen für den richtigen Klang einstellen. Wem das noch zu wenig ist, der kann seine Audio-Dateien durch Albumcover verwalten und dem Player mit neuen Skins frische Farbe verleihen. Die Musik kann wahlweise auf dem Handy oder der bis zu 4GB-großen Speicherkarte abgelegt werden. Wird man angerufen während die Musik oder das Video läuft, wird die Wiedergabe automatisch angehalten und man kann nach dem Gespräch an der gleichen Stelle wieder fortfahren. Die Musik kann wahlweise über Kopfhörer oder über den eingebauten Lautsprecher gehört werden, der dank eines speziellen Audio-Chips einen richtigen Wohlklang erzeugt. Die Kopfhörer überzeugen nicht mit Qualität. Da man sie mit handelsüblichen Kopfhörern mit 3,5-Klinkanschluss ersetzen kann, ist dies nicht tragisch, aber dennoch ein Minuspunkt.

Die Tastatursperre lässt sich über das Öffnen des oberen Panels aufheben. Beim Schließen des Panels muss die Sperre noch bestätigt werden, bevor sie wirksam wird. Bleibt das Handy eine Weile ohne Verwendung, geht die Sperre automatisch an – die Zeit, nach der sich die Tastensperre einschaltet kann in den Einstellungen individuell angepasst werden.

Nokia 5610 Xpress Music

Durch Direktverbindungen hat man die Möglichkeit via Bluetooth ohne großen Aufwand Daten zu transferieren – auf eine Infrarotverbindungsstelle hat Nokia verzichtet. Beim Versenden sieht man eine Fortschrittsanzeige mit Graphikbalken und prozentueller Angabe über dem Versand. Alles, was man auf dem Handy speichern kann, kann auch versendet werden, dazu gehören Musik-, Video-, und andere Multimediadateien sowie Kontakte. Während des Tests wurde das Telefon auf Anhieb vom Empfangsgerät gefunden und die Datenübertragung verlief ebenfalls problemlos.

Beim Datenkabel hat man die Möglichkeit das Telefon über drei Modi verbinden zu lassen: den PC-Suite-Modus, den Druck und Medien Modus sowie Datenspeicher-Modus. Die Synchronisation von Kontaktdaten, Nachrichten und Kalendereinträgen geht am einfachsten über die PC-Suite von statten – hier lassen sich ganze Kontaktdatenbanken transferieren. Durch das Programm hat man noch weiteren Zugriff auf die Inhalte des Handys, die per Drag and Drop wie im Windos-Explorer gehandhabt werden. Sollte man nur Dateien übertragen wollen, empfiehlt sich der Datenspeichermodus, bei dem das Telefon als Wechseldatenträger vom Computer erkannt wird. Dabei wird keine zusätzliche Software benötigt und man kann auch von fremden Computern Dateien transferieren.

Das Telefon bietet umfangreiche Funktionen, die eine komfortable Handhabung des Gerätes erlauben. So kann man zum Beispiel während eines Telefonats den Lautsprecher einschalten und das Mikrofon über das Optionsmenü stumm schalten. Auch der Mitschnitt des Gesprächs ist möglich, der später im Ordner für aufgenommene Dateien abgerufen werden kann. Wer oft die Umgebung wechselt wird die Profile des Nokia 5610 interessant finden, denn diese lassen sich individuell der Umgebungslautstärke anpassen. Neben vorgegebenen Profilen wie „Draußen", „Lautlos" und „Flug" hat man die Möglichkeit zusätzlich zwei eigene Profile zu erstellen.

Das Telefonbuch ist nokia-typisch unkompliziert. Bei der Erstellung eines Kontaktes werden erst Basisdaten wie Vorname, Name und Telefonnummer eingegeben. Danach kann man den Kontakt um diverse Felder erweitern (Telefon allgemein, Mobil, Privat, Arbeit, Fax und Video). Besonderen Kontakten kann eine von insgesamt neuen Kurzwahlen zugewiesen werden. Man kann auch Bilder sowie eine Anrufgruppe (werden als separater Eintrag im Telefonbuch angezeigt) für bessere Anruferverwaltung und Wiedererkennung hinzufügen. Alle Kontakte werden primär auf dem Telefon gespeichert, sie können aber auch auf die SIM-Karte verschoben werden. Wer aber auf ein bereits erstelltes Telefonbuch zurückgreifen möchte, kann das per Nokia PC-Suite auf das Handy einfach und schnell herunterladen und bei Bedarf wieder zu einem späteren Zeitpunkt synchronisieren.

 

Nokia 5610 Xpress Music
Nokia 5610 Xpress Music
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Die Uhrzeit wird samt Tagangabe und Datum auf dem Hauptbildschirm angezeigt. Als Bildschirmschoner kann auch eine analoge oder eine Digitaluhr eingestellt werden. Neben den üblichen Zeitfunktionen wie Wecker und Weltzeit kann man bei sportlichen Momenten auf die Countdown-Funktion zurückgreifen. Für Planfreudige hat das Nokia 5610 einen Kalender mit vielen Funktionen. Auch hier lassen sich Kalendereinträge und Notizen von diversen Programmen einspielen. Die Kalenderansicht kann man zwischen zwei Möglichkeiten umschalten: eine Wochenansicht mit Zeitangabe und Eintragsmöglichkeiten für Notizen und Termine sowie eine Monatsansicht mit Eintragsanzeige für das angewählte Datum. Geburtstagseinträge werden automatisch wiederholt angezeigt, bei anderen Terminen wird im Eingabemenü nach der Wiederholung gefragt – daneben lassen sich je nach Erinnerungsart verschiedene Tonsignale, Erinnerungszeit und Ort, Terminanfang und -ende, Telefonnummer oder Betreff angeben.

Sollte unterwegs Langeweile aufkommen, bietet das XpressMusic neben seinem Musik- und Film-Player auch verschiedene Spiele. Von Actiongeladenen Rallys, über Melodieraten mit Music-Guess und eine Städtebauer-Simulation City Bloxx bis hin zum alten Nokia-Knaller Snake 3 ist alles dabei. Wem das zu wenig ist, hat die Möglichkeit über den Internet-Download weitere Spiele zu installieren. Man kann aber auch über PC-Suite Spiele und weitere Java-Programme installieren, die über das Internet bezogen wurden.

Nokia 5610 Xpress Music

Das Nokia 5610 XpressMusic ist ein ideales Gerät für Musikliebhaber, die auch unterwegs nicht auf guten Sound verzichten wollen. Im Lieferumfang sind die wichtigsten Utensilien enthalten und man kann nach der Einrichtung des Handys direkt mit dem Musikgenuss loslegen. Das einzige, was es auszutauschen gilt sind die Kopfhörer, die im Gegensatz zum eingebauten Lautsprecher leider nur eine mittlere Tonqualität liefern.

Das Design überzeugt sowohl mit Stil als auch mit gut verarbeitetem und in der Hand wohl liegendem Mobiltelefon. Die Tasten und das obere Panel sitzen fest und machen den Eindruck, dass sie sich auch bei häufiger Benutzung nicht lockern werden. Die numerischen Knöpfe sind durch eine Kerbe gekennzeichnet, die ein schnelles und präzises Tippen ermöglicht – eben alles, was die Handhabung erleichtert.

Es erstaunt, dass die Sprachqualität zu wünschen übrig lässt zumal es sich um ein „Musik-Handy" handelt. Die Stimme des Gesprächspartners – und vice versa – weist im Normal-, Headset- und im Lautsprecherbetrieb Verzerrungen auf und ist daher im Alltag bei lauter Umgebung nicht überzeugend. Mit den Standby-Zeiten verhält es sich ähnlich: Der Hersteller listet zwar Viel versprechendes auf, aber die genaue Aufteilung in Betrieb bei Musikwiedergabe, Gespräch und Standby lässt vermuten, dass die tatsächlichen Werte weit darunter liegen müssen – was sich im Praxistest auch bewahrheitet hat.

Das Display ist hoch auflösend und weist eine scharfe und farbenreiche Darstellung auf. Der einzige Nachteil ist, dass die glänzende Beschichtung des Displays die Benutzung bei sehr heller Lichteinstrahlung erschwert. Bei normalen Lichtverhältnissen funktioniert es aber optimal. Sehr praktisch ist auch die Kamera des Nokia 5610, die mit ihrer Ausstattung, vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten und letztendlich qualitativ guten Fotos überzeugt. Als Gelegenheitsfotoapparat funktioniert der Fotoapparat erstaunlich gut. Auch die mitgelieferte Speicherkarte von 1Gb (aufrüstbar bis 4Gb) lässt viel Platz für eigene Musik, Filme und Fotos und durch die einfache Verwaltung der Medien ist man vor dem Daten-Chaos bewahrt – zumindest von der technischen Seite her.

Die Menüführung ist wie man sie von Nokia-Telefonen kennt gut strukturiert und daher auch für Umsteiger einfach zu bedienen. Die Shortcuts auf dem Hauptbildschirm lassen sich individuell anpassen und ermöglichen eine komfortable Handhabung der oft verwendeten Funktionen. Durch den Music-Slider kann man schnell zwischen dem Standardbildschirm sowie Radio und Medien-Player schalten, weswegen sich das Handy als hervorragender Mp3-Ersatz erweist – einziger Nachteil ist die Akkulaufzeit.

Die Klingeltöne lassen keine Wünsche offen, denn es können sämtliche unterstützen Formate (MP3, MP4, AAC, AAC+ und WMA) und sogar Film-Dateien als solche verwendet werden. Der Dateitransfer funktioniert reibungslos. Zum einen im Daten-Modus, bei dem das Gerät als Wechseldatenträger vom PC erkannt wird. Zum anderen mit der PC-Suite, mit der man auch Zugriff auf andere Funktionen hat, wie zum Beispiel Sicherung der Handy-Daten, Aktualisierung der Telefonsoftware sowie Verwaltung der Nachrichten. Sehr vorteilhaft ist auch die Synchronisation mit MS-Outlook und weiteren Programmen, aus denen man komplette Datensätze auf das Handy laden kann: Der Zugriff auf die Kontakte vom PC aus ist unkompliziert und ermöglicht eine schnelle Bearbeitung der Inhalte. Der einzige gravierend negative Aspekt ist die Sprachsteuerung des Telefons. Sie funktioniert nicht sehr gut und bereits die Inbetriebnahme stellte sich als schwierig heraus.

Der Organizer enthält viele Funktionen, mit denen man im Kalender Termine, Geburtstage und sogar Notizen machen kann – textlich oder auditiv als Mitschnitt eines Gesprächs. Der Wecker sowie weitere Funktionen zeigen das Nokia 5610 als ein durchweg praktisches Handy, das mehr als nur ein Mp3-Handy ist. Bei Langeweile gibt es auch diverse Möglichkeiten sich mit dem Gerät zu beschäftigen: unterschiedliche Spiele, Musik- und Film-Player sowie Java-Programme, die man selbst installieren kann.

Das Nokia 5610 ist somit mehr als nur ein im Handy eingebauter Mp3-Player. Die einfache Handhabung und Vielfalt an Programmen machen das Handy zu einem Allrounder für sportliche und modebewusste Menschen, die auf bestimmte Business-Funktion nicht verzichten wollen.

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