Test des Nokia 5320 XpressMusic

Einführung

Test-Datum: 24.11.2008
Software Version: 03.26
Testversion mit Branding: nein
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Nokia 5320 Xpress Music
 

Nokias Flagschiff der Musik-Handys, das 5610 XpressMusic, bekommt einen kleineren Bruder. Das 5320 XpressMusic könnte vor allem eine junge und modern stylische Zielgruppe erreichen. Zumal das Telefon neben zahlreichen Musikfunktionen auch mit Spiele aus der Serie N-Gage aufwarten kann. Fest steht, dass die Walkman-Handys von Sony-Ericsson und die Rockr-Serie von Motorola durch das 5320 eine weitere Konkurrenz bekommen. Ob das Gerät sich als ein eigenständiges Produkt erweist oder sich nur als eine abgespeckte Version seines Big Brother entpuppt, wird sich im Test zeigen. Lesen Sie daher weiter und erfahren Sie mehr im folgenden, redaktionellen Test zum 5320 Xpress Music von inside-handy.de.

Verpackung & Lieferumfang

Nokia 5320 Xpress MusicWas die Verpackung angeht, spricht das 5320 eine deutliche Sprache, die man fast schon dem Namen einer Serie entgegenhalten könnte: jung, musikbegeistert und stylisch sucht! Man bekommt durch den schwarz-roten Karton also einen ersten Eindruck zum hippen Music-man von Nokia, der in dieser Hinsicht keinen Vergleich mit seinem größeren Bruder scheuen muss. Der Lieferumfang enthält ein solides Audiozubehör: den Stereo-Kopfhörer mit leider sehr dünnem Schaumstoffpolster und ein Mikrofonkabel der Hausmarke mit dem man den Kopfhörer zu einem Headset erweitern kann.

Erfreulich ist, dass der Kopfhörer einen handelsüblichen Miniklinke-Stecker hat, weshalb man auf Firmeneigenes und meist teures Zubehör nicht angewiesen ist - eine Voraussetzung für viel genutztes Zubehör. Für schnelle Übertragung der Top-Ten vom Computer ist ein Datenkabel mit Software-CD beigefügt und es sind sogar zwei Anleitungen vorhanden: eine für das Telefon und eine für die Software-CD. Mit der ein Gigabyte großen MicroSD-Karte kann der junge Soulman sein neues Musik-Handys direkt in Betrieb nehmen. Macht der Akku nach intensiver Nutzung schlapp, macht das nichts, denn das Ladekabel schafft hier ebenfalls Abhilfe.

Nokia 5320 Xpress Music

Verarbeitung & Handhabung

Nokia 5320 Xpress Music
 
Bei der Verarbeitung des Telefons tritt die stylisch-elegante Linie der Verpackung wieder zu Tage. Die Kombination von Rot und Schwarz wirkt am Gehäuse trennend und trendy zugleich, da die rote Farbe die geriffelten Seiten des Telefons schmückt, während der vordere sowie hintere Teil in glänzendem schwarz erstrahlen - leider ideal für Fingerabdrücke. Nokia 5320 Xpress MusicDie Oberseite des souligen Finnen verfügt über ein großes Display, Tastatur mit Fünf-Wege-Steuerknopf, einer sekundären Kamera sowie der so genannten "eigenen Taste" - einem persönlichen Schnellzugriff. Um den Steuerknopf bietet sich eine bei Nokia allzu bekannte Knopfanordnung von Zwei Softkeys oben, Rufannahme- sowie Auflegentaste und natürlich des Schnellzugriffs auf das Menü und des Löschbuttons. Neben einer interessant ausgefallenen Verarbeitung der alphanumerischen Tasten ist auf der Vorderseite - im Gegenteil zum Big Brother 5610 - nichts von Musikexpertise zu sehen. Dies ändert sich an den Seiten: Links befinden sich drei grundlegende Musiksteuerknöpfe (Vorwärts, Play/Pause sowie Rückwärts) an die noch der Slot für die MicroSD-Karte anschließt. Rechts wird der musikalische Touch durch die Lautstärkeregler abgerundet. Zusätzlich befindet sich dort der Kamera-Auslöser.

Nokia 5320 Xpress MusicOben wurde der Einschaltknopf verbaut während unten sämtliche Buchsen (USB, Miniklinke und Ladekabel) integriert wurden. Die Rückseite enthält neben dem Nokia-Schriftzug auch eine zwei-Megapixel-Kamera mit Blitzlicht. Die Rückseite ist nicht sehr gut umgesetzt. Denn sie ist teilweise geriffelt - ähnlich wie die Seiten - und vermittelt daher einen teils angenehmen haptischen Eindruck ebenso wie die Vorderseite des Telefons. Leider nimmt die Optik durch das glänzende Plastik der restlichen hinteren Oberfläche ein wenig von dem spritzigen Charme des Musik-Phones weg - zumal bald wieder Fingerabdrücke auftauchen. Die Tasten weisen größtenteils einen angenehmen Druckpunkt auf und garantieren eine kompromisslose Bedienung des Handys. Lediglich bei der Steuertaste ist dieser nicht gut, da beim Drücken des mittleren Bestätigungknopfes die Markierung im Display oft noch oben verrutscht anstatt tatsächlich zu bestätigen.

Nokia 5320 Xpress MusicDer Auseinanderbau des Telefons ist ebenfalls problemlos. Nur bei der Entfernung der Abdeckung der Buchse des USB-Kabels sind handwerkliche Kenntnisse von Vorteil. Auch bei den Spaltmaßen an den Seiten könnte Nokia noch etwas verbessern. Diese gewähren stellenweise Einblick ins "Innere" des 5320, dennoch sitzen alle Teile und Zubehör am Telefon fest - womit die wenigen Macken durchaus verzeihbar sind.

Sprachqualität & Empfang

Nokia 5320 Xpress MusicDie Sprachqualität ist für ein Musikhandy leider nur suboptimal: Die Stimme des Gesprächspartners klingt zwar recht voluminös, dafür aber sehr verzerrt (E-Plus zu T-Mobile) - bei schwankendem Empfang sinkt die Sprachqualität bis das Gerät wieder ein stärkeres Signal empfangen kann. Der Gesprächspartner vernimmt einen selbst ähnlich, Das Grundrauschen des Telefons fällt dafür recht gering aus und Störgeräusche von Außen, wie zum Beispiel Straßenlärm oder Gespräche anderer souliger Zeitgenossen, sind kein Problem. Wird der Soundcheck doch mal etwas lauter, kann man die Lautstärke während des Telefonats über die Seitentasten einstellen. Die Akku-Standby-Zeiten sind oft die Stolperfalle der neuen Telefongenerationen. Beim 5320 ist es nicht anders. Zwar erweist sich der Akku im Alltagstest als recht ausdauernd - dies aber nur bei geringem Gesprächsaufkommen - sobald Musikhören oder Gaming beziehungsweise viele Telefonate dazukommen, sinkt die Akkulaufzeit rapide. Nokia Spricht von 300 Stunden Standby-Zeit, was definitiv zu hoch gegriffen ist, die Hälfte - also etwas um die sechs Tage - ist da schon realitätsnaher. Leider ist dies auch der Schwachpunkt des Handys, da es als ein MP3-Player-Ersatz vermarktet wird. Die Integration eines stärkeren Akkus hätte das Problem beheben können.

Display & Kamera

Nokia 5320 Xpress MusicDas Display kann sich sehen lassen: 4,2 Mal 3,2 cm in Hochglanz mit sehr feiner Darstellung, scharfen Bildern und flüssigen Animationen. Alle auftauchenden Symbole werden weich gezeichnet und zeigen eine hohe Auflösung sowie Farbechtheit auf. Ein Problem der glänzenden Lackierung der Anzeige ist normalerweise, dass man sie bei starker Lichteinstrahlung nur dürftig lesen kann. Beim hippen 5320 ergibt sich dieses Phänomen jedoch nicht. Bei wenig Licht erstrahlt sie dafür umso mehr und zudem werden alle Buttons auf der Vorderseite zusätzlich beleuchtet.

Wer ganz individuelle Einstellungen braucht, der kann sich in den Optionen für das Display ganz austoben: Neben Helligkeit, Schriftgröße (Groß, Normal und Klein) kann die Beleuchtungsdauer sowie die Zeit zum Bildschirmschoner auf maximal 60 Sekunden gesetzt werden. Stylische Nutzer können die Begrüßung auch anpassen. Dazu gehören die Standardbegrüßung, ein Text oder ein persönliches Bild. Neben ganzen grafischen Themen können natürlich auch Details wie Hintergrund, allgemeines Anrufbild, Menüansicht sowie weitere Punkte, wie Anzeige bei Energiesparmodus oder Standby, eingestellt werden. Wer sein Handyvokabular in einer Fremdsprache auffrischen möchte, kann dies in sechs europäischen Sprachen tun und diese als Anzeigeidiom einstellen - dementsprechend kann man auch das Format von Datum und Uhrzeit sowie deren Ausgabe (analog und digital). Möchte man seinen Lieblings-Soul-Sänger auf Foto bannen geht das mit dem 5320 problemlos. Die zwei-Megapixel-Kamera verfügt über integrierten Blitz und wird über das Drücken des Auslösers eingeschaltet. Dabei dient der Bildschirm als Sucher, der bei guten Lichtverhältnissen auch eine gute Vorschau gewährt - bei weniger Licht wird es pixelig.

Auf dem Schirm werden nur relevante Informationen zu aktuellen Einstellungen angezeigt: Neben dem verwendetem Modus, der verbleibenden Anzahl der Fotos wird auch die Belegung der Softkeys sowie die Intensität des Zooms angezeigt. Außer den Blitzoptionen, werden nur eingeschaltete Effekte auf dem Display eingeblendet, weshalb eine gute Sicht auf das Motiv verfügbar ist. Um weitere Einstellungen einzusehen kann eine Symbolleiste mit folgenden Funktionen dazugeschaltet werden: Wechsel zwischen, Foto- und Videomodus ist möglich. Postkartenfotos lassen sich mit der Panoramafunktion aufnehmen während der Nachtmodus für bessere Aufnahmen bei Dunkelheit sorgt. Wenn es spannend wird, können auch mehrere Bilder in Folge aufgenommen werden, während man für gekonnte Selbstportraits beim Breakdancen auch auf die vordere Sekundärkamera ausweichen kann - dann aber natürlich mit geringerer Auflösung.

Nokia 5320 XpressMusicAlle Optionen können neben der Leiste auch über die Einstellungen angesteuert und aktiviert werden. Im Fotomodus kann noch die Auflösung auf maximal 1600 Mal 1200 Pixel gesetzt und die Qualität zwischen drei Stufen geschaltet werden. Auch die Wahl des Standardnamens sowie -speichers für Aufnahmen ist sehr praktisch. Leider erweist sich die Aufnahmegeschwindigkeit als mittelmäßig. Im Kameramodus bietet sich das gleiche bild und Funktionsumfang, nur an die Kameraoptionen angepasst.

OS & Bedienung

Nokia 5320 Xpress Music
Nokia 5320 Xpress Music
Nokia 5320 Xpress Music
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Nokia 5320 Xpress Music
Nokia 5320 Xpress Music
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Nokia 5320 Xpress Music
Nokia 5320 Xpress Music
Nokia 5320 Xpress Music
Nokia 5320 Xpress Music

Nokia hat den Ruf, eines der besten Handymenüs zu führen, nicht umsonst. Die Struktur entspricht der gewohnten Hausmarke und erlaubt Nokia-Fremden-Nutzern eine schnelle Einarbeitung in das intuitive System. Im Zweifelsfall kann man stets auf den Hilfetext der jeweiligen Funktionen über die Optionen zugreifen.

Allerdings sind die Symbole sehr aussagekräftig und werden zudem noch mit Unterschriften zusätzlich gekennzeichnet, weshalb der Zugriff auf den Hilfetext nur in den seltensten Fällen erforderlich ist. Im Standardbildschirm sieht man links oben neben der Netz-Anzeige, die Uhrzeit und das Datum samt Anbieter. Rechts befindet sich die Status-Anzeige der Batterie.

Im unteren Bereich über den drei Softkeys (Menü, Galerie und Kontakte) befinden sich fünf Schnellzugriffe, die allesamt an individuelle Wünsche angepasst werden können, sodass die Wegläufe zu den häufig gebrauchten Funktionen nicht zu lang ausfallen sollten. Um in die Weglängen einen genaueren Einblick zu erhalten, soll an der Stelle der Zugang zum Schreiben einer SMS beschrieben werden:

Der Kürzeste Weg ist auch der einfachste: Es ist möglich einen Shortcut auf die Eigene Taste zu legen, dabei kann man wählen, ob man standardmäßig zum SMS-, MMS-Schirm oder zur Hauptansicht der Mitteilungen, wo man jedes Mal den Nachrichtentyp selbst wählen kann.

Über das Hauptmenü dauert es ein wenig länger, dort muss man den Punkt Nachrichten und dann Neue Mitteilung drücken. Dann wird man gefragt, welcher Nachrichtentyp erstellt werden soll. Beim Schreiben erscheint ein Schirm, in dem das Feld „An:" sowie Schreibzeilen sichtbar sind. Die Eingabe erfolgt dann entweder in einer der sechs T9-Sprachen, Multitap oder reine Zahlen. Währenddessen informiert der Zeichenzähler beim Tippen als Countdown darüber, wie viele Zeichen zum füllen der SMS noch fehlen - die Anzahl der für den Text benötigten SMS erscheint daneben in Klammern.

Fügt man beim Schreiben ein Bild, eine Präsentation, ein weiteres Textfeld und einen Sound- oder Videoclip ein, wird die Mitteilung automatisch in eine MMS umgewandelt. Zur Sicherheit wird man über den aktuellen Nachrichtentyp am oberen Bildschirmrand durch ein Nachrichtensymbol informiert. In der MMS bleibt alles gleich bis auf den Zeichenzähler, der nun anstatt der Zeichen die aktuelle Nachrichtengröße anzeigt.

Um E-Mails schreiben zu können, muss man erst eine E-Mailbox einrichten. Der Assistent fragt nach allen benötigten Informationen. Ist der Anbieter dem 5320 bekannt, braucht man die Serveradressen sowie diverse weitere Details nicht eingeben. Ist dieser Schritt getan, gelangt man beim schreiben wieder in ein bekanntes Feld, diesmal aber mit einigen Modifikationen: Es tauchen nun zwei Adressfelder (An und CC) sowie eine Betreffzeile auf und das entsprechende Symbol, das über den Mitteilungstypen informiert. Möchte man das Schreiben zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen, können die Nachrichten im Entwürfe-Ordner gespeichert oder gar als Vorlage verwendet werden.

Da Musikbegeisterte oft Individualisten sind bietet Nokia beim 5320 viele Möglichkeiten zur persönlichen Einstellung: Der Klingelton kann auf mehrere Arten einen Anruf signalisieren (Rufton, ansteigend, Rufton x1, Einzelton und aus), zudem lässt sich seine Lautstärke einstellen.

Neben den vorinstallierten Tunes können Sounds aus den Ton-Downloads und auf das Handy eingespielten Musik-Dateien verwendet werden. Bei den möglichen Ton-Fromaten sparte Nokia nicht: Neben diversen AAC-, AMR- und MIDI-Formaten unterstützt es auch MP3 und so genannte 3D-Klingeltöne. Wer seinen ganz privaten Klingel-Soul-Tune möchte, kann mit der Recorder-Funktion ein fetziges Funk-Riff mit der Gitarre oder Hammond-Orgel einspielen.

Zusätzlich zum Anruf können Benachrichtigungssignale für die unterschiedlichen Nachrichtenformate, wie SMS, E-Mail oder Chat, eingestellt werden. Der kräftige Vibrationsalarm ist natürlich auch zuschaltbar. Die Verwendung von Videoklingeltönen oder des Radios als Anrufsignalisierung ist nicht möglich.

Zugriff auf die Anruflisten erhält man über die Gesprächsannahme-Taste. Die Anrufe werden chronologisch angezeigt und durch drei Symbole unterschieden: der blaue Pfeil zeigt ausgehende Gespräche an, der grüne Pfeil steht für entgegengenommene Gespräche und der rote halbkreisförmige Pfeil markiert unbeantwortete Anrufe.

Neben dem Namen oder der Nummer des Anrufers ist das Datum und die Uhrzeit sichtbar. Möchte man inkognito zurückrufen, lässt sich dies allerdings nicht ganz ohne weiteres bewerkstelligen. Auf der Liste der möglichen Schnellzugriffe ist die Funktion nicht, somit bleibt nur noch der Weg durch das Menü bis zum gewünschten Punkt: Dazu muss man in die Anrufeinstellungen der Telefonoptionen des Hauptmenüpunktes "Einstellungen".

Die Tastatursperre geht nach einer bestimmten Dauer der Inaktivität von alleine an, sie kann aber auch via Einschaltknopf auf der Oberseite des Handys betätigt werden. Dort befindet sich neben der Profilsteuerung auch die Funktion zur Tastensperre. Die Entsperrung vollzieht sich über eine Tastenkombination.

 

 

  

 

Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Nokia 5320 Xpress MusicDas XpressMusic ist in seinen Verbindungsmöglichkeiten sehr praktisch, da es über zahlreiche Optionen verfügt und die Treiber auf dem Gerät hinterlegt sind, weshalb die CD, lediglich zur Installation von PC-Suite benötigt wird. Via USB-Kabel stehen mehrere Verbindungsmodi zur Auswahl: PC-Suite, Massenspeicher, Bildübertragung oder Medientransfer. Im Modus der PC-Suite kann das Telefon via Software angesteuert und verwendet werden. Mit der mitgelieferten Software kann man Nachrichten versenden, Telefonate starten und eine Synchronisation mit Outlook durchführen - der Datenabgleich verlief im Test reibungslos. Im Massenspeichermodus wird das Nokia 5320 als ein externer Datenträger vom Computer erkannt und ermöglicht dadurch schnellen Transfer von Dateien via USB 2.0. Beim Modus der Bildübertragung wird der soulige Finne als Fotokamera vom PC erkannt und daher wird auch automatisch ein Dialog zur Fotospeicherung gestartet. Wer seine heimische Musikbox auf Reisen mitnehmen möchte, kann dies mit dem Modus des Medientransfers tun. In diesem Modus kann ein Datenabgleich mit der Bibliothek des Windows Media Players gemacht werden - es wird eine Playlist erstellt, in die Lieder per Drag'n'Drop hineingelegt und später per Mausdruck einfach auf das Telefon eingespielt werden. Auch der Bluetooth-Versand ist unkompliziert. Neben unterstützten Dateien können keine anderen versendet werden - diese werden vom Handy schlichtweg nicht angezeigt.

Multimedia & Organizer

Die Komfortfunktionen des 5320 XpressMusic haben ein erweitertes Feld was die Musikfunktionen angeht. Wie schaut es in den anderen Bereichen aus? Kann das flippige Musikphone die Standards anderer Sparten einhalten? Was die Sprachwahl angeht, erweist sich das 5320 als sehr zuverlässig und ermöglicht eine einfache Anwahl von Nummern, nach dem der Softkey Kontakte aus dem Standardbildschirm heraus länger gedrückt wurde. Auch die auditive Ansteuerung von Funktionen des Telefons ist ebenfalls kein Problem. Erstaunlich ist das Ergebnis vor allem, da kein Sprachassistent ausgeführt wird sondern das Handy sämtliche Kontakteinträge oder Featurenamen erkennt - schwierig wird es jedoch bei fremdländischen Namen. Auch die integrierte Freisprechfunktion liefert überzeugenden Klang und lässt sich per Softkey nach Gesprächannahme aktivieren oder auch wieder deaktivieren.

Die Profile sind entweder über die Sprachsteuerung oder über den Ausschalte-Button zugänglich. Beim letzteren muss der Knopf kurz gedrückt werden und man erhält Zugriff auf sechs vorgegebene Profile, die allesamt modifiziert und sogar zeitbegrenzt eingesetzt werden können - hierbei kann man eine Zeitperiode einstellen, in der das Telefon dann automatisch in einen bestimmten Modus wechselt. Natürlich können zu den vorhandenen auch weitere Profile erstellt werden. Das Telefonbuch - wie immer Nokia-Typisch und unkompliziert - verfügt über zwei grundlegende Ansichten: Kontakte alphabetisch oder Gruppen alphabetisch anzeigen. Die Wahl des Hauptspeicherorts ist natürlich variabel. Man kann auch via Eingabe von Buchstaben sich Namen die mit den eingegebenen Zeichen anfangen filtern lassen und die Anzeige auf diese beschränken. Kreiert man einen neuen Eintrag, werden persönliche Felder für Name und Vorname, die Firma und die dortige Position des Kontakts sowie der Synchronisationstyp (privat, öffentlich und keine) eingeblendet. Bei den Kontaktdaten lassen sich Telefon- und Handynummer sowie eine separate Nummer für Videoanrufe oder eine E-Mail eintragen. Wer mehr Platz für Individualität braucht kann die Felder des Musikphone umbenennen und aus einer langen Liste weitere Eintragsfelder einfügen. Bei der Einsicht des Kontakts werden aber nur diejenigen angezeigt, die über Einträge verfügen. Möchte man seinen Kontakt personalisieren, kann man mit diesem Bilder und Anruftexte verknüpfen sowie den Kontakt zu vorhandenen Anrufgruppen hinzufügen. Via PC-Suite lässt sich das ganze Telefonbuch von Outlook auf das Handy einspielen, was Schreibfaule oder Pragmatiker freuen wird.

Der Organizer vom finnischen Soulman enthält diverse kleine Funktionen, wie Uhr inklusive Weckfunktion, einen Rechner und Umrechner für verschiedene Einheiten sowie den Dateimanager, mit dem man im Dateisystem des Handys browsen kann. Zudem gibt es zwei Notizfunktionen: Mit der ersten kann man kurze Texte festhalten und in der anderen lassen sich auch Bilder und Soundclips einfügen - wobei das letztere definitiv gereicht hätte. Angehende Musikmanager können auch Office- und PDF-Dokumente auf dem 5320 lesen und teilweise auch bearbeiten. Allerdings ist die Bildschirmgröße hier eher hinderlich und eignet sich eher zur schnellen Kenntnisnahme. Wer mal vor lauter Musik sprachlos wird, kann auf das Wörterbuch zurückgreifen um sein Repertoire aufzufrischen - vorinstalliert ist Englisch zu Englisch, es lassen sich aber weitere Sprachen herunterladen. Der Kalender bietet geschäftigen Musikern drei Ansichten. Man kann zwischen Monats-, Wochen und Aufgabenansicht wählen: Bei der Monatsansicht werden Wochentage und die Nummern der Kalenderwochen sowie den Monat und das Datum des aktuell angewählten Tages angezeigt. Die Tage des markierten Monats erscheinen in Kästchen und werden von Daten des Vor- und Nachfolgemonats durch weiße Hervorhebung abgesondert.

Termine werden hier durch ein kleines Dreieck im Kästchen kenntlich gemacht. Die Wochenansicht bietet quasi einen erweiterten Stundenplan, der sich von Null bis 24 Uhr erstreckt und viel Platz für Termine bietet. Hier werden für die einzelnen Termine Symbole in die Kästchen eingefügt, sodass man auf Anhieb sagen kann, um welche Terminart es sich handelt - bei längeren Treffen, werden mehrere Kästchen von einem Termin eingenommen. In der letzten und so genannten Aufgabenansicht werden alle an einem Tag stattfindenden Termine chronologisch mit Symbolen, Uhrzeit oder auch eingestellter Erinnerung für das Meeting aufgelistet - praktisch zum Abarbeiten. Die Königsklasse des 5320 ist natürlich die Musik und damit sind auch die damit verbundenen Funktionen sehr zahlreich: Der Player kann das Cover anzeigen, falls vorhanden, sowie die Anzahl der Tracks des gespielten Albums oder der Playlist, die man entweder per USB-Kabel importiert oder auch auf dem Gerät erstellen kann. Unter dem Cover erscheinen Titel des Stücks sowie der Interpret. Darunter sieht man die üblichen Bedienelemente, wie die graphische Leiste mit Anzeige von aktueller und Gesamtzeit des Songs. Die Musiksteuerung läuft über den Navigationsknopf, dessen Belegung man als unterstes Element sieht oder über die seitlichen Musiksteuertasten des 5320 Xpress Music.

Nokia 5320 XpressMusic
Nokia 5320 XpressMusic
Nokia 5320 XpressMusic
Nokia 5320 XpressMusic

Über die Optionen können Wiederholung und Zufallswiedergabe eingestellt sowie der Klangregler bedient werden. Letzterer bietet sechs Klang-Presets mit der Möglichkeit zur Modifikation und Erstellung eigener Voreinstellungen - diese kommen aber erst über Kopfhörer richtig zur Geltung; im Lautsprecherbetrieb sind die Unterschiede nicht hörbar. Die Audio-Einstellungen bieten noch Möglichkeiten zur Einstellung von Balance, Loudness und Stereo-Raumklang - auch hier funktionieren die Einstellungen nur im Kopfhörerbetrieb. In der Musikbibliothek kann die Anzeige nach diversen Filtern erfolgen: Neben Interpret, Album, Wiedergabelisten können Lieder auch nach Komponisten oder Genres eingesehen werden. Wer durch die gesamte Sammlung browsen will, kann das auch mit dem Filter „Alle Titel" tun oder sich sämtliche Podcasts anzeigen lassen. Wer des Klickens überdrüssig ist, kann einfach auch den Namen des Interpreten oder des Lieds sagen und das Telefon arbeiten lassen. Sollte die eigene Musiksammlung zu klein sein, schafft der Nokia-Musicstore Abhilfe. Soll es kostengünstiger sein, greift man einfach zum Radio, das sich mit dem Headset hören lässt. Ganz modern zeigt sich der Soulman dadurch, dass auch Internet-Radios dank der Unterstützung von Streaming-Links hörbar sind.

Wissensdurstige können mit dem 5320 auch Podcasts suchen, verwalten, abonnieren und anhören. Hört man sich gerade seine Lieblingsplatte an und es kommt ein Anruf, ist dies auch kein Problem, der Xpress Music läst die Wiedergabe nach dem Telefonat an der Stelle weiterlaufen, an der sie unterbrochen wurde. Möchte man sich das neueste Video seines Lieblingssuperstars anschauen, kann man das mit dem Realplayer in guter Qualität machen. Die Klangqualität, die das 5320 liefert, ist im Hinblick auf das Preis-Leistung-Verhältnis vertretbar (Kaufpreis ohne Vertrag: 250 Euro). Der Sound erklingt klar und voluminös - sowohl über Lautsprecher als auch über Headset. Die Kompatibilität zeigt sich aber als nur eine Auswahl einiger Standards (MP3-, M4A-, eAAC+ und WMA), Open-Access-Formate wie Ogg-Vorbis fehlen. Ein großes Minus ist der schwache Akku mit seinen 890 mAh. Zwar spricht der Hersteller von 24 Stunden Musikwiedergabe, allerdings sieht die Realität anders aus. Da macht der finnische Soulman schon nach circa acht bis zehn Stunden schlapp - ärgerlich, aber ein neuer oder Zweitakku könnte das Dilemma lösen, möchte man das Handy als MP3-Player-Ersatz nutzen. Wer zwischendurch auf Musik keine Lust hat, der kann auch auf Spiele des Musicmans zurückgreifen. Dank eines N-Gage-Plugins kann der Nutzer auf sämtliche Funktionen des Features, wie Profil erstellen, Freunde in Liste hinzufügen, sowie Spielsuche, zugreifen. Drei flotte N-Gage-Spiele sind als Testversion vorinstalliert und können bis zu einem bestimmten Umfang genutzt werden. Wer sich dafür begeistert, kann die Spiele natürlich als Vollversion erwerben oder mit einem integrierten Tool nach neuen Games suchen. Daneben sind auch noch die üblichen Java-Spiele, wie Marble, Jelly Chase, Groove 2 und Guitar Rock Tour, verfügbar. Langweilig wird's mit dem Soulman also schon mal nicht!

Ein weiteres spannendes Feature des Telefons sind die Nokia Maps. Damit hat der Nutzer Zugriff auf GPS-Funktionen wie Standortbestimmung und Ortsuche. Die gesuchten Orte können als Ort oder Bild gespeichert oder versendet werden. Zur Anzeige der Karten können Sonderpunkte, wie Attraktionen, Bahnhöfe, Bars oder Tankstellen, hinzugeschaltet werden. Natürlich ist auch eine Navigation mit dem 5320 möglich. Dafür lassen sich Einstellungen wie das Maßsystem oder die Sprache der Zielführung vornehmen. Zur Route können auch navigationsübliche Optionen, wie Beförderungsart (mit dem Auto oder zu Fuß) sowie Routenauswahl (schnellste oder kürzeste Strecke) angegeben werden. Es können auch bestimmte Strecken und Orte bei der Zielführung eingefordert oder gemieden werden. Die Verlässlichkeit der Zielführung konnte beim Test allerdings nicht geprüft werden.

Fazit

Nokia 5320 Xpress Music
 

I'm a Souman - würde das Handy sagen, wenn es sprechen könnte. Das 5320 ist ideal für Junge Menschen oder Neueinsteiger, die ihr Telefon auch zu Unterhaltungszwecken oder als Multimedia-Gerät nutzen wollen. Die Funktionen im musikalischen Bereich sind zahlreich, im Vergleich mit dem größeren Bruder, dem 5610, aber beschränkt. Auch die Anzeigemöglichkeiten des Players sind hier dürftiger ausgefallen. Wer das Handy aber zu Business-Zwecken braucht, sollte - trotz des mitgelieferten MS-Office und des PDF-Readers - auf andere Geräte ausweichen, die vor allem mit einem größeren Display aufwarten können. Für den rudimentären Gebrauch mit dem Schwerpunkt Musik ist das 5320 aber sehr zu empfehlen.

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