Test des Nokia 2710 Navigation Edit

20 Minuten

Nokia 2710 Navigation Edit

„Unterwegs immer die Orientierung behalten“, das verspricht Nokia seinen Kunden mit dem Navigations-Handy Nokia 2710 ebenso wie die weltweite sprachgeführte Navigation für die gesamte Lebensdauer des Handys. Dank GPS-Empfänger mit A-GPS-Unterstützung ist der Einsatz im Auto auch ohne zusätzliche GPS-Maus möglich. Wer mit dem 2710 außerdem im Internet surfen will, muss auf W-LAN oder UMTS leider verzichten – dafür gibt es EDGE und GPRS. Man kann eben nicht alles haben – für einen Preis von unter 140 Euro soll das Handy immerhin ein Navigationsgerät ersetzen. Wie das in der Praxis gelingt, verrät der Testbericht auf inside-handy.de.

Das Nokia 2710 Navigation Edition wird in einem großen blauen Karton ausgeliefert, auf dem ein Foto des Handys zu sehen ist. Der Lieferumfang ist der Funktion des Navigationshandys angepasst. So werden, außer einem 1020 mAh Li-Ionen-Akku, ein Ladegerät, eine 2-Gigabyte-MicroSD-Speicherkarte, ein 20 Zentimeter kurzes Micro-USB-Datenkabel, ein Headset, ein Zigarettenanzünder-Ladekabel, ein Nokia Gerätehalter mit Saugfuß und eine Bedienungsanleitung mitgeliefert. Eine Software-CD mit Synchronisationssoftware, zum Datenabgleich mit dem PC, ist nicht im Zubehör zu finden – die hierfür zuständige Nokia Ovi Suite oder die PC Suite kann man sich jedoch von der Hersteller Website herunterladen. Da das 2710 als Navigations-Handy vermutlich viel auf Reisen und damit einigen Umwelteinflüssen ausgesetzt sein wird, wäre eine Schutztasche im Lieferumfang wünschenswert gewesen.

Nokia 2710 Navigation Edit
Nokia 2710 Navigation Edit

Mit leichtem Druck auf den Akkudeckel lässt sich dieser von der Geräterückseite schieben. Der Steckplatz für die Simkarte liegt unter dem Akku und besteht aus einer Nokia-typischen hochklappbaren Metallhalterung. Zum Einlegen der MicroSD-Speicherkarte ist das Entfernen der Akkuabdeckung erfreulicherweise nicht erforderlich, denn der Speicherkartenslot befindet sich, durch eine Plastikabdeckung geschützt, an der Handyaußenseite.

Nokia 2710 Navigation EditMit seinen Außenmaßen von 111,2 x 45,7 x 13,7 Millimetern und einem Gewicht von 87 Gramm inklusive Standardakku liegt das 2710 angenehm schlank und leicht in der Hand. Insgesamt macht das mattschwarze Testmodell einen schlichten und stabilen Eindruck. Einzig die seitliche silberfarben lackierte Plastikumrandung wirkt etwas billig und mag nicht so ganz zu der übrigen, eher edel wirkenden Optik passen. An der Verarbeitung des Navi-Barrens gibt es kaum etwas zu meckern – Speicherkaten- und USB-Datenkabel-Slot sind durch Plastikabdeckungen geschützt und auch die Spaltmaße sind in Ordnung. Selbst bei festerem Zupacken knarzt oder knackt nichts. Einzig der freiliegenden Kameralinse auf der Handyrückseite fehlt eine Abdeckung, so dass diese auf Dauer verkratzen könnte. An der Oberkante des 2710 liegt ein Universalsteckplatz für das Ladekabel und eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse für das Stereo-Headset. Die Stecker von Ladekabel und Headset sitzen fest und ohne Wackler in ihren Steckplätzen. Das USB-Datenkabel steckt zwar fest in seinem Slot, hat dabei aber zu den Seiten hin etwas Spiel, was auf Dauer zu Wackelkontakten führen könnte.

 

Direkt unter dem Display befinden sich zwei Auswahltasten, die mit Schnellzugriffen belegt werden können. Darunter liegen die Tasten für das Anrufmanagement. In deren Mitte sieht man einen großen, quadratischen 4-Wege Navigationskey mit Bestätigungstaste. Auch die vier Richtungstasten des Navigationskeys lassen sich frei mit Schnellzugriffen belegen. Eine Besonderheit stellt eine kleine Taste mit Sternsymbol dar, die direkt neben dem Navigationskey liegt, und mit der ein Direktzugriff auf die Navigationsfunktionen und auf dem Handy gespeicherte Karten möglich ist. Unter den Funktionstasten befindet sich ein klassisch angeordnetes alphanumerisches Tastenfeld. Sowohl Funktionstasten, als auch das alphanumerische Tastenfeld sind in schlichtem Schwarz und sehr flach gehalten, was zwar sehr gut aussieht, eine blinde Bedienung jedoch erschwert, da die einzelnen Tasten taktil schwer voneinander abgrenzbar sind. Einzig der Navigationskey ist durch einen silbernen erhabenen Rand gut erfühlbar. Durch ihre breite Gestaltung sind die Tasten auch mit dickeren Fingern gut bedienbar. Alle Tasten haben einen festen und gleichmäßigen Druckpunkt, der allerdings zur untersten Tastenreihe leicht abfällt.

Nokia 2710 Navigation EditWährend der Bedienung werden die weißen Ziffern und Symbole auf der Tastatur von unten hell weiß beleuchtet, was ein Auffinden bei Dunkelheit deutlich erleichtert. Anruf- und Beenden-Taste grenzen sich durch ein grünes, beziehungsweise ein rotes Symbol von den übrigen Tasten ab. Auf der rechten Außenseite ist eine Kamerataste angebracht – eine Wipptaste zur Lautstärkeregulierung gibt es zwar nicht, jedoch lässt sich die Lautstärke während eines Telefongesprächs oder bei Musikwiedergabe mit der Navigationstaste einstellen. Durch Sprachbefehle können Menüpunkte oder Namen aus der Kontaktliste aufgerufen werden. Ein Spracherkennungstraining passt das Telefon der eigenen Stimme und Aussprache an. Zur Aktivierung der Spracherkennung muss die rechte Auswahltaste im Standbymodus für längere Zeit gehalten und dann der gewünschte Befehl ausgesprochen werden. Im Test klappte dieses nach dem Spracherkennungstraining sehr gut – Befehle wurden fast immer sofort vom Handy erkannt.

Nokia 2710 Navigation EditDie Sprachqualität während eines Telefonates ist sowohl auf Festnetz-, als auch auf Handyseite sehr gut, die Stimmen wurden bei Testanrufen authentisch wiedergegeben. Für Gespräche in lauterer Umgebung kann die Lautstärke mit der Navigationstaste hochgeregelt werden. Nicht so sehr überzeugen konnte dagegen die Freisprechfunktion des 2710. Auch bei höchster Lautstärkeeinstellung wurde der Gesprächspartner im Festnetz verhältnismäßig leise wiedergegeben, so dass sich für den Einsatz in lautem Umfeld unbedingt der Einsatz eines Headsets empfiehlt. Dank GSM-Quad-Band-Technologie ist man mit dem Nokia 2710 fast überall auf der Welt erreichbar. Der Empfang in E+-Netzen schwankte im Test zwischen gut und sehr gut. Im D1-Netz war durchgehend ein sehr guter Empfang zu verzeichnen. Für die maximale Gesprächszeit gibt Nokia einen Wert von 12,5 Stunden an. Im Standby soll das Handy 490 Stunden durchhalten, bis es wieder ans Netz muss und im Navigationsmodus hält der Akku laut Herstellerangabe sechs Stunden. Im Standbymodus, bei gelegentlicher Nutzung von Bluetooth und einer halben Stunde Telefongespräch, verbrauchte das 2710 in drei Tagen Testzeit gerade mal ein Viertel seiner Akkuladung. Als Stromfresser erwiesen sich MP3-Player, Kamera und Navigationsfunktion – hier schluckten drei Teststunden gleich eine halbe Akkuladung. Der SAR Wert des Nokia 2710 liegt bei 0,91 W/kg.

Nokia 2710 Navigation EditDas 2,2 Zoll große Display des Nokia 2710 ist groß genug, um damit die normalen Handyfunktionen gut bedienen zu können. Zur Navigation hätte es etwas größer sein dürfen. Bis zu 262.144 Farben werden in einer Auflösung von 240 x 320 Pixel klar und kontrastreich dargestellt. Durch die glänzende Displayoberfläche wird die Ablesbarkeit bei Sonneneinstrahlung fast unmöglich. Mit Lampenlicht kommt der Monitor des 2710 dagegen gut klar. Die Darstellung ist bei direkter Draufsicht gut zu erkennen. Schaut man aber von der Seite auf das Display, changieren die Farben leicht, was zu einer erschwerten Ablesbarkeit führt. Das ist besonders störend, wenn man während der Navigation im Auto mal einen kurzen Seitenblick auf das Handydisplay werfen will. Erfreulich ist die Tatsache, dass sich verschiedene Schriftgrößen für die Menüdarstellung, Kontakte und Mitteilungen einstellen lassen. Nach einer variablen Zeitspanne schaltet sich das Display im Standbymodus komplett dunkel, so dass man es zunächst mit einer Taste aktivieren muss, wenn man nach verpassten Anrufen oder Nachrichten schauen möchte – eine LED zur Erinnerung an verpasste Ereignisse gibt es leider nicht.

Im Nokia 2710 wurde ein- und ausschaltbarer Sensor verbaut, der bei zweimaligem Tippen auf das Display oder beim Ablegen des Handys, für kurze Zeit eine analoge Uhrzeit auf dem Monitor erscheinen lässt oder den Klingelton bei eingehenden Anrufen, beim Drehen des Handys auf die Displayseite, lautlos stellt. Der Sensor funktionierte im Test zuverlässig und ohne Zeitverzögerung. Auch die Helligkeit des Displays wird durch einen Sensor den äußeren Gegebenheiten angepasst. Einen Lagesensor zum Schwenken der Displayanzeige vom Hoch- ins Querformat gibt es nicht – da es sich beim Nokia 2710 nicht um ein Handy mit Touchscreen oder QWERTZ-Tastatur handelt, würde dieser jedoch auch wenig Sinn machen.

 

Das Nokia 2710 verfügt über eine 2-Megapixelkamera mit vierfachem Digitalzoom. Ein Autofokus und eine Fotoleuchte hat die Handykamera nicht. Als Sucher fungiert das Display im Hoch- oder Querformat. Die Kamerataste dient als Auslöser, mit dem ein Foto in unter einer Sekunde im Kasten ist – danach benötigt das Programm jedoch in etwa drei Sekunden zum Abspeichern des Fotos, bis es bereit für die nächste Aufnahme ist. An Einstellungsmöglichkeiten bietet die Kamera:

  • Nokia 2710 Navigation EditFoto-/Videospeicher (Telefon, Speicherkarte)
  • Standardtitiel
  • Fotoqualität (2,0 MP, 1,2 MP, 0,5 MP, 0,3 MP, 0,1 MP)
  • Dauer der Vorschau
  • Kamera- und Videotöne
  • Selbstauslöser (aus, 3, 5, 10 Sekunden)
  • Fotoserie ein
  • Effekte
  • Weißabgleich
  • Hoch- oder Querformat

Im Videomodus gibt es außerdem die Einstellungsoptionen:

  • Videos anzeigen
  • Foto-/Videospeicher
  • Standarditel
  • Länge der Videoclips (für MMS-Mitteilung, Verfügbares Maximum)
  • Videoclip-Qualität (320×240, 176×144)
  • Videovorschau
  • Kamera- u. Videotöne
  • Mikrofon aus
  • Effekte
  • Weißabgleich
  • Hoch- oder Querformat

Die Fotoqualität der Kameraaufnahmen konnte im Test nicht wirklich überzeugen. Farben wurden bei den Testaufnahmen zwar kräftig wiedergegeben, aber auch bei optimalen Lichtverhältnissen zeigten die Fotos, auf dem PC Monitor betrachtet, besonders zu den Bildrändern hin, ein deutliches Bildrauschen. Zwar darf man nicht außer Acht lassen, dass es sich lediglich um eine 2-Megapixel-Kamera handelt, es gibt jedoch Handykameras mit gleicher Auflösung, die wesentlich bessere Fotoergebnisse bringen, wie beispielsweise das LG KS360. Aufnahmen in dunkler Umgebung sind mangels Blitz unterbelichtet und sehr verrauscht. Mit dem 2710 selbst aufgenommene Videoclips stellen lediglich auf dem Handydisplay betrachtet einen gewissen Spaßfaktor dar – auf dem PC Monitor werden sie so verschwommen und grobpixelig dargestellt, dass Details überhaupt nicht erkennbar sind.

Nokia 2710 Navigation EditNokia 2710 Navigation EditNokia 2710 Navigation Edit

Auf dem Nokia 2710 arbeitet das Series-40-Betriebssystem. Für die Startseiten- und Menüansicht lassen sich zahlreiche Personalisierungsmöglichkeiten vornehmen. So besteht die Option, der Startseite drei Informations-Leisten hinzuzufügen, die wiederum wahlweise mit Uhr, allgemeinen Anzeigen, Benachrichtigungen, Countdown-Zähler, E-Mail, Kalender, Notizen, Radio und Media-Player, Store, sowie einer Schnellzugriffsleiste belegt werden können. Auch sind verschiedene Schriftfarben für die Startseite einstellbar und Benachrichtigungsdetails können ein- oder ausgeblendet werden. In das Hauptmenü gelangt man durch die Bestätigungstaste, die sich mittig innerhalb des Navigationskey befindet. Im Menü schaut man auf farbige Icons für die wichtigsten Handyfunktionen und Einstellungsoptionen, die wahlweise als Liste, Gitter, beschriftetes Gitter oder Registerkarten angezeigt werden. Durch fünf auf dem 2710 vorinstallierten Themen, Hintergrundbilder und Bildschirmschoner lässt sich das Handy personalisieren, außerdem können weitere Grafiken aus dem Nokia Ovi Store heruntergeladen werden. Das Menüs ist übersichtlich aufgebaut und intuitiv bedienbar.

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Dank hinzuschaltbarem Wörterbuch (T9) gelingt eine flüssige Texteingabe über das alphanumerische Tastenfeld. Die Sternchentaste ist mit Sonderzeichen belegt, in den Zahlenmodus, das Wörterbuch und zur Auswahl der Eingabesprache, gelangt man über die Rautetaste. Einer Nachricht lassen sich Smileys, Fotos, Visitenkarte und Kalendernotizen hinzufügen. Auch können direkt aus dem Nachrichtenprogramm heraus neue Fotos, Videos oder Sprachaufnahmen aufgezeichnet und einer Nachricht angehängt werden. Ein Foto wird automatisch auf die zugelassene Größe einer MMS konfiguriert, wenn man es hinzufügt, die SMS wird gegebenenfalls in eine MMS umgewandelt. Außerdem kann man bei einer MMS festlegen, ob sich der Text oberhalb oder unterhalb des Anhangs befinden soll. Als Empfänger können Kontakte oder Kontaktgruppen eingetragen werden.

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Möchte man eine E-Mail verfassen oder empfangen, muss hierfür zunächst ein E-Mail-Konto auf dem Handy eingerichtet werden. Ein E-Mail-Assistent für Nokia Messaging führt den Nutzer in eine Auswahlliste für Ovi by Nokia, Yahoo! Mail, Windows Live Hotmail, Google Mail oder sonstige Betreiber. Ein Web.de-Konto war über den Punkt “Sonstige” im Test in zwei Schritten eingerichtet. Um automatisch über neue E-Mails benachrichtigt zu werden, muss man ein Nokia Messaging-Abonnement des jeweiligen Mail-Konto-Betreibers besitzen, ansonsten können E-Mails nur manuell abgerufen werden. Einer E-Mail können vorgefertigte Kurztexte, Signaturen, Bilder und sonstige Dateien angehängt werden. Auch im E-Mail-Programm ist es möglich, direkt in den Kameramodus zu schalten, um Bild-Anhänge neu aufzunehmen.

Nokia 2710 Navigation EditNokia 2710 Navigation Edit Nokia 2710 Navigation EditIn Puncto Connectivity setzt das Nokia 2710 ganz auf seine Navigationsfunktion, denn hier hat es dank GPS-Empfänger mit A-GPS-Unterstützung und sprachgestützter Navigationssoftware viel zu bieten. Weniger erwarten darf man auf dem 2710 vom mobilen Internet, denn hier muss sich der Nutzer mit den langsameren EDGE- oder GPRS-Verbindungen zufrieden geben. Über UMTS oder gar W-LAN verfügt das Handy nicht. Via Bluetooth 2.1 lassen sich Daten zwischen Mobiltelefon und PC abgleichen. Die Kopplung beider Geräte klappte im Test reibungslos und der Versand eines 471 Kilobyte großen Fotos vom Handy auf den PC dauerte knapp zehn Sekunden. Alternativ können Dateien über das mitgelieferte USB-Datenkabel zwischen den Geräten ausgetauscht werden. Beim Anschließen des Kabels öffnet sich auf dem Display des Nokia 2710 ein Menü für die Auswahl des USB-Modus als Massenspeicher, für Druck und Medien oder für die Synchronisation zwischen Handy und PC über die PC-Suite (beziehungsweise die Ovi Suite). Möchte man Kontakte, Fotos, Mitteilungen und Musik zwischen Handy und PC abgleichen, empfiehlt sich für das Nokia 2710 die Installation der Ovi Suite, die sich im Test unter Windows XP problemlos installieren ließ, da hiermit auch Karten für die Navigationssoftware auf dem Handy verwaltet und neue Karten aus dem Internet heruntergeladen werden können. Außerdem lassen sich über die Nokia Ovi Suite Software-Updates durchführen. Mit geschlagenen sieben Minuten für das Auslesen der auf dem Handy bereits installierten Karten und Sprachen zeigte sich die Ovi Suite im Test allerdings nicht als wahrer Sprinter. Das Nokia 2710 verfügt über einen 60 Megabyte großen internen Speicher, der mit einer MicroSD-Speicherkarte um bis zu 16 Gigabyte aufgerüstet werden kann.

Musikstücke werden im MP3-Player des Nokia 2710 in Titellisten (selbst erstellbar), Interpreten, Alben, Genres und Videos sortiert. Der Player unterstützt die Zufallswiedergabe, Wiederholung und 3D-Klang. Außerdem gibt es einen Klangregler mit verschiedenen Klangspektren zur Klangoptimierung. Die optische Oberfläche des Players kann dem eingestellten Handy-Theme angepasst oder in Standardansicht mit Interpreten, Titel und Album angezeigt werden. Der Klang ist über den Handylautsprecher zwar laut, aber insgesamt etwas dünn und sehr höhenbetont. Die Klangqualität über das mitgelieferte Stereo-Headset ist voller, dafür aber etwas dumpf. Immerhin konnte hier im Test eine Verbesserung durch die Auswahl eines anderen Klangspektrums erzielt werden. Auch das UKW-Radio des 2710 verlangt nach dem Headset, da das Kabel als Antenne dient. Ist dieses angeschlossen, kann die Wiedergabe wahlweise in Mono oder Stereo-Qualität, jedoch auch über die Handylautsprecher erfolgen. Außerdem ist eine RDS- Einstellung, sowie die automatische oder manuelle Sendersuche auswählbar. Die automatische Suche klappte im Test reibungslos. Es können bis zu 20 Sender gespeichert werden. Sowohl MP3-Player als auch das Radio können im Hintergrund weiterlaufen, während andere Handyfunktionen ausgeführt werden.

Im Internet surft man auf dem Nokia 2710 über einen Opera Mini Browser. Mangels W-LAN und UMTS ist man bei der Netzverbindung auf EDGE und GPRS angewiesen. Für den Aufbau der kompakten inside-handy.de Startseite in klassischer Ansicht benötigte der Browser 68 Sekunden. In klassischer Ansicht werden Seiten auf dem verhältnismäßig kleinen Display des 2710 so filigran dargestellt, dass nichts von der Schrift zu erkennen ist. Abhilfe schafft hier eine Zoomfunktion, die über den Navigationskey angesteuert werden kann. Möchte man in die Adressleiste eine URL mit einem Sonderzeichen geben, gelingt das auf diesem Handy, im Opera Mini Browser, nur über das Öffnen einer extra Sonderzeichenseite (der Link hierfür wird in der Adressleiste eingeblendet) – die Sternchentaste, die ansonsten mit der Sonderzeichenfunktion belegt ist, spricht hier nicht an. Der Browser unterstützt das Laden von Bildern in unterschiedlichen Bildqualitäten, verschiedene Schriftgrößen, die mobile Ansicht, visuelle Effekte, Querformatmodus, Vollbildmodus, eine Übersicht, die Darstellung von JavaScripts und eine automatische Vervollständigung der Adresseingabe. Mit Flashinhalten können nicht direkt über den Browser wiedergegeben werden. Diese Streams werden jedoch automatisch über den Mediaplayer des Handys geöffnet, was aber aufgrund einer sehr kleinen, ruckeligen und verpixelten Darstellung keinen richtigen Genuss darstellt. Unter dem Menüpunkt „Internetdienste“ findet der Nutzer Direktlinks zu Internetdiensten und Social-Networks wie Nokia.mobi, AccuWeather, Facebook, MySpace, Ovi.Mobi, Reuters und Youtube.

 

Das Hauptaugenmerk des Nokia 2710 liegt in seiner Navigationsfunktion. Karten können über die Nokia Ovi Suite aus dem Internet auf das Handy geladen werden, wenn diese auf dem PC installiert ist. Auf dem Handy sind werkseitig die Karten von Australien, Deutschland, Lichtenstein und der Schweiz und die Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Türkisch und Niederländisch vorinstalliert. Durch eine spezielle Navigationstaste, neben dem großen Navigationskey, gelangt man direkt ins Navigationsmenü. Hier erfolgt bei erster Inbetriebnahme die Abfrage, ob A-GPS eingeschaltet werden soll. Dieses präzisiert zwar die Standortbestimmung, nutzt aber im Gegensatz zum GPS keine Satelliten, sondern Daten aus dem Mobilfunknetz, was schnell mal zu einer hohen Handyrechnung führen kann, wenn man keine Datenflatrate besitzt. Im Test funktionierte die Navigationsfunktion auch ohne Hinzuschalten von A-GPS sehr präzise. Über die Navigationssoftware können bestimmte Orte gesucht und Routen geplant werden. Die sprachgeführte Navigation übernimmt eine Männerstimme. Ansagen kamen im Test rechtzeitig und präzise, so dass man immer noch genügend Zeit hatte, um darauf reagieren zu können. Auf dem Display sieht man die jeweils befahrene Straße aus der Vogelperspektive.

Nokia 2710 Navigation Edit
Nokia 2710 Navigation Edit
Nokia 2710 Navigation Edit
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Trotz mitgeliefertem Zubehör für die Montage im Kfz, ist das 2710 aufgrund seines kleinen Displays für den Einsatz im Auto nur bedingt geeignet. Für Vielfahrer empfiehlt sich zur Navigation eher ein Handy mit größerem Display und Touchscreen, da es doch etwas schwierig ist, auf dem kleinen Display etwas zu erkennen, wenn man während der Fahrt einen kurzen Seitenblick darauf werfen möchte. Aufgrund der guten Sprachunterstützung reicht es für einen gelegentlichen Einsatz jedoch allemal. Sehr gut eignet sich das 2710 als Fußgänger-Navigationsgerät.

Der Kalender des Nokia 2710 wird wahlweise in Monats-, Wochen-, oder Tagesansicht angezeigt. Es lassen sich Erinnerungen, Besprechungen, Anrufe, Geburtstage, Jahrestage und Notizen in den Kalender eintragen, an die man auf Wunsch per Signalton oder Vibration erinnert wird. Einem Termin können Details wie Betreff, Ort, Beginn, Ende, Wiederholung, Erinnerungsart, Erinnerungstag und Erinnerungszeit hinzugefügt werden. Das 2710 verfügt auch über klassische Organizerfunktionen wie Sprachaufzeichnung, Wecker, Aufgabenliste, Notizen, Countdown, Stoppuhr und einen Taschenrechner. Unter dem Menüpunkt „Extras“ findet man außerdem eine Umrechner und eine Weltzeituhr. Anruf- und Nachrichtensignale sowie Anrufvideos, Tastentöne und andere Töne lassen sich in den Profilen „Allgemein“, „Lautlos“, „Besprechung“, „Draußen“, „Mein Profil 1“, „Mein Profil 2“ und „Flug“ den äußeren Gegebenheiten anpassen. Die Profile sind zeitbegrenzt einstellbar. Unter dem Menüpunkt „Kontakte“ findet man die Kontaktliste, Kurzwahlen, Gruppen und Dienstnummern. Einem Kontakt können Informationen wie Vor- und Nachname, diverse Telefonnummern, Webseite, E-Mail, Ton, Bild, Video, Adresse, Geburtstag, Notiz, Firma, Position, und viele weitere Details hinzugefügt werden. Auch aus dem Kontaktorder heraus lässt sich die Kamerafunktion direkt aufrufen, um ein Anruferbild von hieraus aufzunehmen.

 

Im „Protokoll“ findet man eine Liste mit dem Inhalt alle Anrufe mit Datum und Uhrzeit, Anrufe in Abwesenheit, angenommene Anrufe, gewählte Rufnummern, Mitteilungsempfänger, Gesprächsdauer, Paketdatenzähler, Paketdatenzeitmesser, Mitteilungsprotokoll, Standortbestimmung und Synchonisationsprotokoll. In der „Galerie“ des Handys befinden sich Ordner für Fotos, Musik und Videos und alle sonstigen Inhalten – hier können auch beliebig viele neue Ordner zum Speichern von Dateien neu erstellt werden. Office Dokumente oder PDF-Dateien lassen sich auf dem Nokia 2710 nicht öffnen.

Unter dem Menüpunkt „Extras“ befinden sich Direktlinks zu Nokia.mobi, My Nokia, Share on Ovi und zum Ovi Store. Für reichlich Nachschub an meist kostenloser Software, Spielen, Hintergrundbildern und Klingeltönen ist also gesorgt. Auch wenn der Download der meisten Anwendungen im Ovi Store gratis ist, müssen hier jedoch eventuelle Gebühren für die Datenübertragung seitens des Netzbetreibers bedacht werden, es sei denn, man hat eine Datenflatrate. Die Spiele Block`d, Rally 3D und Sudoku sind bereits auf dem Handy vorinstalliert. Alle drei Spiele laufen flüssig auf dem Nokia 2710, so dass sogar das grafisch etwas aufwändigere Rally 3D Spaß macht.

Nokia 2710 Navigation Edit

So schnell wird man sich mit dem Nokia 2710 Navigation Edition nicht verlaufen, denn seine Navigationsfunktion ist gut, wenngleich aufgrund des kleinen Handydisplays eher für die Fußgängernavigation, als für den Einsatz im Auto geeignet. Erfreulich zeigte sich im Test auch die Verarbeitung des Barrens. Nicht so sehr überzeugen konnten Kamera- und MP3-Player-Qualität. Dafür hat das 2710 zahlreiche nützliche Office-Funktionen mit an Bord und kann dank Ovi Store mit zahlreichen Applikationen, Klingeltönen, Spielen und Bildern bestückt werden. UMTS und WLAN gibt es auf dem Mobiltelefon nicht, dieses wurde im Test aber auch nicht wirklich vermisst, da sich die kleine Displaydarstellung sowieso eher für das gelegentliche Surfen im Internet eignet, als für Vielsurfer. Für einen Preis von unter 140 Euro, für den man gerade mal ein normales Navigationsgerät bekommt, hat man ein Handy mit guten Telefon-Grundfunktionen und gratis Navigations-Beigabe. Wie schon im Vorwort gesagt: „Man kann eben nicht alles haben“, aber das Preis- Leistungsverhältnis stimmt beim Nokia 2710.

Pro

  • sprachgeführte Navigation
  • präzise Standortbestimmung sowohl über GPS, als auch A-GPS
  • nützliche Office-Funktionen
  • Applikationen über den Ovi Store herunterladbar
  • gute Verarbeitung
  • gute Sprachqualität

Kontra

  • Display könnte für die Navigation im Auto größer sein
  • Kameraqualität lässt zu wünschen übrig
  • mittelmäßiger MP3-Player
  • Display könnte für die Navigation im Auto größer sein
  • zu leise Freisprechfunktion
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