Test des Neonode N2

22 Minuten

Neonode N2

Bei den Stichworten „Touchscreen" und „Smartphone" steigen die Erwartungshaltungen und die Vorfreude auf gut verarbeitete und leicht zu bedienende Telefone. Der kleine Schwede von der Marke Neonode N2 wirbt mit beiden Slogans um die Gunst der Käufer im Handy-Dschungel. Das gerade mal 47×77 Millimeter große Telefon könnte auf den ersten Blick der Sommerhit werden.

Wie sieht es auf den zweiten Blick aus? Wie erweist sich das Gerät im Alltagstest und wie werden die zwei Schlagworte des Handys in Anbetracht seiner Maße umgesetzt? Oder erweist sich das Smartphone als etwas, das es nicht wirklich ist? Lesen Sie weiter und erfahren Sie mehr im folgenden Test von inside-handy.de.

Neonode N2Einfachheit ist für Manche alles. Dies lässt zumindest die Verpackung des Neonode N2 vermuten, denn das Telefon wird in einer Plastikbox geliefert, die eher an die Schachtel eines Gameboys oder einer Computermaus als an die eines Telefons erinnert. Einzig ein Logo, das an einen Pandabärenkopf erinnert schmückt das das Kästchen aus der linken oberen Ecke durch den transparenten Plastikdeckel.

Im Inneren ist der Lieferumfang sehr gequetscht und darunter leidet zum Beispiel die Bedienungsanleitung, die sehr zerknittert aus der Schachtel fällt. Auch wenn es nicht hübsch anzusehen ist und beim Öffnen nicht viel Vorfreude aufkommt, sind die Inhalte zumindest sehr gut geschützt.

Standardmäßig sind neben dem Handy auch der Akku samt Verschluss, das Ladekabel und die Bedienungsanleitung dabei. Eine ein Gigabyte große Mini-SD-Karte wird mit Headset und USB-Kabel sowie einem kleinen Stoffsäckchen zusätzlich mitgeliefert. Der Durchmesser der Kabel zeigt aber keine qualitativ hohe Verarbeitung der Anschlüsse – auch das Stoffsäckchen ist von geringer Qualität.

 

Neonode N2
Neonode N2

Auf die Verarbeitung des Neonode N2 wurde nicht all zu sehr viel Wert gelegt. Das ganze Gerät ist mit einem gummiartigen Plastik überzogen und erinnert in der Haptik an eine sportliche Stoppuhr. Auf der Vorderseite befindet sich der Bildschirm aus spiegelndem Material, der fast die komplette Oberfläche in Anspruch nimmt.

Neonode N2Unterhalb des Displays sind drei Symbole zu sehen, die als Orientierung bei der Navigation dienen sollen. Darunter sitzt der silberne und leider auch etwas lockere Navigationsknopf, der sich in der Mitte von zwei Löchern rechts und links befindet.

Der Druckpunkt der Taste liegt natürlich an den vier Seiten, aber ohne die Bestätigungsfunktion in der Mitte. Daher ist man in manchen Situationen etwas ratlos, denn, um eine Funktion zu bestätigen, muss man dann wieder auf den Touchscreen zurückgreifen.

An der linken Seite ist der festsitzende Lautstärkeregler in Form von zwei Plus/Minus-Tasten sowie der Ein- und Ausschaltknopf, der auch zum entfernen der Tastensperre verwendet wird. Auf der Oberseite des Telefons befindet sich der universelle Steckplatz für das Headset, Lade- und USB-Kabel. Daneben ist auch der Verschluss, der das Öffnen des Gehäuses ermöglicht.

Wird der Slot vom Verschluss bedeckt, lässt sich das Handy öffnen und man bekommt Zugang zur Speicherkarte und zum Akku, der auf der Innenseite des Deckels fest installiert ist. Auch der Steckplatz für die SIM-Karte ist befindet sich dort. Das Problem beim Öffnen ist allerdings die Schwere, mit der sich der Verschlussschieber bewegen lässt. Um das Gehäuse zu entriegeln bedarf es unter Umständen eines Metallstifts und viel Kraft, mit Fingernägeln lässt er sich nur schwer bewegen. Auf der Rückseite ist das Logo von Neonode – ein Symbol, das an einen Pandabärenkopf erinnert – im Plastik eingelassen und darüber befinden sich zwei kleine Öffnungen – für den Lautsprecher und die Kameralinse.

Neonode N2Die Spaltmaße des Handys sind gering und bis auf den Steuerknopf befinden sich keine lockeren Teile am Gerät – alle austauschbaren Teile im Inneren sitzen fest. Die externen Anschlüsse sitzen zwar gut, könnten sich aber bei größerem Ziehen aus dem Steckplatz lösen. Dieser ist auch der einzige Ort, wo Staub oder Schmutz eindringen könnte, hier wäre eine Blende die Lösung gewesen.

Das Gerät macht dank seines spartanischen Designs einen sehr robusten Eindruck, so dass es sich von der Verarbeitung her gut zu sportlichen Betätigungen eignen würde. Zumal sind die zwei Ösen am Navigationsknopf ideal, um dort ein Band zu befestigen. Des Weiteren lässt sich auch der Vibrationsalarm zusätzlich zum Klingelton einstellen. Leider funktionierte die Vibration beim Testgerät nicht.

Neonode N2Die preiswerte Linie des Telefons macht sich auch bei der Sprachqualität bemerkbar. Der Gesprächspartner klingt sehr metallisch und hohl. Beim Sprechen in den Hörer wird man ähnlich verstanden, hinzu kommt noch, dass Endsilben vom Telefon teilweise geschluckt werden.

Man kann die Lautstärke während des Gesprächs über die Plus/Minus-Tasten regulieren, aber dennoch bleibt diese auf einem sehr niedrigen Niveau und erschwert das Verständnis. Im Alltag sind äußere Störgeräusche sehr lästig und machen teilweise eine reibungslose Unterhaltung problematisch – das Headset schafft hier eine gute Abhilfe. Bei schwächerem Empfang oder wenn der Hörer nicht optimal am Ohr liegt, ist der Gesprächspartner unverständlich oder sehr leise zu hören. Bei der Verwendung des Headsets erklingt das Gespräch hingegen lauter und auch weitaus deutlicher. Leider hört der Gesprächspartner ein Brummen sobald dieses angeschlossen ist.

Die Standby-Zeiten des Neonode N2 sind vom Hersteller auf 200 Stunden angegeben. Bei normaler Nutzung des Handys erreicht das Gerät diese zwar nicht, kommt aber auf eine beachtliche Anzahl von mindestens vier Tagen – je nach Gesprächshäufung. Beim Betrieb des MP3-Players neigt sich der Akku schneller seinem Ende, allerdings nicht so sehr, dass es aus dem Rahmen fallen würde.

Neonode N2Das Display ist 3,2 mal 4,0 Zentimeter groß und bietet neben dem Steuerknopf als Touchscreen den Hauptzugriff auf das Telefon. Der Bildschirm weist eine pixelige und bei JPG-Bildern teilweise leicht verzerrte Grafik mit mattem Ton auf. Die Schriftgröße ist sehr klein und lässt sich nicht verstellen, was das Gerät für Menschen mit Dioptrienschwäche nicht empfehlenswert macht.

Zudem leidet es noch an der Kinderkrankheit von Flachbildschirmen erster Generation: Man muss das Bild im richtigen Winkel betrachten, sonst wird es durch Veränderung des Lichts unkenntlich. Bei starker Sonneneinstrahlung ist das Display aber dennoch relativ gut lesbar, während der Schirm unter schlechten Lichtverhältnissen an Brillanz gewinnt.

Die Anpassungsmöglichkeiten am Display beinhalten Einstellungen zu Beleuchtung, Graphikthemen und Hintergrundbild des Displays sowie einige deskriptive Optionen: Bei der Beleuchtung kann man die Stärke des Lichts und die Dauer der Beleuchtung wählen – ein Plus für Stromsparer. Die grafischen Profile bieten die Umstellung zwischen zwei vorinstallierten Themen oder der Wahl eines separaten Hintergrundbilds.

Neonode N2Dazu können trotz der Unterstützung von PNG- und BMP-Formaten ausschließlich JPG-Dateien verwendet werden. Begrüßungen oder Bildschirmschoner sind nicht verfügbar. Die Anzeige des Standardbildschirms zeigt neben der mittig positionierten Uhrzeit und des Datums auch Informationen zur Empfangsstärke sowie Batteriestatus an – der Name des Mobilfunkanbieters wird dazwischen eingeblendet.

Unterhalb des Batteriebalkens erscheint bei Bedarf die Benachrichtigung über verpasste Anrufe und am unteren Rand des Bildschirms werden drei Softkey-Pfeile angezeigt. Die Spracheinstellungen weisen eine Vielzahl europäischer Sprachen auf und sogar die Zeitzone lässt sich verstellen. Die Zeitanzeigen erlauben neben verschiedenster Datumsformate und der europäischen 24-Stunden- oder der englischen 12-Stunden-Anzeige auch die Option für den ersten Tag der Woche und die erste Woche des Jahres.

Die Kamera lässt sich über das Hauptmenü aktivieren. Ist der Modus eingeschaltet, fungiert das Display als Sucher. Dieser bietet nur wenige Informationen zu den aktuellen Aufnahmeeinstellungen. Lediglich ein kleines Symbol einer Fotokamera zeigt an, dass man sich im Fotomodus befindet. Ansonsten zeigt der Bildschirm nur die vom Standardbildschirm her bekannten und aussagelosen Pfeile an.

Die Betrachtung des Objekts sieht relativ gut aus, hat aber einen groben Stich, wie man es von sonstiger Bedienung kennt. Als Auslöser fungiert der Lautstärkeregler links am Telefon oder das Display selbst. Tippt man aber auf den Schirm, um ein Foto zu machen, besteht die Gefahr das Bild zu verwackeln – die Datenspeicherung erfolgt überraschend schnell.

Oberhalb des Bildschirms befinden sich zwei Pfeile, mit denen man zwischen dem Aufnahmemodus und der Bildanzeige schalten kann. Durch den linken Pfeil unten gelangt man immer in das Hauptmenü, über den rechten Pfeil hat man auf Einstellungsmöglichkeiten der Kamera Zugriff: Bei der Auflösung kann man diverse Stufen zwischen 176×144 bis hin zu 1600×1200 wählen. Eine Weißabgleichfunktion ist ebenfalls integriert, lässt sich aber dank der unausgereiften Steuerung des N2 nur schwer bedienen. Des Weiteren kann man Helligkeit, Farbsättigung und Lichtausgleich per Skala steuern. Allerdings steht man vor einem ähnlichen Problem wie bei der Einstellung des Weißabgleichs.

Weitere Optionen sind die Klick-Sound-Einstellungen, die Zuschaltung der Vibration sowie der Zähler, der wohlgemerkt nur im Optionsmenü einsehbar ist und nicht wie es praktischer wäre im Suchermodus. Über einen Zoom verfügt die Kamera nicht. Hat man ein Bild gemacht, kann man es in der Bildvorschau ansehen. Dabei werden Informationen zum Bild, wie Name, Auflösung und die Größe der Datei eingeblendet. Über die mittleren Pfeile kann man bequem zwischen den Fotos navigieren. Der untere rechte Pfeil bietet Zugang zum Verwaltungsmenü. Von dort aus kann man das Bild löschen, es umbenennen oder sich eine Liste mit sämtlichen geschossenen Bildern mit Vorschau anzeigen lassen.

Die oberen Pfeile bieten an zwischen weiteren Bearbeitungsmöglichkeiten zu wechseln: Man kann das Bild an die Breite oder die Höhe anpassen oder es in verschiedene Richtungen drehen. Auch die Anzeige der tatsächlichen Größe ohne Skalierung ist ausführbar. Zuletzt kann man das Foto als Hintergrund oder Kontaktbild einstellen. Möchte man es versenden, ist dies über Bluetooth oder MMS möglich. Die Datei kann aber auch in den Ordner „Gemeinsame Ordner" verschoben werden. Auf dem Bildschirm des heimischen PCs zeigt sich, dass die Fotoqualität nicht sehr überzeugend ist und das Gerät daher als Ersatz einer Digitalkamera definitiv keine Verwendung findet. Ein Videodrehmodus ist beim Neonode N2 trotz der Möglichkeit zwei Video-Formate (MPEG und WMV) abzuspielen nicht vorhanden.

 

 

Neonode N2
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Was die Bedienung des Telefons angeht, erweist sich diese als unausgereift und die Menüoberflächen bieten dem Nutzer durch die Verwendung von Pfeilen als Navigationsbutton keinerlei Orientierung. Zwar haben die Pfeile teilweise fest zugewiesene Funktionen, aber manchmal drückt man doch einen anderen virtuellen Knopf, als man es hätte tun sollen.

Lediglich die Menüs verfügen über Beschriftung der Symbole, was zu einer elementareren Navigation verhilft. Allerdings muss erst ein anderes graphisches Thema gewählt werden, damit die Icontext sichtbar wird, im Standardthema ist dies nicht gegeben. Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Wahl der Symbole, da diese nicht immer für das stehen, was man dahinter erwarten würde.

Das Hauptmenü ist in mehrere scrollbare Bildschirme unterteilt, die insgesamt Platz für etliche Punkte bieten – die Anordnung der Symbole lässt sich individuell anpassen. Im ersten Schirm hat man Zugang zu den grundlegendsten Funktionen wie „Standardbildschirm" oder Tastensperre. Auch das Adressbuch und Anruferlisten befinden sich auf dieser Tafel neben der Kamerafunktion und dem Nachrichtenmenü.

Der zweite Bildschirm bietet Zugriff auf Multimediainhalte und Spiele sowie drei Organizerfunktionen wie Kalender, Notizblatt und die Einsicht der Inhalte des Telefons per Explorer. Im letzten Bildschirm setzt sich die Linie fort und zeigt weitere Management-Funktionen an wie Alarm, Internet und Aufgaben.

Die Anzahl der Menüebenen ist dank der Scrollstrategie von Neonode nicht gering und daher können Wege unter Umständen durch die Suche des richtigen Buttons länger ausfallen. Am Beispiel der SMS soll dies nun verdeutlicht werden: Vom Standardbildschirm aus muss man den linken Softkey-Pfeil betätigen, um ins Hauptmenü zu gelangen.

Dort drückt man das Nachrichtensymbol, woraufhin man in das Untermenü kommt. Standardmäßig wird der Posteingang angezeigt, es kann mit den oberen Pfeilen aber auch zwischen Entwürfen und gesendeten Nachrichten geschaltet werden. Im Posteingang kann durch den rechten unteren Pfeil ein Optionsmenü geöffnet werden, in dem man eine neue Nachricht erstellen kann. Startet man die Funktion, kann man den Typ der zu erstellenden Nachricht wählen (SMS oder MMS), einen oder mehrere Empfänger angeben, die Empfangsbestätigung einschalten und schließlich den Text eingeben.

Einen Shortcut direkt ins Nachrichtenmenü oder zum Schreibfeld einer SMS gibt es nicht. Beim Schreiben selbst hat man die Wahl zwischen verschiedenen T9-Sprachen oder Symbolfeldern mit unterschiedlichen Zeichen oder gar Smileys. Durch den Touchscreen wird es allerdings unmöglich, eine SMS ohne Blickkontakt mit der Tastatur zu tippen. Um die komplizierten Navigationswege auf dem Handy zu verkürzen, wäre es sinnvoll gewesen Shortcuts oder eine Favoritenliste in die Umgebung des Standardbildschirms einzubauen.

Die Rufnummerunterdrückung lässt sich nicht ausschalten, sondern wird vom Telefon automatisch auf den Standard des Netzbetreibers gesetzt. Bei den Anruferlisten sieht man eine Liste, die sämtliche Anrufe zeigt, die durch drei Verschiedene Symbole unterschieden werden. Unten am Bildschirm werden weitere Informationen zum Anruf wie Name des Gesprächspartners, Datum und Uhrzeit des Telefonats und Kommunikationsmittel (Mobil, Festnetz etc.) eingeblendet. Klickt man den Eintrag an, wird die Nummer gewählt. Über den rechten Softkey-Pfeil kann man sie auch einem Kontakt hinzufügen oder sie als neuen Eintrag im Adressbuch speichern.

Das Schreiben von SMS gestaltet sich auf dem Neonode N2 als recht simpel: Ein kleines Feld, in dem der bereits geschriebene Text erscheint, wird oben gleich unter den verbleibenden Zeichen eingeblendet. Darunter befindet sich eine virtuelle numerische Tastatur auf welcher der Tippvorgang wie gewohnt von statten geht. In dem Formular erscheinen je nach Aktion bis zu sieben Pfeile, deren Funktion man mehr oder weniger erraten muss.

Die oberen Pfeil-Knöpfe dienen zum Wechseln des Eingabemodus oder der Sprache. Am unteren Bildschirmrand können sich zwei bis drei Pfeile befinden. Der linke öffnet das Hauptmenü, der Mittlere dient zur Auswahl des Wortes bei mehreren Möglichkeiten während der T9-Eingabe. Dabei erscheint eine Liste mit den vorhandenen Möglichkeiten oder der Option ein neues Wort einzugeben. Der rechte Pfeil-Button führt zu einem Menü, in dem man neben der Auswahl der Schreibsprache auch den Text löschen, kopieren sowie sich eine Vorschau anzeigen lassen kann.

Eine weitere Einstellungsebene ermöglicht die Festsetzung der Tastatur- und Sprachfavoriten, der Reaktionsgeschwindigkeit der Buttons sowie die Vibrationsstärke beim Tippen. Das Schreiben selbst erweist sich als sehr einfach, zumal das System sich häufig verwendete Wörterkombinationen merkt und diese auch Vorschlägt. Etwas umständlich wird es lediglich bei der Auswahl der Silbe oder des Wortes, falls das Handy nicht die gewünschte Option anzeigt. Bei einer MMS verhält sich alles gleich, im Nachrichtenmenü kommen lediglich drei Optionen dazu: Betreff, Anlage und Folienauswahl – also die eigentliche MMS mit typischen Merkmalen wie Bild, Text, Audio und die Dauer der Wiedergabe.

Als Klingel- und Nachrichtentöne können alle verfügbaren MP3-, WAV- und WMA-Dateien verwendet werden. Der Lautsprecher kann stumm – also eine Art „Lautlos"-Modus-Ersatz – und Vibration eingeschaltet werden. Neben der Hörerlautstärke lässt sich ein weiterer Wert für Alarme und Nachrichten einstellen.

Die Tastatursperre schaltet sich nach einer frei wählbaren Zeit automatisch ein. Man kann den Touchscreen aber auch via Hauptmenü sperren. Zum Entsperren muss man den Einschaltknopf kurz drücken und dann muss der Pfeilbutton auf dem Schirm betätigt werden.

 

Neonode N2

Die Konnektivitätsfunktionen des Neonode N2 sind nur mäßig überzeugend. Das Telefon verfügt über eine Bluetooth-Schnittstelle, die reibungslos mit anderen Geräten eine Verbindung aufbauen konnte. Dabei können alle auf dem Handy verfügbaren Dateien verschickt werden, selbst diejenigen, die das Handy nicht unterstützt und man sie nur zu „Transportzwecken" kopiert hat. Schließt man das USB-Kabel an, hat man via Computer Zugriff auf den Inhalt des Telefons und seiner Speicherkarte.

Das Gerät wird dabei als ein Windows Mobile Device erkannt und man kann von jedem PC aus darauf zugreifen. Als umständlich hingegen erweist sich das Fehlen einer Synchronisationssoftware, die das Übertragen von Outlook-Adressbüchern ermöglicht. Ebenfalls negativ ist die Übertragungsrate der USB-Schnittstelle, denn für den Transfer einer sechs Megabyte großen Datei brauchte das Handy knapp zwei Minuten.

Hier wurde wahrscheinlich die USB 1.0-Version verwendet. Eine andere Verbindungsmöglichkeit stellt das Internet dar, in dem man per „Neoexplorer" navigieren kann. In den Browseroptionen finden sich sämtliche benötigten Funktionen wie Adresseingabe, Favoriten, Zurück und Vorwärts sowie erneut laden. Man kann auch die Schriftgröße seinen individuellen Bedürfnissen anpassen. Optional können zusätzlich Sicherheitswarnungen eingeschaltet werden. Die Einstellung, ob Bilder geladen werden sollen, hilft die Ladevorgänge an die Geschwindigkeit der Verbindung anzupassen.

Über eine Profilsteuerung verfügt das N2 nicht, um die verschiedenen Aktionen bei Anrufen oder Nachrichten zu verändern muss das Audiomenü aufgerufen werden.

Das Adressbuch bietet Platz für viele unterschiedliche Einträge. Neben den Standarddaten wie Vorname, Name, Mobilfunknummer kann man auch einen zweiten Vornamen, ein Bild sowie einen persönlichen Klingelton einpflegen. Man kann dem Kontakt auch einen Dateinamen vergeben. Des Weiteren sind jeweils zwei Einträge für die Festnetznummer und das Büro vorhanden.

Wer noch ein Autotelefon und einen Pager besitzt, findet auch entsprechende Felder dafür. Persönliche Informationen über den Kontakt wie Geburtstag, Unternehmen, Beruf, Titel sowie eine komplette Adressangabe kann das Neonode N2 auch speichern. Ganz interessant sind die drei Felder für elektronische Post und zwei für Faxe. Dies eignet sich vor allem für Menschen, die mehrere Accounts oder Faxgeräte verwenden. Dem Kontakt kann auch ein ganzer Text angefügt werden, was bei der Beschreibung der letzten Aktivität sehr nützlich ist. Zu Übersichtlichkeit werden aber nur ausgefüllte Felder im Kontaktbuch angezeigt. Während eines Gesprächs ist der Zugriff sowohl auf das Adressbuch als auch auf das gesamte Menü ist möglich.

Einen Menüpunkt mit dem Namen „Organizer" gibt es zwar nicht, allerdings besitzt das Gerät über fünf Funktionen, die dazu gezählt werden können: Die Notiz ermöglicht das Festhalten wichtiger Informationen in Schriftform. Öffnet man das Menü, kann man einen Eintrag erstellen oder bereits geschriebene Vermerke bearbeiten und löschen. Die Alarmfunktion wird über zwei Basisinformationen kreiert: Die Alarmzeit und das -datum. Sind diese Werte eingegeben, wird eine Zusammenstellung der Infos samt des optionalen Textes und der Wahl der Alarmaktion (Standard, Sound abspielen, Stumm und Vibration sowie Stumm) angezeigt.

Neonode N2
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Der Taschenrechner erweist sich als recht praktisch. Er verfügt über grundlegende Operationen, die für den Normalgebrauch ausreichen. Die Eingabe der Formel verläuft über das gleiche Menü, in dem man Nachrichten verfasst. Nach der Berechnung wird die eingegebene Formel zur Kontrolle in einer Leiste oberhalb der virtuellen numerischen Tastatur eingeblendet.

Der Punkt Aufgaben ist irreführend, denn es scheint sich hierbei eher um eine Art Systemmonitor mit Anzeige der Laufenden Anwendungen des Windows-Smartphones zu handeln als um einen Timer mit Tätigkeitserfassung.

Im Kalender hat man drei Ansichten zur Verfügung: Eine Monatsübersicht, in welcher der angezeigte Monat vom vorhergehendem und nachfolgendem Monat nicht optisch getrennt wird, weshalb die Orientierung auch drunter leidet. Eine Wochenansicht zeigt die Tage der ausgewählten Woche in einer Tabelle an. Links sind die Stundenübersichten im Vierstundenrhythmus und oben befinden sich die Tage mit den jeweiligen Monatsdaten. Bei der Tagesansicht sieht man im Falle eines Eintrags nur ein Kalendersymbol mit der Anfangsuhrzeit und dem Betreff des Termins. Bei der Monatsansicht sieht man im Feld des Tages, an dem ein Termin notiert ist, einen Strich unter dem Datum. In der Wochenansicht wird die Dauer des Termins noch durch einen graphischen Balken dargestellt. Bei der Terminerstellung hat man die Auswahl zwischen Angaben zu Betreff, Text, Anfang und Ende des Termins. Hinzu kommen noch Optionen zum Speicherort, Status (Frei, Belegt, Außer Haus und Vorläufig) sowie Einstellungen der Erinnerung. Zusätzlich kann man wählen, ob der Termin ganztägig stattfindet.

Der Spiele-Unterhaltungswert des Neonode N2 basiert auf dem einzig installierten Spiel, dem Gamboy-Klassiker „Tetris", der hier in einer grafisch hübsch verpackten Version zu spielen ist. Die Steuerung des Spiels über den Touchscreen verläuft recht gut macht Spaß.

Der MP3-Player unterstützt gängige Audioformate wie MP3, WMA und WAV. Wählt man im Menü den Punkt „Musik" gelangt man zu einem Feld mit einer Wiedergabeliste. Im zweiten Teil dieses Menüs sieht man einen Lautsprecher eingeblendet. Unterhalb der Anzeige sieht man eine Zeitleiste, die farblich über den aktuellen Zeitpunkt des Liedes unterrichtet. Darunter befindet sich ein Informationsfeld, das den Status (Wiedergabe/ Pause), den Interpreten sowie den Titel des Stückes einblendet. Rechts davon sieht man die gesamte sowie die aktuelle Zeit des Stückes in Ziffern. In den Optionen kann man die Playlists Bearbeiten, Musikdateien oder gar ganze Ordner hinzufügen und sie schließlich speichern. Der mittlere Softkey-Pfeil öffnet eine Ebene, in der man anhand einer Skala das Lied vor und zurückspulen kann oder per Knopfdruck an die gewünschte Stelle im Lied springen kann.

Sollte man beim Musikgenuss angerufen werden, wird der Player angehalten und die Resumefunktion sorgt dafür, dass das Lied zu späterer Zeit an der gleichen Stelle wieder fortgesetzt werden kann. Die Liedanwahl funktioniert entweder über die Wiedergabeliste oder das Steuermenü des rechten Pfeils. Die Klangqualität ist ähnlich wie beim Telefonieren nicht sehr überzeugend. Man hat das Gefühl die Musik sehr metallisch zu vernehmen mit deutlichem Fehlen der tieferen Frequenzbereiche. Die Kopfhörer verbessern die Klangwahrnehmung: Die Klangqualität ist deutlich besser als beim Lautsprecherbetrieb, dennoch hört man ein leichtes schepperndes Geräusch.

Der Videoplayer bietet nur sehr wenige Funktionen. Das Bild ist mittig gesetzt und oberhalb wird der Titel der Datei eingeblendet, unterhalb die aktuelle Zeit sowie die Gesamtdauer des Clips. Beim Berühren des Touchscreen startet die Wiedergabe automatisch im Vollbildmodus.

 

Neonode N2

Das Gerät eignet sich gut als Zweithandy für sportliche Aktivitäten. Wobei einzig für diese Zwecke der Einführungspreis des Neonode N2 definitiv viel zu hoch ist. Im Prinzip ist bei dem Gerät eine Linie deutlich sichtbar: eine möglichst günstige Herstellung eines Smartphones.

Bereits bei der Verpackung wirkt die Plastikbox eher wie die Schachtel einer Computermaus. Der erste Eindruck setzt sich fort. Denn bei der Verarbeitung und der Materialwahl fühlt und sieht man ebenfalls, dass es sich um keine qualitativ wertvolle Ware handelt. Die Sprachqualität ist ebenfalls nur befriedigend bis ausreichend, da die Ausrichtung des Ohrhörers nicht optimal gewählt wurde und man seinen Gesprächspartner teilweise deswegen schlecht bis gar nicht versteht, weil das Handy leicht am verrutscht – was durchaus beim telefonieren passiert.

Die Kamera und das Display sind die wenigen Dinge am Handy, die verhältnismäßig gut ausgefallen sind. Wobei selbst hier Verbesserungsbedarf besteht. Die Bedienung des Telefons ist sehr unausgereift und nicht intuitiv. Ohne Betriebsanleitung sind die ersten Schritte ein Ratespiel der Möglichkeiten der unterschiedlichen Softkey-Pfeile, zumal in einer Menüebene bis zu sieben Pfeile auf ein Mal eingeblendet werden können.

Ferner gestaltet sich die Steuerung der Handy-Funktionen durch mangelnde Beschriftung oder Kenntlichmachung der Pfeile als sehr schwierig. Als Resümee kann man das Gerät unter Umständen verspielten Seelen empfehlen, die Spaß am Ausprobieren der Funktionen mitbringen. Pragmatiker, die ein Gerät suchen, das sich intuitiv und unkompliziert bedienen lässt, werden im Neonode N2 kein zufrieden stellendes Geräts sehen.

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