Test des Motorola SLVR L7

Einführung

Test-Datum: 28.07.2006
Software Version:
Testversion mit Branding: nein
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Spätestens mit dem V3 gelang es Motorola wieder in aller Munde zu kommen. Seit dem lässt sich der US-amerikanische Handyhersteller keine Besonderheit mehr entgehen: Das flachste Handy, das erste iTunes Handy, ein Handy das sich anfühlt wie ein Kieselstein. Das SLVR L7 ist hingegen eines der wenigen Geräte, welches in Barrenform auf den Markt kommt. Doch wie viel Technik passt in ein flaches, kleines und handliches Gerät? Welche Qualität bürgt die VGA-Kamera, während andere Geräte mit einer 2-Megapixel Kamera aufwarten? Wie macht sich die flache Metalltastatur, die seit dem V3 ein Markenzeichen für Motorola ist? Diese und noch viele andere Fragen beantwortet unser ausführlicher inside-handy Testbericht.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung ist schlicht und einfach. Auf dem Karton, der großflächig in blau-silber bedruckt ist, befinden sich Aufdrucke des SLVR sowie des Motorola-Schriftzuges. Auf der rechten Seite befindet sich der Aufkleber mit Geräteinformationen über die IMEI-Nr. und die Funkfrequenzen des Gerätes. Auf der Rückseite findet sich eine Übersicht von erhältlichem Zubehör und die wichtigsten Eigenschaften des SLVR in fünf verschiedenen Sprachen.

Beim Öffnen des Kartons fällt der erste Blick direkt auf das SLVR, welches allein auf einer Pappunterlage liegt. Wird die Pappunterlage entfernt, finden sich unter ihr der Akku, das Ladekabel, eine 104 Seiten starke Bedienungsanleitung in deutsch, die Garantieinformationen und Benutzerinformationen in verschiedenen Sprachen sowie ein kleines Heftchen, welches eine Mini-Bedienungsanleitung darstellt, die zusätzlich noch das erhältliche Zubehör auflistet.

Verarbeitung & Handhabung


Der Zusammenbau des SLVR ist einfach. Nachdem der Akkudeckel entfernt wurde, wird die SIM-Karte eingelegt und durch einen kleinen Metallbügel gesichert. Durch Aufdrucke im Gerät ist dies auch für jeden leicht verständlich. Nachdem der Akku über der Sim-Karte eingesetzt wurde, muss nur noch die Abdeckung darüber eingerastet werden - schon kann es losgehen. Lediglich wenn der Akku mal herausgenommen werden muss wird es etwas schwierig: Da er fest im Gerät sitzt und durch die flache Bauweise des Gerätes keine richtige Vertiefung zum greifen des Akkudeckels vorhanden ist, gibt es nur einen kleinen Anhebepunkt der mit dem Fingernagel erfasst werden kann.

Auf dem flachen Mittelrahmen des SLVR sitzen die Ober- und Unterschale des Gehäuses. Geführt von einem Mix aus geschwungenen und geraden Linien erreicht das Gerät ein klares, aber dennoch modernes Design. Auf dem Mittelrahmen sind verschiedene Sondertasten sowie der USB-Anschluss eingearbeitet, welcher aber nicht durch eine Abdeckung geschützt ist. Auf der Rückseite sowie in der Mitte des Gesprächslautsprechers wurde das Motorola-Logo auf einem silbernen Hintergrund eingearbeitet. Zusätzlich mit der etwas helleren Tastatur harmoniert dies zu einem Design welches sowohl zu einem Businessgerät,als auch zu einem modernen Fashionphone passt.

Das SLVR liegt durch seine flache und schmale Bauform gut in der Hand und kann durch seine symmetrische Form von Links- und Rechtshändern benutzt werden. Die Oberschale besteht aus einer Metalllegierung und fühlt sich auch dementsprechend robust an. Auch die Tastatur ist aus Metall, wenn auch mit einem Plastikschutz überzogen. Und auch die Außentasten sind aus Metall und wirken dementsprechend robust und stabil.

Die Spaltmaße des SLVR lassen keine Wünsche übrig. Obwohl das Gerät aus einem Mittelrahmen, einer Ober- und Unterschale sowie einem Akkudeckel besteht, sitzen diese Teile gut und fest ineinander. Lediglich bei dem ungeschützten USB-Anschluss lässt sich erahnen, dass hier Staub in das Geräteinnere eindringen könnte. Auch die Lautsprecheröffnungen auf der Vorder- und der Rückseite des Gerätes sind mit einem sehr feinmaschigen Drahtnetz geschützt.

Das SLVR besitzt nur einen einzigen Geräteanschluss. Dieser befindet sich an der rechten Seite und ist von der Bauweise gleich mit einem so genannten USB-Mini-Anschluss. Wenn das Datenkabel oder ein USB-Kabel mit dem SLVR verbunden wird, sitzt dies bis zum Anschlag fest im Gerät - ein Wackeln ist somit auch ausgeschlossen. Zum Entfernen der Teile muss nur am Kabel gezogen werden. Da es sich hierbei um einen normalen USB-Mini-Anschluss handelt, lässt sich ein normal im Handel erhältliches USB-Mini-Kabel zum Anschluss verwenden. Die vollen Funktionen können aber nur mit einem Motorola-Datenkabel erreicht werden, ohne dies lässt sich lediglich auf die Speicherkarte zugreifen, welche im Handel nachgekauft werden muss.

Zusätzlich zu dem USB-Anschluss befinden sich auf der rechten Seite des Gerätes eine Sondertaste, sowie der Schacht für eine TransFlash-Speicherkarte, mit welcher der interne Speicher erweitert werden kann. Dieser ist von einer kleinen Gummiabdeckung geschützt. Auf der Rückseite befindet sich eine VGA-Kamera mit einem vierfachen Digitalzoom. Auf der linken Geräteseite finden sich nochmals eine Sondertaste, sowie ein Wippschalter.

Das Tastenlayout der Haupttastatur ist schlicht und einfach. Ganz oben befinden sich drei Auswahltasten. Darunter ist links die Taste zur Rufannahme, rechts die Rufabweisung und in der Mitte ein Fünf-Wege-Navikey. Darunter befindet sich die normale, zwölftastige Telefontastatur. Die Zahlen in der mittleren vertikalen Reihe - also 2, 5, 8 und 0 – sind immer etwas nach unten versetzt zu den anderen der horizontalen Reihen. Diese Verschiebung ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Mit der Sondertaste auf der rechten Gehäuseseite lässt sich der Webbrowser des Gerätes starten. Über die Taste auf der linken Seite öffnet sich das standardmäßige Telefonbuch und mit dem Wippschalter lässt sich die Gerätelautstärke umstellen. Die Belegung des so genannten Smartkeys auf der linken Gehäuseseite lässt sich im Menü ändern. Der Aufruf des Browser muss mit einem Druck auf "Akzeptieren" bestätigt werden.

Die Tasten haben alle einen guten Druckpunkt. Durch die Erhebungen des Plastiküberzuges der Tastatur lässt sich jede Taste genau spüren. Obwohl sich von der Tastatur nur dieser Plastiküberzug spüren lässt, fühlen sich die Tasten stabil und hochwertig an. Bei der Benutzung der Tasten lhört man ein leises klicken. Auch die Tasten an den Geräteseiten lassen sich gut erfühlen und haben einen Druckpunkt, der klar strukturiert ist.

Da die Tasten der Haupttastatur gut fühlbar sind, lässt sich das Gerät auch mal blind bedienen oder es lässt sich eine SMS schreiben, ohne dass das Auge auf der Tastatur mitsuchen muss. Der einzige Nachteil hier sind die versetzten Mitteltasten. Diese sind erst nach etwas Übung genau zu treffen. Auch der Navikey lässt sich ohne Probleme nahezu blind bedienen. Da der mittlere Auswahlknopf klar von dem äußeren Teil abgegrenzt ist, wird nicht zufällig etwas Falsches ausgewählt. Durch die pfeilförmigen Erhebungen auf dem Außenring des Navikeys lassen sich auch die Richtungstasten ohne Probleme bedienen.

Der Vibrationsalarm ist angenehm leise und auch wenn das Gerät mal auf einem Tisch liegt, scheppert es nicht laut durch die Gegend. Dafür kann das Gerät ab und zu auch nicht gespürt werden, wenn es in der Hosentasche ist. Man kann einstellen, ob das Gerät nur klingeln, vibrieren, beides gleichzeitig oder zuerst vibrieren und dann klingeln soll.

Wer an seinem SLVR Handyschmuck oder ein Handyband befestigen möchte, findet an der rechten oberen Ecke eine Öse dafür. Da diese nicht zu klein ist und der innere Führungsweg gerundet ist, ist ein befestigen der Gegenstände auch ohne Hilfsmittel mit etwas Fingerspitzengefühl möglich.

Sprachqualität & Empfang

Auch die Sprachqualität ist so qualitativ hochwertig wie die Verarbeitung des Gerätes. Egal ob normal oder über die integrierte Freisprecheinrichtung des SLVR telefoniert wird, es wird ein klares und rauschfreies Signal übertragen. Auch bei Nebengeräuschen wie Straßenlärm oder den Hintergrundgeräuschen einer Fußgängerzone gibt das Gerät die Stimme ohne Probleme klar und deutlich wieder. Dies gilt auch für den Gesprächspartner, welcher sich auf der anderen Seite der Leitung befindet.

Während eines Gespräches lässt sich die Lautstärke einfach über den Wipptaster an der linken Geräteseite ändern. Unabhängig davon ob mit oder ohne interne Freisprecheinrichtung telefoniert wird, hier kann aus acht verschiedenen Lautstärkestufen gewählt werden.

Der Empfang ist in den D- und E-Netzen sehr gut. In den Geräteeinstellungen lässt sich die Region für die Auswahl der Netzfrequenzen aus folgenden Punkten wählen: Automatisch, 850/1900 und Europa/Asien, was dem deutschen Standard von 900 und 1800MHz Sendeleistung entspricht.

Auf der Homepage von Motorola wird eine Gesprächszeit von 400 Minuten angegeben, was etwas mehr als 6 Stunden entspricht. Als Stand-By Zeit bei normaler Benutzung gibt Motorola 350 Stunden an, was rund zwei Wochen entsprechen soll. Durch die genauere Akkuanzeige die sich im Gerätemenü befindet lässt sich ungefähr abschätzen, dass das Gerät zumindest mit einem gepflegtem Akku diese Daten auch erfüllen kann.

Display & Kamera

Im Motorola SLVR ist ein TFT-Display mit einer Auflösung von 176 x 220 Pixeln verbaut. Auf diesem werden 262.144 Farben dargestellt. Unter dem Zentimetermaß misst das Display etwa drei Zentimeter in der Breite und 3,75 Zentimeter in der Höhe. Auf jeder Seite kommen dann nochmals zwei Millimeter schwarzer Rand dazu. Die Farbwiedergabe des Displays ist genau und das Display ist scharf, es gibt keine verschwommenen Übergänge und das dargestellte Bild wirkt weder matt oder pixelig.

Wird das SLVR unter eine starke Lichtquelle gehalten blendet das Display eher, als dass etwas von ihm abgelesen werden könnte. Dies muss in Kauf genommen werden, wenn ein Handy ausgewählt wurde, welches mit einem leichten Glanzfilm überzogen ist. Im Dunkeln hingegen lässt sich das Display ohne Probleme ablesen.

Wem dies aber zu Hell sein könnte, der kann in den Einstellungen die Displayhelligkeit mit sieben verschiedenen Stufen variieren. Die Beleuchtungsdauer des Displays kann zwischen 20, 40 und 60 Sekunden gewählt werden. Unter "Display-Timeout" lässt sich zwischen "Aus", "1 Minute" und "2 Minuten" wählen, damit wird eingestellt, wann und ob das Display komplett abgeschaltet wird, um Akku zu sparen.

Als Begrüßungsanimation ist bei unserem Testgerät wegen dem Branding eine E-Plus Animation voreingestellt. Diese lässt sich auch nicht verändern. Zusätzlich zu dieser Animation lässt sich aber noch eine frei einstellbare Begrüßungsnachricht mit bis zu 32 Zeichen einblenden. Im Einstellungsmenü für das Wallpaper lässt sich auswählen, welche Datei als selbiges genutzt werden soll, und ob das Bild zentriert, Display ausfüllend oder auf den Bildschirm angepasst angezeigt werden soll. Als Screensaver lässt sich auch eine Bilddatei oder Animation auswählen, die nach der Zeit von einer oder zwei Minuten eingeblendet, oder aber komplett deaktiviert wird. Falls die Displaybeleuchtung aber schon automatisch abgeschaltet ist, schaltet sich diese für den Screensaver nochmals erneut ein.

Für den Standby-Bildschirm lässt sich festlegen, mit welchem Programm oder welcher Option die beiden Softkeys und die Richtungstasten des Navikeys belegt werden sollen. Hier lässt sich standardmäßig aus 48 Optionen wählen. Hierbei sind die vorinstallierten Spiele mit inbegriffen. Je nachdem welche Programme installiert sind oder ob die SIM-Karte ein extra Informationsmenü anbietet, kann die Anzahl der Optionen variieren. Zusätzlich lässt sich einstellen, ob die Belegung der vier Navikeytasten im Display angezeigt werden soll. Das Layout des Netzbetreiberschriftzuges und der Uhrzeit sowie des Datums lässt sich aus den Punkten "Linksbündig" und "Zentriert" auswählen.

Wird die Kamera des Gerätes aktiviert, fungiert das Display als Sucher. Im unteren Drittel des Displays werden Informationen wie Zoomstufe, verbleibender Speicher und Belichtung angezeigt. In den oberen zwei Dritteln wird das Bild angezeigt, welches die Kamera aktuell aufnimmt. Es wird das Bild angezeigt was im Endeffekt auch abgespeichert wird. Bis der Kameramodus gestartet ist vergehen rund zwei Sekunden. Wird der Auslöser aktiviert dauert es etwa drei Sekunden bis das Bild gespeichert ist. In den Einstellungen lässt sich ein Selbstauslöser mit fünf oder zehn Sekunden wählen. Unter der Einstellung "Lichtverhältnisse" kann zwischen Automatisch, Sonnenschein, Bewölkt, Innen (zu Hause), Innen (Büro) und Nacht gewählt werden. Die Auflösung lässt sich aus den Punkten MMS (160 x 120), Mittel (320 x 240) und Hoch (640 x 480) wählen. Das Auslösergeräusch kann entweder abgestellt oder aus sechs voreingestellten Tönen gewählt werden.

Genauso wie die Kameraanzeige ist auch die der Videofunktion gestaltet. Vor der Aufnahme lässt sich der Digitalzoom einstellen. Während der Aufnahme kann dieser jedoch nicht verändert werden. In den Setup-Einstellungen der Videokamera lässt sich einstellen, ob die Aufnahmelänge auf 15 Sekunden beschränkt werden soll oder nur noch Speicherplatz abhängig sein soll. Die Lichtverhältnisse lassen sich aus denselben Punkten wählen, wie sie bei der normalen Kamera vorhanden sind.

Die Auflösung lässt sich aus Niedrig (128 x 96) und Hoch (176 x 144) auswählen. Im letzten Einstellungspunkt kann gewählt werden, ob der Ton mit aufgezeichnet werden soll.

Ist eine Speicherkarte im Gerät, kann der Speicherort auch zu dieser verlegt werden. Somit lassen sich mehr Bilder und längere Videos aufzeichnen. Die Bilder werden im JPG-, die Videos im 3GP-Format aufgezeichnet. Die Farben der Fotos sind matt und leicht verschwommen. Das ganze Bild ist von einem Mattschleier überzogen. Genauso verhält es sich bei den Videos. Diese sind noch etwas stärker verpixelt und bei Bewegungen stockt das Bild.

OS & Bedienung

Das Hauptmenü kann entweder in einer Iconansicht mit drei Icons in der Höhe und drei Icons in der Breite angezeigt werden, oder in einer Listenansicht. Dabei lässt sich die Reihenfolge der Icons sowie die der Liste frei verändern. Auch in den Untermenüs lässt sich die Reihenfolge der Punkte frei verändern. Die einzelnen Menüpunkte sind mit einem aussagekräftigen Titel bestückt und es findet sich unter diesen auch das, was darunter vermutet wird. Die Menüebenen für die Einstellungen sind kurz gehalten und leicht verständlich. Durch die Symbole die sich vor den Titeln befinden ist die Orientierung auch hier vereinfacht worden. Durch die frei festlegbare Menüstruktur kann der Weg um z.B. eine SMS zu schreiben variieren. Sobald der Benutzer aber im Mitteilungsmenü ist, muss nur noch der Punkt "Neue Nachricht" angewählt werden und dann kann "Neue SMS" ausgewählt werden. In den Standardeinstellungen des Gerätes liegt das Mitteilungsmenü auf der oberen Richtungstaste des Navikeys. Über das Menü sind es - im Auslieferungszustand des Gerätes - sechs Tastenbestätigungen die ausgeführt werden müssen, um eine SMS zu verfassen.

Wie vorher schon erwähnt lassen sich die vier Richtungstasten des Navikeys, die beiden Softkeytasten an der oberen Seite der Tastatur sowie der Smartkey an der linken Geräteseite frei belegen. Während eines Gespräches funktioniert von den Schnellwahltasten nur noch der Smartkey. Über den mittleren Menüsoftkey gelangt der Nutzer in ein Menü, welches großteils dem Hauptmenü entspricht, aber immer in einer Listenansicht dargestellt wird. Die Schriftart und Schriftgröße des Menüs lässt sich nicht verändern, ist aber in der Standardeinstellung schon gut und klar abzulesen.

Für die Übermittlung der Rufnummer lässt sich einstellen, ob diese angezeigt oder ausgeblendet werden soll, oder ob der Netzstandard ausschlaggebend für diese Einstellung ist. Es lässt sich im Menü auch einstellen, ob die Rufnummer für das nächste Gespräch angezeigt oder ausgeblendet werden soll. Im Hauptmenü finden sich unter dem Hauptpunkt "Letzte Anrufe" die Anruflisten für "Empfangene Anrufe" und für "Gewählte Rufnummern".

Während des Schreibens einer SMS unterstützt das Handy den Benutzer mit der so genannten iTAP Schreibhilfe. Diese kann in zwei Sprachen gleichzeitig aktiviert werden. Sobald drei Buchstaben des Wortes geschrieben sind, gibt das Handy Vorschläge zu den Wörtern, welche am wahrscheinlichsten getippt werden sollen. Diese Schreibhilfe steht in acht Sprachen zur Verfügung. Über das Menü lässt sich Text aus anderen Nachrichten kopieren und in einer neuen SMS einfügen. Die maximale Länge einer SMS beträgt 450 Zeichen. Als verschiedene Eingabemodi stehen Text, Numerisch und Symbolisch zur Auswahl. Im SLVR werden zehn SMS-Textvorlagen mitgeliefert.

Der MMS-Editor zeigt, zumindest vor dem Einfügen von Elementen, das gleiche Bild wie der SMS-Editor. Über das Menü lassen sich Bilder, Sprachaufzeichnungen, Sounds, Videos, Kontakte, die SMS-Textvorlagen oder MMS-Vorlagen einfügen. Beim SLVR werden ab Werk drei MMS-Vorlagen mit den Themen "Happy Birthday", "Ich liebe Dich" und "Dankeschön!" mitgeliefert. Die Anzeigedauer für eine MMS-Seite lässt sich frei zwischen einer Sekunde bis zu einer Minute wählen. Über den Menüpunkt "Informationen" lassen sich die aktuelle Größe, die Empfänger und die Seitenzahl der MMS anzeigen. Die Textunterstützung und die Eingabemodi sind dieselben wie im SMS-Editor.

Nach der Konfiguration der E-Mail-Einstellungen lässt sich auch eine E-Mail über den Menüpunkt "Neue Nachricht" erstellen. Auch hier zeigt der Editor das gleiche Bild wie bei SMS und MMS. Es lassen sich dieselben Dateitypen wie im MMS-Editor einfügen. Nach der Eingabe der Hauptempfängeradresse lassen sich CC- und BCC-Empfänger hinzufügen. Der Betreff der E-Mail kann maximal 59 Zeichen tragen und die E-Mail-Priorität lässt sich zwischen "Normal" und "Dringend" auswählen.

Als Audioformat spielt das SLVR mp3-, amr-, wav- und midi-Dateien ab. Lediglich bei einer mmf-Datei verweigerte das SLVR die Annahme über Bluetooth. Außer der wav-Datei ließ sich alles als Klingelton wählen. Als Videoformate spielte das SLVR 3gp- und mp4-Dateien ab. Eine mp4-Datei lässt sich auch als Klingelton wählen, wobei hier nur der Ton abgespielt und kein Bild gezeigt wird, wenn ein Anruf eingeht.

Die Tastensperre wird aktiviert, indem im Hauptmenü die Sterntaste gedrückt wird. Genauso wird sie auch mit einem Druck auf den Menübutton und dem darauf folgenden Druck auf die Sterntaste wieder entsperrt. Eine automatische Tastensperre ist im SLVR nicht integriert.

Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Das SLVR lässt sich entweder über Bluetooth oder mit einem Datenkabel mit anderen Geräten verbinden. Als Datenkabel kann ein normales USB auf USB-Mini Kabel genutzt werden, wobei hier nur ein Dateiaustausch für die Dateien auf der Speicherkarte möglich ist. Um das Handy zu synchronisieren muss die kostenpflichtige Motorola PC-Suite - die MobilePhoneTools - nachgekauft werden. Über das Kontextmenü lassen sich Bilder, Videos, Sounds und Kontakte per Bluetooth versenden.

Eine Verbindung mit einem PC, einem Nokia 9300 Smartphone und einem PDA konnten während des Tests erfolgreich über Bluetooth hergestellt werden. Auch der Dateiaustausch zwischen den einzelnen Geräten funktionierte ohne Probleme. In dem Punkt "Letzte Verbindungen" im Bluetooth Menü listet das SLVR automatische alle Geräte, mit denen eine Bluetoothverbindung zu Stande gekommen ist. auf. Hier lässt sich einstellen, ob bei weiteren Kommunikationen zwischen den Geräten der Dateiaustausch erst bestätigt werden muss, oder automatisch erfolgen darf.

Multimedia & Organizer

Wird ein neuer Kontakt angelegt und dieser wird im Telefon gespeichert, lässt sich diesem ein Kommando für die Sprachwahl zuordnen. Die Sprachwahl selbst ist aber nur über das Menü zu erreichen, wenn sie nicht auf eine Schnellwahltaste gelegt wurde. Für ein Sprachkommando gibt einen das SLVR etwa drei Sekunden Zeit. Eine Sprachsteuerung gibt es nicht.

Eine Sprachaufzeichnung gibt es im SLVR allerdings nicht. Über das Nachrichtenmenü lässt sich eine "Sprachnachricht" versenden, welche aber nicht im Gerätespeicher für Sounds abgelegt werden kann. Während eines Gespräches lässt sich das Mikrofon einfach über einen Druck auf den linken Softkey des Gerätes deaktivieren. Genau so schnell und mit demselben Prinzip ist das Mikrofon auch wieder aktiviert. Wird während eines Gespräches der rechte Softkey gedrückt, aktiviert sich die integrierte Freisprechfunktion. Sie klingt klar und deutlich und selbst in der lautesten Stufe gibt es keine metallischen Nebenklänge.

Verschiedene Profile selbst gibt es im SLVR nicht. Es gibt ein Standardprofil in dem sich eine allgemeine Ruftonlautstärke, Ruftöne für die Leitung 1 und Leitung 2, sowie für neue Nachrichten, Termine, Daten- und Faxrufe einstellen lassen. Auch die Tastenlautstärke und der Ton für die Erinnerungen lassen sich hier definieren. Über den Wippschalter kann dieses Profil dann angepasst werden, indem es in einer von sieben Lautstärkestufen aktiviert wird. Nach der Lautstärkestufe "0" folgt dann "Vibrieren" und letzlich "Lautlos".

Beim Anlegen eines neuen Kontaktes im Telefonbuch lässt sich einstellen, ob dieser auf der SIM oder im geräteinternen Speicher abgelegt werden soll. Wird im Gerät gespeichert, können einem Kontakt folgende Eigenschaften zugeordnet werden: Name, Nickname, Nummer, Typ der Rufnummer, Sprachkommando, Kurzwahlnummer, Kontaktkategorie, Strasse 1, Strasse 2, Stadt, Staat/Bundesland, Postleitzahl, Land, Geburtstag, Eigener Rufton, Anruferbild, Emailadresse sowie weitere Telefonnummern. Bei dem Typ der Telefonnummer kann aus folgenden Angaben gewählt werden: Büro, Zuhause, Hauptnummer, Mobil, Fax und Pager. Die Kategorie lässt sich aus Business, Personal, General und VIPs wählen. Während eines Gespräches ist es möglich, einen neuen Kontakt abzuspeichern. Die Telefonbuchansicht kann mit oder ohne Anruferbild erfolgen. Sortieren lässt sich die Reihenfolge nach Name, Kurzwahl-Nummer, Sprachkommando oder E-Mail-Adresse. Auch lässt sich einstellen, dass nur vorher festgelegte Primärkontakte in der Übersicht angezeigt werden.

Weniger umfassend als ein Telefonbucheintrag ist ein Kalendereintrag. Hier lassen sich Titel, Beginn, Dauer, Datum, Wiederholung und Erinnerung einstellen. Im Kalendersetup lässt sich einstellen, ob dieser in einer Monats- oder einer Wochenansicht dargestellt werden soll und wann der reguläre Tagesbeginn ist. Auch lässt sich einstellen ob, und wenn ja nach welcher Zeit, vergangene Termine automatisch aus dem Kalender gelöscht werden sollen und ob eine Erinnerung auch dann stattfinden soll, wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Eine Aufgabenliste und eine Notizfunktion sind nicht vorhanden.

Im selben Menü in dem sich der Kalender befindet, ist auch der Menüpunkt für den Wecker integriert. Hier lassen sich verschieden Alarme mit Name, Zeit, Signalton und Lautstärke einspeichern. Das aktuelle Datum und die aktuelle Uhrzeit wird auch im Standby-Bildschirm des SLVR angezeigt. Bei der Uhr kann zwischen einer digitalen und einer analogen Anzeigeform gewechselt werden. Sonstige Zeitfunktionen wie eine Stopp-Uhr oder einen Countdownzähler hat Motorola dem SLVR nicht mitgegeben.

Ab Werk werden dem Gerät zwei Spiele, ein Audio-Player und ein Passwort-Programm mitgeliefert. Im Spiel "Crazy" geht es darum, dass sich zwei Maulwurfkolonien gegenseitig versuchen zu vernichten. Es zeigt Ähnlichkeiten mit dem bekannten Spiel Worms. Im Spiel "Rebels" steuert der Benutzer ein Raumschiff, und muss sich durch verschiedene Weltraumwelten durchspielen. Mit dem Programm "Safe" lassen sich Bankdaten, Kreditkartendaten, Passwörter, Kontakte oder Homepagedaten im Gerät so schützen, dass sie nur noch mit einem extra Passwort abrufbar sind. Der "Digital-Audio-Player" ist der von Motorola integrierte Musikplayer des SLVR.

Wer sich zusätzlich zum SLVR noch eine TransFlash-Speicherkarte gönnt, der kann das Gerät über ein normales USB-Kabel mit dem PC verbinden und Musikdateien auf die Speicherkarte übertragen. Hierbei wird das Gerät als ganz normaler Wechseldatenträger erkannt. Im Digital-Audio-Player lassen sich diese Musikdateien nach Künstler, Alben, Titel oder Genres anzeigen. Es können aber auch Playlists angelegt werden. Mehr als die Dateien abspielen kann das Programm aber auch nicht. Es gibt keine Klangspektren, bei denen der Benutzer die Höhen- und Tiefeneinstellungen festlegen könnte. Das einzige was eingestellt werden kann, ist eine zufällige Wiedergabe und eine Wiederholung, sobald alle Titel durchgespielt wurden. Die Soundausgabe erfolgt über den auf der Rückseite des Gerätes integrierten Lautsprecher. Nachteil: Sobald das Handy auf einem Gegenstand liegt, klingt alles etwas dumpf.

Fazit


"Eine außergewöhnliche Erscheinung. Schlankes Styling und innovative Features perfekt vereint. Ausgestattet mit allem, was zählt – ob Business oder Privat. Ultraflach. Ultrascharf." Mit diesen Zeilen wirbt Motorola aktuell auf seiner deutschen Homepage für das SLVR L7. Diesem Werbeversprechen kann nur teilweise zugestimmt werden: Schlankes Styling und ultraflach – mit Abstrichen auch ultrascharf. Aber eine Kamera die lediglich VGA-Auflösung hat, verschwommene Bilder und stockende Videos aufnimmt ist schon lange kein innovatives Feature mehr. Und auch ein richtiger Businessanwender trägt seine Kontakte schon lange nicht mehr per Hand in das Gerät ein. Ohne kostenlose Synchronisationssoftware ist für dieses Klientel solch ein Gerät schlichtweg unbrauchbar. Lediglich Form und Design könen überzeugen. Daher ist das SLVR ein perfektes Zweithandy um abends mal in der Handtasche mitgetragen zu werden – nicht mehr und nicht weniger.

Falsche oder fehlende Angaben im Datenblatt (Motorola SLVR L7)?

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