Test des Motorola Rizr Z8

Einführung

Test-Datum: 04.12.2007
Software Version:
Testversion mit Branding: nein
Test-Autor: HH dem Autor Feedback senden
Gesamtwertung: 0 / 10
 
Motorola Rizr Z8: Draufsicht
Wer einen halbwegs an Handys interessierten Mitmenschen nach Motorola-Mobiltelefonen fragt, der wird häufig ein und dieselbe Antwort bekommen: „Razr, das kenn ich wohl. Haben die sonst noch was?". Diese Wahrnehmung hat einen Grund: Nach dem Erfolg des Flachmanns im Klappdesign wollte einfach kein Handy mehr richtig erfolgreich werden, sieht man mal vom F3 in Prepaid-Schachteln ab. Doch das Rizr Z8 soll das nun ändern: HSDPA, Videounterstützung und das alles basierend auf Symbian - die Amerikaner scheinen gelernt zu haben. Ob das Gesamtpaket auch hält, was die Schachtel verspricht, zeigt unser inside-handy.de-Test.

Verpackung & Lieferumfang

Motorola Rizr Z8: VerpackungAuch wenn die Schachtel eines Handys oft in Vergessenheit gerät: Bereits bei der Umverpackung haben die Designer alles in die Schachtel gesteckt, was nur möglich war. Sie öffnet sich, genau wie das Handy, wie ein Slider. Drückt man auf der einen Seite, schiebt sich der Inhalt komfortabel dem Tageslicht entgegen. Hier liegt zuoberst das Z8, darunter das gesamte Zubehör.

Wir schreiben extra vom „gesamten" Zubehör, weil man schlicht nicht mehr weiß, was man noch kaufen soll, hält man die Beigaben in Händen. Da hätten wir zum einen die Speicherkarte, die mit 512 Megabyte zwar nicht besonders groß ausfällt, aber doch schon den kompletten Spielfilm „The Bourne Identität" enthält. Außerdem ist in der Schachtel bereits ein Stereo-Bluetooth-Headset enthalten, das einmal mehr die Entertainment-Qualitäten des Z8 unterstreicht. Ansonsten erwartet den Käufer „das Übliche": Ladegerät (mit internationalem Stecker), Handbuch und Software. Der Hit ist eine Einladung, ein Althandy zu recyceln, was dem Einsender eine Gutschrift, und dem Handy zusätzlichen einen Umweltbonus einbringt. Kurzum: Hier fehlt gar nichts.

Motorola Rizr Z8: Lieferumfang

Verarbeitung & Handhabung

Motorola Rizr Z8: offenes Gerät hinten
Motorola Rizr Z8: TastaturWer beim Motorola Rizr Z8 nach einer einfach abnehmbaren Rückklappe fahndet, der wird auf den ersten Blick enttäuscht. Zerlegbar ist zunächst nichts, doch findet die SIM-Karte schon Einlass in das Handy, indem man (nach kurzem Blick ins Handbuch ist man mal wieder schlauer) die silberne Heckklappe aufschiebt, unter welcher dann doch tatsächlich nur der Einschub für die SIM-Karte zu finden ist.

Wo nun der Akku Einlass erhält, ist ohne eine weitere Konsultation des Handbuchs nicht herauszufinden. Das liegt zudem daran, dass ein Testhandy schon vorab gut gerüstet, so zum Beispiel mit vollem Akku, in der Redaktion eintrifft. Dieser gehört in den oberen Teil des Sliders, was damit als eine gelungen unauffällige Integration in das Handy zu werten ist.

Doch nun einen Blick auf das ganze Mobiltelefon. Das Handy wirkt im zusammen geschobenen Zustand wie viele andere Slider auch: Die Tasten unterhalb des Displays sind groß genug auch für dicke Finger, das große Display dominiert ganz klar des Rest des Telefons. Schlichtes Schwarz, wie vom V3i gewohnt, ist jedoch nicht so die Sache eines Multimedia-Motos. Rund um das Display verläuft ein gelbgrüner Streifen. Auch die Tasten fallen sofort ins Auge, sind diese doch im gleichen neongelb gestaltet. Die Gradwanderung zwischen cooler Neuzeit-Optik scheidet jedoch die Geister: Während das Telefon bei einigen Redaktionsmitgliedern als „Zu 90er" durchviel, sagte es anderen auf Anhieb zu. Anscheinend haben die Amerikaner ein weiteres Mal Design geliefert, das kontrovers ist, und das ist gut so. Denn ein polarisierendes Äußeres findet eher einmal einen Anhänger, als in der Masse unterzugehen. Das liefern eh genügend Hersteller.

Motorola Rizr Z8: GrößenverhältnisAuffälliger noch als die Farbgebung ist der offene Slider, denn dieser macht aus dem Z8 ein echtes Stück Design. Schiebt man das Mobiltelefon auf, so kippt der obere Teil elegant nach vorne, was es nicht nur zu einem echten Hingucker, sondern einmalig macht. Funktionell hat man dadurch keine Einbußen, ob es gefällt, bleibt einmal mehr dem Anwender überlassen.

Das Gerät selbst ist recht leicht und liegt dadurch gut in der Hand. Allerdings ist die Gewichtsverteilung ungleich geraten: Obwohl der Akku unter dem Display untergebracht wurde, ist der Schwerpunkt weit nach unten gerutscht.

Die Aufteilung der Vorderseite ist, dank der Sliderform, keinem Größenkopromiss zum Opfer gefallen. Sowohl die Tasten sind solide groß, als auch das dominante Display, das im aufgeschobenen Zustand einiges an seiner Bedrohlichkeit einbüßt. Sehr auffällig der unterhalb der Tastatur angebrachte Mikrofon-Teil, der mit einem schwarzen Gitter überzogen wurde. Alle Tasten sind gut mit nur einem Daumen zu erreichen, und haben einen gut spürbaren Druckpunkt. Der Teufel steckt nur im Detail: Um weiterhin eine homogene, glatte Oberfläche zu liefern, wurden die Tasten in die Oberfläche integriert. Diese ist jedoch im Gegensatz zum Razr nicht aus Metall, sondern aus Kunststoff, und das spürt man - leider. Denn die Tasten fühlen sich auch nach mehrtägiger Benutzung nach Plastik an, und zwar nach einem nicht sonderlich haptisch schönen Plastik.

Doch zurück zur Bedienung: In der Mitte findet man weiterhin die Navigation, die man schon seit mehreren Geräte-Generationen von den Amerikanern kennt: Ein Navi-Key in der Mitte, oben die beiden Softkeys, eine rote Taste zum Beenden und eine grüne Taste zum Beginnen der Telefonate.

Motorola Rizr Z8: Einschub SpeicherkarteRechts und links wird es knopfreich: Auf der linken Seite des Handys befindet sich der Einschub für die Speicherkarte, gleich darüber die Tasten für die Lautstärkeregelung. Auf der rechten Seite geht es mit der Schnellwahl für den Musikspieler weiter, diese wird mit einer Kamerataste und dem MicroUSB-Anschluss vervollständigt. An der Oberkante befindet sich noch eine kleine Öse zum Befestigen eines Handybandes. Die Unterkante des Handys ist frei von Anschlüssen.

Die Spaltmaße sind sehr gering und die Tasten weisen keinerlei Angriffsflächen für Schmutz und Staub auf. Das Handy wirkt sehr robust. Es scheint auch einen Sturz ohne größere Schäden überstehen zu können. Kratzer werden Sie jedoch erwarten dürfen - dafür ist die Kunststoffoberfläche vermutlich nicht stabil genug.

Motorola Rizr Z8: LadegerätDas Z8 liegt trotz des unaustarierten Gewichts gut in der Hand, die Tasten sind ohne große Verrenkungen erreichbar und auch im Dunkeln gut zu erfühlen, wenn auch, wie oben erwähnt, von seltsamem Gefühl. Blind SMS-Tippen ist möglich, jedoch ist die Erhebung auf der Taste 5 nur eine marginale Hilfe. Man ahnt mehr, auf der richtigen Taste gelandet zu sein, als es zu wissen.

Auf den ersten Blick verwirrend angelegt sind die Funktionstasten, sind diese doch so dicht an der unteren Displaykante, dass man den Eindruck hat, eher mit einem Touchscreen denn mit einer keinen Sensortaste zu werkeln. Auch wenn sich der Effekt schnell relativiert, macht er doch einiges von der Coolness des Telefons aus. Nach kurzer Zeit bedient man die Tasten blind. Immerhin ist zwischen den Tasten ausreichend Platz, um nicht aus Versehen falsch zu drücken. Der Vibrationsalarm ist gut spürbar, funktioniert auch mit Klingelton und ist zudem so angelegt, dass sich das Handy nicht vom Tisch, sondern im Kreis bewegt.

Sprachqualität & Empfang

Motorola Rizr Z8: HeadsetDie Sprachqualität und der Empfang des Motorola Z8 sind nur im Mittelwert ordentlich. Zunächst das Gute: Bei beiden Gesprächspartnern ist die Verständigung deutlich und durchgehend gut zu verstehen. Auch ist der Empfang in den GSM-Netzen solide. Motorola arbeitet noch dort gut weiter, wo andere Handys längst den Sendersuchlauf aktivieren. Doch zum ersten Mal in einem Motorola-Test fällt Schatten auf diesen sonst so makellosen Teil der Weste: Die Qualität der Sprache hat eindeutig nachgelassen. Klang beim guten alten Razr noch alles kristallklar, ist die gute Qualität nun einem dumpfen Sound gewichen, und das sowohl in Fest- als auch Handynetzen. Während des Gespräches kann mit der seitlichen Wipptaste die Lautstärke verändert werden. Mit einer Tastenbetätigung lässt sich die integrierte Freisprecheinrichtung einschalten. Auch hier ist die Verständigung deutlich besser - die Lautstärke ist auch für eine etwas lautere Geräuschkulisse in der Umgebung noch absolut praxistauglich.

Die Empfangsleistung ist, wie bereits oben erwähnt, in allen GSM-Frequenzbändern gleichmäßig gut. Verbindungsabbrüche sind wirklich eine Seltenheit beim Z8. Doch auch hier gibt es Grund zur Beschwerde: Der UMTS-Empfang lässt, vor allem in den E-Netzen, erheblich zu wünschen übrig.

Motorola Rizr Z8: Bluetooth HeadsetDie Gesprächs- und Standby-Zeiten gibt der Hersteller wie folgt an: Videotelefonie 120 Minuten, Gesprächszeit bis zu 400 Minuten / Standby-Zeit bis zu 420 Stunden.
Im Praxistest waren diese Zeiten nicht zu erreichen. Vor allem bei Nutzung der UMTS-Verbindungsmöglichkeit war nur eine deutlich kürzere Gesprächs- und Standby-Zeit möglich. Bei Mischbetrieb war eine Standby-Zeit von 150 Stunden ohne Probleme erreichbar. Die Akku-Kapazität ist damit für ein HSDPA/UMTS-Gerät im praktischen Einsatz in jedem Fall ausreichend. Als Quadbandgerät mit UMTS-, HSDPA- und EDGE-Modul steht außerdem dem Einsatz (fast) weltweit nichts im Wege.

Display & Kamera

Motorola Rizr Z8: DisplayEin Bonus ist nicht zu übersehen: Das Display ist mit seinen 240 x 320 Pixeln marktüblich hoch aufgelöst, aber gegenüber den Mitbewerbern mit 2,2 Zoll deutlich größer. Farbwiedergabe und Schärfe sind hervorragend, wer einen Pixel sehen möchte, muss schon mit einer Lupe rangehen. Die Beleuchtung ist ebenfalls exzellent, bereits bei 60-prozentiger Displaybeleuchtung bekommt man das gleiche Ergebnis wie bei anderen Herstellern, wenn diese das Display voll beleuchten. Die Helligkeit des Displays kann in sieben Stufen eingestellt werden. Der Timeout für den Bildschirmschoner kann wahlweise nach 15, 30, 45 oder 60 Sekunden aktiviert werden. Der Kontrast kann nicht geändert werden.

Auch schön: Will man die Farbdarstellungen ändern, gibt es hierfür zwei verschiedene Grundthemen: „Gloss" und „Pure". Statusmeldungen wie Netzstärke, Akku-Ladezustand, Signalisierungsart, Datum, Zeit und bei Bedarf die Homezone-Verfügbarkeit lassen sich auf dem Display oben mit einem Blick ablesen. Nach Aktivierung der automatischen Timeout-Funktion schaltet die Beleuchtung des Displays ab, zu sehen ist dann nichts mehr, auch nicht die Uhrzeit. Statusinfos können dann durch Druck auf die Lautstärke-Wippe, die seitlichen Tasten oder durch Aufklappen des Folders angezeigt werden. Schade: Eine LED-Signalisierung für Netzverbindung bzw. verpasste Anrufe ist nicht integriert. Das wäre es noch gewesen.

Sogern sich das Z8 auch als multimedialer Vorreiter präsentieren will, so mager ist seine Kamera ausgefallen. Bereits mit dem Razr lag man ja schon weit hinter den Auflösungen des Wettbewerbs zurück, nun ist es mit zwei Megapixeln ein weiteres Mal ein Stück hinter dem Markt. Mindestens drei hätten es sein sollen. Doch nicht alleine die Pixel zählen, also werfen wir einen Blick auf den Fototeil.

Motorola Rizr Z8: KameraDurch Druck auf die seitliche Taste wird die Kamera aktiviert und das Display arbeitet als Sucher. Das macht es dank 16 Millionen Farben auch wirklich gut. Diverse Einstellungen wie digitaler Zoom (achtfach) und Helligkeit werden mit dem Navi-Key vorgenommen. Über das erweiterte Einstellungsmenü können u.a. Aufnahmemodus, Aufnahmequalität und Auslösegeräusch justiert werden.

Die Einstellmöglichkeiten der Kamera sind im guten Mittelfeld untergebracht, bringen jedoch keine wirklichen Überraschungen mit. Immerhin: Die Auslöseverzögerung ist kurz genug um brauchbare Aufnahmen zu erreichen. Die Belichtung der Bilder ist gleichmäßig. Unter guten Bedingungen gelingen meist sehr brauchbare Aufnahmen. Ein Fotolicht ist bei diesem Modell leider nicht vorhanden. Aufgenommene Bilder lassen sich direkt per MMS, via Bluetooth oder E-Mail verschicken.

Das Motorola Z8 verfügt auch über eine Videofunktion. Bis zu 15 Bilder pro Sekunde können zu einem Videofilm aufgenommen und im MPEG 4 oder 3GP Format abgespeichert werden. Die Videoaufnahmen sind sehr flüssig, wirken aber grobkörnig und unscharf. Die Auflösung kann in drei Stufen voreingestellt werden. Eine maximale Auflösung von 176 x 144 Pixel ist möglich. Die Länge ist nur durch die Speicherkapazität begrenzt.

Aufgenommene Bilder und Videos werden im internen, 80 Megabyte großen dynamischen Gerätespeicher abgelegt. Der Speicher ist damit ausreichend bemessen, zumal man diesen jederzeit mit den günstigen MicroSD-Karten erweitern kann.

Motorola Rizr Z8: Schloss
Motorola Rizr Z8: Außenaufnahme
Motorola Rizr Z8: Innenaufnahme

OS & Bedienung

Motorola Rizr Z8: Menü
Motorola Rizr Z8: Profile
Motorola Rizr Z8Neuer Kontakt
Motorola Rizr Z8: Neue Nachricht
Motorola Rizr Z8: Mobile Player
Motorola Rizr Z8: Media Player
Motorola Rizr Z8: Werkzeuge
Motorola Rizr Z8: Dateimanager
Es darf gefeiert werden: Nachdem die jahrelangen Proteste gegen die langweilige und wenig intuitive Motorola-Menüführung nicht abebben wollten, kommt dieses Handy nun mit einem Symbian-Betriebssystem, und damit mit einer Schnittstelle, die sich gewaschen hat. Schick, erweiterbar und endlich in die Reihe der großen Hersteller zurückgekehrt präsentiert sich das Z8, und das sogar mit einer moderaten Hochfahr-Geschwindigkeit: Benötigen andere UIQ-Handys wie das P1i von Sony Ericsson sonst eine Minute, bis sie startklar sind, geht es im Z8 viel schneller.

Das Hauptmenü ist ein Gitterraster, wie schon bei vielen anderen Handys, die Untermenüs sind, auch das ist keine Neuigkeit, sehr variabel aufgebaut. Gewöhnlich sind die einzelnen Punkte untereinander angeordnet, die Anrufe und Optionen haben jedoch zusätzlich Registerkarten, welche sich durch horizontales Navigieren erreichen lassen. Die Weglängen sind erträglich, allerdings braucht man etwa zur Auswahl eines Bildschirmschoners mindestens acht Klicks zuzüglich der Wahl des entsprechenden Bildes.

Etwas verwirrend jedoch ist der Startbildschirm: hier sind schon im Normalzustand mehrere Menüpunkte eingeblendet: die Kontakte, „Nachricht senden", das Datum, das aktuelle Profil sowie der Zugriff auf die Musiksoftware. Das ist nicht schlimm, sondern praktisch gedacht, doch: Man denkt andauernd, man habe schon aus Versehen ins Menü geklickt. Ein Zustand, an den man sich erst noch gewöhnen muss.

Wie immer praktisch: Dem Vier-Wege-Navi-Key lassen sich wahlweise vier verschiedene Funktionen aus dem Menü zuordnen. Wie und mit welchem Programm der Nutzer den Nav-Key belegt, bleibt ihm selbst überlassen.

Die Darstellung und Größe der Schrift ist auch für ältere Menschen klar erkennbar. Über das Menü kann die Rufnummeranzeige vor dem Wählen aktiviert oder deaktiviert werden.

Besserung durch Symbian ist auch im Anrufermenü zu erkennen: Das Motorola Z8 verfügt nun über vier integrierte Anruflisten, die nach „Rufe in Abwesenheit", „Empfangene Anrufe" und „Gewählte Rufnummern" sowie eine Gesamtliste selektiert werden. Eine automatische Wahlwiederholung ist ebenfalls möglich.

Das Schreiben von Textnachrichten ist denkbar einfach. Die Eingabehilfe ist lernfähig, die Tasten gut und schnell zu drücken. Eine Anzeige klärt einen Nutzer immer darüber auf, wie viele Zeichen schon verbraucht wurden, um nicht unnötig lange und damit teure SMS zu versenden.

Das Motorola Rizr Z8 verfügt über einen E-Mail-Client, mit dem Nachrichten nach dem POP3- bzw. IMAP4-Standard abgerufen und versendet werden können. Der automatische Abruf der E-Mails kann wahlweise in Intervallen zwischen 15 Minuten und bis zu einer Stunden eingestellt werden. Doch damit nicht genug: Dank Symbian ist nun auch erstmals Push-Email nutzbar, und macht das Handy zu einem echten kleinen Smartphone. Der Wermutstropfen: Eine entsprechende Client-Software, beispielsweise für Blackberry, liefert im Regelfall der Netzbetreiber, und die gibt es (noch) nicht für das Z8.

Der User kann unter einer Sammlung von mehr als 40 vorinstallierten Klingeltönen (auch polyphon) auswählen. Jedem Kontakt lassen sich wahlweise ein individueller Rufton für Anrufe und SMS, ein Bild und eine Anrufergruppe zuordnen. Selbstgemachte Bilder und aufgenommene Melodien können ebenso einem Kontakt zugeordnet werden.

Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Motorola Rizr Z8: USB-KabelDas Wort „Verbindung" steht bei Motorola seit Jahren ganz oben auf der Liste, so auch hier: Ob GPRS, EDGE, HSDPA oder UMTS, alles hat im Gehäuse seinen Platz gefunden. Was fehlt, ist WLAN, doch dürfte das bei einem Handy dieser Größe eh eher ein Kuriosum denn ein sinnvolles Feature sein. Fazit: Alles drin, gut gemacht.

Die Datenübertragung per GPRS/UMTS funktioniert schnell und unproblematisch. Internetinhalte lassen sich problemlos abrufen und über den integrierten Opera-Browser 8.50 anzeigen.

Das Pairing und die Nutzung mit anderen Bluetooth-Geräten ist problemlos möglich. Bluetooth-Headsets, zum Beispiel das mitgelieferten Headset, arbeiten störungsfrei mit dem Motorola Z8 zusammen.

Eine Datensynchronisation von Kalender und Kontakten mit Windows-Programmen (z.B. Outlook) ist über die beigefügte Motorola MotoSync-Software ohne Probleme durchführbar. Die Datensynchronisation funktioniert sowohl mit einem XP-Rechner als auch mit einem Win2000-Rechner. Der Datentransfer über eine Bluetooth-Verbindung funktioniert ebenfalls schnell und unproblematisch. Das dauert allerdings: Wer richtig viele Kontakte rüberschaffen will, der muss einige Wartezeit mitbringen.

Ebenfalls angenehm: Das Z8 wird von Windows als externes Laufwerk erkannt, was einen Datentransfer umso einfacher macht, wobei die Datenrate mit 12 Megabit pro Sekunde auch recht ordentlich ausfällt.

Multimedia & Organizer

Dank Symbian UIQ sind nun auch in punkto Komfort neue Zeiten angebrochen. Kurz: Das Z8 kann alles, was man von einem modernen Telefon erwartet (anklopfen, makeln, halten, Konferenzschaltung, Stummschaltung - hierzu braucht nur die Sterntaste länger gedrückt werden, etc.) und noch einiges mehr. So besitzt es beispielsweise einen Sprachspeicher, der dank dynamischer Speicherung je nach Speicherplatz genutzt werden kann.

Der Kalender ist sehr umfangreich. Neben der normalen Monatsansicht bietet er auch eine Wochen- und eine Tagesansicht. Zudem können Termine mit Anfangsdatum/-zeit und Enddatum/-zeit gespeichert werden. Geburtstage werden direkt aus dem Adressbuch in den Kalender übernommen. Einzelne Termine können kopiert, verschoben oder auch via Infrarot, Bluetooth, SMS, E-Mail oder MMS gesendet werden.

Das Adressbuch kann pro Kontakt bis zu drei Nummern speichern, zusätzlich können Mailadresse, Webadresse, Bild, persönlicher Rufton, Sprachbefehl für jede Nummer, Titel, Firma, Straße, Ort, Bundesland, PLZ, Land (Straße bis Land auch noch privat), Bemerkungen und zusätzlich noch der Geburtstag gespeichert werden.

Der Haken: Wer hier nun aufgrund des Symbian-Systems einen echten Office-Begleiter erwartet, der hat sich geschnitten. Denn Office-Dokumente oder auch PDFs lassen sich weder ab Werk öffnen, noch bearbeiten.

Motorola Rizr Z8: Seitenansicht oben
Motorola Rizr Z8: Ecke oben links
Motorola Rizr Z8: Seitenansicht links
Motorola Rizr Z8: Ecke unten links

Die Alarmfunktion ist leider etwas versteckt, und findet sich in der Uhr wieder. Das macht erst einmal nichts, wenn man sie gefunden hat, doch sollten alle Nutzer, die das Feature oft mal verändern, auch wirklich darauf achten, dass sie diese Funktion auf eine Kurzwahltaste legen.

Zurück in den Organizer: Die Aufgabenfunktion dient der Speicherung von noch zu erledigenden Aufgaben oder Anrufen und speichert diese inklusive Erinnerungsfunktion ab. Nach Erledigung kann eine Aufgabe als erledigt markiert werden und steht so zum späteren Abruf bereit. Notizen können auch gespeichert werden. Zusätzlich zur normalen Textspeicherung kann eine Notiz auch im Standby angezeigt werden, damit diese nicht vergessen wird.

Der integrierte Taschenrechner beherrscht Division, Multiplikation, Addition und Subtraktion. Zudem kann das Vorzeichen gewechselt werden, Dezimalwerte werden akzeptiert und ein Wert kann in den Zwischenspeicher gelegt werden. Dieser erlischt aber mit dem Verlassen des Rechners.

Ab Werk findet der Z8-Kunde zwar nur ein Spiel, doch das hat es in sich: „Asphalt" von Gameloft ist sicherlich eines der besten Handyspiele im 3D-Autorennen, die derzeit auf dem Markt sind. Das Z8 bringt dafür auch die nötige Hardware mit, die dreidimensionale Darstellung ist einwandfrei,

Fazit

Motorola Rizr Z8: offenes Gerät Front
Mit dem Rizr Z8 hat Motorola endlich wieder Augenhöhe mit den Mitbewerbern erreicht. Auch wenn kleine Schwächen wie die etwas seltsame Haptik und die nur mittelmäßige Kamera den Weg nach ganz oben noch versperren, sind doch die Weichen gestellt. Gerade bei der Menüführung, einem der größten Kritikpunkte bislang, haben die Amerikaner nun eine Schnittstelle, die so einfach und intuitiv zu bedienen ist wie bei anderen Herstellern. Das Z8 ist, in heutigen Kategorien, eher ein Entertainer denn ein Kamera-Handy, doch ist das sicherlich ein interessanter Markt, der viele Anhänger hat. Willkommen zurück, Motorola.

Kommentar schreiben

Falsche oder fehlende Angaben im Datenblatt (Motorola RIZR Z8)?

Wenn Sie einen Fehler finden oder eine Funktion bzw. Daten kennen, die wir bisher nicht recherchieren konnten, so informieren Sie uns bitte und helfen Sie die Daten zu verbessern.

Klicken Sie dafür auf den nachfolgenden Link:

Fehler- oder Ergänzungsmeldung