Test des Motorola PEBL V6

23 Minuten

Motorola PEBL V6 - aufgeklapptMotorola hat sein Weihnachtsgeschäft 2006 unter große Schlagworte gestellt: Sanft, stylish, scharf und schnell will man mit der neuen Kollektion sein. Unter welche der Kategorien das PEBL V6 fällt, mag man dabei zunächst kaum erraten, bis man es zum ersten Mal in der Hand hatte: Sanft ist das Schlagwort, mit dem man das neue Klapphandy vermarkten möchte. Ein ganz neues Handy in den Markt zu bringen, wurde auch langsam notwendig, ist das seit über einem Jahr verfügbare Motorola RAZR doch langsam in die Jahre gekommen und bedarf allmählich einer Renovierung sowie weiterer Mitstreiter. Ob sich das zweite Bein, auf dem es sich nach Volkes Mund bekanntlich besser steht, wirklich lohnt, haben wir in unserem Testlabor ermittelt.Motorola PEBL V6 - VerpackungDas Motorola PEBL V6 setzt alles auf eine Karte: Design wird bei dem Handy in jeder Hinsicht groß geschrieben. Bereits der Karton ist, obwohl ganz in weiß, eindrucksvoll. Den Kunden erwartet ein Quader mit einer Kantenlänge von etwas über 20cm Größe. Auf der Oberseite der schneeweißen Umhüllung wurde das Motorola-Logo eingelassen, damit gar nicht erst die Frage entsteht, wer denn das Gerät hergestellt hat.

Zieht man den oberen Deckel ab, so erwartet den Neubesitzer zunächst eine Überraschung: Kein Handy, sondern ein freundlicher grauer Kielstein ist zuoberst angebracht. Die Erklärung dafür: Das aus dem englischen stammende Wort „Pebl“ bedeutet in der Übersetzung nichts anderes als „Kieselstein“. An diesen möchte auch das Handy erinnern, soll es doch Assoziationen an einen von den Gewalten des Meeres geformten Stein erinnern.

Motorola PEBL V6 - Lieferumfang

Legt man nun den Stein beiseite, so erscheint endlich auch das Handy. Je nach Beleuchtung erscheint es auf den ersten Blick wirklich wie ein mittelgroßer, wohlgeformter Stein. Unterhalb des Handys, welches in einem weiteren Karton eingelassen wurde, befindet sich ein Berg an Extras: Neben dem Handbuch und einer Kurzreferenz für Eilige findet sich dort das Ladegerät, ein Datenkabel nebst der entsprechenden Software zur Synchronisierung, sowie eine Halteschlaufe, die direkt am Handy angebracht werden kann.

Natürlich werden viele bei einem solchen Designer-Stück zunächst auf eine Tasche gehofft haben, damit das schicke Mobiltelefon keinerlei Kratzer bekommt. Dass man diese vermutlich nicht so bald braucht, möchte einem Motorola anscheinend dadurch suggerieren, dass in der beigelegten Zubehör-Liste von einer Tasche nicht die Rede ist. Insgesamt ist der Lieferumfang vollständig und sollte locker ausreichen, um den Umstieg von einem anderen Handy reibungslos vonstatten gehen zu lassen.Das Motorola PEBL V6 mag einen merkwürdigen Namen haben, doch ist dies nicht die einzige Besonderheit: Sein Design macht es auf jeden Fall unverwechselbar. Während andere Handyfirmen immer wieder optische Anleihen bei ihren Mitbewerbern erkennbar werden lassen, fährt Motorola seit dem RAZR eine sehr eigenständige Optik, die deutsche Gemüter spaltet: Entweder liebt man sie, oder man mag sie nicht leiden. Doch ist das Äußere nur ein, wenn jedoch auch ein wesentlicher Aspekt dieses Tests. Immerhin will man mit dem PEBL keine technische, sondern die Design-Oberhand gewinnen. Schauen wir einmal, ob schicke Optik auch funktional sein kann.

Motorola PEBL V6 - auseinander von vorn

Will man zum ersten Mal einen Akku und die SIM-Karte einlegen, so überrascht das Handy, da dies trotz des Designs leicht von statten geht. Normalerweise erwartet man bei einem flachen Akkudeckel einen fummeligen Verschluss, doch lässt er sich leicht abnehmen und wieder auf das Gerät schieben. Die SIM-Karte hingegen ist keineswegs arbeitsintensiver, schiebt man sie doch leicht mit dem Finger in den dazu vorgesehenen „Schlitten“. Der Akku selbst ist auch einfach einzulegen und herauszunehmen, hat man einmal die Stelle gefunden, an der man ihn packen kann. Diese befindet sich genau in der Mitte.

Motorola PEBL V6 - auseinander von hinten
Motorola PEBL V6 - größeObwohl filigran gearbeitet, bekommt man bereits nach kurzer Zeit den Eindruck, dass das PEBL erstaunlich viel aushält. Einem Wurftest wollen wir es nicht unterziehen, doch macht es einen erstaunlich robusten Eindruck. Das mag zum einen an der guten und präzisen Verarbeitung liegen, zum anderen jedoch auch an der unglaublich guten Haptik: Nimmt man das Handy in die Hand, so möchte man es kaum wieder weglegen. Das Schlagwort „sanft“ erfüllt es in dieser Hinsicht auf jeden Fall. Übersetzt man das Wort übrigens in die Sprache der Ingenieure, so nennt sich die Oberflächen-Veredlung „Soft Touch“ und findet bei mehreren neuen Motorola-Handys Einsatz. Diese soll Motorola zufolge sehr robust sein und dem Nutzer ein angenehmes Handling vermitteln. Dabei können wir nur bestätigen, was die Marketing-Fachleute sagen. Mit „Soft Touch“ hat der amerikanische Hersteller einen echten Volltreffer gelandet. Doch kein Lachen ohne weinen: Leider hinterlässt man auf der schicken Oberfläche Fingerabdrücke, die doch deutlich ins Auge fallen.

Motorola PEBL V6 - zusammengeklappt
Motorola PEBL V6 - Verschluss offen
Motorola PEBL V6 - aufklappen
Motorola PEBL V6 - aufgeklappt

Die Spaltmaße des Handys sind äußerst gering. Alle Teile schmiegen sich an einander, das ganze Handy wirkt wie aus einem Guss. Gerade an der Scharnier-Verbindung zwischen Ober- und Unterklappe sind die Übergänge trotz unterschiedlicher Materialien geradezu fließend: Dazwischen passt kein Staubkorn mehr. Nicht ganz wird das Eindringen von Staub oder feinsten Materialien an der Oberseite zu verhindern sein: Neben der Kamera befinden sich rechts und links jeweils einen Millimeter große Schlitze, durch die etwas eindringen könnte. Würdigt man jedoch ein wenig den Schmuckstück-Charakter, so sollte man es gar nicht erst einer solchem Umfeld aussetzen. Es gehört nun mal mehr in die Großstadt und nicht in den Wald.

Schaut man sich, vermutlich wie beim Tankstopp eines neuen Autos oder Mietwagen, dann das Handy genauer an, fehlt etwas: Auf den ersten Blick verfügt das PEBL V6 über keinen Anschluss für ein Ladegerät oder Headset. Das kann natürlich nicht sein, und so entdeckt man beim Blick ins Handbuch an der Oberseite im Scharnier einen kleinen Gummi-Pfropfen, der den schon vom RAZR bekannten Mini-USB-Anschluss verbirgt. Jetzt wird es dann doch zum ersten Mal fummelig: Diesen vom Gerät abzuziehen ist echte Fingerspitzenarbeit. Zwar dürfte dies dank bis zu 400 Stunden Standby-Zeit nicht allzu oft der Fall sein, stören tut es trotzdem ein wenig.

Sehr seltsam hingegen ist das Thema Speichererweiterung: Obwohl Motorola in den Presseunterlagen darauf hinweist, man könne den mageren 5-Megabyte-Speicher mit Hilfe einer Transflash-Karte erweitern, ist davon am Gerät keine Spur zu entdecken. Nicht, dass eine mitgeliefert worden wäre, was die Verwirrung total gemacht hätte. Das Handbuch schweigt sich ebenso darüber aus wie die Kurzreferenz des PEBL. Wir müssen also davon ausgehen, dass das Gerät schlicht keine Speichererweiterung hat. Wer dennoch eine findet, der melde sich bitte bei der Redaktion und auch bei Motorola.

Die beiden mitgelieferten Zusatzkomponenten wie das Datenkabel und das Ladegerät, die am oberen Teil des Gerätes angeschlossen werden, sitzen fest und haben kaum Spiel. Entfernt werden diese genauso einfach wie angebracht: Simples Ziehen genügt. Angst vor Beschädigung ist dabei unbegründet: Alle in einander greifenden Teile sind solide verarbeitet.

Eine weitere Designspezialität liefert Motorola mit der Tastatur ab: Die Metall-Oberfläche mutet zunächst durch die sehr glatte Oberfläche mit den geschwungenen Linien zur Tastentrennung etwas seltsam an, da keine Taste gegenüber der Oberfläche erhaben ist. Die Anordnung ist hingegen klassisch Motorola: Alle Tasten liegen dort, wo man sie erwartet. In der Mitte befindet sich ein Navi-Key, der, obwohl aus Kunststoff, im gleichen Look wie der Rest der Tastatur daherkommt. Farbe auf dem Tastenfeld liefern lediglich die Anruf-Annahme- und die –Beenden-Taste. Im laufenden Betrieb nett und bei Dunkelheit unentbehrlich: Die Tasten sind im Hintergrund weiß beleuchtet, wie auch die geschwungenen Linien, die alle Tasten von einander absetzen sollen.

Die Tasten haben jeweils einen sehr präzisen Druckpunkt und fallen trotz der optischen Unterscheidung mit Hilfe der Wellenlinien recht groß aus. Verwirrend wirkt beim ersten Ausprobieren allenfalls die Tatsache, dass die mittleren Tasten „weiter oben zu sitzen scheinen als die rechts und links angebrachten. Dies ist zwar nur eine optische Täuschung, aber auch die muss man erst einmal überwinden. Entgegen anderen Mobiltelefonen machen die Tasten kein eigenes Geräusch, wenn man sie drückt. Lediglich die an- und abschaltbaren Tastentöne vermitteln den akustischen Eindruck, hier sei gerade etwas geschehen.

Motorola PEBL V6 - TastaturSieht man einmal von dem etwas eigenwilligen Tastatur-Layout ab, sind die Tasten immer gut zu treffen. Groß genug sind sie auf jeden Fall, ist doch die gesamte Fläche rund um die eingelassene Zahl eindrückbar. Doch von dem Design abzusehen ist schwierig: Auch nach einiger Eingewöhnungszeit muss man immer wieder hinschauen, um die richtige Taste zu treffen. Zwar wurde die Taste mit der Nummer „5“ mit einer kleinen Erhöhung versehen, doch hilft diese beim SMS-Tippen wenig, hat man doch eine nahezu blanke Oberfläche unter dem Daumen.

Eine echte Spezialität liefert der Klappenmechanismus: Will man das Handy öffnen, so schiebt man die Oberklappe mit dem Daumen ein wenig nach unten. Daraufhin schnellt der Mechanismus praktisch von alleine auf. Neukunden aufgepasst: Bei den ersten zwei Versuchen springt einem dabei das Handy durch die ruckartige Bewegung fast auf der Hand. Erst danach gewöhnt man sich daran, den unteren Teil ordentlich fest zu halten, um das PEBL nicht durch die Gegend springen zu lassen. Der Vorteil nach einiger Übung: Mit nur einer Hand lässt es sich, im Gegensatz zu vielen anderen Klapphandys, einfach öffnen und ein Gespräch annehmen.

Motorola PEBL V6 - größenvergleichEin kleiner Minuspunkt: Der Vibrationsalarm ist trotz der guten Verarbeitung noch leise hörbar. Im Gerät selbst scheint ein kleines Bauteil ein wenig locker zu sitzen, das leise mitschwingt. Legt man es auf einen Tisch, wird es jedoch nicht lauter: Dank der Soft-Touch-Oberfläche verbreiten sich die Bewegungen des PEBL nicht auf seine Umgebung. Einstellmöglichkeiten gibt es beim Handy viele: Neben Klingelton oder Vibration lassen sich auch beide verbinden oder zuerst ein Vibrationsalarm, und später dann ein Klingelton einstellen.

Zusätzliche Bauteile wir das mitgelieferte Handyband oder ein Umhängeband, was bei diesem Handy nicht fehl am Platze wären, lassen sich durch eine an der Oberseite eingelassene Metallöse einfädeln. Das ist kinderleicht, ist diese doch groß und abgerundet genug, um ein einfaches Anbringen und Entfernen zu gewährleisten.

Motorola PEBL V6 - liegend aufgeklappt
Motorola PEBL V6 - liegend aufgeklappt

Telefonieren ist mit dem PEBL V6 eine echte Freude: Die Tonqualität ist einwandfrei, selbst bei Verbindungen im D-Netz, die oft zu wünschen übrig lassen, kann man seinen Gesprächspartner immer klar und deutlich verstehen. Der eingebaute Lautsprecher lässt einen auch in lauteren Umgebungen oder aber mit dem Handy auf dem Tisch gut Telefonate führen. Hierbei klingt die Stimme des Gegenüber jedoch ein wenig blechern.

Die Lautstärke lässt sich während eines Telefonates an der linken Seite des Handys über einen zierlich geratenen Kippschalter justieren. Hierbei hat man die Auswahl zwischen sieben verschiedenen Lautstärke-Einstellungen. Über den gleichen Kippschalter lässt sich, wie bei Motorola üblich, auch die Lautstärke des Klingeltones festlegen.

Der Empfang ist sowohl im E-, als auch im D-Netz gut. Bei einem Test im ICE konnte es mit seinem empfangsstarken Bruder, dem RAZR, locker mithalten. Auch innerhalb von Gebäuden ist die Qualität ordentlich, erreicht dabei jedoch nur die obere Mittelklasse: Das PEBL ist kein Handy für Extremsituationen.Motorola PEBL V6 - FrontEin echter Hingucker beim PEBL ist neben seiner äußeren Erscheinung sein klares und strahlend schönes Display. Das TFT-Display liefert, wie schon beim RAZR, 262144 Farben und hat eine Größe von 176×220 Pixeln. Durch sein gestochen scharfes Bild fügt es sich gut in das auch sonst gekonnt designte Gerät ein.

Wem das Handy in der Normaleinstellung zu hell ist, dem kann geholfen werden: Insgesamt sechs verschiedene Helligkeiten lassen sich für das Display justieren, wobei bereits Einstellung Nummer 3 ziemlich hell ist und die weiteren Möglichkeiten das Handy zwar zu einer sehr effizienten Taschenlampe, jedoch nicht viel lesbarer machen. Darüber hinaus schaltet das Gerät nach 20 Sekunden in den Standby-Betrieb, die Display-Beleuchtung geht einfach aus. Dass jedoch wiederum kurze Zeit später dann der animierte Bildschirmschoner angeht, lässt den Eindruck entstehen, dass das Stromsparen nicht im Mittelpunkt bei diesem Handy steht.

Begrüßt wird man übrigens mit einem Motorola-eigenen Logo, auf Geräten von Netzbetreibern wird dies dann vermutlich den Kreationen von T-Mobile und Co. zum Opfer fallen. Das Menü lässt sich darüber hinaus mit Hilfe dreier weiterer Skins farblich modifizieren, die ein wenig Pep in das Handy bringen sollen. Das gelingt jedoch nur zum Teil, ändert sich doch an der Art der Menüführung nichts Grundsätzliches. Schriftart oder –größe kann der Anwender nicht modifizieren, was aus Gründen der Lesbarkeit jedoch auch nicht notwendig ist.

Motorola PEBL V6 - Photo schießenSchick schaut es aus, wenn man am Außendisplay die beiden Modifikationen der Uhr ausprobiert. Zwar ist es nicht farbig, sieht man einmal von der blauen Hintergrundbeleuchtung ab. Doch lässt sich hier zwischen einer digitalen oder analogen Uhrzeit-Anzeige auswählen. Die bessere Lesbarkeit gewährleistet dabei eindeutig die Digitalanzeige, da sie auf den ersten Blick klarmacht, wie rum das Handy gehalten werden sollte.

Die eingebaute Kamera ist oben in den Gehäusedeckel integriert und verschwindet fast in der abschließenden Glasplatte. Umrahmt von dem Schriftzug „4x Zoom“ stellt sie auch gleich klar, was das Maximum ihrer technischen Möglichkeiten darstellt: Die vierfache Vergrößerung von Bildern, auf die man jedoch getrost verzichten kann, handelt es sich doch lediglich um eine digitale Vergrößerung. Doch sollte man mit der „nur“-VGA-Auflösung nicht zu hart ins Gericht gehen. Schließlich kommt es, wie sich immer wieder zeigt, bei diesem Handy nicht auf technische Eckdaten, sondern auf sein Design an.

Gestartet wird der Kamera-Modus entweder durch Wahl der richtigen Menü-Taste oder aber durch einen kleinen, unten an der linken Kante angebrachten Button. Das Kamerabild wird, wie schon bei den anderen Motorola-Handys, auf dem Display angezeigt und besticht durch seine gute und feine Darstellung. Interessant die Aufteilung der Funktions-Buttons: Wählt man die seitliche Taste, so öffnet sich der Video-Modus, über die im Menü integrierte Kamera-Funktion gelangt man direkt zum Erstellen von Fotos. Da man jedoch zunächst nur das Kamera-Bild sieht, kann das einen Neueinsteiger kräftig verwirren.

Um das Bild zu machen, benötigt die Kamera weniger als eine Sekunde. Auch ist die Darstellung des gemachten Bildes auf dem Display einwandfrei, es baut sich sehr zügig auf. Will man es auch in eine kurze Formel bringen: Dieses Handy ist wie gemacht für das Versenden und Empfangen von MMS, auf das Drucken der gemachten Bilder sollte man jedoch vorerst verzichten.

Ist das Motiv erst einmal gefunden, lässt sich daran wenig ändern: Bildfunktionen sind Mangelware. Einen Sepia-Effekt oder schwarz-weiße Aufnahmen wird man hier vergebens suchen. Top ausgestattet hingegen ist die Skalierbarkeit der Lichtverhältnisse: Im entsprechenden Menü lässt sich zwischen so vielen Optionen variieren, dass man schlicht erstaunt schaut. Interessant ist dabei die Unterscheidung zwischen „Innen (zuhause)“ und „Innen (Büro)“. Erkennbare Unterschiede sind hier nicht zu erkennen. Wir machten mit der Option „automatisch“ gute Erfahrungen.

Zu guter letzt lassen sich auch die Bildgrößen modifizieren, was bei einer maximalen VGA-Auflösung zwar überflüssig erscheint, doch sollte man immer die fünf Megabyte Speicher im Hinterkopf behalten. Gerade für MMS empfiehlt sich die gleichnamige Einstellung mit einer Größe von 160 x 120 Pixeln. Geringfügig größer ist übrigens die Auflösung von Videos: 176 x 144 Pixel ist hier das Höchste der Gefühle. Die sind übrigens ganz ordentlich: Auch hier lässt sich gutes MMS-Futter erstellen und an andere Handys versenden.

Motorola PEBL V6 - Hintergrund
Motorola PEBL V6 - Einstellungen
Motorola PEBL V6 - Spiel
Motorola PEBL V6 - Spiel

Während es bislang in diesem Test nur Bestnoten hagelte, kommen wir nun zur Achillesferse des PEBL: Die Menüführung ist, typisch Motorola, ähnlich der des RAZR und seiner zahlreichen Brüder und Schwestern. Nun wollen wir nicht zu hart mit der Bedienbarkeit ins Gericht ziehen, schließlich gewöhnt man sich an vieles und nutzt ein Handy auch im Regelfall zwei Jahre, sodass man mit einigem schnell vertraut ist. Doch soll dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass einige lieb gewonnene Handgriffe von anderen Handys mit dem PEBL verloren gehen werden: Schönheit hat nun mal ihren Preis.

Die Menü-Wege beim PEBL sind theoretisch logisch aufgebaut, und wurden zum Teil gegenüber anderen Motorola-Handys noch einmal leicht renoviert. Sicherlich: Nach einiger Zeit tut man sich damit leichter, wenn man erstmal herausgefunden hat, was sich hinter welchem Menüpunkt verbirgt. Eine neue SMS kann man auf dem steinigen Menü-Weg mit vier Tastendrücken erreichen. Alternativ sollte man dazu die SMS-Taste mit dem kleinen Briefumschlag auf der Tastatur wählen: Hier ist der Weg schon mit zwei Handgriffen getan. Eine numerische Gliederung hingegen, die das Leben oft vereinfacht, weist das Handy leider nicht auf. Auch das Handbuch ist keine große Hilfe, verweist es doch schon auf den ersten Seiten darauf, dass die Menüführung des Handys anders gestaltet sein kann als auf den folgenden Seiten beschrieben. Wer sich dadurch entmutigen lässt, geht jedoch fehl: Aller Wahrscheinlichkeit nach ist diese Bemerkung nur auf Provider-Geräte bezogen, die immer ihr eigenes Menü-Süppchen kochen. Für Neueinsteiger hingegen ist eine solche Bemerkung ein Schlag ins Gesicht.

Doch der Lichtblick ist nicht fern: Im Gegensatz zu älteren Motorolas lassen sich hier drei verschiedene „Skins“ auswählen, die dem gesamten Menü eine deutlich aufpolierte Optik verleihen. Grundsätzlich ändert sich dabei zwar nichts, doch wirkt das Handy dadurch insgesamt wertiger.

Wer schon RAZR-Besitzer ist oder bereits ein anderes Motorola-Handy hatte, der wird das PEBL als leicht verständlich erleben. Umsteiger hingegen, die von Samsung oder Nokia konvertiert sind, werden zunächst einige Navigationsprobleme haben: Die beiden Softkeys des Handys wechseln fröhlich ihre Funktion, je nachdem, wo im Menü man sich gerade befindet. Eine Blind-Bedienung a la Nokia ist daher leider nicht möglich, die Tastatur schließt es darüber hinaus, wie bereits erwähnt, auch aus. Immerhin lassen sich besagte Softkeys auf dem Hauptbildschirm mit je einer beliebigen Funktion belegen, so kommt man mit einem Tastendruck ins Telefonbuch oder in jedes andere Menü. Auch lassen sich die im Handy befindlichen Programme hier verlinken. Das ist dann doch sehr praktisch.

Das Eintragen der Nummern ins Telefonbuch ist kein leichtes Unterfangen: Mal ist die Bestätigungstaste links, mal rechts. Hat jemand mehrere Nummern, so ist das auch kein Problem, lassen sich doch insgesamt 2000 Namen mit den jeweiligen Nummern im Gerät abspeichern. Allerdings verteilen sich diese dann auf verschiedene Anrufernamen, und können nicht einem Namen hinzugefügt werden.

Motorola PEBL V6 - aufgeklappt
Motorola PEBL V6 - aufgeklappt

An der Schriftgröße und -Art lässt sich, wie von Motorola gewohnt, nichts ändern. Die Darstellung ist lediglich bei Eingabe einer neuen Rufnummer ziemlich groß und füllt fast das halbe Handydisplay. Bei Anrufen wird der Name der Anrufers auf dem Außendisplay angezeigt, dies jedoch recht klein. Größer kann es auch nicht werden, ist dies doch rein physikalisch begrenzt. Hier fiel leider die Funktionalität der Design-Fraktion zum Opfer.

Die Rufnummernunterdrückung beim PEBL funktioniert problemlos, auch hat man die Möglichkeit, seine eigene Rufnummer nur für einzelne Gesprächspartner oder eventuell nur für den nächsten Anruf zu verbergen. Hierfür wählt man nach Auswahl der Rufnummer und vor dem Anruf das Handy-eigene Menü aus, und wählt ID verbergen. Schon erscheint die eigene Nummer nicht beim kommenden Anruf.

Alle oben befindlichen Menütasten lassen sich übrigens, mit Ausnahme von Nachrichten und WAP, mit anderen Funktionen belegen. Das ist erfreulich, kann man sich doch auf diese Art seine ganz individuelle Menüführung zusammenbauen. Auch kann die Video-Funktion auf dem seitlichen Smartkey (nicht zu verwechseln mit Softkey) gegen eine andere ausgetauscht werden.

Die Anruflisten des Motorola PEBL sind lediglich über das Menü zu erreichen. In der obersten Menü-Ebene findet sich ein Icon mit dem passenden Namen „letzte Anrufe“. Dort wird man neben den empfangenen und getätigten Anrufen auch über die Gesprächszeit des Handys wie auch die entstandenen Gebühren informiert, sofern man diese Daten selbsttätig eingepflegt hat. Lohnen wird sich das jedoch wohl nur für Kunden von simyo und Co.: Gerade mal ein Preis rund um die Uhr lässt sich hier eingeben, für fast jeden Vertragskunden ist somit die Eingabe nichts sagend.

Motorolas Gegenstück zu t9 nennt sich auch in diesem Telefon iTap und ist für Neueinsteiger recht schnell erlernbar. Anders bei Nokia- oder Samsung-Überläufern, die werden gehörige Schwierigkeiten damit haben. Grund dafür: Man muss bereits während des Tippens eines neuen Wortes die Korrektur-Buttons am unteren Rand verwenden. Dadurch dauert die Eingabe bis zu drei Mal so lange wie bei anderen Handys. Neue Wörter nimmt immerhin der interne Speicher auf, doch löschen sich nach einiger Zeit die ältesten wieder aus dem Speicher, wenn fleißig neue eingetippt werden. Es kann also sein, dass ein häufig verwendetes Wort nach einiger Zeit wieder neu erlernt werden muss. Wie viele Wörter abgespeichert werden können, darüber schweigen sowohl Handy als auch Handbuch.

Motorola PEBL V6 - aufrecht offenSo „einfach“ wie eine SMS ist auch eine MMS oder aber auch Email zu verschicken. Für beide ist unter „neue Nachricht“ eine eigene Option eingebaut worden, die den Versand einer Mitteilung mit Anhang ermöglicht. Wer jedoch nicht sofort seinen Email-Client im Handy mit allen nötigen Informationen versieht, der sollte in dringenden Fällen auf die MMS zurückgreifen: Diese sind bereits ab Werk verwendbar. MMS haben nur leider einen kleinen Haken: Bereits bei 100 KB Größe ist hier Schluss: Mehr als ein VGA-Bild bekommt man in der Nachricht nicht unter.

Das Motorola PEBL erlaubt die Verwendung von MP3-Klingeltönen. Das klingt zunächst wenig spektakulär, ist jedoch wichtig, wirft man einen Blick auf das mitgelieferte Soundmaterial: Dieses ist, freundlich formuliert, bescheiden. Jedem Neukunden sei daher zu einem oder am besten gleich mehreren Downloads alternativer Klingeltöne geraten, die es ja glücklicherweise nicht nur als Abo, sondern auch im Prepaid-Tütchen gibt. Alternativ ist es möglich, per Bluetooth neue Lieder vom PC aufzuspielen. Viel Platz ist dafür aufgrund der mageren fünf Megabyte Speicher zwar nicht, aber wer braucht schon 20 verschiedene Klingeltöne?

Eine Tastatur-Sperre sucht man vergebens. Doch ganz ehrlich: Bei einem Klappenhandy ist diese auch mehr als überflüssig. Immerhin werden alle relevanten Tasten verdeckt, wenn das Handy geschlossen ist. Da auch die Kamera nur im aufgeklappten Zustand aktiv ist, und das Außendisplay nicht verwendet, kann also nichts passieren. Und aufgeklappt gehört das kleine Schmuckstück nun wirklich nicht in die Jacken- oder Hosentasche.

Motorola PEBL V6 - Ladeklappe offen
Motorola PEBL V6 - mit Ladekabel

Verbindungen zur Außenwelt lässt sich mit dem Motorola PEBL leicht aufnehmen. Zum einen verfügt es über eine integrierte Bluetooth-Schnittstelle, um Dateien auch zu anderen Handys oder aber auch PCs übertragen zu können. Diese findet sich im Gegensatz zu älteren Motorola-Handys nicht mehr in einem Menü namens „Verbindungen“, sondern ist direkt über das Menü erreichbar. Hier gibt man schnell einmal das Handy für eine Minute frei, länger würde es sich aufgrund des hohen Stromverbrauches auch nicht lohnen.

Dank der kabellosen Verbindung lässt sich schnell und einfach auch weiteres Zubehör oder aber ein PC andocken. Die getestete Verbindung zu einem Headset funktionierte einwandfrei, auch kann man Daten locker mit einem PC abgleichen. Hier kommt dann auch gleich die mitgelieferte Software zum Tragen: Die Mobile Phone Tools 3.0 liegen in Vollversion bei und ermöglichen einen reibungslosen Abgleich über Windows. Doch auch Mac-Anwender können damit arbeiten: Die System-eigene Synchronisations-Software iSync verbindet problemlos, tauscht jedoch nur Kalender-Daten und Telefonnummern aus.

Die zweite Verbindung zur Außenwelt neben der Telefonie ist einfach über WAP zu realisieren. Da jedoch das Display aufgrund seiner Größe nicht allzu viele Daten freigibt, ist es kein allzu großes Vergnügen: Sehr schnell ist man am Limit und beendet so manche mobile Internet-Session.

Motorola PEBL V6 - unten
Motorola PEBL V6 - schräg
Motorola PEBL V6 - schräg
Motorola PEBL V6 - unten
Motorola PEBL V6 - schräg
Motorola PEBL V6 - schräg

Auch in punkto Komfort will Motorola Punkte holen: Das PEBL unterstützt sowohl die Sprachwahl von im Handy einprogrammierten Nummern, als auch die direkte Anwahl von Rufnummern mit Hilfe der Rufnummernwahl per Stimmeingabe. Diese scheint jedoch eher ein Technik-Beispiel, kann man doch Nummern meist schneller per Tastatur eingeben. Ebenfalls auf die Stimme hören die Kamera, die Mailbox, die Wahlwiederholung sowie die Liste der empfangenen Anrufe.

Fett ist auch das Telefonbuch: Bis zu 2000 Telefonbucheinträge soll der schwarze Kiesel aufnehmen. Zwar ist auf den ersten Blick bereits nach der ersten Nummer Schluss, doch lohnt sich der Blick ins Eingemachte: Bei Nummern, die im Handy-internen Telefonbuch untergebracht sind, können jede Menge Informationen untergebracht werden: Neben der vollständigen Adresse lassen sich dort auch ein Geburtstag, eine Email-Adresse oder aber ein persönlicher Klingelton unterbringen. Darüber hinaus lassen sich Kontakte einer von fünf Gruppen zuweisen, die wiederum besonders präsentiert werden.

Profile hingegen, mit denen man sein Handy der jeweiligen Umgebung anpassen kann, sucht man lange: Die Lautstärke der Klingeltöne lässt sich nur, wie bei Motorola bekannt, über den auf der linken Seite angebrachten Kippschalter verändern, oder aber durch längeres Drücken der #-Taste ganz abschalten. Vibrieren möchte das Handy dann jedoch nicht, es bleibt einfach so ruhig wie ein Fisch.

Die so genannten „Office-Tools“ sind, obwohl recht mager im ersten Erscheinungsbild, nicht ohne: Der Kalender ist recht gut sortiert, lassen sich doch dort einfache und wiederkehrende Termine einfach und schnell unterbringen. Auch beherrscht er eine Wiederholungs-Funktion, die bei wöchentlichen Treffen zur Anwendung kommen kann. Sehr praktisch: Mit nur einer Taste kann der Anwender zwischen der Wochen- und Monatsansicht hin und herschalten.

Der Taschenrechner wirkt ebenfalls mager, doch lohnt auch hier der Blick in seine Optionen: Mit nur einem Handgriff verwandelt sich dieser in einen Währungs-Umrechner. Das ist dann zwar schon alles, doch da das PEBL eher auf eine Shopping-Tour nach Paris als auf ein Geschäfts-Treffen in London gehört, sehen wir darüber natürlich hinweg.

Immer wieder gut: Der Wecker, bei dem sich auch unterschiedliche und damit mehrere Weckzeiten eingeben lassen, weckt auch, wenn das Handy ausgeschaltet ist. Zur Auswahl stehen dabei alle im Handy befindlichen Klingeltöne, bei denen jedoch, wie schon erwähnt, eher die Masse als die Klasse obsiegen konnte. Es ist kein großes Vergnügen, abends im Hotelzimmer nach einem geeigneten Klingelton zu fahnden und dabei die umliegenden Zimmer mit einzubeziehen.

Ab Werk haben die Amerikaner das PEBL mit gerade Mal einem Spiel ausgestattet, damit einem unterwegs nicht langweilig wird. Viel Tiefe sollte man dabei nicht erwarten. Bei „Rebels“ setzt man auf die Jagd nach Außerirdischen Raumschiffen an. Ob das lange für Spielvergnügen sorgen wird, stellen wir einmal in den Raum. Da alle Anwendungen über eine Java-Engine betrieben werden, lassen sich natürlich beliebige andere Anwendungen hinzufügen.Das Motorola PEBL erhebt im Gegensatz zu anderen aktuellen Handys nicht den Anspruch, das am besten ausgestattete Mobiltelefon zu sein. Seine Stärken liegen ganz klar im Design und seiner einfachen Handhabung, vorausgesetzt, man benutzt nicht zu viele Menüebenen: Die Tastatur ist groß und sehr leicht bedienbar. Was es so besonders macht, ist die Soft-Touch-Oberfläche. Selten konnten wir ein Handy testen, das derart der Hand schmeichelt wie das neue Klapphandy von Motorola.

Wer also in einem Handy als täglichem Begleiter nicht nach technischem Wunderwerk, sondern nach einem Schmuckstück für den Tagesgebrauch sucht, der sollte beim PEBL auf jeden Fall zulangen. Exklusivität wird man jedoch damit nicht erreichen: Es steht zu erwarten, dass der Kunde damit nicht alleine bleiben wird: Bei einem Preis von 369 Euro ohne Vertrag dürfte es schnell eine große Reihe von Freunden finden. Schließlich sind Megapixel nicht alles. Und das ist auch gut so.

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Eine Kamera der ARD

Europäischer Gerichtshof: Der deutsche Rundfunkbeitrag ist rechtens

Das Thema Rundfunkbeitrag wurde bereits früher in den deutschen Gerichten behandelt. Zuletzt entschied das Landgericht Tübingen in zweiter Instanz, dass der Rundfunkbeitrag gegen das Unionsrecht verstößt. Nach kurzer Freude für die Beitrags-Gegner nun die Entkräftung: der deutsche Rundfunkbeitrag ist rechtens, sagt der Europäische Gerichtshof.
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