Test des Motorola MPx200

Einführung

Test-Datum: 13.12.2004
Software Version: Windows Mobile 2002
Testversion mit Branding: nein
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Gesamtwertung: 0 / 10
 
Das Tri-Band-Handy MPX200 des Mobilfunkherstellers Motorola ist eines der ersten SmartPhones, mit dem Mircrosoft Betriebssystem Windows Mobile. Was das stabile Klapphandy alles kann, welche Merkmale uns überzeugen und welche Schwachstellen uns auffielen zeigt der inside-handy-Test.

Motorola MPX200 - Aussenansicht

Verpackung & Lieferumfang

Uns wurde das Gerät vorab in einem neutralen weißen Karton geliefert. Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Gerät selbst ein Benutzerhandbuch, ein passendes Ladegerät, eine Software-CD und ein USB Datenkabel. Im Verkauf wird auch eine Ledertasche beigelegt.

Motorola MPX200 - Handy Akku und Akkuabdeckung

Verarbeitung & Handhabung

Motorola MPX200 - Seitenansicht
Motorola MPX200 - Seitenansicht
Motorola MPX200 - Seitenansicht
Motorola MPX200 - Seitenansicht
Um das Motorola-Handy in einen betriebsfähigen Zustand zu versetzen, bedarf es weniger kurzer Handgriffe. Das Öffnen und Schließen des Akkudeckels gestalten sich sehr ebenso einfach, wie das Einlegen der SIM-Karte.

Das MPX200 macht schon von außen einen eleganten Eindruck. Die Außenteile für die es keine Wechselschalen gibt sind glänzend schwarz. Der Metallkern, der beim Aufklappen sichtbar wird unterstreicht die Hochwertigkeit des Gehäuses ebenso, wie die silberglänzenden Innenelemente. Nur am Akkudeckel sollte der Hersteller ein wenig nachbessern. Er wirkt ein wenig labil und ist nicht kratzfest. Das Handy ist auch zugeklappt nicht besonders klein und gehört auch nicht zu den Leichtgewichten in seiner Klasse. Es wirkt dennoch nicht klobig und das Gewicht war für die Tester eher angenehm, denn man hat auch haptisch den Eindruck, dass es sich um ein stabiles und hochwertiges Business Telefon handelt, dass auch dem rauen Alltag standhält.

Im aufgeklappten Zustand liegt das Gerät sehr gut in der Hand, egal ob man nun telefoniert oder die mobilen Bürofunktionen nutzt. Der Verschluss rastet beim Schließen des Deckels hörbar. Gleiches gilt beim Öffnen, wenn die Klappe in die Betriebsposition einrastet. Einmal eingerastet macht scheint es sich fast nicht um ein Klapphandy zu handeln. In Punkto Stabilität steht es den „Nichtklapphandys“ nichts nach. Dennoch bedarf es keines Kraftaktes das Gerät wieder zu schließen. Störend sind nur die sichtbaren Fingerabdrücke die nach dem Gebrauch zum Vorschein treten.

Insgesamt ist das MPX200 sehr gut verarbeitet. Die Spaltmaße sind regelmäßig und extrem klein. Alle Anschlussöffnungen mit Ausnahme des USB/Netzanschlusses sind durch passgenaue Abdeckungen verschlossen, die auch nach Motorola MPX200 - Tastaturmehrmaligen öffnen passgenau sitzen. Sowohl das Ladekabel, als auch das Datenkabel lassen sich problemlos an das Gerät anstecken und wieder entfernen. Gleiches gilt für die Speicherkarte.

Auf der Vorderseite befindet sich ein monochromes Außendisplay, das den Benutzer über den Betriebszustand informiert. Links befinden sich ein Lautstärkeregler, die Infrarotschnittstelle und der silberfarbene Ein/Ausschalter. Rechts befinden sich ein Kopfhöreranschluss und der Steckplatz für die SD/MMC Speicherkarte. Der Anschluss für das Netzteil (USB-Kombi) befindet sich an der Bodenseite.

Das Tastenfeld ist klassisch übersichtlich angelegt. Oberhalb der Zifferntasten finden wir neben den Tasten für die Rufannahme und die Rufbeendigung vier einzelne und eine zentrale Richtungstaste für die Menüführung. In der Richtungstaste befindet sich Softkey. Die Tastatur wirkt staubdicht und wie auch Motorola MPX200 - Platz für Speicherkartedas gesamte Gerät gut verarbeitet und hochwertig. Die Anordnung ist so gestaltet, dass alle Tasten auch mit einer Hand zu erreichen sind. Der Druckpunkt der Tasten ist deutlich fühl- und - auch ohne Tastentöne – hörbar.

Aufgrund der Zweiteilung von Richtungstaste und Softkey lässt sich das Menü sehr gut zu bedienen. Ungewollte Richtungsänderungen können nicht vorkommen. Ebenfalls lässt sich nicht versehentlich beim Blättern etwas auswählen. Unterstützend ist auch der spürbare Druckpunkt der Tasten.

Sprachqualität & Empfang

Motorola MPX200 - Unterseite und SeitenansichtAuch das MPX200 hat wie die meisten Geräte von Motorola eine ausgezeichnete Sprachqualität. Weder im E- noch im D-Netz sind selbst bei schwachem Empfang kaum ein Rauschen oder andere Nebengeräusche hörbar. Das im Test zweimal aufgetretene Echo war netzbedingt.

Die Hörerlautstärke ist im Auslieferungszustand angemessen und kann auch während des Gespräches bequem angepasst werden. Die Lautstärke reicht ebenfalls aus, um das Telefon auf den Tisch zu legen und frei zu sprechen. Ein Ersatz für eine Freisprechanlage im Auto, ist die Freisprech-Funktion freilich nicht.

Motorola MPX200 - Unterseite und SeitenansichtDas MPX200 ist äußerst empfangsstark. In ländlichen Gebieten, wo die meisten Handys ihren Dienst verwehren ist es noch empfangsbereit. Lediglich die Netzeinwahl dauert etwas lange und die Netzübergabe unterbricht das Gespräch unter Umständen für einige Minuten.

Das Windowshandy ist ein echter Stromfresser. Die angegebene StandBy-Zeit des Herstellers von bis zu 110 h konnten wir im Normalbetrieb ebenso wenig erreichen wie die angegebenen 4,5 Stunden Gesprächszeit. Im Schnitt hielt der unterdimensionierte Akku (850 mAh) im Betrieb 1,5 Stunden. Für Mobile Büroanwendungen eindeutig zu wenig.

Display & Kamera

Motorola MPX200 - Display StandardansichtDas große Hauptdisplay (176x220) verfügt über verfügt 65535 Farben. Das Außendisplay dagegen ist monochrom, klein und etwas unübersichtlich.

Motorola MPX200 - Aussendisplay

Die Schärfe und die Leuchtkraft vom Hauptdisplay des Mini-Windows-Rechners sind erstklassig. Die Farbwiedergabe und die Farbbrillianz können überzeugen. Alle Konturen sind klar zu erkennen und so wird man verschmerzen, dass das Außendisplay farblos und beinahe sinnlos wirkt.

Die Lesbarkeit wird weder bei Sonneneinstrahlung noch bei Nacht beeinträchtigt. Die Beleuchtung könnte notfalls auch als Taschenlampenersatz dienen. Für die persönliche Optimierung der Darstellung gibt es sowohl für das Haupt- als auch für das Aussendisplay verschiedene Optionen.

Zur Akku-Schonung gibt es einen Stromsparmodus, welcher nach selbst eingestellter Dauer die Beleuchtung erlöschen lässt. Im Auslieferungszustand schaltet das Display nach 5 sec. ab. In diesem Zustand lässt sich nichts auf dem Hauptdisplay ablesen.

OS & Bedienung

Motorola MPX200 - Display HauptmenüNach dem Einschalten erscheinen viele Symbole im Display. Die beiden Menütasten geben den direkten Zugriff auf das Hauptmenü und den Kontakt-Einträgen. Die Windows-Menüstruktur ist ähnlich wie beim großen Bruder PC. Namen und Symbole der Ordner und Programme sind identisch und so weiß man schnell was sich hinter den einzelnen Punkten verbirgt. Lediglich die Einstellungen sind etwas verwirrend und haben kaum Ähnlichkeit mit der Windows XP Systemsteuerung. Eine Hilfe wird leider nicht angeboten, was an späterer Stelle nochmals negativ auffiel.

Benutzer ohne Windowserfahrung werden evtl. von der Programm-Liste erschlagen, die sich insgesamt auf fast drei Display-Seiten zieht. Aber wer ein wenig Blättert versteht schnell das Prinzip. Auch wenn man sich verirrt hat kommt man mit der Rück- bzw. Hometaste schnell an den Ausgangspunkt zurück. Wer Spaß an Windows gefunden hat, wird nicht lange darauf Warten weitere Anwendungen installieren zu wollen.

Motorola MPX200 - Display FotoordnerDas Windows-System läuft relativ flott und bei normaler Anwendung auch stabil. Nur mit Mühe konnten wir das System zum Absturz bewegen.

Das Wählen einer Telefonnummer geschieht komfortabel aus den Kontakten heraus oder auch ganz einfach manuell über die Tastatur. Die Anzeige im Hauptdisplay ist angenehm groß. Selbst bei einer langen Nummer ist die verkleinerte Anzeige sehr gut lesbar. Ebenfalls vorhanden sind ein Kurzwahlspeicher und eine gut funktionierende integrierte Sprachsteuerung. Die integrierte Freisprechfunktion patzte dagegen. Echos und Nebengeräusche empfanden wir als sehr störend. Einen Qualität mit einem KFZ-Einbausatz konneten wir nicht testen.

Das Versenden von SMS nachrichten ist dagegen etwas unkomfortabel, was an der mangelnden Texterkennung lieg. Da bedient man sich dann gerne den vordefinierten Textbausteinen. Dies liegt auch an der fehlenden echten Tastatur, wie sie bei einigen anderen Smartphones oder PDAs vorhanden ist.

Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Motorola MPX200 - Unterseite
Motorola MPX200 - Oberseite
Sind einmal alle Einstellungen vorgenommen worden, steht dem Surfvergnügen nichts mehr im Weg. Windowsnutzer finden sich auch mit dem mobilen Explorer schnell zurecht. Da die meisten Internetanbieter bislang nur wenig auf mobile Surfer eingehen, hilft es leider nur wenig, dass das Handy HTML-Seiten anzeigen kann. Abhilfe schafft zum Teil der Einsatz von Opera als Internetbrowser, der aber nachträglich und kostenpflichtig zu installieren ist.

Enttäuschend ist, dass das Motorola nicht über Bluetooth verfügt. So können Daten zu einem anderen Gerät oder zum PC nur mittels der vorhandenen Infrarotschnittstelle ausgetauscht werden. Dies zeigte sich im Test etwas kompliziert, da die Schnittstelle nur über eine kurze Reichweite verfügt. Die Software arbeitet aber sehr komfortabel und sicher, so dass alle Daten die von einem Laptop gesendet wurden richtig erkannt und der richtigen Anwendung zugeordnet wurden.

Richtig Spaß macht der Datenaustausch per Datenkabel und der Software ActiveSync. Hiermit lassen sich nicht nur alle Daten von MS Outlook synchronisieren, sondern von zahlreichen anderen Anwendungen. So erkennt zum Beispiel MS Autoroute ein vorhandenes mobiles Endgerät. So weit der Speicher des Motorola reicht, können so Kartenausschnitte gespeichert werden. Allerdings ist das Display auf Grund der Größe nicht als Landkarte geeignet. Besonders komfortabel ist die direkte Anbindung des Smartphones an einen MS Exchangeserver.

Eine weitere Möglichkeit Daten auszutauschen ist der externe Speicher. Im Test war leider kein Auslesegerät für einen PC vorhanden. Außerdem stellt Motorola auf der Webseite einen Modemtreiber für das MPX200 bereit.

Multimedia & Organizer

Wer das MPX200 sein eigen nennt, kann das alte Diktiergerät getrost in der Schublade liegen lassen. Aufnahme und Wiedergabe sind auch freihändig zufrieden stellend. Wer es noch komfortabler wünscht, berträgt die Soundateien einfach auf den PC und bearbeitet Sie dort weiter.

Motorola MPX200 - Display KontaktdetailsMotorola MPX200 - Kontaktübersicht

Das Telefon- und Adressbuch des MPX200 basieren auf MS Outlook. Wie beim großen Bruder können einem Namen verschiedene Telefon-, Fax- und Datennummern zugeordnet werden. Standard sind vier Rufnummern, E-Mail, Webseite, Messanger, Adressse und Photo. Die Kontakte können Kategorien zugeordnet werden. Damit lassen sich Anrufergruppen und Filterregeln erstellen. Kontakte lassen sich auch in verschiedenen Ordnern speichern. Der geübte Outlooknutzer weiß aber, dass dies zu Problemen führt. Suchfunktionen und andere Funktionen unter MS Office kommen mit verschiedenen Kontaktordnern und Unterordnern nicht gut oder gar nicht zurecht. Lieber sollte man darauf verzichten und mit Kategorien arbeiten.

Motorola MPX200 - Display Kalender mit MenüMotorola MPX200 - Display Kalender Wochenansicht

Weitere Organizerfunktionen sind die anderen aus Outlook bekannten Funktionen. Aufgaben und Termine können verschieden Kategorien zugeordnet werden. Dabei können beide Funktionen mit einer Erinnerungsfunktion gekoppelt werden. Akustische und textbasierte Erinnerungen können einmalig oder in verschiedenen Frequenzen eingestellt werden. Ebenfalls können Notizen erstellt werden. Es können ausreichend lange Kommentare gesetzt werden, die allenfalls durch den Speicher begrenzt werden. Bei den Organizerfunktionen greift das Gerät zwangsläufig auf den internen Speicher zu (11 MB freier Speicher).

Motorola MPX200 - Display Spiel SolitärNeben den Erinnerungsfunktionen, ist auch ein unabhängiger Alarm vorhanden. Dieser funktioniert auch bei ausgeschaltetem Gerät. Die Funktionen des Alarms sind allerdings rudimentär. Weitere Zeitfunktionen wie Stopp-Uhr und Weltzeit sind nicht vorhanden. Ein einfacher Taschenrechner ist vorhanden, wissenschaftliche Funktionen, wie beim großen Pedanten lassen sich nicht zuschalten.

Wer mehr mobiles Büro wünscht, muss sich zusätzliche Programme von Drittanbietern einkaufen. Dann kann das Motorola auch Excel oder Worddateien anzeigen. Ob das Sinn macht, sollte man sich allerdings vor dem Kauf fragen.

Abschalten kann man mit dem Mediaplayer. Dieser spielt in ausreichender Qualität MP3 und WMV-Dateien ab. Notfalls ist der Sound auch ohne Headset zu ertragen. Das volle Klangerlebnis erhält man, wenn man statt des Headsets einen guten Stereokopfhörer an den 2,5 mm Klinkenanschluss stöpselt. Die Klangqualität erreicht aber dennoch nicht das Niveau von MP3-Playern aller iPod. Theoretisch lassen sich auch Videos mit dem Mediaplayer wiedergeben. Dies beschränkt sich jedoch durch die Größe des Displays und vor allem der Akkulaufzeit.

Freunde von Spielen sind sicher enttäuscht. Verwinkelt, wie beim großen Bruder PC, findet sich unter Zubehör allerdings nur ein Spiel. Das altbekannte Solitär. Wer mehr will, kann sich aus dem Internet Spiele, die unter .net programmiert wurden herunterladen. Mittlerweile ist das Angebot auch an Freeware sehr groß. Selbst einen Schachsimulator haben wir gefunden. Wer auf Java-Spiele zurückgreifen möchte, muss zunächst Java installieren, was etwas mühsam ist.

Fazit

Motorola MPX200 - FrontalansichtDas Motorola MPX200 überzeugt schon beim ersten Kontakt durch sein elegantes und robustes Design. Das relativ große und kontrastreiche Display rundet den positiven Eindruck ab. Das Windows Betriebssystem ist sicher eine Frage des Geschmacks. Der Funktionsumfang und die leichte Bedienbarkeit sind auf jeden Fall nicht von der Hand zu weisen. Nur die fehlende Spracherkennung trübt das Bild im Handling. Dem einem oder anderem wird sicher auch die Kamera fehlen. Da das MPX200 in erster Linie ein Businesshandy ist und Kameras vielen Orts nicht gestattet sind, ist dies sicher eine richtige Entscheidung seitens des Herstellers. Bei Bedarf unterstützt das System auch eine externe Kamera. Ob es eine für das Gerät geben wird, war zum Zeitpunkt des Tests nicht bekannt. Der Businesskunde muss bei Connectivity- und Komfortfunktionen keine Abstriche machen. Wer sich für das Smartphone entscheidet wird sich zeigen. Es ist sicher eleganter und hat „British Understatement“, jedoch kann es keinen PDA ersetzen. Das größte Manko ist sicherlich der schwache Akku. Im Test gab er auch schon mal unter einer Stunde Betrieb auf. Da muss nachgebessert werden, wenn man auf dem hart umkämpften Smartphonemarkt überleben will.

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