Flügellahmer Gaul aus Frankreich

Datum: 15.06.2015 | Wertung: 65% | Produkt: MobiWire Pegasus
MobiWire Pegasus

MobiWire ist ein Neuling auf dem deutschen Markt. Zwar verkauft Base schon seit längerem das MobiWire Ahiga, doch mit dem Pegasus wollen die Franzosen nun richtig durchstarten. Ob sich das Smartphone mit dem Namen des berühmten geflügelten Dichter-Pferds in die Lüfte erhebt um Deutschland im Sturm zu erobern, oder ob es eine Bruchlandung hinlegt, klärt der Test bei inside-handy.de.

Das MobiWire Pegasus ist beim Blick auf die technischen Daten durch und durch durchschnittlich. Fast alles an ihm schreit nach Einsteigerklasse und so präsentiert es sich im Test in vielerlei Hinsicht auch. Trotzdem kann es ein ordentliches Ergebnis abliefern und bietet sich im Einsteigerbereich als Alternative mit Exotenbonus an.

Verarbeitung und Design

MobiWire erfindet das Rad des Smartphone-Designs mit dem Pegasus nicht neu. Die Form-, Farb- und Materialgestaltung wurde schon des Öfteren gesehen und birgt kaum Neues. Einzig die Kameraeinfassung hebt sich etwas vom Markt ab. Mit dem geriffelten Chromering als Objektiveinfassung wirkt das Pegasus sogar ein wenig edel. Das selbe Design findet sich beim Lautsprecher wieder. Dabei ist die Kamera etwas erhöht und der Lautsprecher ein wenig versenkt in das Gehäuse eingearbeitet.

MobiWire Pegasus

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    Das MobiWire Pegasus kommt im Standard-Gehäuse, jedoch...
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    ... ist die Kameraeinfassung recht elegant geraten.

Die Verarbeitung wirkt auch eher unspektakulär. Beim Material geht es vor allem um Kunststoff und Glas. Wobei der Rückdeckel, der partiell auch den Rahmen bedeckt, eher rutschig ist und ein sicherer Halt vom relativ schmalen Gehäuse-Design herrührt. Einen Fauxpas in der Verarbeitung leistet sich MobiWire trotzdem: Der Rückdeckel schließt an einer Stelle nicht komplett mit dem Gehäuse ab, beziehungsweise ist das Spaltmaß hier viel größer als am restlichen Smartphone.

Eine stabil-durchschnittliche Leistung bietet das MobiWire Pegasus in dieser Kategorie. Das Design wirkt ein wenig öde, jedoch teilt man sich hier die Langeweile mit vielen Konkurrenten. Die Verarbeitung kann nur bedingt überzeugen. Hier sollten die Franzosen schnell nachbessern – dann reicht es auch für eine bessere Wertung.

Wertung: 3 / 5

Display

MobiWire baut beim Pegasus auf ein 5 Zoll großes IPS-Display mit einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln. Das entspricht respektablen 294 ppi und einer alltagstauglichen Schärfe. Die Kontraste, der Weißwert und die Helligkeit bewegen sich im Durchschnitt des Smartphone-Marktes. Trotzdem hat Mobiwire ein gutes Display auf die Beine gestellt, das zwar etwas langsam aber sehr flüssig die Helligkeit regelt und schöne Farben bietet.

MobiWire Pegasus

Stabile Leistung: Die Blickwinkelstabilität ist aller Ehren wert, jedoch ist eine Spiegelung unübersehbar.

Dazu kommen eine ordentliche Blickwinkelstabilität und ein ausreichend abgedeckter Farbraum. Das Display ist dabei nicht weitergehend einstellbar. Eine Kontrast- oder Temperatur-Anpassung sucht man in den Menüs des MobiWire Pegasus vergeblich.

Wertung: 3,5 / 5

Ausstattung und Leistung

Mobiwire verbaut im Pegasus einen MediaTek MT6682 – der Vierkerner taktet auf 1,3 Ghz und wird von 1 GB Arbeitsspeicher bedient. Damit laufen alltägliche Aufgaben relativ flüssig, das Spiel Real Racing 3 jedoch braucht einige Zeit, um den Motor in Gang zu bringen und läuft dann auch nicht 100 Prozent rund.

Der Eindruck wird auch im Benchmarktest bestätigt. Mit einem Wert von gut 18.000 Punkten könnte zwar ein Smartphone mit Windows Phone gute Leistungen abliefern; Android dagegen ist etwas anspruchsvoller und somit verschluckt sich das geflügelte Pferdchen ab und an.

Verbindungsmöglichkeiten

FeatureJaNeinFunktion

HSPA

X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE X   Mobilfunkstandard, Down-max 150 Mbit/s
USB-OTG X   Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA   X Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC   X Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast   X Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät
MHL   X Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung   X Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version X   4.0
WLAN-Standards X   802.11 b/g/n
Qi   X Ermöglicht das kabellose Laden des Smartphones
Dual-SIM   X Ermöglicht den Betrieb von zwei SIM-Karten parallel

Die Verbindungsmöglichkeiten bereiten da schon mehr Freude. Zwar sind keine ausgefeilten kabellosen Verquickungen mit der Ladestation oder dem Auto möglich, jedoch sind LTE und USB-OTG praktische Helfer für den Alltag beziehungsweise in weiten Bereichen des Handy-Marktes noch nicht Standard. Standard sollten allerdings über 4 GB interner Speicher sein. Das Pegasus bietet gerade einmal diese Kapazität, lässt es allerdings zu, sie mit 32 GB per Micro-SD-Karte aufzublasen.

Die Telefonfunktionen haben ein paar kleine Schwächen, jedoch ist ein störungsfreies Telefonieren jederzeit möglich. Die Klangqualität des Hörers und - während die Freisprechfunktion benutzt wird - die des Lautsprechers ist jeweils mittelmäßig. Beim Kommunizieren außerhalb geschlossener Räume sollten keine Straßengeräusche oder auch entfernter Baulärm zu hören sein, da der Lautsprecher hier arg leise agiert.

MobiWire Pegasus

Schwachbrüstig: Der Prozessor des MobiWire glänzt nicht mit Superlativen

Der schwächelnde Prozessor und die zwar sinnvollen aber dann doch zu spärlichen Konnektivitätsmöglichkeiten in Verbindung mit der durchwachsenen Telefonqualität zwingen hier zum Abzug von 2 Wertungspunkten.

Wertung: 3 / 5

Kamera

Die Kameraausstattung des Mobiwire Pegasus strotzt nicht gerade vor High-End-Bauteilen. Die mit 8 Megapixel auflösende Hauptkamera verrichtet ihren Dienst beim schnellen Schnappschuss behände ohne zu brillieren. Sie brennt gerne den helleren Hintergrund aus und lässt es zumindest beim integrierten Panoramamodus an Schärfe fehlen. Dem steht die Frontkamera in nichts nach und überzeugt ebenfalls nicht mit knackscharfen Bildern.

Was die Hauptkamera mit seinem Objektiv mit einer maximalen Blendenöffnung von 1:2,0 allerdings wirklich gut macht, sind Nahaufnahmen, die mit einer recht kurzen Naheinstellgrenze auch einfach zu fotografieren sind. Hier kommen die etwas blassen aber natürlichen Farben voll zur Geltung.

MobiWire Pegasus

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    Die Kamera des MobiWire Pegasus im Test bei inside-handy.de
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    Die Kamera des MobiWire Pegasus im Test bei inside-handy.de

Die Bilder in voller Auflösung sind bei inside-handy.de gesondert gelistet

Verwunderung lösen die manuellen Einstellmöglichkeiten aus. Ein dickes Lob gibt es dafür, dass sie vorhanden sind, auch wenn sich ISO und Weißabgleich nur recht grob einstellen lassen. Kritik folgt allerdings auf dem Fuße dafür, dass sie sich im Kameramenü verteilen wie Schimmel im Käse. Verwunderlich ist auch, dass MobiWire keinen Wert auf die Funktionen in seiner Kommunikation mit dem Kunden legt.

Ein wirres Kameramenü und einige Schwierigkeiten in der Verarbeitung der Bilder sind die Schwächen der Kamera des Pegasus von Mobiwire. Die Stärken sind die Nahaufnahmen und die teilweise manuellen Einstellmöglichkeiten. Prädikat: Ausbaufähig.

Wertung: 3,5 / 5

Software und Multimedia

Android 4.4.2 KitKat ohne weitere Nutzeroberfläche konnte schon in Smartphones wie dem Motorola Moto G oder denen der Nexus-Reihe gefallen. Schlank und ohne Schnickschnack kommt das Softwarepaket daher. Ein paar Apps hat Mobiwire dann doch auf das Pegasus geladen. Darunter etwa die Spiele Spiderman und Little Big City, die sich bei Bedarf aber auch schnell löschen lassen. Doch es gibt auch spannendere Programme auf dem Pegasus zu entdecken. So bieten die Franzosen mit WPS Office eine Anwendungssoftware für verschiedene Dokument- und Tabellen-Formate.

MobiWire Pegasus

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    Die Menüs und die Software des MobiWire Pegasus im Test von inside-handy.de
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    Die Menüs und die Software des MobiWire Pegasus im Test von inside-handy.de

Dazu gibt es einen gelungenen Musik-Player, der neben dem reinen Abspielen der Musik noch mehr zu bieten hat. So kommen hier ein Equalizer und eine automatisierte Mix-Funktion zum Einsatz. Die Mix-Funktion mischt dabei die vorhandenen Lieder zu einer Playlist, die dann über den Equalizer soundoptimiert ausgegeben werden kann. Dazu kann der Sound noch mit Effekten belegt und an die Umgebung angepasst werden.

MobiWire Pegasus

Tolles Feature: Der Musikplayer kommt mit Equalizer und anderen Soundanpassungen daher

Alles in allem hat MobiWire eine gelungene Mischung aus Purismus und Vielfalt ins Softwareangebot des Pegasus gebracht. Trotzdem ist das Betriebssystem schon etwas älter und die Multimedia-Sektion, speziell der Lautsprecher, nicht ganz so begeisternd.

Wertung: 3,5 / 5

Akku

Beim 2020 mAh großen Akku ergibt sich nach einem achtstündigen Intensivtest und einem 16 Stunden andauernden Standby-Test ein zwiegespaltener Eindruck. Nach acht Stunden mit der Nutzung verschiedener stromfressender Funktionen zeigte die Tanknadel vergleichsweise schwache 30 Prozent an. Im Standby dagegen verliert das Pegasus extrem wenig Energie. In den 16 Stunden der Ruhephase bewegte sich die Nadel nämlich nicht mehr.

MobiWire Pegasus

Standhaft: Der Akku kann im Satndby durchaus überzeugen

Was das Pferdchen gar nicht mag ist, wenn man es mit Spielen zum Gallopieren zwingt. Das Dipslay und der Prozessor jubeln während der 30 Minuten mit dem Spiel Real Racing 3 ganze 20 Prozent Energie aus dem Depot. Eigentlich zu viel für eine gute Wertung. Der extrem sparsame Ruhezustand holt den Akku allerdings ein wenig aus dem Tal der Tränen.

Wertung: 3 / 5

Fazit

Da hat sich das fliegende Pferd gerade so noch gerettet. Mit 65 Prozent Wertung schrammt es harscharf an der 3-Punkte-Bruchlandung vorbei und verdient sich damit eine Gesamtbewertung von 3,5 Punkten. Das ist vor allem dem Display, der Software und der Kamera zu verdanken. Während es beim Akku, dem Gehäuse und der Leistung Federn lässt, rettet es sich mit den Kameraeinstellungen, der tollen Helligkeitsregelung des Displays und dem Audioplayer auf die Landebahn. Wer also ein unkompliziertes Smartphone mit viel Alltagstauglichkeit und wenig Allüren ins Visier genommen hat, kann hier zuschlagen.

Wertung: 3,5 / 5

MobiWire Pegasus

Pro

  • vernünftige Kameraeinstellungen
  • gute Display
  • sinnvolle Software

Contra

  • unterdurchschnittliche Verarbeitung
  • schwacher Akku
  • schwachbrüstig

Preis-Leistung

Das MobiWire Pegasus soll knapp 150 Euro kosten und ordnet sich damit im Einsteigerbereich ein. Der Eindruck, ein Einsteigergerät in den Händen zu halten, vergeht während des gesamten Tests nicht, jedoch hat man in dieser Preisklasse schon viel schlimmere Kandidaten gesehen. Als Alltagsbegleiter für Wenigtelefonierer und -surfer reichen die Leistungswerte des Mobiwire Pegasus aus; wer ambitioniertere Technik und eine intensivere Nutzung anstrebt, sollte eine Etage höher greifen und etwas mehr Geld in die Hand nehmen.

Alternativen

Der Markt der Smartphone um 150 Euro ist heiß umkämpft und es befinden sich massig Spieler auf dem Feld. Alternativen gibt es also genug. Ein ebenso 5 Zoll großer Vertreter mit purem Android wäre beispielsweise das Motorola Moto G der zweiten Generation, das allerdings in der LTE Version etwas mehr kostet.

Autor: Michael Büttner

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