Test des Medion MD97200

Einführung

Test-Datum: 13.12.2005
Software Version:
Testversion mit Branding: nein
Test-Autor: HH dem Autor Feedback senden
Gesamtwertung: 0 / 10
 
Der Lebensmitteldiscounter ALDI hat sich zum echten Schnäppchen-Allrounder gemausert: Ob Körperfettwaagen, Heim-PCs oder auch Unterwäsche, man findet beim Billiganbieter inzwischen alles, vorausgesetzt, man passt die richtige Woche ab. Denn genauso schnell, wie die Artikel erscheinen, verschwinden sie auch meist wieder aus den Regalen. Also hat die inside-handy-Redaktion Vollgas gegeben und das neue ALDI-Handy auf den Prüfstand gestellt. Dabei fiel diesmal die Auswahl leicht: Nachdem noch vor Erreichen der Kasse zwei Kunden ihr am frühen Morgen erworbenes Einsteigerhandy wieder zurückbrachten, entschieden wir uns kurzerhand für das Multimedia-Handy Medion MD 97200. Schließlich ist ja bald Weihnachten, da gönnt man sich auch mal etwas. Doch lohnt der Kauf wirklich?

Verpackung & Lieferumfang

Medion mobile MD97200 - VerpackungEines muss man einer Medion-Verpackung zugute halten: Normalerweise steht alles an Informationen drauf, was man nachher auch bekommt. So auch auf den ersten Blick beim Medion mobile MD97200: Technische Werte stehen hier, neben einer Abbildung des Handys selbst, im Vordergrund. Praktisch natürlich für die ALDI-Filiale: Das Drucken eines Produktschildes kann man sich damit sparen. Interessant ist dabei, dass man im Hause Medion anscheinend bestimmte Dinge technischer machen möchte als nötig: Gleich in der zweiten Zeile ist von einer CMOS-Kamera die Rede. Das ist zwar technisch richtig, nur sind eigentlich alle derzeit verkauften Handykameras mit der Flach-Technologie ausgestattet. Interessant hingegen ist die Tatsache, dass die Modellnummer des Mobiltelefons auf der Unterseite in kleinem Druck zu finden ist. Zugegeben: Mulitmedia-Handy klingt auch besser als MD97200.

Doch Äußerlichkeiten können trügen, hier geht es ja nicht um Schönheit, sondern um ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Das erwartet man schließlich, wenn man zu Medion-Ware greift. Öffnet man nun den Karton, so findet man dort tatsächlich all das vor, was außen beschrieben wurde: Das Handy nebst Heckklappe und dazugehörigem Akku, das Ladegerät, ein Handbuch sowie die Garantie-Karte. Doch da die Wahrscheinlichkeit, kompatibles Zubehör im Handel zu finden, verschwindend gering ist, legt ALDI gleich noch zwei Dinge oben drauf: Zum einen ein Headset, das deutlich wertiger als das Handy scheinen möchte, sowie ein Gutschein über einen Klingelton-Download bei Medion-Mobile.

Medion mobile MD97200 - Lieferumfang

Nun, da alles da und in Ordnung scheint, können wir uns daran machen, das Handy auf Herz und Nieren zu testen.

Verarbeitung & Handhabung

Black is beautiful: Nicht nur Motorola, Samsung und Sony Ericsson haben die Devise dieses Winters verstanden, auch Medion mobile springt auf den Zug auf und hat seinem MD97200 schicken schwarzen Schleiflack spendiert. Eingerahmt wird das Handy von einem Kunststoffrahmen, der in Silber lackiert wurde. Ganz klar: Die Optik ist reine Geschmackssache. Deshalb steht es uns auch nicht zu, ein Urteil darüber zu fällen. Aber auf den ersten Blick ist es schon recht ansprechend.

Medion mobile MD97200 - auseinander von vorn

Das Zusammensetzen des Handys ist ein ganz simpler Vorgang: Nach der selbst mitzubringenden SIM-Karte legt man den Akku darüber ein und bemüht sich, den Akkudeckel einrasten zu lassen. Das gelingt recht schnell und das Handy ist betriebsbereit. Bis zu diesem Punkt haben die Ingenieure noch ordentliche Arbeit geleistet. Eine mittelschwere Nötigung ist es jedoch, den Akkudeckel später wieder vom Gerät zu lösen. Eine bizarre und nicht zu dokumentierende Bewegungsabfolge aus Schieben, Drücken und schierer Verzweiflung ist notwendig, um den hinteren Teil des Handys wieder vom vorderen abzukoppeln. Die Lösung: Benutzen Sie dieses Handy, bis es kaputt ist, und schlagen sie dann damit so lange auf den Tisch, bis die SIM-Karte herausfällt. Das dürfte deutlich einfacher sein.

Medion mobile MD97200 - auseinander von hinten

Das Medion mobile MD 97200 macht einen recht soliden und gut verarbeiteten Eindruck. Gleichzeitig erweckt die spiegelnde Oberfläche gerade über dem Display den Eindruck, als könne sie schnell verkratzen. Das tat sie auch beim Testgerät prompt, durch einfaches Tragen des Handys in der Jackentasche. Das ist schon alleine deshalb ärgerlich, weil im Zubehör-Handel keine entsprechende Tasche angeboten wird. Trotzdem: Das Finish wirkt hochwertig, man kann das Handy locker zu Mitbewerbern auf den Tisch legen, ohne sich dafür zu schämen.

Medion mobile MD97200 - draufsichtDie Spaltmaße sind gering, was das Eindringen von Staub recht unwahrscheinlich macht. Die Abstände zwischen den Bauteilen befinden sich im normalen Bereich. Die schwarz unterlegten, durchsichtigen Kunststofftasten fügen sich optisch schön in das Handy ein, haben nur einen kleinen Haken: Eine Berührung darauf, und sofort erscheint ein so deutlicher Fingerabdruck, dass dieser mindestens polizeilich verwertbar ist.

In der Mitte befindet sich der zentrale Steuerknopf, im Handbuch auch als „Navigationstaste“ bezeichnet. Hier hat man schnellen Zugriff auf das mobile Internet via WAP, SMS, den Multimedia-Ordner, oder aber auch in den Zugriff auf Umgebungsprofile. Rechts und links davon befindet sich jeweils eine dynamische Menütaste, die in der normalen Umgebung den Zugang zum Menü selbst oder zu dem Adressbuch ermöglicht. Diese beiden Tasten sind jedoch recht klein ausgefallen und bedürfen des genauen „Zielens“, um sie zu treffen.

Die diversen Zusatzkomponenten wie das Datenkabel, das Headset und das Ladegerät, die am unteren Teil des Gerätes angeschlossen werden, sitzen fest und haben nur ein geringes Spiel. Zum Entfernen muss man den jeweiligen Stecker mit leichtem Druck nach unten ziehen, um dadurch die Haken des Steckers zu lösen. Angst vor Beschädigung ist dabei unbegründet: Alle in einander greifenden Teile, also Lagegerät und Headset, sind solide verarbeitet.

Die Tasten haben einen recht leichten Druckpunkt, wirken jedoch beim Bedienen recht billig. Besonders nervig ist das „Klacken“ der Tasten, das mechanisch bedingt ist und sich nicht deaktivieren lässt. Die zusätzlich in der Software installierten Tastentöne sollte man schnellstens deaktivieren, da beide zusammen das Bedienen sehr unangenehm machen

Medion mobile MD97200 - schräg liegendDie einzelnen Tasten haben eine gerade noch ausreichende Größe, verfügen jedoch über einen guten Druckpunkt. Leider ist die Taste „5“ weder erhaben noch mit kleinen Zusatzpunkten versehen, sodass eine Blindbedienung nicht möglich ist. Da hilft auch der Aluminium-farbene Rand nicht, der die mittlere Tastenreihe von den rechten und linken Tasten abtrennt. Ein weiterer Minuspunkt ist der ziemlich laut ausgefallene Vibrationsalarm. Im Opernsaal oder in Meetings sollte man ganz auf das Handy verzichten, oder zumindest auf den leisesten Klingelton überwechseln.

Wer auf Zusatz-Accessiores wie Handybänder oder Handyschmuck steht, der kann die an der oberen rechten Ecke des Handys befestigen. Hierfür findet sich eine extra angebrachte Öffnung, durch die kleine Bänder hindurchgefädelt werden können. Hier lässt sich auch das Headset anbringen, dass nicht nur optisch einem Samsung-Umhänge-Headset entspricht. Damit hat man das Handy immer griffbereit und zur sofortigen Verfügung.

Sprachqualität & Empfang

Medion mobile MD97200 - mit HeadsetDas Medion MD 97200 übermittelt einen recht guten Klang, sofern man der Gesprächspartner ist, der mit diesem Telefon angerufen wurde. Man selbst hört jedoch leider meist sich selbst, und das in doppelter Lautstärke des Angerufenen. Das Telefon hallt dabei extrem und rauscht noch dabei. Besonders empfindlich ist das Handy in einer lauteren Umgebung. Diese wird zusätzlich verstärkt über den Hörer wiedergegeben. Nicht beim Angerufenen, bei dem klingt alles einwandfrei. Nur man selbst versteht sein eigenes Wort nicht mehr. Nun ist es möglich, dass es sich bei unserem Testgerät um einen Fabrikationsfehler handelt, doch dürfte dieser auf andere Mobiltelefone ausgeweitet werden. Sollte es sich dabei um den Normalton handeln, so muss noch kräftig nachgebessert werden.

Abhilfe schafft dabei übrigens das Headset, das die Sprachqualität deutlich verbessert. Das schmucke silberne Stück schaut übrigens eher so aus, als sei es von einem Samsung-Zulieferer eingekauft worden und passt optisch eigentlich gar nicht so recht zum schwarzen Medion. Doch da es die Sprachqualität deutlich verbessert, ist dringend zu seiner Anwendung geraten.

Der Empfang ist sowohl im E-, als auch im D-Netz mittelmäßig. Gerade innerhalb von Gebäuden bricht das MD 97200 den Empfang recht schnell ab, findet aber auch nach kurzer Zeit wieder in das verlassene Netz zurück. In strukturschwachen Gebieten mit magerem E-Plus-Netz dürfte es gerade in Verbindung mit der neuen ALDI-SIM-Karte keine echte Empfehlung darstellen.

Display & Kamera

Medion mobile MD97200 - Foto machenDas Display des Handys ist der Größe entsprechend gewählt worden. Technisch handelt es sich dabei laut Handbuch um ein Farbdisplay mit 65.536 Farben und einer Auflösung von 128 x 128 Pixeln. Da man darüber schweigt, welche Art Display verbaut wurde, kann man nur mutmaßen: Aufgrund der Bewegungsverzögerungen beim SMS-Schreiben oder Spielen kann es sich dabei nur um ein STN-Display handeln. Trotzdem hat es eine ordentliche Note verdient: Alles, was man dort sieht, ist klar und deutlich erkennbar, allerdings wirken die Farben recht matt und wenig nach „Multimedia“.

Die Helligkeit und den Kontrast zu regeln gehört inzwischen zu den Normalfunktionen eines ordentlichen Mobiltelefons, und so sind sie auch im MD 97200 integriert. Insgesamt zehn verschiedene Kontraststufen sowie drei verschiedene Helligkeiten lassen sich über das Einstellungs-Menü regulieren. Ebenfalls einstellbar ist die Länge der Display-Beleuchtung: Hier kann man zwischen „lang“ (ungefähr 40 Sekunden), „mittel“ (ungefähr 20 Sekunden), „kurz“ (ungefähr 10 Sekunden) auswählen.

Eine Begrüßungsanimation wie bei anderen Multimedia-Handys gibt es beim Medion MD97200 nur eingeschränkt. Vielmehr erweckt es vor Eingabe der PIN-Nummer gleich einen recht technischen Eindruck: Anstelle eines Verlaufsbalkens oder rotierender Logos erscheint eine Sanduhr im Windows-Stil, die sich auch systemseitig nicht deaktivieren lässt. Danach hingegen lässt sich zwischen einer Begrüßungsgrafik und einem Text wählen.

Natürlich ist das MD97200 kein Handy für die Oberklasse, zu dem Preis hätte man das auch nicht erwartet. Und immerhin findet man auf der Rückseite auch gleich die recht technisch aussehende Kamera. Diese erklärt sich praktisch von selbst: Eine VGA-Kamera mit zweifachem Digital-Zoom ist nicht sehr beeindruckend, sollte jedoch zum Versenden schneller Schnappschüsse reichen.

Medion mobile MD97200 - DisplayBeim Bildermachen dient, wie eigentlich bei allen aktuellen Handys, das Display als Sucher. Dabei wird das Bild angezeigt, dass auch im Endeffekt abgespeichert wird. Bevor man ein Bild erstellen kann, wird man zunächst gebeten, zwischen einer Foto- und einer Videoaufnahme zu wählen. Danach erscheint auch prompt das Bildfeld der VGA-Kamera im Display. Bis die Kamera gestartet ist dauert es keine Sekunde, ein Bild in der höchsten Auflösung ist in einer halben Sekunde abgespeichert. Der dabei ertönende Foto-Ton lässt sich leider nicht deaktivieren.

Die Bilder selbst sind leider von derart schlechter Qualität, dass man dem Handy die Fotofunktion absprechen möchte: Bildschärfe, Farbtiefe und auch Helligkeitsverteilung erinnern an erste Digitalkamera-Experimente vor zehn Jahren. Das von uns mit gleichmäßiger Helligkeits-Verteilung aufgenommene Bild der Umverpackung spricht Bände. Das betrifft übrigens sowohl die mangelhafte Darstellung auf dem Display als auch nachher auf einem Computer-Monitor, auf den man ein Bild ausschließlich per MMS-Versand bekommt.

An Funktionen mangelt es keineswegs: So kann man einstellen, ob man eine Einzelbildaufnahme oder ein vierfaches Serienbild (Multibild) erstellen möchte. Nebenbei kann man aus folgenden Digital-Effekten wählen: Ohne, Schwarzweiß, Negativ, Sepia, Solar-Modus und Binär (schwarz oder weiss). Zusätzlich kann man das Datum einprägen lassen. Das Fotolicht wird über dasselbe Menü entweder aktiviert oder aber abgeschaltet. Auch ein Selbstauslöser ist vorhanden, dieser übernimmt dann auch prompt die vorher gemachten Digitaleinstellungen oder aber auch die Serienbild-Funktion.


Mit nur einem Tastendruck kann man im Kamera-Menü von der Fotofunktion in die Videofunktion wechseln. Hier findet man in den Einstellungen die gleichen Digital-Effekte wie bei der Fotofunktion. Auch die Einstellungen des Fotolichtes und des Timers sind gleich gehalten. Welche Größe die Videos haben, lässt sich allenfalls erraten, da man diese nicht per MMS verschicken kann. Dem Display zufolge dürften sie eine Auflösung von 128*96 Pixel betragen, doch da gibt der Autor auch freimütig zu, sich irren zu können. Es gibt schlimmeres.
Die ganzen Einstell-Möglichkeiten bringen jedoch herzlich wenig, wirft man wieder einen Blick auf die Qualität der gemachten Bilder. Diese können auch mit technischer Modifikation nur den einfachsten Ansprüchen Genüge tun, und sollten halt allemal zum MMS-Versand verwendet werden. Und das bitte auch nicht im Hinblick auf einen späteren Ausdruck.

OS & Bedienung

Medion mobile MD97200 - Anrufliste
Medion mobile MD97200 - Einstellungen
Medion mobile MD97200 - Extras
Medion mobile MD97200 - WAP
Medion mobile MD97200 - Kamera
Medion mobile MD97200 - Meldung
Medion mobile MD97200 -Profile
Medion mobile MD97200 - Multimedia
Die Menüpunkte wurden neben einander angeordnet und sind durch kleine Icons gekennzeichnet, die dann, einmal durch die mittlere Menütaste angewählt, oberhalb des Bildes eine Kurzerklärung für das dargestellte Icon liefern. Gerade Anfänger dürften sich damit schnell zurechtfinden. Da ist es dann auch von Vorteil, dass sich nichts daran ändern lässt, schließlich neigen gerade Anfänger dazu, ihr Handy „irgendwie“ zu verstellen und die gesuchten Funktionen nicht wiederzufinden.

Wählt man einen der Menüpunkte aus, so erscheint ein bewährtes Pull-Down-Menü, das dann über die Navigationstaste bedient wird. Die einzelnen Wege zu den einzelnen Menüpunkten sind konkret und kurz gehalten. So muss man, wenn man eine SMS schreiben will, das Hauptmenü öffnen und einfach nur noch dreimal bestätigen. Dies kann man alles erledigen, in dem man einmal links auf die mittlere Navigationstaste drückt, und dann zweimal auf den Softkey drückt. Im Endeffekt kommt es also fast auf dasselbe heraus..

Die vier einzelnen Richtungstasten des Navi-Key wurden ab Werk mit vier verschiedenen Funktionen belegt und bringen den Anwender schnell zu den vom Hersteller vermuteten meistgebrauchten Anwendungen: WAP, Nachrichten, Multimedia und Profile. Es spricht Bände, dass die Kamera anscheinend nicht zu den wichtigeren Funktionen gehört. Dem Wippschalter lassen sich übrigens keine weiteren Funktionen zuweisen, was auch schon die kleinen Icons auf dem Vierfach-Schalter verraten.

Über die Kamerataste an der linken Gehäuseseite gelangt man schnell in das Kameramenü, vorausgesetzt, man drückt recht kräftig darauf. Allgemein ist das Handy nur Mühsam davon zu überzeugen, aus dem Standby-Betrieb aufzuwachen: Meist muss man schon zweimal auf eine beliebige Taste drücken, damit das Display wieder zum Leben erwacht.

Die Schriftgröße und Art für das Menü ist fixiert und lässt sich nicht mehr ändern, generell ist die Schrift aber in einer angenehmen Größe und gut abzulesen. Die Rufnummernübermittlung wird seltsamerweise in der Anruferliste, und nicht in den Einstellungen verwaltet. Auch lässt sich hier nur für jeweils den kommenden Anruf die ID unterdrücken, rückwirkend wäre es auch reichlich sinnlos. Ebenfalls lässt sich die Übermittlung der Nummer unterdrücken, wenn man eine Nummer zuvor eintippt, seltsamerweise ist dies im Telefonbuch jedoch nicht möglich.

Auch die Anruferlisten sind ordentlich strukturiert und verwalten jeweils die letzten zehn angenommenen, verpassten und selbst durchgeführten Anrufe. Klickt man auf die Nummer des Anrufers, so erscheinen prompt Datum und Uhrzeit des Anrufers. Auch sehr angenehm: Ganze Anrufergruppen lassen sich über das Menü abweisen, diese werden dann gar nicht erst durchgestellt. Allerdings muss eine solche Gruppe zuvor festgelegt werden, doch lassen sich gute zehn Anrufergruppen einprogrammieren. So lassen sich Verwandte, Firma, Familie, Freunde und andere Gruppen anlegen, und bei Gelegenheit einfach aus dem Handy verweisen.

Beim SMS-Schreiben wird der Anwender von einer lernfähigen T9 Funktion unterstützt. Praktisch: In der oberen linken Ecke findet man einen Zähler, der die übrigen Zeichen einer einzelnen SMS abzählt, daneben die Anzeige, die wievielte SMS man gerade schreibt. Insgesamt passen 918 Zeichen in eine einzelne Nachricht, was auch für umfangreiche Mitteilungen reichen dürfte.

Wie es sich für Multimedia-Handy gehört, findet man unter dem Menüpunkt, um eine SMS zu verfassen, auch den MMS-Editor. Ganz einfach kann man einen Betreff, ein Bild, einen Ton und Text zu einer MMS hinzufügen. Hier lässt sich aus den Standardspeicherorten des Gerätes auswählen oder noch selbst die Datei, die man einfügen will, erstellen. Allerdings werden Nicht-Eplus-Kunden (Und damit ALDI-Talk-Kunden) zunächst einmal noch in die Tiefen der MMS-Einstellungen vordringen müssen: Diese sind nämlich auf den drittgrößten Netzbetreiber voreingestellt. Die Maximale MMS Größe beträgt 100 KB.

Die mitgelieferten Klingeltöne sind polyphon und man findet durchaus die eine oder andere Komposition, die einem noch aus Tanzschul-Zeiten im Ohr liegt. Zwischen Foxtrott, Walzer und sehr sphärischen Hymnen findet sich gerade ein Klingelton, der als dezent zu bewerten wäre. Medion mobile wäre gut beraten gewesen, lieber mehrere Download-Gutscheine beizulegen, aber dafür die Zahl der vorinstallierten Klingeltöne zu reduzieren.

Auch wenn das Handy wegen akuter Kratzgefahr eher um den Hals als in die Hosenasche gehört, ist natürlich eine Tastatursperre mit dabei: Diese findet man auf der *-Taste. Drückt man diese etwas länger, wird die Tastatur für alle Anwendungen gesperrt. Schade, dass es keine 2-Tasten-Kombination ist, neigen doch Handys mit 1-Tasten-Sperre dazu, aus Versehen aktiviert zu werden. Einmal mehr ein Plädoyer für das „Um-den-Hals-Hängen“. Eine automatische Tastensperre gibt es nicht.

Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Medion mobile MD97200 - von untenVerbindungen zu schaffen ist beim Medion MD97200 ganz einfach möglich: Man telefoniert oder schickt eine SMS oder auch mal eine Bildmitteilung. Auch mit dabei: Ein Internet-Zugang mittels WAP. Weitere Schnittstellen sucht man an dem Gerät vergeblich, vermutlich stehen diese auch nicht allzu hoch im Kurs bei der Kundschaft.

Multimedia & Organizer

Medion mobile MD97200 - schräg liegend
Medion mobile MD97200 - schräg liegend
Medion mobile MD97200 - schräg liegend
Medion mobile MD97200 - schräg liegend
Medion mobile MD97200 - schräg liegend
Medion mobile MD97200 - schräg liegend
Eine Sprachwahl oder Sprachsteuerung unterstützt das MD97200 nicht, das gesprochene Wort gehört bei diesem Handy allein in ein Telefonat. Doch gibt es auch positives zu berichten, ist das Handy doch mit einigen Komfortmerkmalen ausgestattet:

Überraschend komfortabel sind die einzelnen Situationsprofile: Im Handy stehen verschiedene Profile zur Verfügung, um schnell Lautstärke und Verhalten des Handys anzupassen. Praktischerweise lassen sich diese auch schnell mit Hilfe der Navigationstaste ansteuern und dann mit nur einem Tastendruck auswählen. Dabei steht neben „Normal“, „Treffen“ und „Draußen“ auch ein selbst konfigurierbares Profil zur Verfügung, um die Art und Weise von Tastentönen, Rufton, Vibrationsalarm, SMS-Signal und Lautstärke zu regulieren.

Auch das Telefonbuch ist recht ordentlich: So lässt sich neben dem Namen vieles an Zusatzinformationen abspeichern. Im Telefon selbst lassen sich bis zu 750 Kontakte speichern, mit jeweils folgenden Daten: Name, Handynummer, Privat-Nummer und Dienstnummer. Außerdem steht die Möglichkeit zur Verfügung, den Namen einer Gruppe zuzuweisen, die dann wiederum mit einem bestimmten Merkmal wie einem Spezial-Klingelton versehen werden.

Sogar einen Kalender findet man nach kurzer Suche im Ordner „Extras“. Dieser ist leider nicht sonderlich umfangreich, es lassen sich dort lediglich Notizen zu Terminen ablegen, eine Erinnerungsfunktion oder ähnliches, was man in einem Kalender eigentlich erwarten würden, vermisst man hingegen. Ebenfalls in diesem Ordner: Ein schlichter Taschenrechner, eine Stoppuhr sowie ein Countdown-Zähler.
Datum und Uhrzeit zeigt das Handy zwar an, doch nur auf dem beleuchteten Hauptdisplay. Schaltet sich diese Beleuchtung ab, was ja zwischen 10 und 40 Sekunden dauern kann, dann ist sie nicht mehr zu sehen. Eine Standby-Anzeige gibt es somit nicht.

Von Haus aus sind auf dem MD97200 drei Spiele vorinstalliert. Dabei sind Thunder Fighter, ein Ballerspiel, Frozen Bubble, ein Strategiespiel, bei dem es gilt, Kugeln abzuschießen, sowie Ei, ein süßes Jump&Run-Spiel im Mario-Brothers-Stil. Für Unterhaltung ist also gesorgt.

Fazit

ALDI wollte mit seinem Medion mobile MD 97200 ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis in den Markt der Einsteiger-Kamerahandys bringen, und wird diesem Anspruch leider nicht gerecht. Sicherlich: Das Display ist ordentlich, auch sind die Größe, das Gewicht und der optische Eindruck durchaus positiv. Gleichzeitig stehen dem zu viele Ausfälle gegenüber: Die miserable Sprachqualität, die mageren Empfangsleistungen sowie die wirklich nur für Schnappschüsse geeignete Kamera führen so eindeutig zur Abwertung, dass wir für das Handy keine Kaufempfehlung ausstellen können.

In der Preisklasse um 100 Euro sollte man eher nach einem Auslaufmodell eines anderen Herstellers Ausschau halten, das seinem Kaufpreis auch eine entsprechende Leistung gegenüber stellt. ALDI hat das mit dem MD 97200 eindeutig nicht getan.

Kommentar schreiben

Falsche oder fehlende Angaben im Datenblatt (Medion MD 97200)?

Wenn Sie einen Fehler finden oder eine Funktion bzw. Daten kennen, die wir bisher nicht recherchieren konnten, so informieren Sie uns bitte und helfen Sie die Daten zu verbessern.

Klicken Sie dafür auf den nachfolgenden Link:

Fehler- oder Ergänzungsmeldung