Test des Medion MD 95100

Einführung

Test-Datum: 01.12.2004
Software Version: ?
Testversion mit Branding: nein
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ALDI hat es mal wieder geschafft: Mit einem medienwirksamen Angebot kommt man in die Schlagzeilen. Kurz vor Weihnachten ein SIM-lock-freies Handy zu vertreiben, ist clever und dürfte die Zielgruppe nicht verfehlen. Inside-Handy hat es geschafft, eines der letzten Exemplare aus der lokalen ALDI-Filiale direkt ins Testlabor zu bringen. Hält der Prospekt, was er verspricht? Immerhin ist das Medion MD 95100 ein auf den ersten Blick schickes kleines Klappenhandy, das auf multimediale Anwendungen ausgelegt wurde. Da es ohne SIM-Karte ausgeliefert wird, soll vor allem als Austausch-Gerät für Handynutzer dienen, deren altes Handy inzwischen den Geist aufgibt.

Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - geöffnet

Verpackung & Lieferumfang

Das Testgerät wurde in einer klassischen Medion-Verpackung ausgeliefert. Das bedeutet, es kommt hübsch bunt und mit gut fotografierter Produktdarstellung daher. Man sieht genau, was einen erwartet. Darüber hinaus rühmt sich das Gerät auf dem Karton als das „3-Sterne-Handy“. Allerdings sollte man beachten, dass sich Medion die drei Sterne für Kamera, MMS uns Spiele selbst verliehen hat. Vorschusslorbeeren? Wir werden es unter die Lupe nehmen.

Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - Lieferumfang

Zum Lieferumfang gehören neben Ladekabel und Handbuch das Mobiltelefon selbst wie natürlich auch der 700 MAh-Li-Polymer-Akku. Beachtenswert ist ebenfalls das beiliegende Headset, das anscheinend vom selben Zulieferer wie bei Samsung stammt. Eine SIM-Karte liegt nicht mit dabei, es steht zu hoffen, dass die meisten ALDI-Kunden darüber Bescheid wissen, dass sie eine Karte mitbringen sollten.

Verarbeitung & Handhabung

Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - mit AkkuUm das Multimedia Handy in einen betriebsfähigen Zustand zu versetzen, braucht man nur ein paar kurze Handgriffe, denn das Einlegen der SIM-Karte und das Öffnen und Schließen des Akkudeckels gestalten sich einfach. Der Akku ist bereits vorgeladen, das Handy ist sofort betriebsbereit. Schön!

Auf Wechselcover wurde verzichtet. Das ist aber auch nicht weiter dramatisch, wirkt das Gerät doch in offenem wie geschlossenem Zustand sehr wertig. Die blaue Tastatur-Beleuchtung unterstreicht diesen Effekt. Schaut man nicht so genau hin, könnte es auch ein kleines Samsung sein, was man in der Hand hält. Die Klappe fällt leicht, und schliesst gut und bündig mit der Tastatur ab. Überflüssige Tasten und Schnörkel erlaubten die Medion-Designer nicht, der silbrig lackierte Kunststoff macht einen guten und langlebigen Eindruck.

Wer schön sein will, muss leiden: Leider gilt das auch für unser Testhandy. Das Außendisplay ist kratzempfindlich, und eine Handytasche scheint nicht vorgesehen. Die Klappe selbst wurde solide montiert, eine Dehnung auf 180 Grad macht sie spielend mit. Insgesamt liegt es locker, leicht und angenehm in der Hand.

Ein klarer Pluspunkt: Die Verarbeitung ist, wie bei vielen anderen Medion-Produkten, auf ordentlichem Niveau. Alle Kanten schließen bündig ab, die Spaltmaße sind sehr klein und Staub scheint nicht leicht eindringen zu können. Allein die Handyklappe hat etwas viel Spiel bei seitlicher Bewegung.

Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - Unterseite
Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - Innenansicht
Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - Oberseite
Das Headset lässt sich dank Klinkenstecker problemlos an das Gerät anbauen und genauso einfach auch wieder entfernen. Das Ladegerät hingegen verlangt etwas mehr Fingerspitzengefühl, da es nur von einer Seite angebracht werden kann. Diese Seite ist mit den zarten Buchstaben TOP versehen und kann leider leicht verwechselt werden.

Die Akku-Klappe hingegen lässt sich recht leicht und eindeutig am Gerät anbringen und wieder entfernen.

Ganz klar: Da muss ein Samsung-Mitarbeiter übergelaufen sein. Anleihen an vergangene Geräte aus Korea sind unübersehbar. Außen ist das Handy sehr dezent mit gerade einmal zwei Tasten bestückt. Hier fällt der Blick eher auf das farbige Außendisplay sowie das Kameraobjektiv, welches sich dezent an den unteren Rand der Außenklappe schmiegt. Auf der Rückseite findet sich die Lautsprecheröffnung, die optisch nur als Kompromiss zwischen der Sound- und der Design-Abteilung eingestuft werden kann. Glücklich waren vermutlich beide am Ende nicht. Auf der linken Geräteseite findet man die Schalterwippe, welche während eines Telefonates die Hörerlautstärke ändert. Ist das Handy jedoch geschlossen, bietet sie nur einen Zugriff auf die Außendisplaybeleuchtung.

Die Headset-Anschlussöffnung wie auch der Anschluss des Ladekabels befinden sich an der Unterseite des Handys. Beide werden durch Gummi-Kappen geschützt, was sicherlich die Langlebigkeit des Handys fördern wird.

Das Tastenfeld ist in unbeleuchtetem Zustand übersichtlich und klassisch angelegt. Neben den bekannten Zifferntasten finden wir zentral ganz oben eine Schnellzugriffstaste auf das Handymenü mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen OK, sowie die Rufannahme- und die Abbrechen- bzw. Powertaste. Darüber angesiedelt sind ein ring aus insgesamt vier Schnellzugriffstasten, deren Aufgaben durch kleine Symbole verdeutlicht werden. Hier geht es zu SMS, WAP, zur Unterhaltung (Klingeltöne und Videos) und, lobenswert, zu den Umgebungsprofilen.

Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - OberseiteDie Tasten selbst sind eher durchschnittlich: Sie haben einen unterschiedlichen Druckpunkt, verursachen aber kein besonderes Geräusch und vermitteln einen recht soliden und langlebigen Eindruck. Leider liegt gerade der Kranz von Menü-Tasten besonders eng bei einander. Menschen mit dickeren Fingern werden genau zielen müssen, um die richtige Taste zu treffen. Besonders negativ fällt hierbei die OK-Taste auf, die für eine zentrale Menü-Taste.

Eine „Blindbedienung“ ist mit dem Multimedia Handy von Medion kaum möglich. Die mittlere Zahlenreihe ist zwar deutlich vertieft gegenüber den anderen Tasten, jedoch leider im Stück und damit nicht wirklich nützlich. Dabei wäre eine Blindbedienung nicht verkehrt, ist doch die Tastaturbeleuchtung bei schwacher Außenbeleuchtung so grell, dass man kaum hingucken mag.

Der Vibrationsalarm hat für Opernbesucher einen echten Vorteil: Im Vergleich zu anderen Geräten ist er praktisch nicht hörbar. Leider ist er aber auch kaum spürbar. Schade, hier wäre mehr drin gewesen.

Unterm Strich: Ein ordentliches Handy mit passabler Verarbeitung. Das in Verbindung mit dem äußeren Eindruck macht schon einen guten Grundeindruck. Doch wie sieht es mit den inneren Werten aus?

Sprachqualität & Empfang

Das Telefonieren mit dem MD 95100 ist angenehm, es gibt keine Nebengeräusche und nicht einmal in den D-Netzen ein Rauschen während des laufenden Gespräches. Doch wo Licht ist, fällt auch Schatten: Die Maximallautstärke des Handys ist sehr laut und erlaubt das Führen von Gesprächen in ruhiger wie auch sehr lauter Umgebung. Das mitgelieferte Headset überzeugte ebenfalls in punkto Sprachqualität, hat jedoch keine Möglichkeit, die Lautstärke zu regeln.

Zwei auf der linken Außenseite befindliche Tasten regeln während eines Telefonates die Hörerlautstärke. Leider klappt das nur eingeschränkt, da die Tasten (wieder dieser Streit zwischen Design und Funktionalität) weit in das Gerät eingelassen sind und damit während eines Gespräches schwer zu treffen. Mit dicken Fingern scheint man bei Medion nicht gern gesehen.

Die Sprachqualität hingegen überzeugte die Tester. Sowohl im Handy als auch auf Festnetz macht das Gerät einen sehr überzeugenden Eindruck. Auch hier war zwischen D-Netz und E-Netz kein signifikanter Unterschied zu erkennen.

Display & Kamera

Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - HauptmenüEin Display mit 65536 Farben, das schaut auf dem Karton natürlich gut aus. Und dann auch noch ein farbiges Außendisplay. Wow, und das zu dem Preis! Aber was sind das für Displays? Darüber schweigt sich Medion leider aus. Auch die technische Hotline wollte oder konnte nicht weiterhelfen. Okay, das sollten nicht die Sorgen des Testers sein, schließlich muss dieser ja genug Erfahrung mitbringen und seine eigene Meinung kundtun dürfen. Das Außendisplay ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein STN-Display. Da es erkennbar weniger Farben darstellt als das Innendisplay und auch wenig Strom verbraucht, dürfte es die erste Wahl gewesen sein. Mehr als Netz und Uhrzeit stellt es ja auch nicht dar. Das Innendisplay dürfte ebenfalls ein STN sein, da es erkennbare Nachbilder produziert. Besonders im Menü ist dies sehr auffällig und nicht sehr angenehm bei schnellen Seitenwechseln.

Seien wir etwas versöhnlich: 65536 Farben sind schon eine schöne Sache: Bilder und herunter geladene Grafiken machen für ein STN-Display einen guten Eindruck, zeigen in allen Bereichen gute Kontraste und Bildschärfe.

Schwächen kennt das Display kaum. Bemerkenswert: Besonders bei Tageslicht werden seine Qualitäten deutlich. Die schützende Hand über dem Display kennt der Medion-Handy-Nutzer nicht, da Kontraste und Farbintensität unter starkem Lichteinfluss stabil bleiben. Dies ist erstaunlich, versagen doch sogar einige Smartphones bei Sonne den visuellen Dienst.

Doch wenn es Nacht wird, tritt eine in der Branche seltene Schwäche auf: Während die satte Hintergrundbeleuchtung Konturen und Farben deutlich und gut darstellt, schmerzen dem Nutzer die Augen. Die Tastaturbeleuchtung ist bei diesem Handy so stark und leuchtend ausgefallen, dass sie sich dem Nutzer in die Iris brennt. Das mag ganz schick sein, um andere Menschen nachts zu beeindrucken oder die Haustür zu beleuchten, hilft aber nicht der Funktionalität. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen.

Da sich das Display in Helligkeit und Kontrast verstellen lässt, kann man wenigstens einiges wett machen. Für den Kontrast wird hierbei sogar ein extra Testbild eingeblendet. Leider gibt es keine dieser Funktionen für die Tastatur, die es sichtlich nötiger gehabt hätte. Auch lässt sich die Länge der Displaybeleuchtung variieren, um hier den Stromverbrauch zu reduzieren. Der längste Modus hält hierbei 30 Sekunden.

Der ALDI-Schönling begrüßt und verabschiedet seinen Besitzer mit einer zart animierten Medion-Grafik, über einen Bildschirmschoner verfügt das Gerät nicht. Als Alternative wird dann halt der Bildschirm schwarz. Nicht sehr schick, aber dem Akku zuträglich.

Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - original Kamera Foto
Original Kamera Foto - klicken für volle Größe

Schauen wir uns die Kamera-Funktion einmal im Detail an. Wer die Kamera anwählt, bekommt zunächst die Auswahl zwischen Foto und Video. Wir wählen Video und bekommen prompt ein ordentliches Videobild auf das Display. Dank Zoom kommt man nah genug an die Objekte der Fotobegierde heran, auch lassen sich diverse Effekte anwählen.

Noch ein Pluspunkt: Die Kamera löst bei kleinen Bildern schnell aus und schießt ordentliche Bilder. Allerdings gilt dies nur bei einem gut beleuchteten Objekt. Sollte man bei Dämmerung oder in Räumen ohne satte Halogen-Beleuchtung Fotos machen wollen, ändert sich die Verschlusszeit auf einen Wert nahe unendlich. Auch ist das Fotografieren mit VGA-Auflösung keine echte Freude. Wer diesen Modus wählt, verlangsamt sein Handy auf die Geschwindigkeit eines Gletschers.

Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - Innenansicht

Doch schlecht ist die Ausstattung nicht: Wer Schnappschüsse machen will, und dann noch mit Effekten versehen möchte, ist hier gut untergebracht. Zunächst einmal zur Kamera. Diese liefert Bilder in den Auflösungen 640x480, 128x160, und 96x64. Unser Tipp ist die Größe 128x160, da stimmen Größe und Qualität. Die verschiedenen Möglichkeiten der Bildaufnahme können sich ebenfalls sehen lassen: Es stehen fünf Einstellmöglichkeiten für Fotokreative zur Verfügung. Hierbei fallen Effekte wie Sepia, Negativ, Überbelichten und Binär neben „Normal“ auf. Außerdem gibt es noch unterschiedliche Qualitäts-Einstellungen. Unser Tipp: Wählen Sie gleich „Hervorragend“.

Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - Seitenansicht
Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - Seitenansicht
Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - Seitenansicht
Hier lässt sich nun auch die Helligkeit regulieren. Will man ein Objekt näher heranholen, kann der Digital-Zoom dienlich sein. Allerdings sollte man dies nur in der höchsten Auflösung tun, wird das Objekt der Foto-Begierde doch sonst recht unscharf. Bemerkenswert, weil sonst nur von deutlich teureren Handys bekannt: Eine Mehrfachaufnahme, die neun Bilder in Folge aufnimmt. Damit lassen sich Bewegungssequenzen schön einfangen und einzeln speichern oder weiter versenden.

Ein weiteres Feature ist der Selbstauslöser, der eine 10-Sekündige Verzögerung bietet. Selbst hiermit lassen sich die Effekte oder sogar Mehrfach-Aufnahmen machen. Ein nettes Merkmal.

Überraschung: Hier halte ich doch wirklich eine kleine Videokamera in der Hand. Ja, man kann Videos aufnehmen, und dabei sogar eine zufriedenstellende Auflösung von 128x160 Pixeln auswählen. Auch hier lassen sich Helligkeit und Effekte auswählen.

Abgespeichert werden die Bilder in einem allgemeinen Ordner, Unterordner zur besseren Verwaltung lassen sich leider nicht erstellen.

VGA ist nicht gleich VGA. Wer auf Fotosafari gehen will, sollte sich noch eine Medion-Digitalkamera zulegen. Die Qualität der Bilder ist eher fade, die Farben sind verwaschen. Für kurze Schnappschüsse mag das Handy durchaus geeignet sein, mehr sollte man von der Kamera jedoch nicht erwarten. Noch schlimmer ist es bei Videos. Im größten Auflösungsmodus kommt praktisch nichts brauchbares zustande.

OS & Bedienung

Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - HauptmenüNun möchte man von einem Multimedia-Handy, dass es alles kann, und von Medion (na ja, von ALDI), dass es auch noch einfach ist. Der Spagat scheint auf den ersten Blick durchaus gelungen. Die Menüführung ist einfach, jedoch sind die Grafiken überproportional groß. Was das heißt, erkennt der Neuanwender beim Öffnen des Hauptmenüs (vorausgesetzt, er zielt genau, um die Taste zu treffen). Das jeweils angewählte Menü-Icon nimmt mehr als die Hälfte der Displayfläche ein, der Rest verschwindet am Rand. Meine Herren Entwickler: Weniger ist manchmal mehr.

Dem allgemeinen Trend folgend schließen sich diesen Godzilla-großen-Icons einfache hierarchische Menüs an, welche in die weiteren Unterfunktionen führen. Praktisch: Diese sind nummeriert und können auch über die Tastatur angewählt werden. Das spart Zeit, wenn man sein Menü erst einmal kennt. Änderbar ist das Menü allerdings nicht.

Die Menüwege sind durchweg logisch aufgebaut, und auch recht schnell zu erreichen. Glücklicherweise sind die häufigsten Funktionen über den Menükranz zu erreichen. Eine neue SMS kann man damit auf normalem Weg mit zwei Tastendrücken erreichen.

Kommen wir zu einer echten Baustelle im Multimedia Handy: Die Menüführung. Natürlich ist diese modern animiert und leistet alles das, was man heutzutage von einem Handy erwartet: Nett animierte Icons, die automatisch hochgezoomt werden. Aber bitte, liebe Medion-Ingenieure: sind wir denn alle blind? Die Icons werden so groß, dass man den Rest vom Menü praktisch nicht mehr sieht. Darüber hinaus ist aufgrund des langsamen Displays (STN ist STN) der Bildaufbau schleppend und die Nachbilder stören den sonst wertigen Gesamteindruck.

Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - TastaturImmerhin sind die Softkeys im Menü klar definiert: links geht’s immer eine Ebene tiefer, rechts geht immer eine Ebene weiter nach oben. Eine gute Idee sind die Schnellzugriffstasten: So kommt man mit einem Tastendruck ins Telefonbuch oder zu SMS, WAP oder auch zu den Profilen.

An Schriftgröße und -Art lässt sich leider nichts ändern. Die Darstellung ist lediglich bei Eingabe einer neuen Rufnummer ziemlich groß und füllt fast das ganze Handydisplay. Nach drei Zeilen ist jedoch Schluss. Doch wer hat schon Nummern im Gepäck, die länger als 20 Ziffern sind?

Beim ALDI-Handy stehen drei Anruflisten zur Verfügung, welche im Hauptpunkt Kontakte unter „Anrufverzeichnis“ zu finden sind. Es handelt sich dabei um Empfangene Anrufe, verpasste und gewählte Rufe. In jeder der Listen hat man die Möglichkeit den Teilnehmer anzurufen oder den Eintrag in der Liste zu löschen sowie die Nummer zu speichern.

Ein schönes Feature ist die Ablehn-Liste: Wer hier eingetragen wird, kommt gar nicht erst durch, sondern wandert gleich ins digitale Nirvana.

T9 nennt sich auch in diesem Telefon die automatische Worterkennung für SMS. Neue Wörter nimmt der interne Speicher jedoch nicht auf, was den SMS-Sprachschatz natürlich klar einschränkt. SMS können, genau wie MMS, einfach gelöscht werden. Dies geschieht jedoch nur einzeln für jede Nachricht. Etwas umständlich, doch leider nicht anders zu handhaben.

Wer sich vor WAP und kleinen Buchstaben nicht fürchtet, der kann neben SMS auch Emails versenden. Doch leider nur so, steht doch ein Email-Client nicht zur Verfügung. Bei der Ausrichtung des Handys und zu diesem Preis wäre das wohl aber auch etwas viel erwartet.

Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - Seitenansicht

MMS-fähig? Na klar, war doch einer der drei Sterne auf der Schachtel. Doch ganz so einfach wie bei anderen Geräten gestaltet sich das versenden hier nicht. MMS können zwar Klingeltöne, Text und Bilder enthalten, auch Videos passen rein. Doch sollte man alles VORHER editiert haben: Wer das MMS-Menü zum Erstellen einer neuen Nachricht öffnet, kann nur noch Konserven versenden. Eine Erstellung eines Fotos ist nun nicht mehr möglich.

Kein Stern auf der Schachtel, und prompt Mittelmaß: Die Klingeltöne sind nicht gerade berauschend, wenngleich auch nicht so fade wie bei anderen an Markt verfügbaren Geräten. Immerhin hat der Anwender die Auswahl aus 12 verschiedenen Klingeltönen, weitere können aus dem Internet heruntergeladen werden. Ein Glück!

Eine Tastatursperre ist dank Klappe nicht notwendig und auch gar nicht im Handy vorgesehen.

Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Schnittstellen sind Mangelware am Medion. Bluetooth? Fehlanzeige! Infrarot? Ebenfalls Fehlanzeige! Auch ein USB-Kabel wird schwerlich aufzutrieben sein. Schließlich kauft man bei Medion alles so komplett. Reicht das jemandem nicht, sollte sich bei anderen Herstellern umschauen. Wer also seine Fotokünste demonstrieren möchte, sollte immer zur MMS bereit sein. Und die kostet.

Möglich ist in punkto MMS einiges: Bild, Ton und auch Videos lassen sich bis zu einer Gesamtgröße von 30 kb zu einer Nachricht aufschichten und versenden. Obwohl das Handy (vermutlich) mit aktueller GPRS-Class-10-Technik ausgestattete ist, kann das dann dauern.

Mangels irgendwelcher Schnittstellen, den nicht vorhandenen Informationen im Handbuch und der Ahnungslosigkeit der Hotline müssen wir davon ausgehen, dass keine PC-Synchronisation möglich ist. Schlimm ist das nicht, werden doch Handys der Einsteigerklasse selten mit PCs verbunden. Die Fotos vom Handy allerdings müssen, so denn auf dem PC benötigt, teuer per MMS verschickt werden.

Multimedia & Organizer

Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - Rückseite ohne AkkuMultimedia scheint sich bei Medion auf Bild und Video zu beziehen. Sprachwahl oder auch die Möglichkeit, Gespräche mitzuschneiden, sind nicht vorgesehen.

Dem Sparzwang, ein günstiges Handy abzuliefern, fiel übrigens ebenso eine Freisprechfunktion zum Opfer. Doch darüber tröstet das Headset locker hinweg, da es eine wirklich gute Sprachqualität und eine praktische Umhänge-Halterung hat.

Immerhin: Ähnlich wie bei anderen großen Marken lassen sich verschiedene Umgebungs-Profile aktivieren. Über den Menü-Kranz lässt sich recht schnell eines von vier Profile auswählen. Hier gibt es die Unterscheidung zwischen „Normal“, „Draußen“ und „Besprechung“, sowie einem selbst konfigurierbaren Profil. Alle vier sind manuell verstellbar und sollten im Alltag locker ausreichen.

Im Telefonbuch, das immerhin 300 Nummern (plus SIM-Karte) fasst, können zum Namen jeweils drei Nummer gespeichert werden, eine Handy-, eine Geschäfts-, sowie eine Privatnummer. Darüber hinaus lässt sich ein Anruferbild festlegen, welches allerdings vorher erstellt worden sein muss. Medion Multimedia Handy ( MD 95100 ) - InnenansichtInteressanterweise liess das Testgerät einen Zugriff auf bereits erstellte Bilder nicht zu, nur auf den eingebauten Speicher. Diese Funktionalität gibt es übrigens nur im Gerät selbst. Speichert man die Nummer auf der SIM-Karte, so kann nur eine Telefonnummer gespeichert werden, alle weitren Features fallen ebenfalls weg. Sortiert wird nach dem eingegebenen Namen. Es gibt nur ein Namensfeld, sodass nicht zwischen Vor- und Nachname unterschieden wird.

Mehr als Standard konnten wir auch bei den Organizerfunktionen nicht finden: Hier werden uns ein Kalender und ein Rechner zur Verfügung gestellt. Eine Erinnerung an bestimmten Tagen wird einzeln im Kalender eingegeben, bietet jedoch die Möglichkeit, Geburtstage, Besprechungen oder auch Erinnerungen einzutragen. Den Kalender gibt es als schlichte Monatsansicht und zu jedem Termin lässt sich eine kurze Notiz mit Erinnerung (Alarm) speichern. Der Taschenrechner kennt lediglich die Grundrechenarten. Die dürften aber wohl auch für einen ALDI-Einkauf reichen.

Zum rechtzeitigen Aufstehen ist ein Wecker vorhanden, der täglich oder auch einmalig weckt. Dafür muss das Handy nicht eingeschaltet bleiben: Wer Nachtruhe wünscht, wird trotzdem pünktlich geweckt. Eine weitere Zeitfunktion findet sich ebenfalls: Ein Countdown kann die Zeit bis zu einem Datum oder einer Uhrzeit herunterzählen.

Spiele sind natürlich auch mit an Bord. Wer auf den Bus wartet oder sonst nichts mit seiner Zeit anzufangen weiß, öffnet einfach den Ordner „kreatives Spiel“. Hierin befinden sich die Spiele, die ausschließlich über JAVA angesteuert werden. Drei Spiele liefert Medion gleich mit, Mah Jong, Monkey fruit und Pingo. Die JAVA-Engine startet zügig und problemlos, alleine die Spiele brauchen ein Weilchen. Genau so lange benötigen sie auch, um wieder aufzuhören., sollte man sie mit der Auflegen-Taste beenden.

Fazit

Nach der anfänglichen Euphorie wird deutlich: Medion kocht auch nur mit Wasser. Zwar leistet das Multimedia-Handy mehr, als man zu dem Preis erwarten würde. Außerdem ist es schick und alltagstauglich, die Farben sind in Ordnung, die Kamera liefert Bilder, mit denen man auf der Höhe der Zeit ist. Auch die Nachrichtenfunktionen wie SMS und MMS konnten im Test klar überzeugen. Wer keinen Datenabgleich mit seinem PC benötigt und ein Privat-Telefon sucht, sollte das Gerät in die engere Wahl ziehen. Dennoch fallen drei Punkte negativ ins Auge: Zum einen die extrem grelle Tastaturbeleuchtung, die nicht jedem zusagen wird. Das Display ist, obwohl schön farbig, nicht auf der Höhe der Zeit. Und wer darüber hinaus nicht gerade ausgesprochen schlanke Finger sein eigen nennt, sollte die selben lieber von dem Handy lassen. Gerade die wichtige Menütaste scheint mit großem Finger unerreichbar. Und wer will schon nur telefonieren?

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