Test des LG KE970

19 Minuten

LG Electronics KE970: Draufsicht

Während man in Asien sonst eher zu Understatement neigt, zeigt sich der koreanische Handyhersteller LG diesmal ganz unbescheiden: „Schöner Schein war gestern“ tönt es in den Presseerklärung der Chocolate-Schöpfer, die mit dem silbernen Handy nicht nur einen schlichten Nachfolger, sondern ein weiteres Mal einen Meilenstein im Handydesign setzen wollen. Und so unbescheiden wie die Presseerklärung gibt sich auch gleich das Mobiltelefon selbst: Das KE970 glänzt auf seiner Oberseite wie ein Spiegel. Doch auch innere Werte bringt das „Shine“ mit: Eine 2-Megapixel-Kamera geht da Hand in Hand mit einem MP3-Player, Office-Funktionen sowie Bluetooth und Speicherweiterung. Ob der silberne Flachmann dem hochgesteckten Anspruch auch genügen kann, haben wir in unserem inside-handy-Testlabor überprüft.
LG Electronics KE970: VerpackungDer Karton, den die Kunden nach dem Kauf eines KE970 in Händen halten, ist seit dem LG Chocolate schon eine bekannte Größe: Die silberne (und ebenfalls glänzende) Box gibt ihren Inhalt nur über eine schwarze Banderole bekannt, welche das LG Shine sowohl abbildet als auch auf der Rückseite seine wichtigsten technischen Merkmale in geschliffenem Französisch offenbart. Dies liegt zwar daran, dass es sich um ein Testgerät aus dem Land der Liebe handelt, schadete jedoch auch einem deutschen Kunden keineswegs: Diese Daten dürften für einen „Shine“-Käufer eh sekundär sein, ist es doch „born to shine“, wie die Vorderseite des Geräts verspricht.

Öffnet man nun den Karton, so erblickt man eine hellgraue Deckpappe, die den Blick auf das Wesentliche freigibt: Das Handy. Doch damit nicht genug: Wirft man einen Blick unter die Pappe, offenbart sich mal wieder eine solche Fülle an Zubehörteilen, dass man sich als Fachhändler schon fragen muss, was man denn sonst noch verkaufen soll. Neben der auf den ersten Blick recht dicken Anleitung findet der Anwender auch das Ladegerät, ein USB-Datenkabel, das passende Headset sowie, und das ist wirklich selten drin, eine passende und recht schicke Ledertasche. Neben der Hardware ebenfalls an Bord: Die LG-Synchronisationssoftware auf einer Single-CD, die jedoch im Kleinformat daherkommt und daher nicht in Slot-In-Laufwerke gehört.

LG Electronics KE970: Lieferumfang
LG Electronics KE970: zerlegt in Bestandteile
LG Electronics KE970: TastaturDesign ist Trumpf: Es gibt kaum ein Handy seit dem Motorola RAZR, dem man so sehr ansieht, woher es seine Kunden akquirieren möchte. Der Look geht dabei konsequent seinen eigenen Weg: Das „Shine“ macht einen sehr stimmigen und äußerst wertigen Eindruck: Der riesige Slider-Oberteil ist komplett verspiegelt, lediglich das LG-Logo sowie der Lautsprecher an der unterbrechen die riseige Fläche, stören jedoch nur wenig. Auch drum herum geht es solide weiter: Sowohl der Display-Rahmen mit der Navigations-Rolle als auch die Rückseite sind aus gebürstetem Stahl. Schiebt man den Slider auf, geht es auf dem Tastaturfeld so weiter.

Doch das selbst verliehene Label „Full Metal Phone“ hat das Handy trotzdem nicht verdient: Der Rahmen sowie die Unterkante sind keineswegs aus Metall, sondern aus Kunststoff. Dieser ist zwar farblich gut abgestimmt, aber trotzdem: Wer sich so einen Titel gibt, muss damit rechnen, dass man das unter die Lupe nimmt.

LG Electronics KE970: GrößenverhältnisDoch was auf den ersten Blick schick und solide scheint, muss nicht zwingend auch so verarbeitet sein, weshalb wir das KE970 auch in die technische Nahaufnahme schicken:

Das Zusammensetzen des Handys sollte sich eigentlich einfach gestalten, doch bereits bei der Heckklappe weist Tücken auf: Im Gegensatz zu anderen Handys wird diese nicht geschoben, sondern unten eingerastet und auf das Telefon heruntergelassen. Es lohnt sich doch, Handbücher zu lesen. Ist das bekannt, geht alles ganz einfach: Akku, Heckklappe und SIM-Karte finden nun schnell und ohne großen Kraftaufwand zu einander. Das Auseinandernehmen, was in dieser Häufigkeit eher Testern als Handybesitzern vorbehalten ist, gestaltet sich ähnlich simpel.

LG Electronics KE970: BeleuchtungDas Handy an sich macht einen sehr soliden und wertigen Eindruck, und vermittelt dabei das Gefühl, auch vieles ertragen zu können. Metall suggeriert ja schon Langlebigkeit, doch auch das Spiegel-Display ist anscheinend aus sehr strapazierfähigem Glas gefertigt. Ebenfalls positiv fällt das Gewicht auf: Mit 125 Gramm ist es zwar schwerer als viele seiner Mitbewerber, doch für ein „Fast-Full-Metal-Handy“ ist das absolut in Ordnung, weniger wäre sogar verdächtig.

Die Spaltmaße sind äußerst gering, was das Eindringen von Staub sehr unwahrscheinlich macht. Auch bei geöffnetem Slider sind die Abstände zwischen den Bauteilen im minimalen Bereich, die Teile kleben regelrecht an einander. Die in Gerätefarbe lackierten Seitentasten fügen sich optisch schön in das Handy ein, die Verarbeitung macht einen stimmigen Eindruck. Ob die Farbe auf diesen Kunststoffklappen jedoch auch lange zur Freude des LE970-Besitzers ihre Farbe behalten, muss ein Langzeittest erst noch unter Beweis stellen.

Nachdem es bei Handys wie dem KG320S noch verwunderlich war, ist es inzwischen schon Gewohnheit: Die diversen Zusatzkomponenten mit dem klassischen Standard-Anschluss wie ein Datenkabel, ein Headset und das Ladegerät werden am rechten Teil des Gerätes angeschlossen. Auch hier greift alles stimmig ineinander: Alle mitgelieferten Teile sitzen fest und haben nur ein geringes Spiel. Einzig das Öffnen der Verschlussklappe ist mal wieder kein Vergnügen: Ohne lange Fingernägel oder aber ein Werkzeug passiert hier nichts. Da sollte nachgebessert werden.

Bewusst schlicht ist nicht nur das Display: Unterhalb der Anzeige befindet sich eine echte Bedienungs-Innovation: Eine Navigations-Rolle dient hier anstelle des guten alten Navi-Key dem Scrollen im Menü. Rechts und links davon befindet sich kleine Erhöhungen, die jedoch nicht dem Design, sondern der Funktionalität dienen: Es sind in Wirklichkeit Tasten zum horizontalen Scrollen angebracht worden. Doch damit ist noch nicht Schluss: Erweitert werden diese Tasten durch die rechts und links unterhalb des Displays angebrachten Softkeys, die je nach Menü ihre Funktion ändern.

LG Electronics KE970: AnschlussBei LG aus der Mode gekommen sind einmal mehr die farblichen Markierungen der Rufannahme- und Beenden-Taste. Da uns die Erfahrung lehrt, dass mit der linken Hörertaste ein Gespräch begonnen wird, kann man sich noch denken, wie die beiden Tasten gemeint sind, doch hat hier das Design über die Technik gesiegt. Leider, denn unerfahrenen Handynutzern dürfte es Kopfschmerzen bereiten. Blau ist zwar eine schicke Farbe, und auch passend zum Handy, aber Optik ist nicht alles.

Ist die linke Seite das Handys tastentechnisch wirklich jungfräulich, so wurde auf der rechten Seite eine ganze Batterie von Tasten angebracht: Rechts findet man die Musik- und die Kamera-Taste, gleich darüber befinden sich die Tasten zur Lautstärkeregelung. Damit ist jedoch noch nicht aller Tasten Ende: Ganz oben findet man, der schicken Optik zum Trotz, gar keine Taste, sondern der Verschluss des Ladegerätes.

LG Electronics KE970: mit DisplayreinigerWer übrigens den Slot für die Speicherkarte sucht, dem kann auch ohne Handbuch geholfen werden: Mehr Raum für Daten wird unterhalb der SIM-Karte eingeschoben. So sehr ein Öffnen der Rückklappe dabei auch nervt, ist doch positiv festzustellen, dass man wenigstens nicht den Akku herausnehmen muss, und das Handy damit in Betrieb bleiben kann.

Die Bedienung der Tasten ist recht einfach, das gesamte Tastaturfeld verträgt sowohl einen kräftigen Druck als auch eine zarte Berührung, um anschließend die Taste anzuzeigen, die gedrückt wurde. Soweit zum positiven Urteil. Ärgerlich ist jedoch die Größe aller Tasten: Gerade mit größeren Fingern drückt man auch gerne mal mehrere Tasten zur gleichen Zeit, das geschieht vor allem bei den sehr nah am Slider-Oberteil angebrachten Tasten zur Rufannahme, Löschen und zum Rufbeenden.

Die Bedienung der Navigationsrolle ist leider nicht so gelungen, wie man es sich wünschen würde. Dem Daumen schmeichelt die kleine Walze durchaus, doch leider ist sie nicht präzise genug: Gerne einmal rutscht sie ein wenig weiter als benötigt. Das ist vor allem deshalb ärgerlich, weil sie gleichzeitig als Taste zum Bestätigen oder auch Öffnen eines Ordners fungiert. Unverständlich erscheint in dem Zusammenhang, dass die Walze sehr wohl auch anders kann: Innerhalb eines Menüs, beispielsweise beim Markieren von Nachrichten, ist sie auch einmal nur halb so schnell und damit deutlich präziser.

LG Electronics KE970: RückseiteA propos Tastendruck: Auf der Taste „5“, zur Orientierung beim Simsen immer eine Hilfe, wurde lediglich die Zahl um ein gefühltes Fliegebein erhöht und bietet daher keine echte Orientierung, wenn man mal nicht aufs Tastenfeld schauen mag. Ebenfalls gespart wurde an der Tastaturbeleuchtung: Diese ist so dunkel, dass man auf den unteren Tasten nur einen dunkelblau illuminierten Schatten wahrnimmt. Das spart zwar Energie, hilft aber kaum beim Schreiben.

Einen kleinen Minuspunkt, wenn auch subjektiver Natur, mussten wir dann doch feststellen: Der Vibrationsalarm ist etwas zu laut aufgefallen, dafür kann man ihn jedoch in der Tasche auch gut spüren. Lediglich wenn das Gerät auf einem Tisch oder einem Hohlkörper liegt, hört man ein intensives Brummen.

Ergänzungen wie ein Handyband oder Schmuckanhänger lassen sich am LG KE970 einfach befestigen: Oben rechts am Handy befindet sich eine Öse, die entsprechende Anbauten aufnimmt. Das Einfügen ist einfach, ist die Öse doch auf einer Ecke angebracht worden. Die einzig legitime Frage, die sich dann stellt: Was sollte man dort noch anhängen, was nicht hässlicher wäre als das Telefon selbst? Die Frage muss sich jeder selbst beantworten.LG Electronics KE970: mit HeadsetSchön ist leider nicht alles am „Shine“: Das LG KE970 übermittelt in im D-Netz gerade mal einen mittelmäßigen Klang und rauscht bei Telefonaten, auch im E-Netz klingt es deutlich dumpf und rauscht satt. Schlimm ist das alles nicht, kann man seinen Gesprächspartner doch in jeder Lage problemlos verstehen. Was in ruhigen Umgebungen funktioniert, gilt leider auch für die lauteren: Stellt man ein Gespräch laut, so klingt der Lautsprecher recht blechern.

Der Empfang ist hingegen durchweg gut: Sowohl im E-, als auch im D-Netz liefert das „Shine“ recht gute Empfangsleistung. Wo Licht ist, da fällt hier auch Schatten: Der integrierte Suchmodus ist sehr dynamisch, was zur Folge hat, dass das Handy innerhalb von wenigen Sekunden zwischen starkem und schwachem Empfang hin- und herwechselt. Besonders auffällig ist dies bei den beiden deutschen E-Netzen, die ohnehin eine kürzere Reichweite als die alten D-Netze haben.LG Electronics KE970: KameraBeim LG KE970 fällt jedem neben der Tastatur zunächst einmal das Display ins Auge, beziehungsweise der Ort, wo sich das Display befinden sollte: Der spiegelnde Oberteil des eleganten Sliders. Dies gilt zumindest, solange es ausgeschaltet ist, füllt es doch keineswegs den gesamten oberen Teil des Handys aus, sondern nur einen etwas kleineren Bereich in der Mitte. Dieser ist jedoch bei der enormen Größe des Sliders immer noch groß ausgefallen, also gibt es hier nur Bonuspunkte. Ganz bis an den Rand geführt wäre das Display auch geradezu grotesk groß.

Das Display kann sich durchaus sehen lassen, vor allem, da es deutlich größer ausfällt als beim LG Chocolate: Satte 240×320 Pixel groß ist das TFT-Display, das auf dem LG Shine in üppigen 262144 Farben leuchtet. Design, das man sofort sieht: Das Display ist nur zu sehen, wenn das Telefon in Aktion ist. „Schläft es“, verwandelt sich das Telefon in einen mobilen Schminkspiegel. Doch die gute Figur im inaktiven Zustand wird beim Einschalten etwas geschmälert: Die Farben werden recht blass, das Bild allerdings sehr scharf angezeigt. Schade: Der Spiegeleffekt hält leider auch an, wenn das Telefon in Betrieb ist: Es „shine“t und reflektiert recht stark, sodass ein Ablesen bei Sonnenschein keinen Eintrag in das große Buch der Lustbarkeiten erhält: Man muss ganz schön herumprobieren, um noch etwas zu erkennen.

LG Electronics KE970: Draufsicht Für Begrüßung, Themes und Farbdarstellung gibt es wahlweise verschiedene Einstellmöglichkeiten. Statusmeldungen wie Netzstärke, Akku-Ladezustand, Signalisierungsart, Datum und Zeit lassen sich auf dem Display mit einem Blick ablesen. Nach ungefähr zehn Sekunden schaltet das Display ab und bleibt schwarz. Statusinfos können dann nur durch längeren Druck auf die Tasten angezeigt werden. Schade: Eine LED-Signalisierung für Netzverbindung oder gar verpasste Anrufe ist nicht integriert.

Die Kamera des LG KE970 ist, handelt es sich beim KE970 doch um den legitimen Nachfolger des LG Chocolate, ein ganzes Stück besser: Sie hat nun eine Auflösung von zwei Megapixel, bei aktivierter Kamera fungiert das Display als Sucher. Die Linse ist übrigens „Made in Germany“ und stammt von Schneider-Kreuznach. Diverse Einstellungen wie digitaler Zoom und Helligkeit können mit der Navi-Walze vorgenommen werden. Über das erweiterte Einstellungsmenü können unter anderem Weißabgleich, Aufnahmemodus, Aufnahmequalität und Speicherort justiert werden. Die Auslöseverzögerung ist deutlich zu lang – ist das gespeicherte Bild doch mal wieder nicht mit dem Auslösezeitpunkt identisch, sondern weiterhin um eine halbe Sekunde zeitversetzt. Die Belichtung der Bilder ist ausgeglicher und deutlich harmonischer als beim LG Chocolate. Ein echter Sprung nach vorne.

LG Electronics KE970: beim Fotografieren

Aufgenommene Bilder lassen sich per E-Mail, MMS und Bluetooth verschicken. Unter idealen Bedingungen gelingen gut anzusehende Bilder, die durchaus auch auf dem Format 9×13 cm ausgedruckt werden können.

Bei Aktivierung der Kamera kann der Benutzer wählen, ob ein Foto oder ein Video aufgenommen werden soll. Videoaufnahmen, die sehr sauber und ruckelfrei gelingen, werden im 3gp-Format abgespeichert. Aufgenommene Bilder und Videos lassen sich entweder im internen, 45 Megabyte großen, Gerätespeicher, oder aber auf einer Speicherkarte, die bis zu zwei Gigabyte Größe erreichen darf, abspeichern. Das sollte für den ambitionierten Unterwegs-Knipser reichen.

LG Electronics KE970: Startbildschirm
LG Electronics KE970: Anrufliste
LG Electronics KE970: Wecker
LG Electronics KE970: Taschenrechner
LG Electronics KE970: Weltzeituhr
LG Electronics KE970: Nachrichten
 
LG Electronics KE970: Hauptmenü
LG Electronics KE970: Extras
LG Electronics KE970: Kalender
LG Electronics KE970: Umrechner
LG Electronics KE970: MP3-Player
LG Electronics KE970: Nachricht schreiben
 

Die Shine-Menüstruktur ist, wie schon vom LG Chocolate gewohnt, einfach und logisch in dem von vielen Herstellern bekannten Gitterraster mit kleinen Icons aufgebaut. Auch ohne längeres Studium der Gebrauchsanweisung lassen sich die meisten Menüpunkte intuitiv zuordnen. Die Icons sind klar dargestellt und sind größtenteils selbst erklärend, trotzdem wird ihnen noch ein kleiner Erklärungstext hinzugefügt. Über drei Menüebenen kann man problemlos durch das Menü navigieren und die entsprechenden Punkte schnell finden. Um etwa eine SMS zu erstellen, reichen normalerweise zwei Tastendrucke. Die Schnellwahl-Funktion ist dabei sehr umfangreich geraten: Drückt man in eine Richtung auf der Navigationswalze, erscheinen nicht nur einfach vier Funktionen. Im Gegenteil: Man kann immer schön durch verschiedene Funktionen weiter scrollen, und mit wenigen Tastendrucken schnell jede Handyfunktion ausführen. Etwas gewöhnungsbedürftig, gleichzeitig eine sehr gute Idee!

Die Rufnummeranzeige beim Angerufenen kann mit drei Tastendrucken voreingestellt werden. Das LG KE970 hat integrierte Anruflisten, getrennt nach "Rufe in Abwesenheit", "Empfangene Anrufe" und "Gewählte Rufnummern". Ebenfalls dabei: Die komplette Liste, wie schon bei Sony Ericsson bekannt geworden. Eine automatische Wahlwiederholung ist ebenfalls möglich. Das Schreiben einer SMS bzw. einer MMS gestaltet sich sehr einfach mit diesem LG-Flachmann. Eine lernfähige T9-Eingabeunterstützung ist ebenso vorhanden wie eine flexible Speichermöglichkeit der SMS/MMS in den entsprechenden Ordnern. Hier kann man mal richtig prassen: Im Gegensatz zu LG Chocolate speichert der silberne Flachmann mit 300 Kurznachrichten schlicht das Doppelte. Zeichenzähler und Vorlagen erleichtern die Kunst mit den Buchstaben. Die EMS-Fähigkeit des Gerätes rundet den positiven Eindruck in diesem Segment ab.

Ebenso positiv, weil einfach, verläuft die Arbeit mit dem integrierten E-Mail – Programm. Das schnelle Einrichten eines Kontos und die Basisfunktionen wie E-Mail-Abruf (automatisch und auch zeitgesteuert!) runden das gelungene Programm ab. Der Versand einer E-Mail klappt genauso schnell und zügig wie bei einer SMS. Mit einer E-Mail können auch Anhänge mit versendet werden. Eine schöne Freude sind die verschiedenen Klingeltöne, die dem Handy ab Werk beiliegen. Zwar klingen diese alle übertrieben künstlich, doch können beliebige MP3-Dateien auch als Klingeltöne eingerichtet werden. Eine zusätzliche Tastensperre neben dem Schiebemechanismus steht beim KE970 zur Verfügung: Ist das Handy geschlossen, können die Touchpad-Tasten durch Drücken der Softkeys freigegeben werden. In der Praxis erweist sich dies als durchaus sinnvoll und effektiv, ist eine Falsch- oder Aus-Versehen-Bedienung doch sehr unwahrscheinlich.LG Electronics KE970: mit USB-KabelVerbindungen zu schaffen ist eine der ganz großen Stärken des LG KE970, verfügt es viele namhafte Industriestandards: Sowohl das eingebaute Bluetooth sorgt für gute Verbindungen zu anderen Geräten, auch ist das mitgelieferte Datenkabel samt Software eine gute Grundlage zum Datentransfer. Doch auch GPRS steht dem Anwender zur Verfügung, und wem das immer noch nicht reicht, der kann sogar noch die gute alte Infrarot-Verbindung aufbauen. Was fehlt, ist schnell behandelt: UMTS sucht man im KE970 vergebens, doch ist die schnelle Datenschnittstelle wohl auch nichts für die anvisierte Zielgruppe, die eher auf Optik denn auf Technik gucken dürfte. Außerdem steht ein „großer Bruder“ mit dem schnellen Übertragungsstandard bereits in Haus, daher dürften auch die Eiligen bald auch ihre Kosten kommen. Doch zurück zu diesem Handy, und das hat nun mal kein UMTS.

Die vorhandenen Schnittstellen lassen sich dann auch reibungslos verwenden: Die Anbindung von eines Bluetooth-Headsets war im Test problemlos möglich. Mehr als ein Headset sollte man über Bluetooth jedoch nicht anbinden: Die Schnittstelle entstammt noch der alten Generation vom Standard 1.1 und ist nicht gerade flott. Die Datenübertragung per GPRS funktioniert schnell und unproblematisch. Sowohl Internetinhalte als auch E-Mails lassen sich problemlos abrufen und über die integrierten Programme anzeigen. Verbesserungswürdig ist die Datensynchronisation von Kalender und Kontaktbuch mit Windows-Programmen (z.B. ist die Zuordnung einer zweiten Mobilfunknummer zu einem Kontakt nicht möglich). Grundsätzlich können die Datendienste per OTA der Netzbetreiber konfiguriert werden.

LG Electronics KE970: Draufsicht unten
LG Electronics KE970: Draufsicht unten rechts
LG Electronics KE970: Draufsicht rechts
LG Electronics KE970: Draufsicht rechts oben

Das KE970 ist nicht nur ein außerordentlich schicker Flachmann, es platzt auch geradezu vor Features: So verfügt der kantige Flachmann über einen Voice-Recorder – eine Sprachwahl ist allerdings nicht integriert. Auch können die Aufnahmen des Voice-Recorders leider nicht als Ruftöne zugeordnet werden.

Über die integrierte Freisprecheinrichtung lassen sich bequem Gespräche führen, die zwar etwas blechern klingen, aber verständlich sind. Auch mit Umgebungsprofilen kann das Handy aufwarten und sticht damit einige seiner Mitbewerber aus: Fünf verschiedene Umgebungen. Neu ist, und das will auch die Presseerklärung gut verstanden wissen, der Flugzeugmodus: So lässt sich der integrierte MP3-Player endlich auch im ausgeschalteten Zustand des Handys alleine nutzen. Nützliches Zubehör wie ein Bildbearbeitungsprogramm, JAVA World, Zeitzonenprogramm, Wecker, Taschenrechner, Umrechner und eine Stoppuhr runden die gute Ausstattungsliste des silbernen Sliders von LG ab.

Pluspunkt endlich mal für den Wecker bei LG: Ist das Handy ausgeschaltet, klingelt er trotzdem. Das ist für ein modernes Handy natürlich zeitgemäß, doch war es leider beim Chocolate noch nicht vorzufinden. Ein Musikplayer und ein Videoplayer sind auf dem Gerät bereits vorinstalliert. Mit diesen Playern lassen sich die gängigen Formate wie 3GP, WMA, MP3, MP4, AAC und M4P abspielen. Der interne Gerätespeicher von 45 Megabyte ist dabei knapp bemessen für das Speichern größerer Datenmengen, doch hilft nun auch, ebenfalls besser als beim Chocolate, eine Speichererweiterung mittels MicroSD-Karten.

LG Electronics KE970: Draufsicht oben
LG Electronics KE970: Draufsicht oben links
LG Electronics KE970: Draufsicht links
LG Electronics KE970: Draufsicht links unten

Daten können bequem per USB-Kabel vom PC auf das Handy geladen werden. Das ist auch notwendig, ist die Bluetooth-Schnittstelle doch nach dem alten Standard 1.1 ausgerüstet und mit gerade mal zehn Kilobyte pro Sekunde so schnell wie ein Gletscher.

Der MP3-Player unterstützt die gängigsten Funktionen wie Playlist, Zufallsgenerator und einen Equalizer. Der iPod-Ersatz sollte jedoch gut geplant sein: Man kann genau eine Playlist erstellen, diese jedoch darf eine unbegrenzte Anzahl von Dateien umfassen. Gut hingegen ist der 3,5 Millimeter messende Klingestecker, an den man sein eigenes Headset anschließen kann. Das gelingt zwar nur via Adapter, doch das kennen und schätzen Musikfreunde je schon an verschiedenen Sony Ericsson-Handys.

Für Unterhaltung ist in eingeschränktem Rahmen gesorgt: Auf dem Gerät hat LG zwei Spiele untergebracht, Bubble Soccer, ein Spiel, dass sehr unter der hakeligen Navigationswalze leidet, sowie ein Angelspiel, ebenfalls nahezu unspielbar dank des Designs. Immerhin: Die Geschwindigkeit der Spiele ist okay, die Java-Engine scheint also ganz in Ordnung zu sein.

LG Electronics KE970: zerlegt in Bestandteile

Das LG KE970 ist ein Handy, das optisch keine Kompromisse macht: Schick bis in das kleinste Detail, mit einer beeindruckenden Oberfläche und den Metallteilen, die das Mobiltelefon noch hochwertiger machen, ist es nicht nur ein Hingucker, sondern ein durchdachtes und hochwertiges Telefon. Doch die gute Optik kann nicht über einige Schächen hinwegtäuschen: Die Navi-Walze ist zu unpräzise, das Display zu sehr verspiegelt für den Außeneinsatz. Ebenfalls nur Mittelmaß ist die Sprachqualität, was die Ambivalenz des Telefons einmal mehr unterstreicht. Fazit: Wer derzeit noch mit einem „Chocolate“ liebäugelt, der sollte sich genau fragen, was er erwartet: Die bessere Kamera, der größere Speicher und die auffälligere Optik sprechen für den silbernen Schiebeflachmann. Nur wer mit der Farbe „Silber“ nichts anfangen kann, oder aber sich selbst nicht sehen mag, der sollte jetzt noch zum Chocolate greifen.

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