Test des LG Optimus L3

11 Minuten

LG Electronics Optimus L3

Mit dem L3 ergänzt LG seine Optimus-Reihe um ein Smartphone, welches nicht nur den Geldbeutel schont, sondern auch in der Handtasche keine Platzprobleme verursacht. „Klein, smart und chic“, so beschreibt LG den Zwerg selbst. Die UVP liegt bei gerade einmal 129 Euro. Dafür bekommt der Nutzer unter anderem Android 2.3, eine 3-Megapixel-Kamera und ein 3,2-Zoll-Display. Was das Optimus L3 sonst zu bieten hat und worauf der Nutzer ob des geringen Preises verzichten muss, ist im Praxistest auf inside-handy.de nachzulesen.

Das LG Optimus L3 liegt in einem kleinen schwarzen Karton. Zum Lieferumfang gehören der 1.500 Milliamperestunden starke Li-Ion-Akku, ein Steckdosen-Adapter, ein Daten- und Ladekabel sowie eine Kurzanleitung. Ein Headset sucht man indes vergebens. Auch für ein Handy dieser Preisklasse kann man Kopfhörer erwarten.

LG Electronics Optimus L3

 

LG Electronics Optimus L3

Um den Akku einzusetzen, braucht es Kraft und Mut. Denn der Deckel sitzt fest auf dem Gehäuse. Am oberen Ende befindet sich eine Rille, an welcher die Abdeckung nach oben gehebelt wird. Der Steckplatz für die SIM-Karte befindet sich unter dem Akku. Die Micro-SD-Karte kann bei geöffneter Rückseite seitlich eingeführt werden. Hat man alle Karten und den Akku eingesetzt, wird der Deckel auf das Gerät gelegt und rundum leicht angedrückt. 

LG Electronics Optimus L3Die klassische viereckige Form ist stimmig und passt zu den Ausmaßen des Winzlings. Die Haptik ist gut und passt zum Preissegment. Zwar besteht das Gerät komplett aus Kunststoff, wirkt aber keinesfalls billig. Dazu passt auch das Gewicht von 103 Gramm, was für das kleine Handy durchaus eine Menge ist. Das Handy wirkt auf den ersten Blick ziemlich robust. Dieser Eindruck bestätigt sich auch nach längerem Gebrauch. Spaltmaße gibt es so gut wie keine und die vorhandenen liegen unter einem Millimeter. Die Verarbeitung ist sehr gut. Nichts knarzt oder knackt. Auch ist das Gerät sehr verwindungssteif, was den positiven Eindruck unterstreicht. 

102,6 x 61,3 x 11,7 Millimeterbetragen die Außenmaße des Taschen-Smartphones. Das Handy ist zwar klein – zumindest im Vergleich mit aktuellen Flaggschiffen am Smartphone-Markt – liegt jedoch sehr gut in der Hand. Auch die Bedienelemente sind gut zu erreichen. Die Rückseite ist geriffelt, was einen sicheren Griff gewährleistet. Die schwarze Optik wird durch den silbernen Rahmen unterbrochen. Die Kombination aus Schwarz und Alu-Imitat wirkt jedoch recht bieder und langweilig. 

LG Electronics Optimus L3

Unter dem Display befinden sich zwei Sensortasten und ein mittig platzierter Home-Button. Auf der linken Geräteseite liegt die Lautstärkewippe. An der unteren Stirnseite lässt sich das Daten- oder Ladekabel anschließen. An der oberen liegt der 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss und der Knopf zu Ein-/Ausschalten, welcher zudem als Display-Sperre fungiert.

 

 

 

Laut LG soll der 1500-Milliamperestunden-Li-Ion-Akku bis zu zwölf Stunden Gesprächszeit im 2G-Netz und bis zu zehn Stunden im 3G-Netz durchhalten. Für die Standby-Zeit sind 600 Stunden angegeben. Im Test erwies sich der Winzling als Dauerläufer. Bei ständig aktiviertem WLAN, zwei Stunden Telefonie und drei Stunden Internetnutzung verlangte das L3 nach 48 Stunden – im ersten Ladezyklus –  wieder nach neuem Strom. Zum einen wird diese Laufzeit durch die Gerätespezifikation erreicht. Zum anderen bleibt das L3 des Öfteren auch mal im Standby. Denn im Gegensatz zu Smartphones mit höherer Auflösung, hat man kaum das Verlangen auf der Couch mit dem L3 stundenlang zu surfen und greift dann doch lieber zum Laptop.

Nichts zu bemängeln gibt es am Empfang. Die Anzeige zeigt stets vollen Empfang an, selbst in Gegenden mit schlechtem Netzausbau. Zu Gesprächsabbrüchen kam es nicht. Der Handylautsprecher kann bei der Klangqualität überzeugen. Stimmen wurden auf beiden Seiten unverfälscht wiedergegeben. Zudem ist die Ausgabe sehr laut einstellbar, was gerade in belebter Umgebung von Vorteil ist. Gut ist auch die Freisprecheinrichtung, wenngleich ein wenig zu leise. Der SAR-Wert des Gerätes beträgt laut LG 0,572 W/kg, was einen guten Wert darstellt.

LG Electronics Optimus L3Das 3,2 Zoll große TFT-Display, vermag 240 x 320 Pixel darzustellen, was selbst für ein Handy dieser Preisklasse zu gering ist. Daher verwundert es nicht, dass die Darstellung recht pixelig wirkt. Schriften wirken einfach nicht scharf und auch das Betrachten von Bildern lässt das Herz nicht wirklich höher schlagen. In Sachen Farbbrillanz kann das L3 dann wieder punkten. Die Farben sind knackig und leuchtend. Die Helligkeit reicht für die Darstellung in geschlossenen Räumen aus, Direkte Sonneneinstrahlung macht die Ablesbarkeit der Displayinhalte nahezu unmöglich. Die Bildschirm-Helligkeit lässt sich nur manuell den Gegebenheiten anpassen. Der Touchscreen reagiert sensibel und ziemlich präzise auf die Fingereingabe. Auch Schnelltipper werden hier sehr gut zurechtkommen.

Ein Bewegungssensor passt die Displayansicht in drei Richtungen an, wenn das Handy gedreht wird. Dieser reagierte im Test mit einer Verzögerung von einer Sekunde, was aber noch im Rahmen liegt. Einen Näherungssensor schaltet das Display ab, wenn das Smartphone beim Telefonieren ans Ohr gehalten wird.

Im L3 ist eine 3-Megapixel-Kamera ohne Blitz und Autofokus verbaut. Die Bedienelemente, wie beispielsweise Einstellungsmöglichkeiten oder der Auslöser, befinden sich als virtuelle Elemente auf dem Display. Der Auslöser reagierte im Test ohne Verzögerung. Es gibt die folgenden Einstellungsoptionen:

  • BelichtungskorrekturLG Electronics Optimus L3
  • Szenen-Modus (Auto, Landschaft, Nacht, Sonnenuntergang, Portrait)
  • Auflösung
  • Weißabgleich
  • ISO
  • Effekte (Negativ, Schwarz-Weiß, Sepia)
  • Selbstauslöser
  • GPS

Die Qualität der Fotos reicht erwartungsgemäß nur für Gelegenheitsaufnahmen, da auch bei optimalen Lichtverhältnissen aufgenommene Bilder leicht verwaschenwirken. Zudem arbeitet die Belichtungsmessung nicht sonderlich gut, so dass es schnell zu einer Überlichtung kommen kann. Auch fehlt es an der entsprechenden Einstellung, um zwischen den Belichtungs-Messpunkten zu unterscheiden. Für Videoaufnahmen in VGA-Auflösung zeigt sich ein ähnliches Ergebnis. Gelegentliche Videos sind durch aus drin, jedoch sollte man für den Urlaub auf eine richtige Kamera zurückgreifen. Die Videos sind zwar flüssig, wirken aber nicht durchgehend scharf. Auch sind Sättigung und der Kontrastumfang zu gering. 

Das LG L3 wird mit Android 2.3.6 (Gingerbread) und Optimus-Benutzeroberfläche ausgeliefert. Diese bietet einen fünfseitigen Startbildschirm, der nach eigenem Gusto mit Widgets, Schnellzugriffen, Ordnern, Hintergründen und Live-Wallpapers bestückt werden kann. Die Benachrichtigungsleiste lässt sich herunter ziehen und gibt den Blick auf verpasste Anrufe, SMS oder sonstige Informationen preis. 

Das App-Menü präsentiert sich nach unten durchscrollbar. Zur besseren Orientierung lassen sich verschiedene Kategorien als Überschriften anlegen, um seine Applikationen zu sortieren. Bis auf geänderte Systemicons, ein etwas bearbeitetes Menü, gibt es keine zusätzlichen Funktionen, welche das Optimus UI mit sich bringt. 

Aufgrund des kleinen Displays, fällt die Tastatur recht klein aus. Dennoch ist ein Schreiben auf der virtuellen Tastatur erstaunlich gut möglich. Der Touchscreen reagiert sensible genug, um die Fehlerquote gering zu halten.

LG Electronics Optimus L3Mit dem GSM Quad-Band-Handy kann man fast überall auf der Welt telefonieren. Internet ist über WLAN 802.11 b/g/n und UMTS mit HSDPA 3,6 MBit/Sekunde möglich. Bei Anschluss eines USB-Kabels wird das Optimus L3 vom PC als Massenspeicher erkannt. Ein Datenaustausch mit kompatiblen Geräten ist außerdem über Bluetooth 3.0 möglich. Der interne Speicher des Androiden beträgt ein Gigabyte, der Speicher kann über MicroSD-Karten um bis zu 32 Gigabyte aufgerüstet werden.

Im L3 werkelt ein 800 Mhz Prozessor von Qualcomm, dem 384 Megabyte RAM zur Seite stehen. Die Kombination reicht für das angestrebte Marktsegment durchaus aus. Zu Rucklern während der Bedienung kommt es nicht. Auch Applikationen starten ohne Verzögerung. Die Hardware stößt bei aufwendigen Spielen erwartungsgemäß an seine Grenzen. Aufgrund der geringen Displayauflösung, ist dies jedoch sowieso nicht zu empfehlen.

Der Webkit-Browser benötigte im Test mit WLAN 16 Sekunden um die inside-handy-Startseite in klassischer Ansicht  anzuzeigen. Dabei ist sie jedoch nicht komplett geladen. Für das Navigieren und Lesen der Inhalte reicht dies jedoch schon aus. Um die Seite über WLAN inklusive aller Bilder zu öffnen, braucht das L3 insgesamt 45 Sekunden. Über HSDPA benötigte das Smartphone für das Öffnen der kompletten Darstellung 60 Sekunden. Erfreulicherweise geht das Scrollen durch Seiteninhalte und Vergrößern von Seiteninhalten über Pinch-to-Zoom sehr flüssig vonstatten. Dies ist deshalb von Vorteil, da man gerade auf dem kleinen Display viel Zoomen und Scrollen muss. Neben der URL-Eingabeleiste gibt es am oberen Rand des Browsers einen Lesezeichen-Button. Die Menütaste erlaubt den Zugriff auf eine Menüleiste zum Öffnen neuer Fenster, Fensterwechsel, Stoppen, Hinzufügen von Favoriten und Aktualisieren. Seiten können nach Inhalten abgesucht und versandt werden. 

Zur Navigation ist Google Maps Navigation installiert. Dieses unterstützt sowohl die sprachgestützte Fußgänger als auch die Fahrzeug-Navigation. Bei der ersten Benutzung muss die Text-in-Sprache-Unterstützung aus dem Google Play Store nachinstalliert werden, wenn die sprachgeführte Navigation genutzt werden soll. Dieses ist kostenlos. Die Ermittlung des eigenen Standortes geschieht über GPS-Satelliten und wahlweise zusätzlich über Netzwerkverbindungen. Die GPS-Ortung dauerte im Test nur einige Sekunden. Allerdings eignet sich das L3 aufgrund des kleinen Displays eher zur Fußgänger- als zur Fahrzeugnavigation. 

LG Electronics Optimus L3
LG Electronics Optimus L3
LG Electronics Optimus L3
LG Electronics Optimus L3

Die Bibliothek des Music-Players sortiert Musikstücke nach Titel, Alben, Interpreten und Wiedergabelisten. Als Musiksteuerung kommen die Android-typsichen Funktionen wie Wiederholungen oder Shuffle-Wiedergabe zum Einsatz. Der Klang über den eingebauten Handylautsprecher ist ausreichend laut, und überrascht in seiner Qualität. Da kein Headset mitgeliefert wurde, kam im Test dass des Galaxy S2 zum Einsatz. Der Klang über die Kopfhörer ist erstaunlich gut, auch ohne Equalizer. Die Ausgabe ist laut und klar, zudem ist das Klangspektrum sehr ausgewogen.  Zur Nutzung des UKW-Radios ist ein Headset erforderlich, da dessen Kabel als Antenne dient. Das Radio scannt die Umgebung automatisch nach Sendern ab, die daraufhin in einer Liste abgespeichert werden. Im Test klappte die automatische Sendersuche sehr gut. Sendefrequenzen lassen sich über einen virtuellen Einstellungsknopf nachregeln. 

Der Kalender des L3 wird wahlweise in Monats-, Wochen-, Agenda-, oder Tagesansicht angezeigt und kann mit dem Google Konto abgeglichen werden. Der Kalender bindet auch andere Quellen ein, wie zum Beispiel ein anderes Email-Konto (samt Kalender), Microsoft Exchange oder Facebook. Der vorinstallierte Polaris Viewer erlaubt das Betrachten von Word-, Excel-, Powerpoint- und PDF-Dateien. Einen Wecker, einen Taschenrechner und eine Sprachmemofunktion gibt es genauso auf dem L3, wie eine Nachrichten- und Wetter-Applikation, einen Youtube-Client und ein Programm namens RemoteCall. Damit kann im Bedarfsfall die Kundenbetreuung eine Fernsteuerung starten und so etwaige Bedienfehler ausmerzen. 

 

LG Electronics Optimus L3

Das LG Optimus L3 ist entgegen dem Trend ein Winzling. So verschwindet es bequem in jeder Hemdtasche und auch Frauen mit kleinerer Handtasche, werden ihre Freude an dem Winzling haben. Es ist sehr gut verarbeitet, das Design spricht eher Puristen als User mit extravagantem Geschmack an. Die Akkulaufzeit ist ausgezeichnet und auch die Klangqualität des MP3-Players kann überzeugen. Des Weiteren punktet es bei den klassischen Handyfunktionen wie dem Telefonieren. Da können sich einige teurere Gerät nur verstecken. Die Bedienung ist durchgehend flüssig und auch beim mobilen Internet kann das Handy in Sachen Bedienkomfort punkten. Die Ladezeiten von komplexen Seiten sind allerdings recht hoch. Es gibt noch weitere Schattenseiten: So ist die Displayauflösung zu gering, was zu Problemen mit einigen Applikationen führen kann. Zudem eignet sich die Kamera lediglich für gelegentliche Schnappschüsse. Negativ stößt auch das Fehlen eines Headsets auf.  Wer keinen großen Wert auf Spiele oder Kamera legt und das mobile Internet nur gelegentlich nutzt, bekommt ein solides Einsteiger-Gerät zum kleinen Preis. 

LG Electronics Optimus L3Pro:

  • Sehr gut verarbeitet
  • Klein und leicht
  • Lange Akkulaufzeit
  • Gute Klangqualität 

Contra

  • Mäßige Kameraqualität
  • geringe Auflösung
  • kein Headset im Lieferumfang

 

Das Testgerät wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von:

Getgoods
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