Test des LG KG320S

17 Minuten

LG Electronics KG320S: Draufsicht

Flach, Flacher, am flachsten: Nachdem Motorola mit dem RAZR und dem SLVR erst einmal die Marke für hauchdünne Mobiltelefone gesetzt hatte, fühlten sich vor allem koreanische Anbieter herausgefordert, den Amerikanern Paroli zu bieten. Das Resultat war nicht nur dünn, sondern auch mager: Präsentiert wurden meist Handys, die der US-Vorlage verdächtig ähnlich sahen. Um so erfreulicher, nun ein Handy in den Ring zu lassen, dass optisch erstaunlich eigenständig ist: Seit dem LG Chocolate ist der koreanische Konzern sehr um ein Design mit hohem Wiedererkennungswert bemüht. Da dies beim Schokoladen-Slider hervorragend funktioniert hat, legen die Koreaner nun auch im klassischen Barrendesign nach. Ob ihnen der Einstand auch in diesem Segment gelungen ist, haben wir im inside-handy.de Testlabor überprüft. LG Electronics KG320S: VerpackungRot und schwarz, also in den schon bestens bekannten LG-Farben, kommt der Hochglanzkarton des KG320S in die Regale der Händler. Dieser dürfte im Regal kaum daneben greifen: Neben dem Handy in Frontalansicht, leicht gekippt oder auch mit diversen Anschnitten des Handys wird an jeder Kante mitgeteilt: Hier drinnen befindet sich ein LG KG320S. Wer dann zwar den Karton, aber keine Ahnung über die Features des Mobiltelefons hat, auch dem wird vom freundlichen LG-Verpackungsdesigner geholfen: Die Rückseite glänzt mit technischen Daten, die für Handy-Laien völlig unverständlich sein dürften: Dass dieses Handy „AAC++“, „H.263“ oder auch „64 Poly“ bietet, klingt nur im Ohr des Fachmannes logisch und verständlich.

Öffnet man den Karton, kann man eine hellgraue Pappwanne herausziehen, die in vielen Handyverpackungen zum Einsatz kommt. Beruhigend gerade für Kunden, die wenig Ahnung von Technik haben: Gleich obenauf liegt eine wirklich gute und auf Deutsch verfasste Kurzanleitung, die unverständlicherweise den englischen Namen „Quick Start Guide“ trägt. Ein solcher Titel klingt verdächtig nach einem Sieg des Marketings, dürfte jedoch nicht jedem zusagen.

Wirft man einen Blick unter die zahlreichen mitgelieferten Druckerzeugnisse, offenbart sich eine solche Fülle an Zubehörteilen, dass man sich als Fachhändler schon fragen muss, was man denn sonst noch verkaufen soll. Neben der auf den ersten Blick recht dicken Anleitung findet der Anwender auch das Ladegerät, ein USB-Datenkabel, das passende Headset sowie, und das ist wirklich selten drin, eine passende und recht schicke Ledertasche. Neben der Hardware ebenfalls an Bord: Die LG-Synchronisationssoftware auf einer Single-CD.

LG Electronics KG320S: Lieferumfang
LG Electronics KG320S: zerlegt in Bestandteile
LG Electronics KG320S: TastaturDurch das flache und auf den ersten Blick sehr nüchterne, zugleich aber schicke Design, versucht LG gar nicht erst, sich mit Motorola in einen Topf werfen zu lassen, sondern geht beim Look des Handys konsequent seinen eigenen Weg. Der schlanke Chromrand wirkt nicht aufdringlich, sondern ergänzt sich gut mit der weißen Tastaturbeschriftung. Einzig die Abdeckung der integrierten Kamera, die mit einem Schiebemechanismus das Objektiv freigibt, wirkt auf den ersten Blick etwas groß geraten, stört jedoch bereits nach kurzer Betrachtung nicht mehr.

Doch was auf den ersten Blick schick scheint, muss nicht zwingend so verarbeitet sein, weshalb wir das KG320S auch in die technische Nahaufnahme schicken:

Das Zusammensetzen des Handys ist sehr einfach. Akku, Heckklappe und SIM-Karte finden schnell und ohne großen Logik- oder Kraftaufwand zu einander. Das Auseinandernehmen, was in dieser Häufigkeit eher Testern als Handybesitzern vorbehalten ist, gestaltet sich ähnlich simpel. Allein die SIM-Karte will, einmal in das dafür vorgesehene Fach gesteckt, nicht so einfach wieder zu entfernen, hier ist ein guter Fingernagel oder aber eine Pinzette gefragt.

LG Electronics KG320S: GrößenverhältnisDas Handy an sich macht einen soliden und wertigen Eindruck, und vermittelt dabei das Gefühl, auch vieles ertragen zu können. Wer einmal diesen Kameraschieber hat einrasten hören, der gewinnt umgehend Vertrauen in die Langlebigkeit des KG320S. Ebenfalls trägt dazu bei, dass weite Teile des Mobiltelefons aus Metall sind oder den Eindruck machen, aus diesem verarbeitet zu sein.

Die Spaltmaße sind sehr gering, was das Eindringen von Staub unwahrscheinlich macht. Auch bei herunter gezogener Kamera-Verdeckung sind die Abstände zwischen den Bauteilen im normalen Bereich, die Klappe schmiegt sich regelrecht an die Gehäuseoberfläche. Die in Gerätefarbe lackierten Seitentasten fügen sich optisch schön in das Handy ein, die Verarbeitung macht einen stimmigen Eindruck.

Überhaupt ist die Wahrscheinlichkeit, dass diesem Handy im Alltagsgebrauch etwas Schaden zufügen könnte, recht niedrig: Immerhin kommt gleich es ab Werk mit einer überaus praktischen Tasche, die es vor äußeren Einflüssen schützen soll. Diese sieht zwar aus wie vom Samsung SGH-P300 abgepaust, doch ist das in Korea zum Einen nicht so schlimm, zum Anderen ist sie praktisch und das reicht aus.

Die diversen Zusatzkomponenten mit dem klassischen Standard-Anschluss wie ein Datenkabel, ein Headset und das Ladegerät, die seltsamerweise am linken Teil des Gerätes angeschlossen werden, sitzen fest und haben nur ein geringes Spiel. Zum Entfernen zieht man den jeweiligen Stecker mit leichtem Druck nach unten, um dadurch die Arretierung des Steckers zu lösen. Angst vor Beschädigung ist dabei unbegründet: Alle in einander greifenden Teile sind solide verarbeitet. Einzig das Öffnen der Verschlussklappe ist kein Vergnügen: Ohne lange Fingernägel oder aber ein Werkzeug passiert hier nichts.

LG Electronics KG320S: BeleuchtungTasten gibt es nicht mehr als nötig: Am oberen Ende der Tastatur wurde ein sehr dezenter „Navi-Key“ angebracht, der schon eher den Eindruck macht, ein Stück der Oberfläche darzustellen als eine Funktionstaste. Vier Druckpunkte dienen hier als Navigationstasten, in deren Mitte sich eine eingelassene Kugel nach außen wölbt, welche die Befehlstaste darstellt. Erweitert wird der Navi-Key (den wir aus Mangel an Alternativen einfach so nennen wollen) durch die rechts und links unterhalb des Displays angebrachten Softkeys, die je nach Menü ihre Funktion ändern.

Völlig aus der Mode gekommen zu sein scheinen übrigens auch die farblichen Markierungen der Rufannahme- und Beenden-Taste. Da uns die Erfahrung lehrt, dass mit der linken Hörertaste ein Gespräch begonnen wird, kann man sich noch zusammenorakeln, wie die beiden Tasten gemeint sind, doch hat hier das Design über die Technik gesiegt. Leider, denn unerfahrenen Handynutzern dürfte es Kopfschmerzen bereiten.

An den Seiten wurden, im Gegensatz zu manch einem europäischen Multimediahandy, auffällig wenige Tasten angebracht: Rechts findet man die Musik- und Kamera-Taste, mit der man generell in den Bereich „Multimedia“ abtaucht, links befindet sich, der schicken Optik zum Trotz, gar keine Taste.

LG Electronics KG320S: mit TascheDie Bedienung ist recht einfach, wenn auch ein deutlich kräftigerer Druckpunkt notwendig ist als bei einigen Mitbewerbern. Ebenfalls auffällig ist der recht laute mechanische Tastenton, wenn man auf die Tasten drückt. Eine SMS im Geheimen schreibt man mit dem KG320S nicht so bald. Ebenfalls eher mager ist die Tastaturbeschriftung: Während das schon erwähnte Fehlen der Farben auf den Ruftasten die Bedienung nicht einfacher macht, ist der viereckige „Navi-Key“ überhaupt nicht beschriftet. Hier kann man (als Anfänger) nur raten bzw. (also Handyerfahrener) nur vermuten, was bei Tastendruck geschieht. Immerhin lässt er sich nicht nur seitlich, sondern auch in den Ecken drücken.

A propos Tastendruck: Die Taste „5“ ist, wie gewohnt, durch zwei kleine Stifte spürbar, wenn man nicht immer auf die Tastatur schaut. Diese sind jedoch so weit nach außen gerutscht, dass man sie auch hätte weglassen können: Zum Blindschreiben sind sie nicht zu gebrauchen. Das ist übrigens doppelt schade, ist doch die Tastaturbeleuchtung so mager ausgefallen, dass man damit bei Dunkelheit nur unzureichend schreiben kann.

Einen kleinen Minuspunkt, wenn auch subjektiver Natur, mussten wir dann doch feststellen: Der Vibrationsalarm ist etwas zu laut aufgefallen, dafür kann man ihn jedoch in der Tasche auch gut spüren. Lediglich wenn das Gerät auf einem Tisch oder einem Hohlkörper liegt, hört man ein intensives Brummen. Aktivieren lässt sich dieser kinderleicht über die Profile, auf die wir noch später im Test zu sprechen kommen.

Ergänzungen wie ein Handyband oder Schmuckanhänger lassen sich am LG KG320S einfach befestigen: Oben rechts am Handy befindet sich eine Öse, die entsprechende Anbauten aufnimmt. Das Einfügen ist jedoch eine echte Fummelarbeit und verlangt nach ruhiger Hand oder aber einer Pinzette.
LG Electronics KG320S: HeadsetDas LG KG320S übermittelt in im D-Netz einen ordentlichen Klang und rauscht leicht bei Telefonaten, im E-Netz klingt es deutlich klarer und rauscht kaum mehr. Schlimm ist das alles nicht, kann man seinen Gesprächspartner doch in jeder Lage problemlos verstehen. Was in ruhigen Umgebungen funktioniert, gilt leider nicht für die lauteren. Stellt man ein Gespräch laut, so klingt der Lautsprecher recht blechern.

Der Empfang ist leider von unterschiedlicher Natur: Während das Handy im E-Netz schwächelt, indem es schnell mal ein Gespräch abbricht, zeigt es im D-Netz eine recht gute Empfangsleistung. Wo Licht ist, da fällt hier auch Schatten: Der integrierte Suchmodus ist sehr dynamisch, was zur Folge hat, dass das Handy innerhalb von wenigen Sekunden zwischen starkem und schwachem Empfang hin- und herwechselt. Besonders auffällig ist dies bei den beiden deutschen E-Netzen, die ohnehin eine kürzere Reichweite als die alten D-Netze haben.
LG Electronics KG320S: KameraBeim LG KG320S fällt jedem neben der Tastatur zunächst einmal das Display ins Auge, dominiert es doch das Mobiltelefon ganz deutlich. Dies gilt zumindest, solange es ausgeschaltet ist, füllt es doch keineswegs den gesamten oberen Teil des Handys aus, sondern nur einen deutlich kleineren Bereich in der Mitte.

Doch auch das kann sich auch sehen lassen, wenn es auch schmaler ausfällt als beim LG Chocolate: Immerhin 176×220 Pixel groß ist das TFT-Display, das LG dem KG320S spendiert hat. Das Display ist allerdings nur zu sehen, wenn das Telefon in Aktion ist. „Schläft es“, erkennt man gerade mal einen matten grauen Glanz. Die Farben werden recht gut und das Bild sehr scharf angezeigt. Selbst in Konkurrenz mit einem anderen Handy braucht sich dieses LG-Display nicht zu verstecken. Irgendetwas ist aber immer: Bei direkter Sonneneinstrahlung reflektiert das Display stark, wirklich gut lesbar ist es nur bei indirektem Licht.

LG Electronics KG320S: Draufsicht Für Begrüßung, Themes und Farbdarstellung gibt es wahlweise verschiedene Einstellmöglichkeiten. Statusmeldungen wie Netzstärke, Akku-Ladezustand, Signalisierungsart, Datum und Zeit lassen sich auf dem Display mit einem Blick ablesen. Nach ca. zehn Sekunden schaltet das Display ab und bleibt schwarz. Statusinfos können dann nur durch längeren Druck auf die Tasten angezeigt werden. Schade: Eine LED-Signalisierung für Netzverbindung oder gar verpasste Anrufe ist nicht integriert.

Die Kamera des LG KG320S ist die gleiche wie im „großen Bruder“ LG Chocolate. Diese hat eine Auflösung von 1,3 Megapixel, bei aktivierter Kamera fungiert das Display als Sucher. Diverse Einstellungen wie digitaler Zoom und Helligkeit können mit dem Navi-Key vorgenommen werden. Über das erweiterte Einstellungsmenü können unter anderem Weißabgleich, Aufnahmemodus, Aufnahmequalität und Speicherort justiert werden. Die Auslöseverzögerung ist etwas zu lang – oftmals ist das gespeicherte Bild nicht mit dem Auslösezeitpunkt identisch, sondern um eine halbe Sekunde zeitversetzt. Die Belichtung der Bilder erscheint teilweise unregelmäßig und partiell zu hell.

Aufgenommene Bilder lassen sich per E-Mail, MMS und Bluetooth verschicken. Unter idealen Bedingungen gelingen meist recht brauchbare Schnappschüsse.

LG Electronics KG320S: beim Fotografieren

Bei Aktivierung der Kamera kann der Benutzer wählen, ob ein Foto oder ein Video aufgenommen werden soll. Videoaufnahmen, die sehr sauber und ruckelfrei gelingen, werden im 3gp-Format abgespeichert. Aufgenommene Bilder und Videos lassen sich im internen, 128 Megabyte großen Gerätespeicher speichern. Das sollte für den einen oder anderen Schnappschuss reichen.

LG Electronics KG320S: Startbildschirm
LG Electronics KG320S: Spiele
LG Electronics KG320S: SpaceBall
LG Electronics KG320S: Kalender
LG Electronics KG320S: Equalizer
LG Electronics KG320S: neue Nachricht
LG Electronics KG320S: Hauptmenü
LG Electronics KG320S: Sodoku
LG Electronics KG320S: SpaceBall
LG Electronics KG320S: Multimedia
LG Electronics KG320S: Nachrichten
LG Electronics KG320S: Extras

Die Menüstruktur ist, wie schon vom LG Chocolate gewohnt, einfach und logisch in dem von vielen Herstellern bekannten Gitterraster mit kleinen Icons aufgebaut. Auch ohne längeres Studium der Gebrauchsanweisung lassen sich die meisten Menüpunkte intuitiv zuordnen. Die Icons sind klar dargestellt und sind größtenteils selbst erklärend, trotzdem wird ihnen noch ein kleiner Erklärungstext hinzugefügt. Über drei Menüebenen kann man problemlos durch das Menü navigieren und die entsprechenden Punkte schnell finden. Um etwa eine SMS zu erstellen, reichen normalerweise zwei Tastendrucke. Die Schnellwahl-Funktion ist dabei sehr umfangreich geraten: Drückt man in eine Richtung auf dem Navi-Key, erscheinen nicht nur einfach vier Funktionen. Im Gegenteil: Man kann immer schön durch verschiedene Funktionen weiter scrollen, und mit wenigen Tastendrucken schnell jede Handyfunktion ausführen. Etwas gewöhnungsbedürftig, gleichzeitig eine sehr gute Idee!

Die Rufnummeranzeige beim Angerufenen kann mit drei Tastendrucken voreingestellt werden. Das LG KG320S hat integrierte Anruflisten, getrennt nach "Rufe in Abwesenheit", "Empfangene Anrufe" und "Gewählte Rufnummern". Ebenfalls dabei: Die komplette Liste, wie schon bei Sony Ericsson bekannt geworden. Eine automatische Wahlwiederholung ist ebenfalls möglich. Das Schreiben einer SMS bzw. einer MMS gestaltet sich sehr einfach mit diesem LG-Flachmann. Eine lernfähige T9-Eingabeunterstützung ist ebenso vorhanden wie eine flexible Speichermöglichkeit der SMS/MMS in den entsprechenden Ordnern. Zeichenzähler und Vorlagen erleichtern die Kunst mit den Buchstaben. Die EMS-Fähigkeit des Gerätes rundet den positiven Eindruck in diesem Segment ab.

Ebenso positiv, weil einfach, verläuft die Arbeit mit dem integrierten E-Mail-Programm. Das schnelle Einrichten eines Kontos und die Basisfunktionen wie E-Mail-Abruf (automatisch und auch zeitgesteuert!) runden das gelungene Programm ab. Der Versand einer E-Mail klappt genauso schnell und zügig wie bei einer SMS. Mit einer E-Mail können auch Anhänge mit versendet werden. Eine schöne Freude sind die verschiedenen Klingeltöne, die dem Handy ab Werk beiliegen. Zwar klingen diese alle übertrieben künstlich, doch können beliebige MP3-Dateien auch als Klingeltöne eingerichtet werden. Eine zusätzliche Tastensperre neben dem Schiebemechanismus steht beim KG320S zur Verfügung: Ist das Handy geschlossen, können die Touchpad-Tasten durch zweimaliges Drücken der Lautstärketasten freigegeben werden. In der Praxis erweist sich dies als durchaus sinnvoll und effektiv.
LG Electronics KG320S: AnschlussVerbindungen zu schaffen ist eine der ganz großen Stärken des LG KG 320S, verfügt es doch über eine Reihe momentan angesagten Industriestandards: Sowohl das eingebaute Bluetooth sorgt für gute Verbindungen zu anderen Geräten, auch ist das mitgelieferte Datenkabel samt Software eine gute Grundlage zum Datentransfer. Doch auch GPRS steht dem Anwender zur Verfügung, und wem das immer noch nicht reicht, der kann sogar noch die gute alte Infrarot-Verbindung aufbauen. Was fehlt, ist schnell behandelt: UMTS sucht man im KG320S vergebens, doch ist die schnelle Datenschnittstelle wohl auch nichts für die anvisierte Zielgruppe.

In der Praxis zeigt sich dann auch, dass LG seine Hausaufgaben gemacht hat: Die Anbindung von eines Bluetooth-Headsets war im Test problemlos möglich. Mehr als ein Headset sollte man über Bluetooth jedoch nicht anbinden: Die Schnittstelle entstammt noch der alten Generation vom Standard 1.1 und ist nicht gerade flott. Die Datenübertragung per GPRS funktioniert schnell und unproblematisch. Sowohl Internetinhalte als auch E-Mails lassen sich problemlos abrufen und über die integrierten Programme anzeigen. Verbesserungswürdig ist die Datensynchronisation von Kalender und Kontaktbuch mit Windows-Programmen (z.B. ist die Zuordnung einer zweiten Mobilfunknummer zu einem Kontakt nicht möglich). Grundsätzlich können die Datendienste per OTA der Netzbetreiber konfiguriert werden.

LG Electronics KG320S: Draufsicht unten
LG Electronics KG320S: Draufsicht unten rechts
LG Electronics KG320S: Draufsicht rechts
LG Electronics KG320S: Draufsicht rechts oben

Das KG320S ist nicht nur schick, es kann auch einiges an Komfort-Funktionen bieten: So verfügt der kantige Flachmann über einen Voice-Recorder – eine Sprachwahl ist allerdings nicht integriert. Auch können die Aufnahmen des Voice-Recorders leider nicht als Ruftöne zugeordnet werden. Zugegeben, kein wirklich wichtiges Gimmick, wäre aber nett gewesen.

Über die integrierte Freisprecheinrichtung lassen sich bequem Gespräche führen. Auch mit Umgebungsprofilen kann das Handy aufwarten und sticht damit die Konkurrenz aus: Fünf verschiedene Umgebungen. Leider lässt sich der integrierte MP3-Player im ausgeschalteten Zustand des Handys (z.B. im Flugzeug) nicht alleine nutzen. Nützliches Zubehör wie ein Bildbearbeitungsprogramm, JAVA World, Zeitzonenprogramm, Wecker, Taschenrechner, Umrechner und eine Stoppuhr runden die gute Ausstattungsliste des Barrenhandys von LG ab. Etwas verwirrend sind übrigens die Geographie-Kenntnisse der Ingenieure, die an den Zeitzonen des Handys arbeiteten: Diese verlegten Rom kurzerhand in die Sahara, und Berlin nach Süditalien.

LG Electronics KG320S: Draufsicht oben
LG Electronics KG320S: Draufsicht oben links
LG Electronics KG320S: Draufsicht links
LG Electronics KG320S: Draufsicht links unten

Minuspunkt mal wieder für den Wecker bei LG: Ist das Handy ausgeschaltet, hört man nichts. Das ist für ein modernes Handy nicht mehr zeitgemäß. Ein Musikplayer und ein Videoplayer sind auf dem Gerät bereits vorinstalliert. Mit diesen Playern lassen sich die gängigen Formate wie 3GP, WMA, MP3, MP4, AAC und M4P abspielen. Der interne Gerätespeicher von 128 Megabyte ist dabei ausreichend bemessen für das Speichern größerer Datenmengen. Will man allerdings aus dem Handy einen iPod-Ersatz machen, wird es knapp: Da man keine zusätzlichen Speichermedien hinzufügen kann, findet nur eine kleine Auswahl an Musikstücken auf dem Handy Platz. Daten können bequem per USB-Kabel vom PC auf das Handy geladen werden. Das ist auch notwendig, ist die Bluetooth-Schnittstelle doch nach dem alten Standard 1.1 ausgerüstet und mit gerade mal zehn Kilobyte pro Sekunde so schnell wie ein Gletscher.

Der MP3-Player unterstützt die gängigsten Funktionen wie Wiedergabeliste, Zufallsgenerator und einen Equalizer. Seltsamerweise verweigerte der integrierte MP3-Player einigen Liedern das Abspielen: Diese wurden zwar als Musikdateien erkannt, wollten jedoch keinen Ton von sich geben. Dabei unterstützt das Handy auch hohe Samplingraten von 192 Kilobyte pro Sekunde.

Für Unterhaltung ist in eingeschränktem Rahmen gesorgt: Auf dem Gerät ist gerade mal ein Spiel untergebracht, eine mobile Version des derzeit so beliebten Spieles Sudoku. Da es hauptsächlich auf Zahlen basiert, macht es auch nichts, dass es mit englischer Oberfläche daherkommt. Doch ein Spiel mehr wäre schon nett gewesen.

LG Electronics KG320S: zerlegt in Bestandteile

Das LG KG320S ist ein sehr schickes, wenn auch optisch minimalistisch gehaltenes Handy für den Alltagsgebrauch. Technisch bietet es keinerlei echte Überraschungen, der mitgelieferte MP3-Player ist leider nicht erweiterbar, auch ist die Kamera mit einem Megapixel zwar Mittelklasse, aber nicht überragend. Das Design jedoch dürfte Anhänger finden, weil es eher schlicht gehalten ist, bietet es einen edlen Gegenpol zu vielen auffällig bunten Geräten. Wer hauptsächlich Telefonieren will, der dürfte mit dem KG320S voll auf seine Kosten kommen.

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