Test des LG GS290 Cookie Fresh

11 Minuten

LG Electronics GS290 Cookie Fresh

Günstige Einsteiger-Geräte mit Touchscreen liegen voll im Trend und so verwundert es auch nicht, dass der koreanische Hersteller LG mit dem GS290 Cookie Fresh einen weiteren Kandidaten ins Rennen um das beste Einsteiger-Handy schickt.  Ausgestattet mit einer 2-Megapixel-Kamera, einem drei Zoll großen Touchscreen und der Anbindung an soziale Netzwerke, soll vor allem die junge Käuferschicht angesprochen werden. Ob das GS290 das Zeug hat, in dem hartumkämpften Markt der günstigen Touchscreen-Handys zu bestehen, verrät der Testbericht von inside-handy.de.

Das Handy wird in einem sehr kleinen weiß-roten Karton geliefert. Die Verpackung beherbergt das Handy nebst 900-mAh-Akku, einen Netzstecker für das MicroUSB-Datenkabel, ein Headset und eine kleine Bedienungsanleitung. Eine Software-CD findet man nicht. In Anbetracht des geringen Preises ist das Fehlen einer Speicherkarte oder einer Tasche zu verschmerzen.

LG Electronics GS290 Cookie Fresh
LG Electronics GS290 Cookie Fresh

Der Akkudeckel bedeckt die komplette Rückseite des GS290. Dieser wird zum Öffnen nach unten geschoben. Der SIM-Karten-Slot befindet sich unter dem Akku und so lässt sich die SIM-Karte ohne Probleme in das Gerät einlegen. Genauso problemlos klappt auch das Zusammenbauen des Handys.

LG Electronics GS290 Cookie FreshDas Cookie Fresh liegt mit seinen Maßen von 108 x 52,9 x 12,5 Millimetern angenehm in der Hand. Durch die hauptsächliche Verwendung von Kunststoff wiegt das GS290 gerade einmal 90 Gramm. Der haptische Eindruck ist durchaus in Ordnung. Im Vergleich zu dem Konkurrenten Samsung Corby wirkt das GS290 allerdings billiger. Die Verarbeitung kann indes nicht vollends überzeugen. Das Gerät erzeugt beim Anfassen des Öfteren störende, knarzende Geräusche. Zum einen ist hier der zu weiche Akkudeckel schuld, welcher sich leicht verbiegen lässt. Zum anderen ist die Verankerung des Deckels auf dem Gerät nicht fest genug, und so kann es passieren, dass, wenn man das Handy mit einer Hand bedient, der Akkudeckel aufgeschoben wird. Probleme gibt es aber nicht nur auf der Rückseite. Auch der Touchscreen mindert den Gesamteindruck. Dieser lässt sich bauartbedingt leicht eindrücken. Leider erzeugt er dabei unschöne Geräusche.

Die sonstige Verarbeitung weiß aber zu überzeugen. Spaltmaße gibt es so gut wie keine. Die Schutzabdeckungen des auf der linken Seite angebrachten Speicherkarten-Slots sowie die des rechtsseitigen Steckplatzes für das Daten- und Ladekabel verrichten festsitzend ihren Dienst und schützen das Gerät vor Staubeindringung. An der Stirnseite befindet sich 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss sowie eine Öse zum Anbringen von Handyschmuck oder -bändern.

LG Electronics GS290 Cookie FreshUnter dem Display wurden die beiden Tasten für das Anrufmanagement verbaut. Sie umranden die mittig platzierte Taste für das Menü und den Taskmanager. Links findet man noch die Lautstärkewippe und dem gegenüber die Tasten für die Displaysperre und den Kameraschnellstart. Die wenigen Tasten haben allesamt einen strammen Tastenhub und quittieren die Eingabe mit einem satten Klicken.

LG Electronics GS290 Cookie FreshDie Sprachqualität wurde im Vodafone-Netz getestet und ist als sehr gut zu bewerten. Der Gesprächspartner wird voluminös und ohne Verzerrungen verstanden. Die maximale Lautstärke ist ebenfalls frei von Störungen und sorgt so auch in belebter Umgebung für eine gute Verständigung. Am Empfang gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Der 900-mAh-Akku sorgt laut Hersteller für eine Standby-Zeit von 300 Stunden und eine Gesprächszeit von vier Stunden. Im Test verlangte das GS290 bei aktiviertem Bluetooth, gelegentlicher Internetnutzung und drei 20-minutigen Gesprächen am Tag nach knapp drei Tagen wieder nach neuem Strom.

Der SAR-Wert liegt laut Hersteller bei 0.993 W/kg.

LG Electronics GS290 Cookie FreshLG spendiert dem Cookie Fresh einen drei Zoll TFT-Touchscreen. Dieser löst mit 240 x 400 Pixel auf und stellt bis zu 262.144 Farben dar. Die Leuchtkraft der Anzeige kann lediglich manuell bestimmt werden. Einen Helligkeitssensor gibt es ebenso wenig wie einen Lagesensor. Die Anzeige in geschlossenen Räumen ist klar und weitestgehend scharf. Nur bei ganz genauer Betrachtung lassen sich einzelne Pixel erkennen. Die Darstellung unter freiem Himmel ist hell genug, um Inhalte zu erkennen. Lediglich bei direkter Sonneneinstrahlung ist es unmöglich, irgendwas auf dem Display zu sehen.

Der Touchscreen ist resistiver Art und reagiert auf Druck. Zudem erlaubt das Display die Eingabe mittels Stylus. Leider wird die Eingabe nicht immer sofort verstanden und umgesetzt. So reagierte der Touchscreen öfters nicht auf horizontale Wischbewegungen, zum Beispiel im Menü oder auf dem Startbildschirm. Vertikale Bewegungen stellten hierbei allerdings kein Problem dar. Zwar lässt sich der Touchscreen kalibrieren, jedoch konnte anschließend keine Verbesserung festgestellt werden. Die Eingabe über die virtuelle Tastatur klappte indes ohne Problem.

LG verbaut im GS290 eine 2-Megapixel-Kamera ohne Fotolicht oder Autofokus. Die Kamera startet nach knapp drei Sekunden. Die Bilder werden innerhalb von einer Sekunde geschossen. Als Sucher dient das Display. Die Funktionen der Kamera umfassen:

  • BelichtungskorrekturLG Electronics GS290 Cookie Fresh
  • Serienaufnahme
  • Bildgröße
  • Farbeffekt (Schwarz-Weiß, Negativ, Sepia)
  • Weißabgleich (manuell, automatisch)
  • Nachtmodus
  • Selbstauslöser
  • Hilfslinien
  • Qualität

Die Bilder wirken auf dem Handy-Display sehr hell, auf dem PC-Monitor verstärkt sich der Eindruck. Die Bilder weisen einen milchigen Schleier auf. Zudem ist eine Randunschärfe zu erkennen. Videos werden in einer Auflösung von 320 x 240 Pixel aufgenommen und eignen sich lediglich für die Betrachtung auf dem Handy, da sie recht pixelig und unscharf sind. Die Bilder sind eher der Schnappschusskategorie zuzuordnen. Sehr positiv ist indes die Bearbeitungsoption der Bilder. Nahezu alles vermag das Handy an den Bildern zu verändern. Die Optionen bieten:

  • Autom. Sättigung
  • Autom. Helligkeit
  • Autom. Farbe
  • Autom. Kontrast
  • Helligkeit
  • RGB-Effekt
  • Sättigung
  • Kontrast
  • Farbton
  • Weißabgleich

Zudem lassen sie die Bilder drehen, beschneiden, morphen, retuschieren, spiegeln, mit einem Rahmen oder einem Stempel versehen oder einfach mittels eines virtuellen Stiftes bemalen.

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LG verwendet sein eigenes Betriebssystem und legt die A-Class Benutzeroberfläche darüber. Der Startbildschirm ist in drei Seiten aufgebaut: Auf der ersten können diverse Widgets abgelegt und mit speziellen Hintergründen versehen werden. Der zweite Bildschirm nennt sich Livesquare und richtet sich vornehmlich an soziale Netzwerke. Auf der dritten Seite können die wichtigsten Kontakte in Form von Avataren abgelegt werden, um eine Nachricht schreiben oder einen Kontakt direkt anwählen zu können. Am unteren Rand befinden sich vier Icons für die Wähltastatur, das Telefonbuch, das Nachrichtenmenü und das Hauptmenü.

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Das Menü unterteilt sich in zwei Seiten mit jeweils vier Zeilen. Hier finden alle Menüpunkte der Kategorien Kommunikation, Unterhaltung, Einstellungen und Zubehör Platz. Die einzelnen Reihen können mit einem Fingerwisch durchgescrollt werden, die Menüansicht ist veränderbar. Neben der mehrseitigen Anzeige kann der Nutzer auch eine einseitige Darstellung wählen. Hierbei sind die Menüreihen einzeln zu bewegen. Die dritte Darstellung ist der Bildlauf, welcher das Menü, genauer gesagt die Menükategorien, in einer nach unten durchscrollbaren Ansicht zeigt. Zur weiteren Personalisierbarkeit gehören das Verändern der Schrift, verschiedene Themes und Hintergrundbilder.

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Das Cookie Fresh kann neben SMS und MMS auch E-Mails versenden und empfangen. Fügt man einer SMS diverse Medien hinzu, erstellt das Handy automatisch eine MMS. Die Texteingabe erfolgt entweder über eine virtuelle QWERTZ-Tastatur oder über eine eingeblendete normale Zwölfer-Tastatur, die zudem über die T9-Eingabehilfe verfügt. Bei beiden Methoden unterstützt eine Worterkennung die Texteingabe und zeigt alle Worte des gleichen Wortstamms an. So muss man nicht zwangsläufig das komplette Wort tippen, es reichen die Anfangsbuchstaben und man kann das gewünschte Wort aus der Liste auswählen und antippen. Ein Assistent hilft bei der ersten Einrichtung seiner E-Mail-Konten. Hierfür stehen die gängigsten Mail-Anbieter zur Verfügung. Auf neue Mails kann in festen Intervallen geprüft werden. Ein extra Push-Mail-Programm sorgt bei ständig aktivierter Internetverbindung für die direkte Übermittlung der E-Mails auf das Handy.

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Die Musik-Bibliothek kann nach eigenen Wiedergabelisten, Interpreten, Alben, Genres oder kürzlich wiedergegeben Liedern durchsucht werden. Der Player zeigt das hinterlegte Albumcover an. Sonstige Visualisierungen gibt es nicht. Der Klang über den integrierten Lautsprecher ist über das ganze Lautstärkenspektrum gut und überrascht für ein Gerät dieser Preisklasse. Lediglich der Bass wird ein wenig zu schwach wiedergegeben. Der Sound kann mittels fünf vordefinierten Klangspektren zudem noch verändert werden. Das Headset ist laut und voluminös und auch auf maximaler Lautstärke ist kein Kratzen oder Übersteuern zu vernehmen. Die Ausgabe über die Kopfhörer ist sehr gut. Während der Wiedergabe kann das Gerät mit anderen Funktionen genutzt werden. Zudem lässt sich für den MP3-Player ein Schlaf-Timer einstellen, nachdem die Musik automatisch beendet wird. Ungewöhnlich: Das integrierte RDS-UKW-Radio kann auch ohne angeschlossenes Headset verwendet werden. Ein automatischer Sendesuchlauf speichert alle empfangbaren Sender ab. Radiosendungen können direkt mitgeschnitten und auf dem Handy gespeichert werden

Der Organizer enthält einen Kalender, einen Aufgaben-Planer und einen Datumsrechner. Der Kalender stellt Ereignisse in Tages-, Wochen- und Monatsansicht dar. Einem Termin, Jahrestag oder Geburtstag können Erinnerungsfunktionen zugeordnet werden. Der User kann den Kalender zudem nach Stichworten durchsuchen. Der Speicherplatz umfasst je 500 Kalendereinträge und Aufgaben. Zudem speichert das GS290 noch 100 Notizen ab.

LG Electronics GS290 Cookie Fresh
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Der Internetbrowser kann lediglich auf EDGE zurückgreifen und so ist das mobile Internet recht langsam zu durchforsten. Für das Aufrufen der Startseite von inside-handy.de benötigte der Browser knapp eine Minute. Die Navigation auf der Seite erfolgt sehr flüssig. Zwar lädt der Browser neue Bildschirmausschnitte nach, dies geschieht allerdings sehr schnell, weshalb es kaum zur Verzögerung kommt. Bilder und Texte werden scharf und sauber dargestellt. Lesezeichen lassen sich speichern und dank des integrierten RSS-Feedreaders ist man immer über die neuesten Nachrichten informiert.

Neben den erörterten Punkten finden sich auch noch eine Reihe weiterer Programme auf dem GS290. Für die sozialen Netze stehen Facebook, Twitter und MySpace zur Verfügung. Das Muvee-Studio erstellt aus geschossenen Kamerabildern eine Videopräsentation mit Einblendeffekten, Texten und Musik. Für die Unterhaltung sorgen sechs Spiele, wovon allerdings fünf nur als Demoversion verfügbar sind. Ein Skizzenprogramm, ein Taschen- und ein Umrechner sowie eine Weltzeit- und Stoppuhr runden das Ausstattungspaket ab

LG Electronics GS290 Cookie Fresh

Das LG GS290 überzeugt mit einer sehr guten Sprachqualität und auch die Qualität des MP3-Players kann auf ganzer Linie überzeugen. Die Kamera liefert eine durchschnittliche Leistung ab. Dies ist umso ärgerlicher, da die integrierte Foto-Bearbeitungsfunktion sehr umfangreich ist. Auch die Möglichkeit, kleine Videopräsentationen auf dem Gerät zu erstellen, würde mit einer besseren Bildqualität mehr Sinn machen. Der Touchscreen hinterlässt einen durchwachsenen Eindruck: Während die Eingabe über die virtuelle Tastatur und die vertikale Navigation sehr gut funktioniert, reagiert die horizontale Navigation oft erst nach dem zweiten oder dritten Versuch. Hier sollte LG per Update nochmal nachbessern. Wer auf der Suche nach einem kleinen, günstigen Touchscreen-Gerät ist – es ist für knapp 100 Euro erhältlich – der sollte sich das LG GS290 einmal genauer anschauen.

Pro

  • gute Sprachqualität
  • sehr guter Klang des MP3-Players
  • diverse Bildbearbeitungs-Optionen
  • günstiger Preis

Kontra

  • knarzender Akkudeckel
  • Touchscreeneingabe teilweise ohne Reaktion
  • mangelhafte Bildqualität
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Das 11. Türchen öffnen: 1112 – Eine Zahl des Glücks

Für Zahlenliebhaber ist die 1112 ein schöne Abfolge, für Mathematiker eine herrliche Spielwiese. Für manch einen besorgten Vater eine Unachtsamkeit beim nächtlichen Anruf und für den einen oder anderen Online-Einkäufer eine geläufige Tastenfolge. Aber warum schreibt inside handy über 1112? Was verbirgt sich hinter der Zahl und warum versteckt sich hinter ihr ein möglicher Gewinn?
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