Leica-Kamera und günstiger Preis: Der perfekte Spagat

Datum: 15.04.2016 | Wertung: 86% | Produkt: Huawei P9
Huawei P9

Die Spitzenmodelle für das Jahr 2016 sind nun alle vorgestellt und das günstigste Modell der kommt von Huawei. Das P9 präsentiert sich dabei bei Ausstattung und den technischen Daten mitnichten als Sparpaket und kann im Videovergleich mit dem Samsung Galaxy S7 mithalten. Doch kann es auch im Test mit dem Galaxy S7, iPhone 6s, LG G5 und dem wiedererstarkten HTC mit seinem HTC 10 mithalten? Diese Frage klärt die Redaktion von inside-handy.de.

Design und Verarbeitung

Das Äußere des P9 hat sich gegenüber dem P8 aus dem vergangenen Jahr auf den ersten Blick nur wenig geändert. Doch die sehr ähnlichen Maße und das exakt gleiche Gewicht, sowie die fast identische Materialwahl und Formsprache können nicht über die Unterschiede hinwegtäuschen. Sie besitzen jedoch alle einen technischen Hintergrund und keinen Umschwung beim Design der Chinesen.

Die größten Unterschiede zum P8 hat Huawei am Rücken des Spitzenmodells vorgenommen. So wird beim P9 ein Fingerabdrucksensor zentral im oberen Viertel der Gehäuserückseite integriert. Er wird tief in das Metall eingelassen und kann so sehr leicht erfühlt werden. Dabei gibt es die Gefahr, dass man bei vorsichtiger Herangehensweise seinen Finger nicht tief genug in die Mulde versenkt und der Sensor zu wenig Auflagefläche abbekommt. Mit etwas Gewöhnung tritt der Umstand aber immer seltener auf.

Der zweite große Unterschied zum P8 verbirgt sich im schon aus dem Vorgänger bekannten schwarzen Balken am oberen Rand des Smartphones. Darin sind die beiden Kameras versteckt, die in Zusammenarbeit mit dem deutschen Traditionshersteller Leica entwickelt wurden. Dadurch wird es eng im Kamera-Bereich. Die beiden Objektive, der Dual-Tone-Blitz und die prägnanten Schriftzüge überfrachten fast die kleine Fläche. Die Kennzeichnung „Summarit H 1:2,2/27 ASPH“ kommt direkt von Leica und reiht sich in die Objektiv-Nomenklatur des Kameraherstellers ein. Hier wird ordentlich Effekthascherei betrieben, die den wenigsten Nutzer einen echten Mehrwert oder gar mehr Informationen über das eigene Handy liefert. Trotzdem ist der Bereich rund um die Kamera herum edel ausgefallen: Dafür zeichnet das 2,5d-Glas verantwortlich, das die dunkle Fläche überdeckt. Der starke Kontrast zwischen dem relativ hellem Metall und dem dunklen Kameramodul mag im ersten Moment zu Irritationen führen, jedoch wirkt er bei genauerer Betrachtung eher als Bereicherung, als als Kritikpunkt.

Derer gibt es zwei auf der sonst schicken und ebenfalls mit 2,5d-Glas bedeckten Front: Die Ränder ober- und unterhalb des Displays sind recht breit und wie beim Vorgänger P8 werden On-Screen-Tasten eingesetzt, die das Display verkleinern, obwohl massig Platz unterhalb des Displays vorhanden ist. Beim P9 wird dieser genutzt um ein Logo des Herstellers zu platzieren, was wohl die Werbewirkung eines abgerissenen Straßenplakats haben dürfte.

Huawei P9 Hands-On

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    Das Huawei P9 fällt durch seine ...
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    ... außergewöhnliche Kamera auf.

Die Verarbeitung und die Materialien können sich dagegen sehen lassen: Der Metallmantel und auch die hochwertige Glasfront machen einen sehr stabilen Eindruck und auch die drei Taster an der rechten Seite wirken fein verarbeitet. Dabei kann das Gewicht gefallen: Trotz des Materialeinsatzes kommt das Huawei P9 auf nur etwas über 140 Gramm, was bei den meisten Menschen beim ersten Kontakt zu erstaunten Gesichtern führt.

Das Design ist im Großen und Ganzen gelungen, birgt aber auch seine kleinen Schwächen. Die Materialien und die Verarbeitung sind dagegen über jeden Zweifel erhaben.

Wertung: 4,5 / 5

Display

Huawei komplettiert das Spitzenmodelltrio mit 5,2 Zoll großen Displays. Auch LG baut mit dem G5 und HTC mit dem 10 auf ein Panel dieser Größe. Die Auflösung liegt bei Huawei allerdings nicht auf dem Flaggschiff-Standard QHD, sondern bei einer herkömmlichen Full-HD-Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixeln. Damit bietet es eine Pixeldichte von 421 ppi und liegt damit zwar unter den Android-Konkurrenten, die durchweg über 500 ppi bieten, jedoch noch auf einem Level, das vom menschlichen Auge noch als knackscharf empfunden wird.

Der chinesische Hersteller baut dabei auf die IPS-Technologie und verzichtet auf Schnickschnack wie Force-Touch oder gebogene Ränder. Damit bietet Huawei zwar keine besonderen Funktionen beim Display, zeigt jedoch trotzdem eine tolle Leistung in diesem Bereich. Die Farben wirken natürlich und wem die Grundeinstellung zu warm oder kalt erscheint, der kann die Farbtemperatur über die Einstellungen nachjustieren.

Die baulichen Vor- und Nachteile der verschiedenen Display-Technologien hat inside-handy.de in zwei gesonderten Artikeln zusammengefasst:

Die Sekundärleistungen des Displays, Blickwinkelstabilität und automatische Helligkeitsregelung, sind beide auf Referenzniveau. Die Farben sind auch noch bei sehr hohen Betrachtungswinkeln exzellent und die Helligkeit wird nicht nur in der Sonne, sondern auch und vor allem im Dunkeln hervorragend gedimmt. Die Regelung läuft dabei etwas verzögert ab; sobald sie startet, regelt sie jedoch schnell und ohne erkennbare Stufen bis in den sehr dunklen und sehr hellen Bereich.

Huawei P9

Superstabil: Das Display des Huawei P9

Das Huawei P9 bietet beim Display kein High-End, aber eine hervorragende Leistung, die in der Praxis nichts vermissen lässt. An die Referenzdisplays am Markt reicht es allerdings nicht heran.

Wertung: 4,5 / 5

Ausstattung und Leistung

Neben Samsung und Apple ist Huawei der einzige Hersteller, der auf eine Eigenentwicklung im Prozessorbereich setzt: Mit dem Kirin 955 will man dem Qualcomm Snapdragon 820, dem A9-Prozessor von Apple und dem Exynos 8890 von Samsung das Fürchten lehren. Dabei baut er auf acht Kerne und einen ARM Mali-T880 MP4 Grafikchip. Der interne Speicher befindet sich mit 32 GB Kapazität auf dem aktuellen Standard-Niveau in der Oberklasse. Er kann des Weiteren mit 128 GB über eine Micro-SD-Karte erweitert werden. Mit 3 GB Arbeitsspeicher stattet Huawei sein Spitzenmodell nicht mit der gerade in Mode gekommenen Kapazität von 4 GB aus. Das hat beim Rennspiel Asphalt 8: Airborne keine großen Konsequenzen: Das aufwendige 3D-Rennspiel läuft flüssig und mit vielen Grafikdetails, die bei schwächer ausgestatteten Modellen nicht angezeigt werden. Bei der Spielesession über 30 Minuten wird das Huawei P9 ordentlich warm, ohne jedoch heiß zu laufen oder Temperaturprobleme zu haben.

Beim Benchmarktest über die AnTuTu-App in der Version 6 erarbeitet sich das P9 einen Wert knapp unter der 100.000-Punkte-Grenze. Ein sehr guter Wert, der jedoch nicht an die Flaggschiffe Samsung Galaxy S7 und Apple iPhone 6s (je rund 130.000 Punkte) herankommt. Hier ist der Mali -T880 MP4 den Grafikchips der Konkurrenten unterlegen. Im Alltag allerdings merkt man davon in der Regel nichts.

Huawei P9

Hängt hinterher: Die Marke von 100.000 Punkten haben die Kunkurrenten alle eingerissen 

Etwas verwunderlich sind kleine Ruckler und Reaktionsverzögerungen bei der Eingabe über den Touchscreen in den Homescreens. Hier zeigt sich wohl eher ein Problem an der Software-Display-Schnittstelle, als an der Rechenleistung. Erwartbar ist hier eine Nachbesserung von Huawei per Software-Update.

Bei den Verbindungsmöglicheiten macht Huawei das große X auf der Bestellliste und lässt kaum etwas vermissen. Kabelloses Laden wird allerdings durch die metallene Rückseite und Dual-SIM durch die Produktpositionierung verhindert. Das Huawei P9 soll in Deutschland vor allem bei den Mobilfunkanbietern verkauft werden, was bei einem Preis von deutlich über 500 Euro auch der überwiegende Vertriebsweg sein wird.

Verbindungsmölichkeiten des Huawei P9

Feature

Ja Nein Funktion

HSPA

X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE   Mobilfunkstandard, Down-max 150 Mbit/s
USB-OTG   Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA   Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC   Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät
MHL   X Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung   Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version X   4.2
WLAN-Standards X   802.11 a/b/g/n/ac
Qi   X Ermöglicht das kabellose Laden des Smartphones
Dual-SIM   Ermöglicht den Betrieb von zwei SIM-Karten parallel

Die Telefonfunktionen befinden sich auf einem guten, wenn auch nicht perfekten Niveau. Während ein herkömmliches Gespräch mit einer guten Qualität ans Ohr der Beteiligten gerät, zeigen sich beim Freisprechen ein paar kleine Schwächen: Die Mikrofone sind bei großen Räumen und einer Armlänge Abstand etwas überfordert und der Lautsprecher lässt es an ansprechender Klangqualität vermissen.

Die Geschwindigkeit des Huawei P9 wird auch anspruchsvolle Nutzer zufrieden stellen, an die High-End-Werte der Konkurrenz kommt das Huawei P9 allerdings nicht heran. Die kleinen Stolpersteine bei der Bedienung sind zwar lästig, sollten aber mit dem ersten Stablitäts-Update vom Tisch sein. Bei der Ausstattung hingegen gibt es so gut wie nichts zu beanstanden.

Wertung: 4 / 5

Kamera

Einer der Hauptargumente für einen Kauf des P9 soll dem Hersteller zufolge die Kamera sein, die zusammen mit dem deutschen Traditionshersteller Leica entwickelt wurde. Da Leica selbst keine Kamerasensoren herstellt, liegt die Beteiligung des hessischen Kamera-Herstellers wohl auf der Berechnung der Objektive und der Bildverarbeitung.

Bei der Hardware schlägt Huawei gewaltig zu: Das Kameramodul auf der Rückseite beheimatet gleich zwei Sensoren und auch zwei Objektive. Sie sind baugleich und bieten eine maximale Blende von 1:2,2. Damit sind die beiden Objektive augenscheinlich schwächer ausgestattet als die Konkurrenten Samsung Galaxy S7 (1:1,7) oder LG G5 (1:1,8). Doch die mit dem Schriftzug „Leica“ versehene Kamera bietet doppelt so viel von allem. Damit teilt sich das gesamte Konstrukt die Aufgaben und entfaltet so eine höhere Qualität trotz geringerer Einzellichtstärken.

Die Sensoren sind ebenfalls eine besondere Entwicklung. Baut einer der beiden auf ein herkömmliches Konstrukt, verzichtet der zweite Sensor auf die Farbfilter und kann somit nur "weißes" Licht erkennen. Die Folge: Viel mehr Licht wird auf die einzelne Fotodiode gebracht und Farben können nicht mehr dargestellt werden. Dieses Prinzip hat Leica im eigenen Portfolio ebenfalls in seine legendäre M-Reihe eingeführt. Mit der Leica M Monochrom wurde ein speziell für Foto-Puristen hochinteressantes Gerät auf den Markt gebracht, das sich unter anderem durch so gut wie pixelscharfe Darstellung auszeichnet.

Diese Qualität erreicht das Kamera-Duo des Huawei P9 nicht, jedoch zaubert sie sehr ansprechende Bilder aus den geschossenen Fotos. Dazu kommt ein hübsch anzusehender Tiefenschärfeverlauf, der speziell in der Porträt-Fotografie gewollt ist, jedoch bei Naturaufnahmen im Weg steht.

Huawei P9 Kamera-Testbilder

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    Die Kamera des Huawei P9 besteht aus gleich zwei Sensoren.
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    Der Farbsensor mit seinen 12 Megapixeln Auflösung kann alleine schon überzeugen.

Die Bilder in voller Auflösung

Die Kamera-App bietet fotografisch alles, was das Herz begehrt – oder zumindest alles, was gerade auf dem Smartphone-Markt zu haben ist. Davon ausgenommen ist eine Möglichkeit, 4K-Videos aufzunehmen, was der Premiumversion Huawei P9 Plus vorbehalten bleibt. Bei Fotos kann jedoch der Spieltrieb voll ausgelebt werden. Filter und Farbbeeinflussung bieten schon viele Konkurrenten, jedoch sind Nachschärfe-Funktionen, in denen die Schärfe eines Bildes auch nach der Aufnahme noch gesetzt werden kann, kein Standard und nur selten zu finden. Dabei wird allerdings nicht der Schärfepunkt versetzt, wie es bei einer Lichtfeldkamera möglich ist, sondern es werden verschiedene Blendenstufen simuliert. Die Simulation reicht von 1:0,95 bis 1:16. Damit sind winzige Schärfebereiche möglich, die allerdings in der Praxis zu klein sind, um damit sinnvolle Bilder zu erzeugen. Die Lichtstärke, der eigentliche Grund für solch kleine Blenden, wird bei der Simulation nicht erhöht.

Kamera-App des Huawei P9

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    Die Kamera-App des Huawei P9 sieht auf den ersten Blick und unspektakulär aus.
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    Doch schon der Blende-Button bringt den Nutzer in den Modus des nachträglichen Blendenverstellens der Bilder.

Dabei ertrinkt der Nutzer nicht in den Kubikmetern an Funktionen und Einstellungen. Die App ist logisch aufgebaut und bringt einige gelungene Lösungen mit sich. Auch der manuelle Modus kann sich sehen lassen: Ein Wisch vom Auslöser in die Bildmitte öffnet die einzelnen Einstellbalken, die dann mit einer Hand verändert werden können.

Bei all der Foto-Power muss sich Huawei allerdings die Frage gefallen lassen, warum man in einem so auf die Kamera fokussierten Handy keinen dezidierten Auslöseknopf verbaut - die Steuerung gelingt allerdings auch ohne.

Tolle Bildqualität und eine sinnvoll gestaltete Kamera-App sind die Stärken des Huawei P9. Der Nachschärfeeffekt macht Spaß und der Monochrom-Modus bringt Leica-Feeling in die Smartphone-Welt. Wunderdinge sollten aber auch bei dieser sehr guten Kamera nicht erwartet werden.

Wertung: 5 / 5

Software und Multimedia

Huawei setzt bei der Software wieder auf die Basis Android, die eigene Nutzeroberfläche EMUI und den angelehnten Look von iOS. Googles aufgespieltes Android 6.0 bekommt EMUI 4.1 auf die Mütze und muss ohne einen App-Drawer auskommen. Dafür werden vorinstallierte Funktionen und sogenannte Werkzeuge in Ordnern auf dem Homescreen untergebracht. Auch alle Google-Dienste sind gebündelt auf der Startseite zu finden. Etwas gewöhnungsbedürftig ist immer noch die Huawei-eigene Tastatur, die mit schmalen Tasten und nicht gerade intuitiv zu bedienenden Sekundärfunktionen geschlagen ist. Doch das ist kein Beinbruch, kann der Nutzer doch recht schnell und simpel auf die Google-Tastatur umschalten.

Huawei P9 Screenshots Menü

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    Die Software des Huawei P9 baut auf Android 6.0 und EMUI 4.1, ...
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    ... das Marshmallow allerdings nicht ganz verdeckt.

Die Performance des Betriebssystems hakt manchmal ein klein wenig, kann jedoch insgesamt überzeugen. Die schicken Oberflächen und auch die klug gestalteten Schnelleinstellungen, die sich nicht wie bei vielen anderen Android-Handys eine Spalte mit den Benachrichtigungen teilen, sondern als zweite Spalte ausgeführt werden, fallen direkt ins Auge und werden als angenehm empfunden. Weniger angenehm sind die manchmal tiefen Einstellungsmenüs. So kann der Energieverbrauch, der durch mannigfaltige Sparmodi gedrosselt werden kann, erst auf der vierten Ebene eingesehen werden.

Die Multimedia-Sektion wird angeführt von einem ordentlichen, wenn auch nicht audiophilen Lautsprecher. Er hat seine Stärken allerdings nicht in der Telefonübertragung, sondern eher in den leisen bis mittleren Lautstärkeregionen der Musikwiedergabe. Bei voller Lautstärke ist er wie so viele seiner Kollegen am Markt etwas überfordert. Hier kann allerdings positiv hervorgehoben werden, dass die Höhen nur wenig übersteuern und auch kaum quietschig sind. Das Headset hätte sich Huawei dagegen sparen können: Die Plastik-Kopfhörer drücken etwas und die Soundqualität ist eher durchschnittlich. Ebenfalls eher durchschnittlich ist die Musik-App. Sie bietet Stangenware und nicht mehr. Klar gibt es Abspiel-Software im Google Play Store, jedoch ist eine werbefreie, native und auf das Smartphone abgestimmte Software mit kleinem Einstellungs-Bereich – Equalizer, Voreinstellungen – nicht zu viel verlangt.

Huawei P9

Stangenware: Die Musik-App bietet keinen großen Mehrwert gegenüber dem Durchschnitt

Die Software des Huawei P9 ist schick und bietet einige Einstellungs- und Individualisierungsmöglichkeiten. Die Multimedia-Sektion hingegen enttäuscht in Teilen. Trotzdem bietet Huawei in beiden Bereichen eine stabile und ansprechende Leistung.

Wertung: 4 / 5

Akku

Der 3.000 mAh große Akku des Huawei P9 kann nicht gewechselt, jedoch mit einem Schnellladegerät rasant mit Strom versorgt werden. Kabelloses Laden ist nicht integriert. Doch das alles ist fast nicht nötig und spielt bei den folgenden Akku-Messwerten auch eine untergeordnete Rolle: Nach 8 Stunden im Intensivtest besaß das Test-P9 noch 64 Prozent an Energie. Damit spielt es ganz weit oben mit und bringt die Benchmark-Geräte zum achtsamen Kopfnicken. Dabei wird hier noch keiner der Akku-Sparmodi angewandt, die ein noch besseres Ergebnis erwarten lassen. Unter anderem wurden während der acht Stunden jeweils 30 Minuten telefoniert, Radio gehört, Video gestreamt und ein Spiel gespielt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass alleine das Spielen des Spiels Asphalt 8: Airborne ganze zwölf Prozent der Ladung verbraten hat. Bringt man den Prozessor also in Bedrängnis und lässt man die Pferde des Rechners galoppieren steigt auch der Energieverbrauch signifikant an. Wird dann noch die Helligkeit des Bildschirms auf die maximale Leuchtstärke eingestellt, kamen in weiteren Tests mit den gleichen Rahmenbedingungen bis zu 18 Prozent Energieverbrauch zusammen. Somit sollten sich Gamer doch lieber einen Akkupack mit in den Rucksack stecken. Für den normalen oder auch anspruchsvollen Nutzer reicht der Akku des Huawei P9 jedoch mindestens 1,5 Tage. Mit aktiviertem Energiesparmodus sollten auch zwei Tage drin sein.

Huawei P9

Gute Leistung: Der Akku macht im Normalbetrieb nicht schnell schlapp

Der Standby-Verlust des Akkus beträgt durchschnittliche 8 Prozent. Kein sonderlich berauschender Wert, jedoch im Mittelfeld des Smartphone-Marktes. Mit Energiespar-Modus und dem Abschalten von Stromfressern wie Bluetooth sind aber noch bessere Werte drin.

Wertung: 4,5 / 5

Fazit

Huawei P9

Das Huawei P9 ist ein tolles Handy. Es bietet aktuelle Spitzenklasse-Technik in einem sehr schicken Gehäuse und mit einer hervorragenden Kameraausstattung. Der chinesische Hersteller spielt in einigen Bereichen allerdings nicht bei den ganz Großen mit. So können die Multimedia-Sektion und auch der Prozessor zwar ordentliche Leistungen bieten, sind jedoch denen der Konkurrenten unterlegen.

Trotzdem ist das Huawei P9 eine echte Empfehlung wert: Der Preis ist zwar höher als beim Vorgänger, jedoch noch ein ganzes Stück unterhalb der Mitbewerber. So schmiegt es sich wieder in die kleine Lücke zwischen günstig und leistungsstark und bekommt den Spagat hervorragend hin. Wer also ein grundsolides Spitzenmodell zum Sparpreis sucht, wird hier definitiv fündig.

Pros

  • hervorragende Kamera
  • tolles Gehäuse
  • kräftiger Akku

Contras

  • keine High-End-Leistung
  • teilweise schwache Software
  • energiehungriger Prozessor bei Volllast 

Preis-Leistung

Das Huawei P9 hat einen heftigen Sprung gegenüber seinem Vorgänger P8 getan. Mit 570 Euro befindet es sich schon fast auf dem Niveau der Android-Konkurrenz wie Samsungs Galaxy S7, HTC 10 oder LG G5, hält sie aber noch auf Abstand. Diesen Abstand spürt man bei einigen Eigenschaften des Huawei P9: Das Display bietet keine High-End-Auflösung, auf Sonderfunktionen und beispielsweise Wasserdichtigkeit wird verzichtet.

Trotzdem ist das Huawei P9 die wohl günstigste Art, an ein Spitzenklassemodell der aktuellen Generation heran zu kommen. Die Kompromisse, die dabei eingegangen werden müssen, können zum großen Teil als Luxus-Problem bezeichnet werden. Wer also auf Force-Touch, QHD und Iris-Scanner verzichten kann, allerdings ein performantes Spitzenmodell sucht, der ist beim Huawei P9 goldrichtig.

Huawei P9 gegen Samsung Galaxy S7 im Vergleichsvideo

Huawei P9 Alternativen

Die Alternativen des Huawei P9 sind in mindestens drei Einteilungen zu klassifizieren. Wer unbedingt auf aktuelle Spitzenklasse-Technik setzt und wem das Geld etwas lockerer in der Tasche liegt, der kann sich die folgenden aktuellen Spitzenmodelle etwas genauer ansehen. Sie stellen auch die betsen Kameras am Markt, womit man bei der Suche nach einem Kamera-Spezialisten an ihnen kaum vorbei kommt:

Wer etwas sparen, jedoch nicht auf Spitzentechnologie verzichten will greift zu den Vorgängern der aktuellen Flaggschiffe am Markt. Außer bei dem iPhone 6 sind die Preise zum großen Teil drastisch eingebrochen und zur Zeit werden zusätzlich die Lager für die neuen Modelle geleert. Hier lassen sich also schicke Geräte häufig zum Schnäppchenpreis abstauben.

Wem die letztgenannten Geräte zu alt sind und lieber auf ein modernes Smartphone setzt, jedoch sein Geld nicht unbedingt alleine den Handy-Herstellern in den Rachen werfen will, der ist in der Mittelklasse gut aufgehoben. Hier liefern sich die Hersteller einen Preiskampf und geizen dabei nicht mit High-End-Bauteilen und edlem Design. Dabei muss zwar ab und an ein Kompromiss eingegangen werden, jedoch sind die Einschränkungen meist übersichtlich.

Autor: Michael Büttner

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