Test des Huawei Ascend Y201 Pro

10 Minuten

Huawei Ascend Y201 Pro

Mit dem Ascend Y201 Pro präsentiert Huawei sein neues Einsteigergerät. Verkauft wird es unter anderem über den Discounter Lidl, dort kostet es 99 Euro. Damit darf es wahrlich als Schnäppchen bezeichnet werden und bietet so einen sehr günstigen Einstieg in die Smartphone-Welt. Allerdings muss man für den Preis auch technische Abstriche in Kauf nehmen. Welche das sind und wie sich das Ascend in der Praxis schlägt, verrät der Testbericht auf inside-handy.de.

Das Ascend Y201 liegt in einem kleinen weißen Karton mit Aufdrucken des Handys und seiner Spezifikationen. Zum Lieferumfang gehören lediglich der Akku, ein Daten- und Ladekabel und ein Steckdosenadapter. Ein Headset ist nicht dabei. Ebenso fehlt auch eine Anleitung. Trotz des geringen Preises, darf man beides mittlerweile erwarten.

Huawei Ascend Y201 Pro
Huawei Ascend Y201 Pro

Auf den ersten Blick erschließt sich nicht sofort, wie man den Akkudeckel abnimmt, da sich dieser bis auf die Vorderseite zieht und somit den Eindruck eines Unibodys erweckt. Mit ein wenig Kraftaufwand wird der untere Teil der Rückseite nach unten geschoben und gibt den Akku sowie die Steckplätze frei. Der Slot für die Micro-SD-Karte liegt wie auch der Steckplatz für die SIM-Karte über dem Akku, so dass dieser zum Wechseln entfernt werden muss. 

Huawei Ascend Y201 ProDas Y201 Pro schaut auf den ersten Blick sehr solide aus. Die Spaltmaße sind äußert gering. Auch beim festen Zupacken knackt oder knarzt nichts. Dies bestätigt den recht wertigen Eindruck. Um das Display verläuft ein Metallrahmen, welcher sich sehr homogen auch auf der Rückseite fortsetzt. Diese ist geriffelt gestaltet und gewährt so einen sicheren Halt.  

Wie bei einem Einsteigergerät nicht anders zu erwarten, sind die Ausmaße eher gering. Mit 117 x 61,5 x 11,7 Millimeter verschwindet das Smartphones ohne Probleme in jeder Tasche. Lediglich das Gewicht von 140 Gramm ist ein wenig zu viel. 

Die Front wird durch das 3,5-Zoll-Display bestimmt. Darunter liegen die obligatorischen Tasten für die Bedienung von Android. Die Tasten sind nicht physisch, sondern wurden als Sensortasten verbaut, welche weiß beleuchtet sind. Über dem Display befinden sich ein silberner Huawei-Schriftzug sowie das Lautsprechergitter und eine kleine Status-LED. Der An- und Ausschalter befindet sich wie auch der Kopfhöreranschluss an der Stirnseite. Demgegenüber liegt der Micro-USB-Steckplatz. Auf der linken Geräteseite wurde die Lautstärkewippe verbaut. 

Die Sprachqualität wurde im O2-Netz getestet. Hier machte das Discount-Handy eine gute Figur. Der Handylautsprecher konnte während eines Telefonates sowohl in Punkto Lautstärke als auch in der Klangqualität überzeugen. Stimmen wurden auf beiden Seiten unverfälscht wiedergegeben. Als klanglich gut erwies sich auch die Freisprechfunktion. 

Laut Huawei soll der 1400 mAh Li-Ion-Akku bis zu 5 Stunden Gesprächszeit und bis zu 300 Stunden Standby liefern. Im Test erwies sich das Y201 als Dauerläufer: Nach 40 Stunden mit aktiviertem WLAN, diversen Spieletests, 2 Stunden Telefonie und moderatem Gebrauch von Kamera und MP3-Player, machte der Akku immer noch nicht schlapp.

 

Huawei Ascend Y201 ProDie Auflösung des kapazitiven 3,5-Zoll-Displays ist mit 320 x 480 Pixel für ein Niedrigpreishandy nicht üppig, aber ausreichend. Als Technik kommt ein IPS-Display zum Einsatz. Die Darstellung ist überraschend gut und wirkt weniger pixelig als erwartet. Nur bei genauem Hinsehen, lassen sich einzelne Bildpunkte erkennen. Die Farben sind nicht ganz so kräftig, wie man es von höherpreisigen Geräten kennt, jedoch ist der Kontrastumfang gut. Für das Ablesen im Freien, sollte die Helligkeit hochgestellt werden. Solange die Sonne nicht direkt auf das Display scheint, lassen sich die Inhalte – zwar erschwert – erkennen. Die Bildschirm-Helligkeit lässt sich manuell oder automatisch an die Gegebenheiten anpassen. Der Touchscreen reagiert angenehm sensibel und präzise auf die Fingereingabe.

Im Huawei Y201 ist eine 3,2 Megapixel-Kamera ohne Blitz und Autofokus verbaut. Die Bedienelemente, wie beispielsweise Einstellungsmöglichkeiten oder der Auslöser, befinden sich als virtuelle Elemente auf dem Display. Die Einstellungen sind sehr mager: 

  • Huawei Ascend Y201 ProAufnahmemodus (Einzelperson, Panorama)
  • Weißabgleich
  • Effekte (Normal, Negativ, Aqua, Mono, Sepia)
  • Bildqualität (Sehr fein, Fein, Normal)
  • Hilfslinien 

Die Qualität der Fotos reicht erwartungsgemäß nur für Gelegenheitsaufnahmen, und auch da nur bei optimalen Lichtverhältnissen. Bei schlechtem Licht werden die Aufnahmen recht schnell verwaschen und unscharf. Die Sättigung der Farben ist hingehen gut. Auch bei den Videoaufnahmen muss man Abstriche in Kauf nehmen. So kommt die Kamera mit schnellen Schwenks nur schwer zurecht und so wirken die Filme teilweise unscharf. 

Das Huawei Y201 Pro kommt mit dem noch recht aktuellen Android 4.0.3 (Ice Cream Sandwich). Zwar gibt es mittlerweile schon eine neue Version, welche in Anbetracht der Hardware aber keinen Sinn ergeben würde. Auf der anderen Seite nutzen viele Mitbewerber im Einsteigersegment immer noch das in die Jahre gekommene Android 2.3 Gingerbread. Hier hat das Y201 Pro die Nase vorn. Der mehrseitige Startbildschirm, kann nach eigenem Gusto mit Widgets, Schnellzugriffen, Ordnern, Hintergründen und Live-Wallpapers bestückt werden. Am oberen Bildschirmrand gibt es eine Statusbar mit Infos über Verbindungen, Akkuladestand, Netzstärke und Uhrzeit. Zieht man die Statusbar herunter, kommen eine Energiesteuerungsleiste und Ereignisse, wie beispielsweise verpasste Anrufe oder Nachrichten, zum Vorschein. 

Über die native Android-Oberfläche legt Huawei seine eigene, welche sich zwar kaum unterscheidet, aber den einen oder anderen Mehrwert mitbringt. So verpasste Huawei dem Ascend einen schöneren Sperrbildschirm, welcher zum Direktstart mit diversen Applikationen belegt ist oder die Musiksteuerung auf Wunsch einblendet. Eine Schnellstartfunktion, welche in den Einstellungen aktiviert werden kann, lässt das Gerät aus dem abgeschalteten Zustand schneller hochfahren. Neben der Personalisierung mit Programmen, lässt sich auch die Oberfläche anpassen. Dafür stehen 3 verschiedene Themes zur Auswahl, welche nicht bloß Hintergrund, sondern auch die Icons ändern. Ein wenig ärgerlich ist die zu klein geratene Tastatur. Die richtigen Buchstaben zu treffen ist für Ungeübte ein Glücksspiel. Hier bietet sich an, eine der diversen Tastaturen aus dem PlayStore herunterzuladen und auszuprobieren. 

Die Bedienung des Einsteigergerätes ist sehr flüssig. Zu langen Wartezeiten beim Starten von Apps kommt es nicht. Auch verläuft das Scrollen durch eine große Kontaktliste sehr flott und ohne Ruckler. Nur bei der Verwendung Internetbasierter Applikationen, braucht das Huawei ab und an Bedenkzeit. So gelingt das Navigieren und Scrollen beispielsweise im PlayStore nicht so flüssig. Dennoch überrascht das Y201 Pro in dieser Testkategorie. Wenn man bedenkt, welch abgespeckte Hardware im Gerät verbaut ist, hat Huawei in Sachen Softwareabstimmung ganze Arbeit geleistet. 

Huawei Ascend Y201 ProMit dem GSM Quad-Band-Handy kann man fast überall auf der Welt telefonieren. Internet ist über WLAN 802.11 b/g/n und UMTS mit HSDPA 7.2 MBit/Sekunde möglich. Ein Datenaustausch ist entweder per USB-Verbindung oder über Bluetooth 2.1 möglich. Der interne Speicher des Androiden beträgt 4 Gigabyte, von denen dem Nutzer laut nachträglich installierter Systemsoftware 2,2 Gigabyte zur freien Verfügung stehen. Der Speicher kann über Micro-SD-Karten um bis zu 32 Gigabyte aufgerüstet werden. 

Als Prozessor dient ein 800 MHz schneller Single-Core dem 512 Megabyte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Dies sind wahrlich keine Spitzenwerte, reicht aber für ein Einsteigergerät vollkommen aus. 

Der Webkit-Browser benötigte im Test bei WLAN-Verbindung 35 Sekunden, um die inside-handy.de-Startseite in klassischer Ansicht inklusive aller Bilder zu öffnen, was selbst für Androiden mit kleinem Prozessor recht langsam ist. Das Scrollen durch Seiteninhalte und Vergrößern von Seiteninhalten über Pinch-to-Zoom geht sehr flüssig vonstatten. Die Menütaste erlaubt den Zugriff auf eine Menüleiste zum Öffnen neuer Fenster, Fensterwechsel, Stoppen, Hinzufügen von Favoriten und Aktualisieren. Seiten können nach Inhalten abgesucht und versandt werden. Außerdem gibt es Einstellungsmöglichkeiten für JavaScripts, Plug-Ins, die Startseite, Cookies, Formulardaten, Passwörter und Suchmaschinen. YouTube-Videos werden über ein Browser Plugin im Media-Player abgespielt. Alternativ ist die YouTube-App installiert. 

Zur Navigation ist Google Maps Navigation installiert. Dieses unterstützt sowohl die sprachgestützte Fußgänger als auch die Fahrzeug-Navigation. Bei der ersten Benutzung muss die Text-in-Sprache-Unterstützung aus dem Google Play Store nachinstalliert werden, wenn die sprachgeführte Navigation genutzt werden soll. Diese ist kostenlos. Die Ermittlung des eigenen Standortes geschieht über GPS-Satelliten und wahlweise zusätzlich über Netzwerkverbindungen. Die GPS-Ortung dauerte im Test nur einige Sekunden. Allerdings eignet sich das Y201 aufgrund des kleinen Displays eher zur Fußgänger- als zur Fahrzeugnavigation. 

Die Bibliothek des Music-Players sortiert Musikstücke nach Interpreten, Alben, Liedern, Ordner und Wiedergabelisten. Der Player bietet die Optionen zur Wiederholung einzelner oder sämtlicher Musikstücke und eine Party-Zufallswiedergabe. Der Klang über den eingebauten Handylautsprecher ist sehr gut. Er ist laut und ohne Verzerrungen, auch ist die Dynamik überraschend ansprechend. Über ein Headset – welches nicht im Lieferumfang enthalten ist – kann der Klang ebenfalls überzeugen.

Huawei Ascend Y201 Pro
Huawei Ascend Y201 Pro
Huawei Ascend Y201 Pro
Huawei Ascend Y201 Pro

Allerdings ist die Ausgabe viel zu leise. Dafür punktet sie mit einem klaren Klang und sehr druckvollen Bässen. Zur Nutzung des UKW-Radios ist ein Headset erforderlich, da dessen Kabel als Antenne dient. Das Radio scannt die Umgebung automatisch nach Sendern ab, die daraufhin in einer Liste abgespeichert werden. Im Test klappte die automatische Sendersuche sehr gut. Sendefrequenzen lassen sich über einen virtuellen Einstellungsknopf nachregeln. 

Der Kalender des Huawei Ascend Y201 Pro wird wahlweise in Monats-, Wochen-, Agenda-, oder Tagesansicht angezeigt und kann mit dem Google Kalender abgeglichen werden. In einem Telefonprotokoll werden eingehende, ausgehende oder verpasste Anrufe mit Uhrzeit und Datum gespeichert. Die Kontaktdatenbank zeigt sich, wie von Android gewohnt, übersichtlich. Zu einem Kontakt lassen sich diverse Informationen hinterlegen. Die Datenbank kann unter anderem auch mit einem Google Konto abgeglichen werden. 

Mit zusätzlicher Software hält sich Huawei zurück und setzt auf die Google Dienste. Dennoch finden sich ein paar vorinstallierte Anwendungen wie ein News & Wetter-Dienst oder ein Notizprogramm. Sehr praktisch ist das Sicherheitscenter. Hier lassen sich Dateien sichern, eine Datenverschlüsselung aktivieren oder unerwünschte Telefonnummern blockieren.

 

Huawei Ascend Y201 Pro

Im Huawei Ascend Y201 Pro steckt mehr, als es der Preis von rund 100 Euro vermuten lässt. So ist das Smartphone sehr gut verarbeitet, bietet dem Nutzer eine noch nicht in die Jahre gekommene Android-Version und kann in Sachen Performance – mit Blick auf die verbaute Hardware – überzeugen. Zwar ist die Ausstattung des Y201 dem Preis angepasst, jedoch bringt es alles mit, was man für einen vernünftigen Einstieg in die Smartphone-Welt benötigt. Überzeugen können vor allem die Akkuleistung und das Display, auch ist die Soundqualität gut. Wer auf die Kamera verzichten – diese ist lediglich für ein paar Schnappschüsse zu gebrauchen –  und wer sich mit der Bedienung auf dem kleinen Display anfreunden kann, für denjenigen ist das Y201 Pro zu empfehlen. Für einen Preis von 100 Euro erhält der Nutzer ein solides Einsteigergerät, welches auch im Vergleich mit der (teils teureren) Konkurrenz eine gute Figur macht.

Pro:Huawei Ascend Y201 Pro

  • seht gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • guter Verarbeitung
  • ausdauernder Akku
  • ansehnliches Display

Contra

  • schwache Kameraperformance
  • geringer interner Speicher
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