HTC Desire 610: Gute Ausstattung in großem Gehäuse

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HTC Desire 610 im Test
Bildquelle: inside-handy.de

Verarbeitung und Design

In Sachen Design orientiert sich HTC bei seiner neuen Desire-Serie auffällig an den Oberklasse-Modellen der One-Serie: Ober- und unterhalb des Displays sitzen Lautsprecher hinter Gittern, die in der Farbe der Rückseite gehalten sind, während der Display-Rahmen schwarz ist. Das HTC-Logo prangt unterhalb des Displays auf einem schwarzen Streifen – ebenfalls eine auffällige Gemeinsamkeit mit der One-Familie.

Dem allgemeinen Trend hin zu schmalen Rändern rund ums Display widersetzt sich HTC auch mit dem Desire 610. So fällt das Gehäuse im Verhältnis zum 4,7-Zoll-Display mit 143 x 70 x 9 Millimetern recht groß aus. Das Google Nexus 4, das auch über ein 4,7-Zoll-Display verfügt, misst beispielsweise knapp einen Zentimeter weniger in der Höhe.

HTC Desire 610: Hands-On

Anders als die Geräte der One-Serie besteht das Gehäuse aus Plastik. Die Rückseite ist glatt, fühlt sich allerdings nicht rutschig an. Die Seiten sind in mattem Kunststoff gehalten, dadurch wird das Gerät noch etwas griffiger.

An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Das Gehäuse macht einen robusten Eindruck und hält auch festerem Zupacken stand, ohne sich mit Knarzen zu beschweren. Die glatte Rückseite und die matten Seiten gehen nahtlos ineinander über. Die Einschübe für die Nano-SIM- und eine Micro-SD-Karte werden von einer Klappe bedeckt, die einen soliden Eindruck macht und gut mit dem Gehäuse abschließt.

Wirklich edel wirkt das Gehäuse nicht, dafür jedoch robust. Einen kleinen Punktabzug gibt es für das eher schlechte Verhältnis von Display- und Gehäuse-Größe.

Wertung: 4,5/5

Display

Bei einer Diagonale von 4,7 Zoll liefert das LC-Display des Desire 610 eine Auflösung von 540 x 960 Pixel. Daraus resultiert eine Pixeldichte von eher unterdurchschnittlichen 234 ppi. Dennoch bietet das Desire 610 eine erstaunlich klare und scharfe Darstellung. Bei kleineren Schriften und Symbolen macht sich die geringe Pixeldichte allerdings bemerkbar und erschwert das Lesen.

Die automatische Regelung der Helligkeit funktioniert gut und kann vom Nutzer nachjustiert werden. Die maximale Helligkeit dürfte allerdings etwas höher ausfallen: Bei Bewölkung ist das Display auch im Freien noch gut ablesbar; an sonnigen Tagen wird es jedoch schwer, wenn man sich nicht im Schatten aufhält.

An der Farbdarstellung gibt es hingegen wenig zu mäkeln. Farben werden kräftig dargestellt und das Display bietet gute Kontraste. Andere Displays stellen Farben zwar häufig leuchtender dar, darunter leidet dann jedoch auch die Natürlichkeit.
Auch die Blickwinkelstabilität ist gut. Das Gerät muss schon ein ganzes Stück gedreht werden bis sich das Display abdunkelt, Farben bleiben weitgehend unverfälscht.

Die Auflösung und die maximale Helligkeit sind Schwachpunkte des Displays – dafür gibt es einen Punkt Abzug. Insgesamt kann die Darstellung jedoch überzeugen.

Wertung: 4/5

Ausstattung und Leistung

Den Kern des Desire 610 bildet der Snapdragon-400-Prozessor von Qualcomm. Der Quad-Core-Prozessor ist auf 1,2 GHz getaktet und kann auf 1 GB Arbeitsspeicher zurückgreifen. Im Alltag stößt das Smartphone so kaum an seine Grenzen. Apps starten blitzschnell, das Scrollen durch Homescreens und der Wechsel zwischen verschiedenen Bedienebenen läuft schnell und flüssig. Auch aufwendigere Spiele wie Real Racing 3 laufen ohne zu ruckeln. Im AnTuTu-Benchmark kommt das Desire 610 auf 17.541 Punkte und liegt damit auf Augenhöhe mit dem Samsung Galaxy S3.

Der interne Speicher bemisst sich auf 8 GB. 3,8 GB stehen dem Nutzer hiervon noch zur freien Verfügung. Zudem verfügt das Desire 610 über einen Steckplatz für Micro-SD-Karten. Wer es sich leisten kann, kann so den Speicher um bis zu 128 GB erweitern.

HTC Desire 610 : AnTUTU-Benchmark
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Das HTC Desire 610 im AnTuTu-Benchmark

Bei der Sprachqualität gibt sich das Desire durchschnittlich. Die Sprache könnte auf Seiten des Nutzers etwas klarer wiedergegeben werden. Die Freisprechfunktion über die integrierten Lautsprecher leidet unter leichten Verzerrungen. Zudem reicht die Lautstärke kaum, um in lauterer Umgebung etwas zu verstehen.

Das Desire 610 ist bereits mit dem schnellen Mobilfunkstandard LTE ausgestattet.

Verbindungsmöglichkeiten im Überblick:

Feature

Ja Nein Funktion

HSPA

X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE X   Mobilfunkstandard, Down-max 100 Mbit/s
USB-OTG  X   Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen (entsprechender Adapter notwendig)
DLNA X   Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC   Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät
MHL    X  Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung    X Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version X   4.0
WLAN-Standards X   802.11 b/g/n

Das Desire 610 liefert eine schnelle Arbeitsgeschwindigkeit, besitzt einen erweiterbaren Speicher und so ziemlich alle Verbindungsmöglichkeiten, die man sich wünschen kann. Zudem ist bereits LTE enthalten. Für das runde Gesamtpaket gibt es die volle Punktzahl.

Wertung: 5/5

Kamera

Mit dem Desire 610 kann der Nutzer Bilder mit einer Auflösung von bis zu 8 Megapixeln schießen. Voreingestellt ist jedoch eine Auflösung von knapp 6 Megapixeln im Format 16:9. Wer die vollen 8 Megapixel ausschöpfen will, muss das Aufnahmeformat zuerst auf 4:3 ändern.

Die Kamera liefert für ein Modell der unteren Mittelklasse gute Bilder. Besonders der Dynamikumfang und die Schärfe können bei guten Lichtverhältnissen überzeugen. Farben werden kräftig und gleichzeitig natürlich eingefangen. Insbesondere bei hellen einfarbigen Flächen (siehe Himmel im Beispielbild 2) kann es jedoch zu Farbrauschen kommen.
Bildrauschen macht sich auch bei schlechten Lichtsituationen in Innenräumen bemerkbar, was jedoch bei Smartphone-Kameras nicht ungewöhnlich ist. Eine gute Arbeit verrichtet der Blitz – zumindest auf kurze Distanz. Er leuchtet Objekte dezent aus, ohne zu überbelichten oder Farben stark zu verfälschen.

HTC Desire 610: Beispielbilder der Kamera

Die Kamera-App bietet ein recht aufgeräumtes Menü, das dem Nutzer Aufnahmemodi und die wichtigsten Einstellungsmöglichkeiten wie Weißabgleich und Belichtung schnell zugänglich macht. Zudem kann der Anwender schon vor der Aufnahme der Fotos verschiedene Effektfiltern auswählen.

HTC Desire 610 : Kamera-Menü
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Menü der Kamera-App auf dem Desire 610

Videos nimmt das Desire 610 in Full-HD, also 1.080 x 1.920 Pixeln auf. In Innenräumen fangen die Aufnahmen erwartungsgemäß schnell an zu rauschen; bei guten Lichtverhältnissen liefert die Kamera jedoch brauchbare Aufnahmen mit gutem Ton.

Eine Besonderheit versteckt HTC in der Album-App. Hier können verschiedene Fotos aus einem Album zu einem Highlight-Video zusammengefügt werden. Hierzu wählt der Nutzer die entsprechenden Bilder und einen Stil aus, den Rest erledigt die App. Dabei entstehen mit Musik unterlegte 30-sekündige Videos. Viel Gestaltungsspielraum bleibt dem Nutzer hier zwar nicht, dafür erzielt man mit geringem Aufwand ganz nette Ergebnisse.

Die Kamera überzeugt mit guten Bildern – viel besser geht es in der Mittelklasse nicht. Daher gibt es hier fast die volle Punktzahl.

Wertung: 4,5/5

Software und Multimedia

Als Betriebssystem setzt HTC auf dem Desire 610 Android in der aktuellen Version 4.4.2 ein. Darüber legt der Hersteller die Benutzeroberfläche Sense 6.0, die auch auf den Top-Modellen der One-Serie zum Einsatz kommt. Fester und auffälliger Bestandteil dieser Oberfläche ist der BlinkFeed, auf den der Nutzer zugreifen kann, indem er vom Homescreen nach links scrollt. Der BlinkFeed bietet eine Übersicht über verschiedene Nachrichten und Benachrichtigunen. Der Nutzer kann verschiedene Sparten und Nachrichtenseiten abonnieren, deren Artikel dann im Blinkfeed angezeigt werden. Auch soziale Netzwerke und Community-Seiten wie Instagramm können in den BlinkFeed integriert werden. Zudem hält der BlinkFeed den Nutzer über Einträge im Kalender auf dem Laufenden.

HTC Desire 510 und 610: BlinkFeed und Musik-App

Die beiden Lautsprecher auf der Vorderseite des Desire 610 fallen ins Auge. Beim HTC One M7 aus dem vergangenen Jahr sorgten die Stereoboxen für verblüffte Ohren, denn sie liefern einen voluminösen Klang mit Tiefen, die man von einem Smartphone nicht gewohnt ist. Beim neuen One M8 wurde der Klang sogar noch verbessert. Das Desire 610 kann mit seinen High-End-Brüdern auf dieser Linie allerdings nicht mithalten. Auch wenn es ebenfall über die Soundoptimierung „Boomsound“ verfügt, bleiben Tiefen und Bässe doch weitgehend auf der Strecke. Die Lautstärke ist okay und die Stereolautsprecher haben Vorteile gegenüber einem einzelnen Lautsprecher, der Wow-Effekt der One-Geräte stellt sich beim Hörer allerdings nicht ein.

Zum Abspielen von Musik gibt HTC dem Nutzer eine Musik-App an die Hand. Klangeinstellungen können über diese nicht vorgenommen werden. Dafür kann die App während der Wiedergabe eines Liedes unter dem Reiter Visualisierung auch Liedtexte in Echtzeit anzeigen. Als Alternative zur Musik-App ist Googles Play Music vorinstalliert.

Der BlinkFeed bietet eine praktische Nachrichtenübersicht, bleibt allerdings Geschmackssache. Die auffälligen Frontlautsprecher liefern zwar Stereo-Sound, klanglich sind sie jedoch weit entfernt vom guten Klang der One-Serie.

Wertung 4/5

Akku

Der Akku des Desire 610 verfügt über 2.040 mAh und ist fest verbaut. Im Test wurde er mit bestimmten Aufgaben belastet, dazu gehören: 30 Minuten Musik-Streaming, 30 Minuten Video-Streaming, 30 Minuten Surfen, 30 Minuten Spielen und ein 30-minütiges Gespräch. Zudem wurden größere Dateimengen von mehr als 1 GB heruntergeladen, Benchmark-Tests durchgeführt und diverse Fotos und Videos aufgenommen. WLAN und Bluetooth waren durchgehend aktiviert. Nach 24 Stunden (8-stündindiger Testtag plus eine Nacht im Standby) zeigte der Akkustand noch 33 Prozent an.
Das ist ein durchschnittlicher Wert, einige Smartphones – auch in der Einsteiger- und Mittelklasse – liefern aber schon eine etwas längere Betriebslaufzeit.

HTC stattet das Desire 610 auch mit Stromsparfunktionen aus. Mit diesen kann der Nutzer verschiedene Funktionen einschränken und so eine längere Laufzeit erreichen.

Das Desire 610 ist zwar kein Ausdauerläufer, einen Tag bei durchschnittlicher Nutzung steht es jedoch locker durch ohne schlapp zu machen.

Wertung: 3,5/5

Fazit

HTC liefert hier ein solides Mittelklasse-Smartphone ab, das sich nur wenige Schwächen erlaubt. Display-Ästheten dürfte die etwas geringe Auflösung sauer aufstoßen, für Otto Normalanwender sollte diese jedoch ausreichen. Störender ist da schon das große Gehäuse. Es erschwert die einhändige Bedienung und lässt das Gerät insgesamt unnötig klobig erscheinen. Darüber täuscht dann auch die gute Verarbeitung nicht weg.

Eine für die Preisklasse unter 300 Euro gute Leistung zeigt die Kamera. Zwar rauschen Farbflächen teilweise, dafür liefert sie in Sachen Belichtung und Dynamik eine gute Leistung. Für gelgentliche Schnappschüsse ist das Desire 610 durchaus zu gebrauchen.

Ähnlich verhält es sich mit der Prozessorleistung und dem Arbeitsspeicher. Das Desire 610 verspricht zwar keine Höchstleistungen, für den Alltag reicht die Ausstattung jedoch vollkommen aus, ohne dass das Gefühl einer Einschränkung aufkommt.

Ein kleines bisschen länger dürfte der Akku durchhalten, dessen Performance als mittelmäßig bezeichnet werden darf.

Pro:

HTC Desire 610 im Test

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  • Sehr gute Verarbeitung
  • Speicher erweiterbar
  • Gute Kamera

Contra:

  • Großes Gehäuse
  • Mittelmäßige Akkulaufzeit

Alternativen

Huawei hat mit dem Ascend P6 für ein Smartphone im Angebot, das mit der Austattung des Desire 610 in etwa mithalten kann, allerdings noch ohne den schnellen Mobilfunkstandard LTE auskommen muss. Dafür steckt die Technik in einem kompakteren Gehäuse. Das Ascend P6 wird derzeit für rund 250 Euro angeboten.

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  • HTC Desire 610 im Test: inside-handy.de
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