Iren befürchten Verblödung durch SMS

Verkümmertes Vokabular in Abschlussarbeiten an Tagesordnung

vom 30.04.2007 (55)
Iren befürchten Verblödung durch SMS
Die irische Jugend weist immer größere sprachliche Defizite auf. Verantwortlich dafür soll unter anderem das exzessive Schreiben von SMS-Nachrichten sein, behauptet das irische Bildungsministerium in einer kürzlich veröffentlichten Studie. Als Grundlage dienten rund 37.000 Abschlussarbeiten. Beklagt wurde unter anderem die immer schlechter werdende Ausdrucksfähigkeit sowie der hölzerne, abgehackte Stil vieler Jugendlicher.
Elektronische Nachrichten ohne Satzzeichen
"Das Schreiben von SMS und E-Mails, bei dem auf Rechtschreibung und Satzzeichen wenig Wert gelegt wird, scheint eine Gefahr für die traditionellen Sprachkonventionen zu sein", heißt es in dem Report. Jugendliche würden beinahe ausschließlich nur noch in kurzen Präsenssätzen und mit begrenztem Vokabular auf schriftliche Fragen antworten. Anstatt im Test ausführlich und mit Tiefgang ihr bisher Gelerntes auszudrücken, würden sich die meisten Jugendliche darauf beschränken, ein Thema möglichst knapp und minimalistisch abzuhandeln. Die Kritik der Pädagogen stützt sich unter anderem auch darauf, dass Irland zu den Nationen mit der höchsten Handy-Rate in der Bevölkerung zählt.

Sprachliche Seitwärtsentwicklung
"Der Gebrauch von E-Mails und SMS hat sicherlich zu einer gewissen sprachlichen Seitwärtsentwicklung geführt. In gewissen Kommunikationsbereichen hat sich dadurch die Sprachkompetenz aber sogar erhöht", meint Frohmut Menze vom Handy-Bildungssoftware-Anbieter Studymobile. Die ebenfalls konstatierte sprachliche Verarmung von Jugendlichen führt Menze aber nicht auf den Gebrauch von SMS und E-Mails zurück. Vielmehr spiegle sich in der Sprache der Jugendlichen die veränderte Ausdrucksfähigkeit der gesamten Gesellschaft wider.

Handys nicht verbieten
Mobiltelefone aus den Schulen zu verbannen hält Menze nicht für zwingend notwendig. "Die Handyfaszination von Jugendlichen könnte für neue Lernmethoden genutzt werden", ist Menze überzeugt. Zusammen mit Lehrervertretern will Studymobile daher gemeinsame Konzepte erarbeiten, wie Lernprogramme verstärkt auf dem Handy genutzt werden können. Der Plan des Start-up-Unternehmens sieht zudem vor, dass Schüler eigene Programme erstellen können, die ihren Lernanforderungen entsprechen.
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Quelle: pte |Bildquelle: photocase.de | Autor: HH

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04.05.2007, 17:33 Uhr
chilly84
man kann das sprachliche Fehlverhalten der irischen Jugend nicht nur auf das Schreiben von SMS usw zurückführen

ich habe ein halbes Jahr in Dublin verbracht und festgestellt, dass auch Problem durch das Gälische auftreten, wobei der Stil sehr stark verändert wird

02.05.2007, 10:56 Uhr
despo
sind wir nicht alle a bissal bluna
01.05.2007, 0:57 Uhr
saburac
Es entbehrt wirklich nicht einer gewissen Komik, wenn es in den Texten derjenigen, die sich hier wortreich über die verkümmerten Sprach- und Schreibgewohnheiten "der Jugendlichen" mokieren, nur so wimmelt von Grammatik-, Rechtschreib-, Interpunktions- und Ausdrucksfehlern :-)...
30.04.2007, 18:56 Uhr
Dirkiboy
Ganz ehrlich, ich kann mir nicht vorstellen, dass es mit der Sprache noch mal wieder Bergauf geht, eher noch weiter runter!
Das mit den "online Wörtern" finde ich persönlich schlimm! Finde es auch allgemein beim schreiben schlimm, wenn man da immer ein "lol" oder "^^" geschickt bekommt!
30.04.2007, 18:44 Uhr
Deadman
Naja kommt mal wieder bisschen mehr zurück zum Thema wegen Iren und ihren Befürchtungen. Man sieht aber echt stark, dass es in Deutschland schon so weit ist. Habe heute im Bus schon von einer lol gehört und finde es nur komisch da es ja lautes online lachen heißt.
Es gibt wörter da kommt kein Schwein drauf das es eine Abkürzung ist. Wer weiß was d...[mehr]ie Abkürzung KAMASUTRA heißt? Gab mal so eine Liste bei Freenet da standen Sachen drin.

Naja hoffen wir mal, dass es mit der Sprache bald wieder besser wird.

LG
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