Eines der meistdiskutierten Themen und eine der größten Ängste seitdem Mobiltelefone auf den Massenmarkt gekommen sind, bleibt die Frage, ob die Strahlung des Gerätes oder der Masten unserer Gesundheit schadet. Dass die Nutzung von Mobiltelefonen nicht die Gefahr erhöht, an einem Hirntumor zu erkranken, wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits vor wenigen Wochen bekannt gegeben. Doch trotzdem bleibt Vorsicht geboten. Denn Handys und Schnurlostelefone senden hochfrequente elektromagnetische Strahlen (HF-Strahlen) aus. Der menschliche Körper absorbiert diese Strahlenfelder und wandelt sie in Wärme um.
Grenzwert
Gesundheitliche Schäden entstehen laut der WHO ab dem Moment, ab dem sich die Körpertemperatur dadurch um einen Grad Celsius erwärmt. Die WHO hat deshalb einen entsprechenden Grenzwert festgelegt: Solange die "Spezifischen Absorptionsrate" (
SAR) von 0,8 Watt je Kilogramm Körpergewicht nicht dauerhaft überschritten wird, sind nach aktuellem Wissensstand keine Gefahren zu befürchten.
Schnurlostelefon
Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) liegt der SAR-Wert in deutschen Haushalten derzeit bei maximal 0,25 Watt, und mit jedem Meter Entfernung von der Station nimmt die Intensität der Strahlung ab. Doch auch die Höhe dieser Strahlungsleistung ist nach Ansicht des BfS unnötig und vermeidbar. Zumal bei Telefonen des heutzutage üblichen Dect-Standards die
Basisstation kontinuierlich HF-Strahlen zum Mobilteil sendet; und zwar immer mit der gleichen Leistung, egal, ob sich der Nutzer einen oder 100 Meter von der Station entfernt aufhält. Und auch im Standby-Modus gibt die Station ein kontinuierliches Kontrollsignal ab. Wer auf ein Schnurlostelefon nicht verzichten will, kann die Strahlung dadurch reduzieren, dass die Basisstation an einem Ort steht, wo man sich selten aufhält, etwa im Flur.
Mobilfunk
Beim Mobilfunk senden sowohl das Handy als auch der Sendemast HF-Strahlen aus. Bei Sendemasten liegt die Leistung in der Regel bei 20 Watt, Handys erreichen meist aber nicht einmal die Hälfte des kritischen SAR-Wertes. Dennoch: Je weiter ein Sendemast entfernt ist, desto mehr Leistung muss ein Handy erbringen. Bei schlechtem Empfang, etwa im fahrenden Auto, muss ein Handy viel leisten, um die Verbindung zu
halten - und nähert sich damit mehr und mehr dem SAR-Grenzwert.
Vorsorge
Um diesen beim Handytelefonieren niedrig zu halten empfiehlt sich vor allen Dingen wenig Körperkontakt mit dem Handy. Denn dabei umgeben die Strahlen den Kopf, was vor allem für die Augen schlecht ist, die die entstehende Wärme nicht ableiten können. Beim Telefonieren wäre deshalb ein
Headset angebracht. Zudem sollte man das Telefon erst zum Ohr führen, wenn die Verbindung steht, denn beim Verbindungsaufbau ist die Strahlung besonders intensiv. Bei schlechtem Empfang, etwa im fahrenden Auto oder in Räumen mit Stahlbeton, sollte man erst gar nicht telefonieren. Im Auto am ehesten noch mit Freisprechanlage mit Außenantenne.
Außerdem raten die Experten dazu, das Handy nachts nicht eingeschaltet neben dem Bett liegen zu lassen. Denn öfter mal nimmt das Gerät Kontakt zu einem Sendemasten auf, wenn es nicht benutzt wird. Ferner sollte man es auch tagsüber möglichst nicht direkt am Körper tragen - also raus damit aus Hosen- oder Brusttasche. Und schließlich: Je kürzer ein Telefonat dauert und je kürzer das Mobilteil des Schnurlostelefons oder das Handy am Ohr ist, desto weniger HF-Strahlen bekommt man ab.
Quelle: cid |Autor: CB