Drillisch: Mehr Kunden, aber VerlusteKonzernchef Paschalis Choulidis schmeißt hin

vom 24.03.2016, 09:08
Drillisch
Bildquelle: Drillisch

Der Mobilfunk-Service-Provider Drillisch hat das Jahr 2015 mit einem kräftigen Umsatzwachstum abgeschlossen. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wurde verbessert - während der Konzerngewinn zurückging. Und noch etwas ist beachtenswert: Der Konzernchef schmeißt hin - aus privaten Gründen, wie es heißt.

Diese Nachricht kommt überraschend: Drillisch-Chef Paschalis Choulidis hat sich dazu entschlossen, seinen Posten zu räumen. Er werde sein Mandat als Mitglied und Sprecher des Vorstands der Drillisch AG zum 30. Juni aus privaten Gründen niederlegen, heißt es in einer Mitteilung des Mobilfunk-Unternehmens. An seine Stelle tritt Bruder Vlasios, der bisher den Vertrieb, das Marketing und die Kundenbetreuung leitete.

Paschalis Choulidis habe angeboten, zukünftig als Mitglied des Aufsichtsrats zur Verfügung zu stehen, heißt es weiter. Das werde vom amtierenden Aufsichtsrat ausdrücklich begrüßt. "Auch wenn die Amtsniederlegung persönlich schmerzt, sehen wir uns auch künftig in der aktuellen Vorstandsbesetzung gut aufgestellt, um die Herausforderungen gemäß unserer langfristigen Planung erfolgreich annehmen zu können. Ich bin mir sicher, dass mein Bruder unserem Unternehmen weiterhin loyal verbunden bleibt", sagte Vlasios Choulidis laut Unternehmensmitteilung.

Umsatz legt deutlich zu

Bei den am späten Mittwochabend vorgelegten Geschäftszahlen ist vor allem eines auffällig: Der kräftig gestiegene Umsatz im vergangenen Jahr. Stand 2014 noch ein Umsatz in Höhe von 289,6 Millionen Euro in den Drillisch-Bilanzen, waren es im vergangenen Jahr bereits 629,5 Millionen Euro. Hier machen sich unter anderem die Zukäufe von Yourfone und The Phone House bemerkbar. Im vierten Quartal 2015 ging der Umsatz im Vergleich zum Vormonat allerdings um 27,2 Millionen auf 174,4 Millionen Euro zurück.

Das EBITDA konnte Drillisch im Jahresvergleich von 85,2 auf 105,6 Millionen Euro steigern. Gleichzeitig ging der Konzerngewinn jedoch von 50,1 auf 46,1 Millionen Euro zurück. Einen kräftigen Einbruch erlebte auch das EBITDA im vierten Quartal: Es sackte aufgrund deutlich gestiegener Marketingausgaben gegenüber dem Vorquartal von 34,9 auf 17,4 Millionen Euro ein. Und das hatte auch unmittelbare Auswirkungen auf das Konzernergebnis: Statt eines Plus von 16,5 Millionen Euro im dritten Quartal machte Drillisch im Weihnachtsquartal einen Verlust in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Begründet wird das mit einem Nachholeffekt bei den Abschreibungen, die in Verbindung mit der Übernahme von The Phone House stehen.

Viele neue Kunden

Weiter im Aufwind ist Drillisch bei der Kundenzahl: Sie legte zwischen Oktober und Dezember um 131.000 auf nunmehr 2,68 Millionen zu. Getrieben wurde das Wachstum durch zahlreiche neue Discount-Kunden, die sich für Tarife von Marken wie smartmobil.de, Simply oder DeutschlandSIM entschieden. Im gesamten vergangenen Jahr wuchs der Kundenbestand um 608.000. Zum Vergleich: Die Telekom konnte 2015 rund 1,38 Millionen neue Kunden gewinnen, Telefónica 938.000 Kunden, Vodafone wies hingegen einen Verlust von 1,13 Millionen Kunden aus, erklärte aber zuletzt, dass der tatsächliche Verlust geringer ausgefallen sei. United Internet, Konzernmutter von 1&1, konnte um 880.000 Kunden wachsen, Freenet verlor 490.000 Kunden

Im laufenden Jahr will Drillisch nicht nur den Kundenbestand weiter erhöhen, sondern auch den Umsatz und den Ertrag im operativen Geschäft steigern. Das EBITDA soll auf 115 bis 120 Millionen Euro zulegen.

Aktionären von Drillisch soll für das Geschäftsjahr 2015 eine Dividende in Höhe von 1,75 Euro je stimmberechtigter Aktie ausgezahlt werden. Für das Jahr 2016 wird eine Dividende in mindestens derselben Höhe angestrebt.

Quelle: Drillisch

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Autor: Hayo Lücke
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