"Machen uns kleiner als wir sind"Vodafone hat mehr Kunden als offiziell ausgewiesen

vom 13.03.2016, 08:55
Hannes Ametsreiter - neuer Chef von Vodafone ab Oktober.
Bildquelle: Telekom Austria

Der neue Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter sieht noch viel Arbeit für sich und das gesamte Vodafone-Team in Deutschland vor sich. Zwar habe man in den vergangenen Jahren bereits viel unternommen, doch das reiche noch lange nicht aus, sagte der Österreicher der "WirtschaftsWoche". Interessante Aussagen machte er auch mit Blick auf die eigenen Kundenzahlen.

"Wir sind selbstkritisch genug, um zu erkennen, dass wir in den vergangenen vier Jahren zu viele Kunden und Umsätze verloren haben", sagte der Manager dem Magazin. "Deshalb gibt es noch keinen Grund zu feiern. Wir müssen weiter hart arbeiten, um die Wende zu schaffen: Unser Ziel ist die schnelle Rückkehr zu Wachstum. In einem Markt mit sehr starken Konkurrenten ist das eine Herkulesaufgabe." Vodafone hatte allein im Jahr 2015 rund 1,1 Millionen Kunden verloren. Die Deutsche Telekom und Telefónica Deutschland konnten hingegen wachsen.

Unter dem Strich standen bei Vodafone zum Stichtag Ende Dezember rund 30,4 Millionen Kunden. Laut Ametsreiter sind es faktisch aber mehr. Denn die in Maschinen eingebauten SIM-Karten, das so genannte Maschine-to-Machine-Geschäft (M2M) für das vernetzte Auto und die Fabrik 4.0, würden mit den Vodafone-Quartalszahlen anders als bei Telekom und Telefónica nicht ausgewiesen. Auch Kunden von Drittanbietern wie 1&1 fließen nicht in die offiziell ausgewiesenen Vodafone-Statistiken mit ein. "Ich gebe zu: Durch unsere Zählweise machen wir uns kleiner, als wir in Wirklichkeit sind. Ich kann mir vorstellen, dass wir das überdenken und eine höhere Transparenz der Kundenzahlen herstellern", so Ametsreiter.

Einer möglichen neuen Kündigungswelle erteilte der neue Vodafone-Chef eine Absage. "Ich kann alle Mitarbeiter beruhigen. Es gibt bei Vodafone keinen Plan, großflächig Stellen in dieser Größenordnung abzubauen. Richtig ist aber: Wir wollen kontinuierlich im Rahmen unsers Programms 'Fit for growth' Kosten einsparen, um diese Gelder in unsere Netze zu investieren." Primär bei externen Kosten solle gespart werden. "Wir schauen uns an, ob wir wichtige Aufgaben noch an Dienstleister vergeben oder sie lieber selbst machen. Ich will jeden Cent, den wir ausgeben, umdrehen", so Ametsreiter weiter.

Quelle: WirtschaftsWoche

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Autor: Hayo Lücke
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Themen dieser News: Vodafone, Mobilfunk-News, Unternehmen und Märkte

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