Streit um die DatenautomatikVerbraucherschützer siegen vorerst vor Gericht - Telefónica geht in Berufung

vom 26.02.2016, 13:42
LTE-Antennen vor dem O2 Tower in München
Bildquelle: Telefónica

Wer heutzutage einen Mobilfunk-Vertrag abschließt, darf sich in aller Regel auch über eine inkludierte Internet-Flatrate freuen. In vielen Fällen ist aber auch eine so genannte Datenautomatik ein Bestandteil des gewählten Tarifs. Zum Beispiel bei vielen Tarifen von Drillisch und O2, aber auch bei einzelnen Angeboten von Vodafone ist die Datenautomatik obligatorisch. Möglicherweise aber nicht mehr lange.

Hintergrund: Bei einer Datenautomatik wird die Surfgeschwindigkeit nach Verbrauch des monatlich nicht zur Verfügung gestellten Datenvolumens nicht automatisch auf GPRS-Niveau reduziert. Vielmehr werden automatisch nach und nach bis zu drei zusätzliche Datenpakete freigeschaltet. Zum Beispiel drei Mal 100 MB zu einem Aufpreis von jeweils 2 Euro. Über jede Aufbuchung des zusätzlichen Datenvolumens wird der Kunde per SMS informiert. Es entstehen bei diesem Beispiel-Modell also monatliche Extrakosten von bis zu 6 Euro.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat Telefónica Deutschland nun vor Gericht gezerrt, um die Datenautomatik in ihrer bisherigen Form zu stoppen. Und das Landgericht folgte der Argumentation der Verbraucherschützer. Die Datenautomatik sei nicht etwa Bestandteil der Hauptleistung des Tarifs, sondern vielmehr eine davon unabhängige Zusatzleistung.

Für Telefónica Deutschland eine nicht nachvollziehbare Einschätzung. Der Mobilfunk-Konzern hat gegen das am 11. Februar ergangene Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, nach eigenen Angaben bereits Berufung eingelegt. Man halte das Urteil nach einer ersten Prüfung der Urteilsbegründung für falsch und sei von der Zulässigkeit der Datenautomatik in der aktuellen Form überzeugt, teilte der Konzern mit.

Quelle: Telefónica Deutschland

Bildquelle kleines Bild: Telefónica | Autor: Hayo Lücke
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Themen dieser News: Telefonica O2, Mobilfunk-News, Mobilfunktarife, Unternehmen und Märkte

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