MWC MateBookHuawei greift Apple und Microsoft an

vom 21.02.2016, 16:31
Huawei MateBook

Während bei einigen Herstellern wie Samsung und LG schon vor den großen Pressekonferenzen am heutigen Sonntag Informationen durchgedrungen sind, was zu erwarten sein wird, steht bei Huawei ein großes Fragezeichen an der Tür. Heute um 14 Uhr lüftet sich der Vorhang und die Chinesen zeigen, mit was man die Konkurrenz von Apple über Sony bis Xiaomi beeindrucken will.

Die Geheimhaltung von Huawei kann im Vorfeld des Mobile World Congress (MWC) in Barcelona als gelungen bezeichnet werden. Vor dem öffentlichen Pressetermin sind keine Informationen, was von Huawei zu erwarten ist, bekannt geworden. Auch die Marketing- und Werbeabteilungen haben dieses Jahr keine verräterischen Plakate verteilt oder Mitteilungen verfrüht verschickt.

Unter dem Motto "The new style of business" hat Huawei auf dem MWC in Barcelona neue Produkte präsentiert. Schon zu Beginn der Show macht Huawei klar, was sie von Laptops halten: Sie seien groß und schwer und besitzen schlechte Displays und Akkuleistungen. Diese Probleme will Huawei mit dem MateBook lösen.

Design

Huawei hat auf dem MWC gegenüber den Konkurrenten Samsung, Microsoft und Apple nachgezogen und ebenfalls ein neues und großes Flaggschiff-Tablet vorgestellt, dabei handelt es sich zusammen mit der Tastatur um ein Convertible, das als Tablet oder als Laptop-Ersatz herhalten soll.

Wie schon das Apple iPad Pro und das Surface Pro 4, will auch das neue MateBook mit einer ausgefeilten Stiftbedienung punkten. Dazu bietet Huawei die Bedienung über die Hardware-Tastatur und angedockte Peripherie. Dazu verspricht Huawei Leistung für Multitasking, langes Durchhaltevermögen und ein neues Design.

Beim Design von Apple-Anleihen zu sprechen ist nicht zu weit hergeholt. Vollmetallgehäuse, abgerundete Kanten und Rahmen zeigen hohe Ähnlichkeiten mit dem Konkurrenzprodukt aus Cupertino. Bei den Farben zeigt Huawei zwei Versionen: Eine graue Version mit schwarzem Displayrahmen und eine silberne Variante mit weißem Displayrahmen. Der Rahmen ist mit 10 mm besonders dünn und sorgt so für eine Display-zu-Fläche-Verhältnis von 85 Prozent.

Beim Gewicht und den Abmessungen bleibt man in einem sehr schlanken Berich. Huawei gibt 640 Gramm und 6,9 mm Dünne an. Damit bewegt man sich gegenüber Apple und Microsoft auf einem etwas mobileren Weg.

Das MateBook soll jedoch nicht nur als Tablet, sondern vor allem auch als Laptopersatz. Mit den bunten Kickstands mit integrierter Tastatur lässt sich das Tablet in zwei Graden aufstellen. So kann mit 67 oder 52 Grad angewinkelt werden. Die Farbauswahl erstreckt sich dabei von Rot über Hell- und Dunkelbraun bis Weiß.

Huawei MateBook

  • 1/26
    Das Huawei MateBook, das wir direkt auf dem MWC 2016 in Barcelona anschauen konnten...
  • 2/26
    ... möchte beides sein: Tablet und Notebook.

Display

Beim Diplay vergleicht Huawei sein neues MateBook mit dem iPad Pro und dem Surface Pro 4. Mit einer Auflösung von 2.160 x 1.440 Pixeln auf 12 Zoll will man die Screens der Konkurrenz ausstechen. Das IPS-Panel deckt dabei laut Huawei 85 Prozent des NTSC-Farbraums ab. Damit will man besser sein, als beispielsweise das iPad Pro und das Surface Pro 4, die nur circa 70 Prozent Abdeckung schaffen.

Prozessor und Akku

Huawei baut beim Prozessor auf Intels Core M3, M5 und M7. Sie werden mit Arbeitsspeicher von 4 bis 8 GB ausgestattet. Damit sollte Huawei hinter den Leistungsreserven von Surface Pro 4 und Apples iPad Pro zurückbleiben. Klarheit kann hier allerdings erst ein Test oder direkte Benchmark-Werte bringen

Die Rechenleistung wird von einem 4.430 mAh großen Akku mit 7,6 Volt Spannung versorgt. Damit liegt Huawei auf einem erstaunlich geringem Niveau, das allerdings von sparsamen Prozessoren hochgehalten werden soll. Im Endefekt sollen 10 Stunden Mischbetrieb möglich sein, bis das MateBook wieder an die Stromquelle muss.

Huawei MatePen

Der Stylus, also der Bedienstift von Huawei, wurde von den chinesischen Ingenieuren mit Funktionen vollgestopft. Neben der in 2.048 Stufen druckempfindlichen Spitze, wurde ein Laserpointer, ein Clicker für Präsentationen und eine Funktionstaste integriert. Sie aktiviert den Radiergummi, der Fehler vergessen macht und so Malstriche oder geschriebene Notizen löscht.

Der MatePen wirkt dabei etwas größer und Dicker als vergleichbare Eingabestifte, was allerdings beim ersten herumspielen nicht weiter stört. Die Strichstärke lässt sich bei den ersten Versuchen recht genau und zuverlässig durch mehr oder weniger Druck auf das Display steuern. Durch die aktiven Anwendungen muss der MatePen ab und an an die Steckdose, was allerdings laut Huawei nur alle 100 Stunden der Fall sein sollte.

Betriebssystem

Huawei geht bei der Auswahl des Betriebssystems weg von Googles Android, das auf vielen Huawei-Geräten läuft und hin zur Konkurrenz aus Redmond. Das MateBook baut voll auf Windows 10 und integriert unter anderem auch die in Windows Hello verbaute Verarbeitung für biometrische Eingaben ein. So kann das MateBook beispielsweise mit dem Fingerabdruck entsperrt werden.

Der Fingerabdruck-Sensor erkennt, nach einmaliger Einrichtung, den Nutzer am Fingerabdruck und startet das MateBook mit dessen Einstellungen und Konten. So können mehrere Nutzer mit dem selben Gerät arbeiten, ohne Kennwörter einzugeben oder sich durch Auswahlmenüs zu klicken.

Die technischen Daten des Huawei MateBooks auf einen Blick:

  • Display: 12 Zoll mit 1.440 x 2.160 Pixel
  • Prozessor: bis zu Intel Core M7, Dual Core bis 3,1 Ghz
  • Arbeitsspeicher: 4 / 8 GB
  • interner Speicher: 128 / 256 / 512 GB
  • Akku: 4.430 mAh

Preis und Verfügbarkeit

Die Preis bewegen sich in einem erstaunlich weitem Bereich: Huawei bietet das MateBook ab 800 Euro mit den kleinsten Speicher- und Prozessorvarianten an. Nach oben hin bildet die Topausstattung für 1.800 Euro die Obergrenze. Wann das MateBook nach Deutschland kommen soll, wurde nicht verraten, man kann jedoch von einem Marktstart im zweiten Quartal 2016 ausgehen.

Die Preise im Überblick:

  • Intel Core M3 / 4 GB / 128 GB - 799 Euro
  • Intel Core M3 / 4 GB / 256 GB - 949 Euro
  • Intel Core M5 / 8 GB / 256 GB - 1.149 Euro
  • Intel Core M5 / 8 GB / 512 GB - 1.349 Euro
  • Intel Core M7 / 8 GB / 256 GB - 1.599 Euro
  • Intel Core M7 / 8 GB / 512 GB - 1.799 Euro

Huawei MateBook Hands-On

Huaweis MateBook will die Leistungsmonster Microsoft Surface Pro 4 und Apple iPad Pro angreifen und dennoch die Handlichkeit eines herkömmlichen Tablets beibehalten. Dazu gibt es ein Type-Cover, welches das Tablet schützt und gleichzeitig eine Tastatur bietet, auf der sich trotz ihrer geringen Tiefe ordentlich tippen lässt. 

Das Tablet selbst liegt sehr leicht in der Hand und wirkt trotz der Größe von 12 Zoll sehr kompakt. Daran sind die recht schmalen Ränder um das Display herum verantwortlich, die auch gegenüber der Konkurrenz iPad Pro und Surface merklich dünner ausfallen. Die Dicke von 6,9 mm trägt ihren Teil zum erstaunlichen Erstkontakt bei. Der zum Rand hin verdünnende Rückdeckel macht das MateBook noch einmal handlicher und es kommt das Gefühl eines Handschmeichlers auf.

Die Geschwindigkeit der Prozessoren in Verbindung mit den zum Teil großen Arbeitsspeicher-Versionen kann im ersten Eindruck gefallen, jedoch sind qualifizierte Aussagen zur Leistungsfähigkeit im Alltag erst durch einen ausführlichen Test zu treffen. Beim einfachen Wischen durch die Menüs und die Oberflächen von Windows 10 konnten keine Ruckler oder sonstige Auffälligkeiten bemerkt werden.

Das Type-Cover ist nicht mit einer festen Tastatur zu vergleichen. Es bietet keinen festen Halt, wie es bei anderen Convertibels der Fall ist. Vielmehr hat Huawei zwei Standwinkel-Möglichkeiten integriert, bei denen das Tablet auch sicher steht. Dazwischen gibt es allerdings keine Möglichkeit das Display vernünftig aufzustellen. 

Fazit

Im ersten Eindruck kann das Gesamtpaket aus MateBook, Type-Cover und Zubehör gefallen. Die Materialien sind hochwertig und die Verarbeitung erscheint Mangelfrei. Die Preise des MateBook beginnen auf einem Niveau, an das die Konkurrenten iPad Pro und Surface Pro 4 lange nicht herankommen, jedoch muss auch mit Einschränkungen in der Leistung gerechnet werden. Das jedoch muss sich im Test des Huawei MateBook erst noch beweisen.

Alle Informationen live vom MWC ›


Bildquelle kleines Bild: inside-handy.de | Autor: Michael Büttner
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Themen dieser News: Huawei, Hands-On, Handys unter 400 Euro, MWC Barcelona, Oberklasse-Smartphones, Smartphones, Tablets, Wearables

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