Wileyfox Swift im Hands-onWileyfox bringt Cyanogen-Smartphones nach Deutschland

vom 20.02.2016, 01:00
Wileyfox Logo
Bildquelle: Wileyfox

Der britische Hersteller Wileyfox bietet jetzt auch offiziell seine beiden Smartphones in Deutschland an und hat für den Vertrieb Amazon als ersten Partner gewonnen. Das Einsteigergerät Wileyfox Swift soll 179 Euro kosten, das Wileyfox Storm aus der Mittelklasse 249 Euro. Doch schon zum Marktstart unterbietet Amazon die aufgerufenen Preise mit 159,45 Euro beziehungsweise 264,88 Euro.

Beide Smartphones bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, dabei will Wileyfox mit der Hardware auch gar nicht punkten. Es handelt sich dabei um Standardkomponenten, die allerdings stimmig zusammengesucht wurden. Das alternative Betriebssystem Cyanogen OS soll jene Kunden locken, die mit Apple iOS oder Google Android unzufrieden sind. Damit könnte Wileyfox durchaus in eine Marktlücke stoßen, denn die wenigen Geräte, die es hierzulande mit Cyanogen OS oder einem anderen Custom-ROM gibt, stammen meist aus China und können keinen lokalen Support vorweisen.

Das Wileyfox Swift im Hands-on

Die Redaktion von inside-handy.de hatte die Möglichkeit, sich das Wileyfox Swift bei der offizellen Vorstellung in Berlin etwas näher anzuschauen. Sein 5 Zoll großes IPS-Display unter Gorilla Glass 3 löst in HD-Qualität mit 720 x 1.280 Pixeln auf, was einer Punktdichte von 294 ppi entspricht und nicht überragend ist, aber dem Preis angemessen. Das Bild erscheint hell und kontrastreich, was darauf hoffen lässt, dass es sich auch bei Sonnenschein noch gut ablesen lässt.

Das Gerät misst 141 x 71 x 9 Millimeter, wiegt 135 Gramm und liegt gut in der Hand. Grund dafür ist eine leicht abgerundete Rückseite, die durch ihre raue Oberfläche nicht so leicht aus den Fingern gleitet und auch keine Fingerabdrücke aufnimmt. Wileyfox nennt diese Textur Sandstein. Der hochwertige Kunststoff weckt die Erinnerung an die Rückseite des OnePlus One. Den Unterschied machen jedoch das Logo, ein stilisierter Fuchs, und der farbige Namenszug des Unternehmens.

Die Kopfhörerbuchse befindet sich oben, der Micro-USB-Anschluss unten. Seitlich rechts sind in angenehmer Höhe für den rechten Daumen Lautstärkeregler und Power-Button untergebracht, die linke Seite bleibt frei. Zwei SIM-Karten und eine Micro-SD-Karte können im Inneren unter dem 2.500-mAh-Akku verborgen werden. Zumindest bei dem kleineren der beiden Geräte lässt sich folglich die Rückseite abnehmen. Die Verarbeitung scheint im Ganzen gut: Es fielen keine Spaltmaße unangenehm auf, das Gerät ließ sich auch nicht verwinden.

Wileyfox Swift im Hands-On

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    Die Rückseite ist leicht abgerundet und besitzt eine raue Oberfläche, die..
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    ...ein wenig an die Oberfläche des OnePlus One erinnert. Auch Wileyfox nennt diese Obefläche "Sandstein"

Keine Überraschungen bei der Hardware

Innen werkelt der Quad-Core-Prozessor Qualcomm Snapdragon 410, der mit 1,2 GHz getaktet ist, unterstützt von der Grafikeinheit Adreno 306, 2 GB Arbeitsspeicher und 16 GB Flash-Speicher, der sich noch um bis zu 32 GB erweitern lässt. Zur weiteren Ausstattung gehören LTE Cat 4 mit bis zu 150 Mbit/s schnellen Downloads (LTE 800/1800/2600), WLAN b/g/n, Bluetooth 4.0, A-GPS und die üblichen Sensoren. Ein NFC-Chip fehlt, genauso wie ein Fingerabdrucksensor, was aber auch nicht zu erwarten war. Die 13-Megapixel-Kamera mit Dual-LED-Blitz auf der Rückseite wird von Samsung geliefert und auf der Vorderseite durch eine 5-Megapixel-Kamera ergänzt. Insgesamt ein stimmiges Konzept - für den Preis.

Das Wileyfox Storm ist das besser ausgestattete Modell von beiden. Es verfügt über ein 5,5 Zoll großes IPS-Display von LG mit einer Full-HD-Auflösung von 1.080 x 1.920 Bildpunkten und 400 ppi. Auch beim Prozessor wurde aufgerüstet: Der Snapdragon 615 arbeitet mit acht Kernen und mit bis zu 1,5 GHz. Ihm zur Seite stehen 3 GB RAM und ein 32 GB großer Speicher, der um bis zu 128 GB erweitert werden kann. Die 20,7-Megapixel-Kamera auf der Rückseite stammt von Sony. Die Selfie-Kamera auf der Vorderseite fasst 8 Megapixel und verfügt über einen eigenen Blitz. Die weitere Ausstattung entspricht jener des Swift.

Die Besonderheit von Cyanogen OS

Beide Geräte laufen unter dem alternativen Betriebssystem Cyanogen 12.1, das auf Android 5.1.1 Lollipop basiert, sich aber in einigen Punkten unterscheidet. So lassen sich unter Cyanogen OS für jede Anwendung die unter Android pauschal erteilten Berechtigungen einzeln deaktivieren. Die Funktion "PIN Scramble" ordnet bei jeder Eingabe der PIN-Nummer die Ziffern neu an, sodass jemand der dabei über die Schulter schaut oder anhand der Fingerabdrücke auf dem Touchscreen die PIN zu erraten versucht, kein Muster mehr erkennen kann. Zudem lassen sich einzelne Ordner mit einem Passwortschutz vor neugierigen Augen verschließen. Dort können zum Beispiel alle Social-Media-Apps enthalten sein, auf die die eigenen Kinder dann keinen Zugriff mehr haben, wenn ihnen das Smartphone gegeben wird, um darauf ein Spiel zu spielen.

Cyanogen OS bringt für alle wichtigen Anwendungen, die persönliche Daten verwalten, eine Alternative zu den Standard-Apps von Google mit. Auch ein Browser ist dabei, der zum Beispiel alle gespeicherten Passwörter verschlüsselt ablegt. Die üblichen Google-Apps wie auch der Google Play Store sind jedoch vorinstalliert, sodass sich alle Apps nutzen lassen wie auf jedem anderen Android-Handy auch. Hübsch kann Cyanogen auch sein: Über den Theme-Manager lassen sich neue Oberflächen installieren oder vorhandene bis ins kleinste Detail individualisieren - mit eigenen Schriften, Icons, Hintergrundbildern, Klingeltönen und mehr.

Die beiden Wileyfox-Smartphones erinnern nicht nur äußerlich an das OnePlus One. Dieses war auch eines der ersten Smartphones, das hierzulande mit Cyanogen OS neue Nutzer ansprach. Das ZUK Z1 von Lenovo ist ein weiteres Smartphone mit Cyanogen OS. Mit Wileyfox gibt es jetzt aber einen europäischen Anbieter, der einen Support vor Ort anbietet. Vielleicht kann dieser Vorteil neue Käufer anlocken.

Text: Peter Giesecke

Bildquelle kleines Bild: Wileyfox | Autor: Redaktion inside-handy.de
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