WhatsApp, Google, Facebook, Twitter, MicrosoftAufstand der Unwilligen – Apple bekommt Datenschutz-Mitstreiter

vom 19.02.2016, 10:48
iOS 9.0.2
Bildquelle: Apple / inside-handy.de

Apple hat in dieser Woche mit einem offenen Brief auf Forderungen des Ferderal Bureau of Investigation (FBI), die eine Entschlüsselung eines iPhones eines Terroristen und die Integration einer Hintertür in iOS zum Thema hatte, reagiert und damit eine Welle an Unterstützung in der Technologie-Branche ausgelöst. Die Liste der Sympathisanten ist lang und prominent besetzt.

Zu den bekanntesten Mitstreitern gegen staatliche Eingriffe in die Privatsphäre ihrer Kunden stellen sich gerade Google, WhatsApp, Facebook, Twitter und nicht zuletzt Microsoft in den Spotlight der Öffentlichkeit. Mit Stellungnahmen und öffentlichen Klarstellungen zeigt sich die Branche geschlossen und vergisst, wenn es um die Sicherheit ihrer Systeme geht, anscheinend für einen Moment den sonst so erbitterten Konkurrenzkampf.

Google hatte sich unter anderem durch Tweets von CEO Sundar Pichai gemeldet und herausgestellt, dass Daten "im Rahmen der Gesetzeslage herausgegeben werden, jedoch", so Pichai weiter, "ist es etwas ganz anderes, die Geräte und Daten seiner Kunden zu Hacken". In das gleiche Horn bläst Microsoft. Nach Auffassung des Betriebssystementwicklers "dürfen Konzerne nicht gezwungen werden, Hintertüren in ihre Systeme einzubauen, die eigentlich die Daten ihrer Kunden schützen sollen".

Unterstützung kommt auch aus der Social-Media-Welt. Unter anderem hat sich WhatsApp-CEO Jan Koum auf seiner Facebook-Seite geäußert und den offenen Brief Tim Cooks geteilt. In seinem Post drückt er nicht nur seine Bewunderung über Tim Cook und seiner Einstellung zum Datenschutz aus, sondern bekräftigt die Forderung keinen Präzedenzfall entstehen zu lassen.

Auch der Chef des Kurznachrichtendienst Twitter outet sich als Anhänger Tim Cooks. Jack Dorsey nennt Apple-Chef Cook sogar einen Anführer und dankt ihm im Tweet dafür, hier die Vorreiterrolle zu übernehmen.

Auslöser für den demonstrativen Schulterschluss gegen staatliche Andock-Stationen in den Systemen war die Forderung des FBI an Apple, das iPhone eines Attentäters zu entschlüsseln, dass mittels der herkömmlichen Sicherheitsbarrikaden Apples gesichert ist. Unter anderem würden sich die Daten des Handys löschen, sollten die Ermittler den vierstelligen PIN zehnmal hintereinander falsch eingeben. Somit ist eine Überwindung der Sicherheitsabfrage durch eine Brute-Force-Methode unmöglich. Apple soll nach Meinung des FBI und einer Richterin in den USA das iPhone mittels einer modifizierten Software entschlüsseln, weigert sich aber bisher standhaft.

Die zweite Forderung des FBI wurde wohl weniger Öffentlichkeitswirksam getätigt und umfasste eine Backdoor, also eine Hintertür im System iOS, mit der staatliche Stellen, wie beispielsweise Geheimdienste, unkomplizierten Zugriff auf die Daten in Smartphones und Tablets bekommen können. Hier sehen die Technologiekonzerne gerade allerdings die Grenze erreicht.

Quelle: Facebook, Twitter, Microsoft-News

Bildquelle kleines Bild: Apple | Autor: Michael Büttner
News bewerten:
 

Themen dieser News: Unternehmen und Märkte, Android, Android Marshmallow, Apple, Facebook, Google, IOS, Microsoft, WhatsApp, Windows 10, Windows Phone

Kommentar schreiben


 
 
VERWANDTE NEWS

alle News ansehen

Dataselling Rainbow
Unser Inhalt, Ihr Projekt

Sie möchten unsere Inhalte (Datenbanken, News, Testberichte, ...) für Ihre Projekte nutzen? Hier erfahren Sie mehr