ReFlexForscher entwickeln biegsamen Bildschirm mit Extra-Funktionen

vom 18.02.2016, 13:13
ReFlex biegsames Display
Bildquelle: Queen's University

Kanadische Forscher haben den Prototyp eines biegsamen Smartphones vorgestellt, das durch einen Sensor erkennen kann, wie stark es gerade gebogen wird. Das Gerät heißt ReFlex und ermöglicht neue Formen der Smartphone-Bedienung, wenn die passenden Apps dafür entwickelt werden. Beim Durchblättern von Seiten eines E-Books oder PDF könnte die Stärke der Biegung - wie bei Seiten aus Papier - die Geschwindigkeit des Blätterns beeinflussen.

Laut den Forschern des kandaischen Queen’s University’s Human Media Lab ist das Display des ReFlex-Prototypen der erste kabellose HD-Bildschirm, der Multitouch-Eingabe und Flexibilität kombiniert. Das Smartphone gibt darüber hinaus beim Blättern auch ein haptisches Feedback. Der Entwickler Roel Vertegaal schwärmt davon, dass die Navigation durch elektronische Dokumente auf dem ReFlex "wie in einem echten Buch" funktioniere und das Durchblättern somit deutlich natürlicher als bisherige Bildschirm-Gesten sei. Vor allem das Wischen oder Tippen auf einem Display kann bei klassischen elektronischen Lesegeräte sehr zeitaufwendig sein, wenn man schnell größere Passagen eines Dokuments überspringen will.

Technischer Pate für das ReFlex ist der Hersteller LG, der bereits mit biegbaren Displays im LG G Flex und LG Flex 2 Erfahrungen gesammelt hat. Der verwendete OLED-Touchscreen von LG löst mit 720p auf, das Smartphone basiert auf dem vergleichsweise alten Betriebssystem Android 4.4, was jedoch bei einem Prototypen kaum verwunderlich ist.

Die im ReFlex verbaute Technik sei die "genaueste Simulation" einer echten physischen Interaktion, die derzeit mit virtuellen Daten möglich sei, so Vertegaal. Als weiteres Beispiel nennt er das beliebte Spiel Angry Birds, bei dem man mit der Biegung des Displays die Schleuder spannen könne. Durch die genaue Simulation des Displays spüre man die Vibration der Schleuder, wenn sich das Band spanne und die plötzliche Entspannung des Bands, wenn man den Vogel losflitschen lässt.

Nach Ansicht von Vertegall könnte der von seinem Team entwickelte Prototyp innerhalb von fünf Jahren zu einem marktreifen Produkt führen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass einer der großen Hersteller, beispielsweise LG, die Technik in einem Smartphone integriert und gleichzeitig App-Entwickler bereitstehen, die die passende Software programmieren.

Quelle: Queen's University

Bildquelle kleines Bild: Queen's University | Autor: Christian Koch
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Themen dieser News: Technik, LG Electronics

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