Bessere Grafik auf SmartphonesVulkan-API bringt Konsolen-Grafik aufs Handy

vom 19.02.2016, 11:49
Demo der Vulkan-API
Bildquelle: Imagination Technologies (via YouTube)

Die neue Grafik-Programmierschnittstelle Vulkan verspricht deutliche Leistungsgewinne, vor allem auch auf Android-Smartphones. Künftig dürfte damit über die kleinen Bildschirme Grafik in Konsolenqualität laufen.

Vulkan ist als Low-Level-API deutlich hardwarenäher als das bisher gebräuchliche OpenGL, als dessen Nachfolger der plattformübergreifende Standard entwickelt wurde. So wird die Leistungsbeeinträchtigung durch den Grafiktreiber reduziert und mehrere Prozessorkerne können besser ausgelastet werden. Das Ergebnis: Mehr und komplexere Objekte können bei weniger Systembelastung dargestellt werden.

Bis die schöne neue Grafikwelt in die Hände der Spieler gelangt, wird es allerdings noch ein Weilchen dauern: Die in dieser Woche veröffentlichte Spezifikation in der Version 1.0 muss von Betriebssystem-, Treiber-, Geräte- und App-Entwicklern erstmal implementiert werden. Google arbeitet daran, Vulkan in ein künftiges Update für Android 6.0 Marshmallow zu integrieren – Nutzer älterer Versionen von Android gehen leer aus. Das kommende Android N wird Vulkan von Anfang an unterstützen.

Grafik-Spezialist Nvidia ist da schon einen Schritt weiter: Für sein Shield-Tablet bietet der Hersteller bereits eine Vorschauversion von Marshmallow, die einen Vulkan-Treiber enthält. Auch die Chipschmiede Qualcomm hat ihre Unterstützung für Vulkan zugesichert und will für seine Adreno-GPUs in den Snapdragon-Chips entsprechende Treiber liefern. Laut Aussagen des Prozessor-Herstellers soll dies vor allem älteren Chips wie dem Snapdragon 415 bis zum Snapdragon 810 zugutekommen, die sich über einen spürbaren Leistungssprung freuen dürfen. Auch der dritte wichtige Hersteller mobiler GPUs, ARM, ist an Bord. Dessen Mali-GPUs verrichten sowohl in Samsungs Exynos-Chips als auch in denen von MediaTek ihren Dienst.

Apple und Microsoft lässt Vulkan kalt

Obwohl Vulkan von der Spieleindustrie großes Potenzial bescheinigt wird, wäre dieses wohl noch größer, wenn auch Apple an Bord wäre. Das Technologieunternehmen aus Cupertino setzt stattdessen jedoch lieber auf die eigens entwickelte Metal-API, die sowohl auf iOS-Geräten als auch auf Computern mit OS X zum Einsatz kommt. Auch Microsoft zieht nicht mit am Strang. Zwar werden Windows 7 bis 10 mit Metal-Unterstützung versorgt, allerdings nicht durch den Software-Giganten selbst. Dieser ist eher am eigenen DirectX-Standard interessiert. Von Windows Mobile war daher in der offiziellen Ankündigung des Vulkan-Standards nichts zu lesen.

Quelle: Khronos Group

Bildquelle kleines Bild: Khronos Group | Autor: Stefan Winopal
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Themen dieser News: Technik, Android, Android Marshmallow, Apple, Google, Microsoft, Smartphones

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