Telefónica zahlt 12,5 Millionen Euro für VergleichRücklastschriftpauschalen werden zu einem teuren Instrument

vom 15.02.2016, 15:06
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Ein Streit zwischen Verbraucherschützern und Telefónica Deutschland ist mit einem Vergleich zu Ende gegangen. Bereits am 8. Januar habe der Telekommunikationskonzern mit dem Deutschen Verbraucherschutzverein eine Übereinkunft getroffen, um einer möglicherweise jahrelangen, kostspieligen juristischen Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen.

Für Telefónica Deutschland ist der Vergleich kein günstiges Unterfangen. Insgesamt zahlt der Konzern 12,5 Millionen Euro an den Bundeshaushalt. So werde eine jahrelange gerichtliche Auseinandersetzung samt einem hohen Prozesskostenrisiko vermieden, teilte Telefónica am Montag in München mit.

Bereits seit dem Jahr 2011 ist der Deutsche Verbraucherschutzverein in einer Vielzahl gerichtlicher Verfahren gegen die Höhe der Rücklastschriftpauschalen diverser Unternehmen vorgegangen. Dabei handelt es sich um Gebühren, die für das Fehlschlagen einer Lastschrift - etwa wegen fehlender Kontodeckung - berechnet werden. Laut Telefónica haben zahlreiche Telekommunikationsunternehmen Anfang des Jahrzehnts Rücklastschriftpauschalen in Höhe von über 20 Euro erhoben.

Zuletzt ging es um die Frage, inwieweit die Telefónica und die inzwischen zum Konzern gehörende E-Plus Gruppe in den Jahren 2012 und 2013 wissentlich Gebühren erhoben haben, die die aus den Rückgaben entstehenden eigenen Kosten übertrafen. Darüber waren beide Seiten unterschiedlicher Auffassungen. Tatsache sei, dass sowohl Telefónica als auch E-Plus Ende 2013 die Rücklastschriftpauschale freiwillig auf den noch heute gültigen Betrag von 4,00 Euro gesenkt haben, heißt es in einer Stellungnahme von Telefónica.

Verbraucher können von ihnen gezahlte überhöhte Pauschalen von Telefónica und E-Plus zurückfordern, soweit die Ansprüche nicht bereits verjährt sind. Rückforderungsansprüche aus dem Jahr 2013 verjähren zum 31. Dezember dieses Jahres. Die Verbraucherschützer gehen davon aus, dass Telefónica mit den Rücklastschriftpauschalen einen unrechtmäßigen Gewinn in Höhe von rund 25 Millionen Euro machte. 

Quelle: Telefónica Deutschland / Deutscher Verbraucherschutzverein

Autor: Hayo Lücke
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Themen dieser News: O2 / Base (Telefónica), Mobilfunk-News, Unternehmen und Märkte

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