Project SkybenderGoogle testet 5G-Netzversorgung durch Solar-Dronen

vom 31.01.2016, 12:26
Drone der Baureihe Solara 50 der Google Titan Aerospace
Bildquelle: Google Titan Aerospace

Technologie-Gigant Google experimentiert derzeit offenbar mit superschnellem Internetzugang aus der Luft. Das Projekt trägt den Namen Skybender und arbeitet mit solargetriebenen Dronen, die der Konzern von einem Weltraumbahnhof im US-Bundesstaat New Mexico in die Lüfte schickt. Die verwendete Datenübertragungstechnik ist bis zu 40 mal schneller als heutiges 4G-LTE.

Wie die britische Tageszeitung "The Guardian" berichtet, nutzt Google im Rahmen eines geheimen Forschungsprojekts ein Hangar am Spaceport America in New Mexico um mit Dronen zu experimentieren, die ein superschnelles Internetsignal zur Erde schicken sollen. Der nahe der Kleinstadt Truth or Consequences gelegene Weltraumbahnhof ist Schauplatz von Googles geheimen Project Skybender. Das Unternehmen experimentiert mit Dronen, die ein Signal im Millimeterwellen-Bereich zur Erde senden sollen. Diese ultrakurzwelligen Strahlen im Bereich von etwa 30 GHz bis 300 GHz sollen eine weit höhere Datenübertragungsleistung bieten als es heutige LTE-Mobilfunknetze können. So sind auch für den kommenden 5G-Mobilfunkstandard Frequenzen im Bereich bis 100 GHz im Gespräch.

Energieintensive Funktechnik benötigt

Je kurzwelliger eine Funkfrequenz ist, umso geringer ist ihre Reichweite. Derzeit experimentiert Google dem Bericht zufolge mit Funkwellen von 28 GHz, deren Reichweite nur ein Zehntel einer üblichen LTE-Frequenz beträgt. Doch die von Google eingesetzten unbemannten Fluggeräte fliegen in großer Höhe, denn zur Energieversorgung nutzen sie Solarzellen, die unter einer dichten Wolkendecke nicht genug Strom liefern würden. Daher setzt Google so genannte Phased-Array-Antennen ein, welche die Strahlung gebündelt zur Erde schicken und dadurch die Reichweite vergrößern. "Das ist sehr schwierig, sehr komplex und verbraucht viel Energie", wie der Elektrotechnik-Professor Jacques Rudell von der Universität von Seattle dem Guardian sagte.

Die eingesetzten Dronen kommen von der Google-Tochter Google Titan, die aus dem 2014 erworbenen Startup Titan Aerospace hervorging. Das Unternehmen hatte solarbetriebene Dronen mit einer Spannweite von bis zu 50 Metern entwickelt, die in großer Höhe fliegen. Neben den solarbetriebenen Flugkörpern kommen in den Tests auch Centaur-Flugzeuge der Firma Aurora Flight Sciences zum Einsatz. Diese können, müssen aber nicht, mit einem Piloten besetzt werden. Es handelt sich um ein sogenanntes Optionally Piloted Aircraft.

Noch bis Juli 2016 hat Google von der US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) die Lizenz, Tests am Spaceport America durchzuführen. Der Betreiber des Weltraumbahnhofs, die Firma Virgin Galactic, erhält allein für die Nutzung des Hangars von Google täglich 1.000 US-Dollar. Gutes Geld für das von Richard Branson gegründete Unternehmen: Seit dem Absturz des Raketenflugzeugs VSS Enterprise vom Typ SpaceShipTwo am 31. Oktober 2014 liegt der Betrieb am Spaceport America so gut wie brach.

Quelle: The Gurardian

Bildquelle kleines Bild: Google Titan Aerospace | Autor: Stefan Winopal
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Themen dieser News: Google, Unternehmen und Märkte

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