Microsoft verkauft nur noch 4,5 Millionen Lumia-SmartphonesDas drohende Ende von Lumia-Smartphones ist so nah wie nie

vom 29.01.2016, 13:22
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Microsoft spielt auf dem internationalen Smartphone-Markt eine immer unwichtigere Rolle. Selbst das Weihnachtsgeschäft konnte nicht dazu genutzt werden, eine Trendwende in der schwächelnden Telefon-Sparte herbeizuführen. Zwischen Oktober und Dezember verkaufte der Konzern so wenig Smartphones, dass langsam daran gezweifelt werden darf, ob der Turn-Around bei den Windows-Handys überhaupt noch erreicht werden kann.

Während Microsoft in seiner offiziellen Medienmitteilung zum vierten Quartal des vergangenen Jahres kein Wort darüber verliert, wie viele Smartphones verkauft werden konnten, finden sich tief versteckt in den Börsenmitteilungen doch einige Angaben. Demnach wurden im Schlussquartal des vergangenen Jahres gerade einmal 4,5 Millionen Lumia-Smartphones abgesetzt. Hinzu kamen 22,5 Millionen Feature-Phones, die vor allem in Entwicklungsländern ihre Abnehmer fanden.

Der Absatz an Smartphones hat damit einen neuen vorläufigen Tiefststand erreicht. Im Jahr 2014 war es Microsoft im vierten Quartal noch gelungen, immerhin 10,5 Millionen Smartphones und 39,7 Millionen Feature-Phones zu verkaufen. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres lagen die Verkaufszahlen schon nur noch bei 5,8 Millionen Smartphones und 25,5 Millionen Einfach-Handys, über Weihnachten ging es nun noch einmal steil bergab.

Windows-Smartphones liegen wie Blei in den Regalen

Vor diesem Hintergrund erscheint es logisch, dass Microsoft-Chef Satya Nadella langsam die Geduld mit seiner Handy-Sparte verliert. Zuletzt musste selbst der Start von wichtigen Windows-10-Mobile-Upgrades für ältere Lumia-Modelle mehrfach verschoben werden. Ob die einst von Nokia übernommenen Lumia-Smartphones überhaupt noch eine wichtige Rolle in den Plänen von Microsoft spielen, darf stärker angezweifelt werden denn je.

Zuletzt hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, Microsoft könnte mit Surface Phones eine neue Produktfamilie schaffen. Das allein wird den Abwärtstrend aber wohl kaum aufhalten können. Die Vorbehalte gegenüber Windows als Smartphone-Betriebssystem und die nicht nachlassende Kritik, viele Apps seien auf Windows-Handys nicht oder mehr schlecht als recht nutzbar, scheint sich in den Köpfen potenzieller Käufer nahezu festzementiert zu haben. Die Folge spürt Microsoft deutlich: Lumia-Smartphones liegen wie Blei in den Regalen der Geschäfte.

Umsatz und Gewinn sind im vierten Quartal eingebrochen

Auch finanziell musste Microsoft das vierte Quartal 2015 mit Einbußen abschließen und will sich deswegen noch stärker auf das wachstumsträchtige Cloud-Geschäft fokussieren, wo der Umsatz im vergangenen Quartal um fünf Prozent auf 6,3 Milliarden US-Dollar zulegte. Zum Vergeleich: Der Umsatz mit Handys und Smartphones brach um satte 49 Prozent ein.

Insgesamt stand im vierten Quartal ein Umsatz in Höhe von 23,80 Milliarden Dollar in den Microsoft-Bilanzen - nach 26,47 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Der Gewinn ging im Jahresvergleich von 5,86 auf knapp 5 Milliarden Dollar zurück.

Quelle: Microsoft

Bildquelle kleines Bild: Microsoft | Autor: Hayo Lücke
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Themen dieser News: Microsoft, Mobilfunk-News, Unternehmen und Märkte

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