Blinden-App AipolySehbehinderte "sehen" per Smartphone

vom 10.01.2016, 16:50
Aipoly-App für Sehbehinderte
Bildquelle: Aipoly

Seit Anfang des Jahres gibt es in Apples iTunes-Store eine App, die für Sehbehinderte konzipiert ist und die per Smartphone-Kamera Objekte in der Umgebung identifizieren kann. Die App Aipoly ist bislang nur für Apple-Geräte entwickelt und steht in der Beta-Version kostenlos zur Verfügung.

Das intel-Magazin berichtet, dass die App, die ohne Internetverbindung funktioniert bis zu drei Objekte pro Sekunde erkennt und dem Nutzer per Sprachausgabe erklärt, was zu sehen ist.

Die Grundlage der App ist ein künstliches neuronales Netzwerk, das in seiner Funktionsweise hinsichtlich der Lernfähigkeit dem menschlichen Gehirn nachempfunden ist. Dadurch benötigt der Algorithmus zur vollen Funktionalität der App auch keine lange Trainingsphase.

Das angesprochene Netzwerk identifiziert aufgenommene Objekte und verbindet sie mit Begriffen, die daraufhin auf dem Smartphone-Bildschirm angezeigt werden und gleichzeitig laut vorgelesen werden.
Soweit die Beta-Version. In Zukunft, so eine Infografik auf der Webseite von Aipoly, soll das Netzwerk soweit entwickelt werden, dass die App ganze Szenen in Echtzeit analysieren und darstellen kann. Dabei ist der Lernprozess der App niemals abgeschlossen.

Aipoly-App für Sehbehinderte
Bildquelle: Aipoly

Die App Aipoly identifiziert die Umgebung per Smartphone-Kamera und stellt eine Hilfe für Sehbehinderte dar.

Hinter der App stecken Entwickler einer Forschungseinrichtung in Silicon Valley an der Singularity University. Ihr Ziel ist es, die Probleme der Menschheit mit Technik zu lösen. Auch ein wirtschaftlicher Aspekt steckt hinter den Entwicklungen zu Aipoly: So sollen in den nächsten 5 Jahren zwei Drittel aller Sehbehinderten Menschen zu Smartphone-Nutzern werden um auf diese Weise ihren Alltag zu erleichtern.

Die Funktion der App wurde basierend auf Erfahrungen und in Zusammenarbeit mit Blindenorganisationen entwickelt.

Zudem bietet sie vielfältige Einsatzmöglichkeiten. So können auch Sehende die App nutzen, um die Umgebung zu erkunden. Sie könnte zur Orientierungshilfe eingesetzt werden und nicht zuletzt als mobiler Dolmetscher dienen, wenn die Übertragung in mehrere Sprachen möglich ist.

Damit die Anwendung kostenlos für alle Nutzer bleibt, hoffen die Entwickler weiterhin auf Unterstützung finanzieller Art, wie sie aktuell von verschiedenen Blindenorganisationen sowie der Stiftung des italienischen Musikers Andrea Bocelli  erhalten wird.

Die App benötigt das Betriebssystem iOS 9.0 auf einem iPhone 5s oder iPad 2 beziehungsweise iPad Air als Mindestvoraussetzung. Auf einem iPod Touch ab der sechsten Generation kann die App ebenfalls installiert werden. Die Installationsdatei hat eine Größe von 134 MB.

Quelle: Aipoly via intel-Magazin

Bildquelle kleines Bild: Aipoly | Autor: Michael Stupp
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Themen dieser News: Apps & Software, Apple, Zubehör

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