Während der chinesische Mobilfunkmarkt nach wie vor im Aufwind ist und in diesem Jahr mit einem Plus von elf Prozent aufwarten soll, bleiben die einheimischen Handyhersteller zunehmend auf der Strecke. Wachsende Erfolge verzeichnen dagegen internationale Konzerne wie Nokia und Motorola, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). So konnte Nokia nach Berechnungen der Marktforscher von Gartner im ersten Quartal 2005 seinen Marktanteil in dem Riesenreich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 16,3 auf 26 Prozent ausbauen. Der größte chinesische Hersteller Ningbo Bird büßte dagegen ebenso wie Konkurrent TCL Marktanteile ein.
RAZR sehr erfolgreich
Chinas zunehmend wohlhabende Konsumenten geben sich offenbar nicht mehr mit den Billiggeräten der heimischen Hersteller zufrieden, sondern setzen auf technische Features wie Handykameras und scharfe Farbdisplays. So verbuchte etwa Motorola mit seinem Highend-Gerät "Razr", das in China bis zu 1.000 Dollar kostete, laut WSJ einen großen Erfolg. Bei einer aktuellen Umfrage der Beratungsfirma BDA gaben zudem mehr als 80 Prozent der befragten Chinesen an, mit einem von einem ausländischen Unternehmen hergestellten Handy zu telefonieren.
Handys nicht raffiniert genug
Derzeit können die chinesischen Produzenten ihren Kunden die von ihnen gefragten Raffinessen nicht bieten. Die chinesischen Unternehmen sind nach Meinung von Analysten in Sachen neue Technologien zurückgeblieben. Darüber hinaus holen die internationalen Produzenten beim Vertrieb in den ländlichen Regionen Chinas auf, in denen der Handyverkauf derzeit besonders boomt. Auch bei den Kosten konnten sich Nokia und Co. laut WSJ durch die Verlagerung von Teilen der Herstellung und den Druck, den sie aufgrund des höheren Volumens auf die Zulieferer ausüben können, an die chinesischen Hersteller angenähert.
Chinesen bleiben auf Handys sitzen
Folgerichtig bleiben die Produzenten im Reich der Mitte trotz Mobilfunkbooms auf ihren Geräten sitzen. Die auf das Überangebot folgenden Preisnachlässe drücken auf die Ergebnisse der Hersteller. So musste etwa TCL Communication Technology aufgrund von vollen Lagern und seiner unpopulären Billighandys im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal einen Verlust von knapp 50 Mio. Dollar hinnehmen. Die Umsätze schrumpften im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent. Erst Mitte Mai hatte sich der französische Technologiekonzern
Alcatel aus dem unprofitablen Handy-Joint Venture mit TCL zurückgezogen
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