Feature Video-Vergleich: Microsoft Surface Pro und Sony Xperia Tablet Z Arbeiten am Tablet: Windows 8 und Android im Vergleich

vom 17.07.2013, 12:03 (0)
Microsoft Surface Pro als Arbeitsgerät
Bildquelle: inside-handy.de

Mit Windows 8 hat Microsoft versucht, die Lücke zwischen mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets und dem klassischen Desktop-PC zu schließen. Passend dazu hat Microsoft mit dem Surface ein Tablet vorgestellt, auf dem in der Pro-Version Windows 8 als Betriebssystem zum Einsatz kommt. inside-handy.de hat getestet, was das Windows-Tablet von einem Android-Tablet unterscheidet.

Ausstattung und Handhabung des Surface Pro

Von Desktop-Nutzern wurde Windows 8 gehörig für seine Bedienung gescholten, denn diese ist eher auf die Steuerung per Touchscreen ausgelegt, als auf Tastatur und Maus. Auf dem Surface wirkt die Steuerung auch tatsächlich stimmiger. Über den am linken Display-Rand herausziehbaren Taskmanager, lässt sich beispielsweise schnell zwischen verschiedenen Programmen wechseln, auf einem PC ist dies nicht ohne Weiteres möglich.

Geht es allerdings um das Dateimanagement, landen Surface-Nutzer schnell wieder in der altbekannten Desktop-Ansicht mit dem Windows-Explorer und hier ist es um die Fingerfreundlichkeit eher mager bestellt. Immerhin verfügen die beiden Surfce-Tastaturen jeweils über ein Touchpad, mit dem ein Cursor navigiert werden kann. Außerdem fügt Microsoft dem Surface Pro einen Stift bei, der zur Bedieung genutzt werden kann und mit dem die recht kleinen Schaltflächen in der Desktop-Ansicht präziser getroffen werden können.

Dank eines ausklappbaren Ständers auf der Rückseite, kann das Surface auf ebenem Untergrund wie ein Notebook aufgestellt werden. Das funktioniert sogar auf dem Schoß erstaunlich gut, so lange man still und mit geschlossenen Beinen sitzt. Allerdings lässt sich der Neigungswinkel des Displays nicht einstellen, so dass man oft das Gefühl hat, zu steil auf das Gerät zu schauen, wodurch das Betrachten unbequem wird.

Microsoft Surface Pro: Hands-On-Fotos

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    Microsoft Surface Pro: Hands-On-Fotos

    Das Microsoft Surfcae Pro
    Bildquelle: inside-handy.de
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    Microsoft Surface Pro: Hands-On-Fotos

    Das Microsoft Surfcae Pro
    Bildquelle: inside-handy.de
 

Wer die Computer-Bedienung per Maus gewohnt ist und auf diese bei bestimmten Anwendungen nicht verzichten will, kann eine Maus einfach an die verbaute USB-Buchse anschließen. Hierin unterscheidet sich das Surface von den meisten anderen Tablets, die in der Regel nur über eine Micro- und keine Standard-USB-Schnittstelle verfügen. Natürlich kann auch eine entsprechende Maus per Bluetooth angeschlossen werden.

Anders als Android-Tablets und die iPad-Modelle kommt das Surface Pro nicht mit einem ARM-Prozessor, sondern mit einem Intel Core i5 der dritten Generation und 4 GB Arbeitsspeicher. Der Prozessor leistet ganze Arbeit und beschert dem Surface eine flotte Arbeitsgeschwindigkeit. Allerdings heizt das Rechenzentrum das Gehäuse ordentlich auf. Das wird vor allem unangenehm, wenn das Surface nicht auf seinem Ständer steht, sondern in der Hand genutzt wird.

Für letzteres ist das Surface sowieso nicht die beste Wahl, denn mit einem Gewicht von 912 Gramm ist das Surface Pro für ein Tablet sehr schwer, so dass sich nach kurzer Zeit Ermüdungserscheinung in Arm oder Handgelenk bemerkbar machen. Zudem ist es mit einer Dicke von 1,3 Zentimeter nicht gerade flach - kein Wunder, ist doch zur Kühlung des Prozessors sogar ein Lüfter verbaut. Dieser ist unter Last auch hörbar, was bei einem Tablet zunächst seltsam anmutet.

Arbeiten mit dem Surface Pro

Zunächst einmal fällt auf, dass der arbeitswütige Surface-Pro-Käufer nicht sofort loslegen kann. Denn trotz des stolzen Preises von 979 Euro für die 128-GB-Version, muss die hauseigene Office-Software von Microsoft noch zusätzlich erworben werden. Allerdings, und hier zeigt sich die eigentliche Stärke des Surface, kann auch einfach eine kostenlose Open-Office-Software heruntergeladen und installiert werden. Das Surface profitiert hier ganz klar von der Möglichkeit, alle Windows-8-fähigen Programme nutzen zu können.

Eine Tastatur muss ebenfalls noch angeschafft werden. Microsoft bietet hier das sogenannte Type Cover und das Touch Cover an. Bei ersterem handelt es sich um eine sehr dünne Tastatur, deren Tasten klassisch mit einem Hub versehen sind. Das Touch Cover ist noch etwas dünner und die Tasten sind zwar voneinander getrennt, jedoch starr. Während das Tippen auf dem Type Cover sehr angenehm vonstattengeht, erfordert das Touch Cover eine bestimmte Eingewöhnungszeit bevor der Nutzer die Tasten so trifft, dass keine Buchstaben verloren gehen.

Beide Tastaturen werden per Magnet am Gehäuse angebracht und dienen zusammengeklappt als Display-Schutz. Die Preise liegen bei rund 120 beziehungsweise 130 Euro. Der Anschluss einer günstigeren Bluetooth-Tastatur ist ebenfalls möglich.

Alternative Android-Tablet

Im Prinzip spricht nichts dagegen, auch ein Android-Gerät zum Arbeiten zu benutzen. Wer viel schreibt kann in der Regel eine Bluetooth-Tastatur anschließen und auch der Einsatz einer Maus ist möglich. Der Nachteil bei Android-Tablets besteht jedoch darin, dass vor allem professionelle Software nicht in dem Umfang zu haben ist, wie dies bei Windows 8 der Fall ist.

Wer jedoch hauptsächlich Office-Programme nutzt, findet beispielsweise mit Kingsoft Office eine kostenlose Android-Software, die die gängigen Basisfunktionen Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationen bietet. Die App liefert zwar nicht den von Office gewohnten Umfang an Bearbeitungs-Möglichkeiten, die Grundfunktionen sind jedoch gegeben. Dateien können vom Tablet aus zu einem beliebigen Cloud-Dienst hochgeladen werden und stehen so dann auch für die Bearbeitung mit anderen Geräten bereit.

Fazit

Der größte Vorteil des Surface Pro gegenüber Android-Tablets liegt darin, dass professionelle Software genutzt werden kann, die für Android in der Regel nicht verfügbar ist. Dazu bietet das Surface Pro mit seinem Intel-Prozessor Core i5 eine ordentliche Leistung. Allerdings verpackt Microsoft die Technik in einem Gehäuse, das dick und schwer ist. Die Handlichkeit eines Tablets geht dadurch verloren, denn um es lange in der Hand zu halten ist es schlicht zu schwer. Auch der Standfuß, bei dem sich der Neigungswinkel nicht verstellen lässt, macht das Arbeiten unterwegs, beispielsweise im Zug, unbequem.

So bleiben kaum Vorteile des Tablet-Form-Faktors übrig. Hinzu kommt, dass Windows-Ultrabooks, die im zussamengeklappten Zustand kaum dicker als das Surface sind, bei vergleichbaren Preisen mittlerweile eine bessere Ausstattung liefern. 

Android-Tablets empfehlen sich als Alternative vor allem Nutzern, die ihr Gerät unterwegs zum Sichten und Schreiben von E-Mails und einfacheren Office- und Kalender-Anwendungen nutzen wollen und gleichzeitig ein Multimedia-Gerät für das heimische Sofa suchen. 

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