Feature Akkupacks für Smartphones Mehr Power: 5 externe Akkus im Test

vom 14.12.2012, 19:00 (0)
A-solar AL-370 Power Bank
Bildquelle: inside-handy.de

Bevor sich Handys in mobile Computer verwandelten, kam man mit einer Akkuladung mehrere Tage aus. Mittlerweile muss das Smartphone im Durchschnitt nach nur einem Tag Nutzung mit Strom wiederbelebt werden. Ist man unterwegs, ist eine Steckdose oft weit weg und das Gerät bleibt aus. Für Abhilfe können externe Akkus sorgen. inside-handy.de hat fünf aktuelle Modelle getestet und sagt, ob die Herstellerangaben das halten, was sie versprechen.

In den vergangenen Jahren ist die Kapazität der Handyakkus zwar deutlich gestiegen, zugleich nahm - dank riesiger und leuchtintensiver Displays sowie hungriger Prozessoren - aber auch der Stromverbrauch exponenziell zu.

Als Nokia im Jahr 1997 das Nokia 5110 präsentierte, hatte das Handy einen herausnehmbaren 750-mAh-Akku. Dieser machte das Gerät fett und schwer, hielt aber aufgrund der rudimentären Funktionen, die einem zur Verfügung standen, mehrere Tage durch, so dass man selten ein Handy mit leerem Akku aus der Hosentasche zog.

Mittlerweile hat das Handy einen Wandel zum Smartphone durchlebt, wodurch Telefonieren und das Versenden von SMS - einst die Hauptargumente für den Kauf eines Handys - in den Hintergrund gerückt sind. Im Internet surfen, scharfe Fotos knipsen, Musik hören, HD-Spiele spielen, und das alles auf einem möglichst hochauflösenden Display und ohne lange Ladezeiten: Dinge, die ein Akku heutzutage zu bewältigen hat. Vor allem unterwegs geht dem Stromspeicher schnell die Puste aus - ärgerlich an Orten ohne Strom wie in der Bahn, im Auto, am Strand oder im Freibad.

Testaufbau

inside-handy.de hat für den Test die zwei aktuell beliebtesten Smartphones als Versuchsgeräte verwendet: Das Samsung Galaxy S3 besitzt eine 2.100 mAh starke Batterie, während das iPhone 5 einen 1.440-mAh-Akku verbaut hat.

Im Test befanden sich fünf sogenannte Akkupacks. Vier der getesteten Modelle enthalten einen im Gehäuse verbauten Akku; ein Gerät wird mit vier handelsüblichen Batterien gefüttert, die ebenfalls aufladbar sein können. Dank der vielen Adapter, die sich im Lieferumfang befinden, bieten vier von fünf Modellen zusätzliche Akku-Power für Geräte mit Micro-USB-Anschluss oder halten als Stromquelle für iPhone, iPad und Co. her. Da sich bei keinem der getesteten Modelle ein Ladeadapter für das iPhone 5 befindet, kann auch das Ladekabel mit Lightning-Connector genommen werden, das sich im Lieferumfang des iPhone 5 befindet. Das gilt grundsätzlich für alle Ladekabel, die ein abkoppelbaren Netzstecker haben.

Das Modell von System-S, das durch normale Batterien Strom spendet, konnte im Test den Akku des Galaxy S3 und die Akkus einer Reihe weiterer Geräte wie dem des Nokia Lumia 900 oder des iPhone 4/5 erst gar nicht laden, weshalb es auch nicht empfehlenswert ist. Geladen wurde aber der Akku des LG Optimus 4X HD (2.150 mAh), der ausschließlich bei diesem Modell zu Hilfe genommen wurde.

Überraschend kurze Ladezeiten

Im Test überraschte die zum Teil sehr schnelle Ladezeit über die externen Akkus. Während die Batterie des Galaxy S3 über das mitgelieferte Ladekabel binnen 2 Stunden und 39 Minuten voll war, schaffte es der Akkupack von A-Solar in der gleichen Zeit. Das Modell von Raikko benötigte auch nur 10 Minuten länger. Nach langen 4 Stunden und 24 Minuten schaffte es das kleinste Akkupack von iconBit im Test allerdings nur, die Batterie des Galaxy S3 zu 87 Prozent aufzuladen, ehe man das Leichtgewicht mit Strom füttern musste.

Das iPhone konnte vom iconBit zumindest binnen 2 Stunden und 7 Minuten einmal komplett vollgeladen werden. Am häufigsten konnten die Akkus von Galaxy S3 und iPhone 5 mit dem Power Pack XM von Znex aufgeladen werden. Fast vier volle Ladungen gab es für das Aushängeschild von Samsung, knapp fünfeinhalb mal konnte der iPhone-Akku voll gemacht werden.

Wie lange und wie oft der Handyakku mit den getesteten Akkupacks aufgeladen werden konnte, zeigt die folgende Tabelle:

Vor dem Laden: Akku laden

Bevor man den externen Akku mit auf Reisen nimmt, sollte dieser natürlich vollgeladen sein. Die folgende Tabelle zeigt, wie lang die getesteten Geräte gebraucht haben, um vollständig geladen zu sein. Der Akkupack von iconBit ist zwei mal aufgeführt, da sich im Lieferumfang kein Netzteil befand und einem ohne ein Ladekabel mit Micro-USB-Anschluss nur die Möglichkeit bleibt, das Gerät über einen USB-Slot am Rechner oder Notebook aufzuladen. Allerdings ging das im Test sogar schneller vonstatten. Die meiste Geduld braucht man beim Akkupack von Znex. Da reicht noch nicht mal eine durchschnittliche Nacht aus, um das Gerät auf 100 Prozent Ladung zu bringen.

Versprechen nicht gehalten

Ein Verkaufsargument steht meist dick auf der Verpackung und soll den Kunden zum Kauf animieren: die Ladung des Akkus, auch Kapazität genannt. Im Test stellte sich heraus, dass kein Akku das hielt, was der Hersteller versprach. Wie man in der Tabelle oben sehen kann, konnte die angegebene Ladung nie vollständig an das Smartphone abgegeben werden.

Der Grund dafür ist, dass Smartphones auf eine konstante Ausgangsspannung von 5 Volt angewiesen sind - die ihre eigenen Ladegeräte auch liefern. Geht dem Akkupack allmählich der Saft aus, sinkt gleichzeitig auch die Spannung. Liegt diese zu weit unter den benötigten 5 Volt, schaltet die Ladeelektronik im Handyakku den Ladevorgang ab.

Znex Power Pack XM

Fazit

Wer billig kauft, kauft zweimal: Diese Floskel gilt wohl auch für externe Akkus. Der Akkupack von iconBit ist zwar schon für 22 Euro erhältlich, lädt den Akku des Galaxy S3 aber kein einziges Mal voll, obwohl dieser nur 2.100 mAh benötigt und der Akkupack 2.600 mAh abgeben soll. Als Preis-Leistungs-Sieger geht der Accupack 8000 von Raikko aus dem Test hervor, der ab 40 Euro erhältlich ist. Er leistet zwar auch nicht, was auf der Verpackung steht, allerdings liefert er Strom für zweieinhalb Galaxy-S3-Ladungen und bekommt den iPhone-5-Akku sogar mehr als dreimal voll. Die A-solar AL-370 Power Bank ist von der Leistung her mit dem Akku von Raikko vergleichbar, kostet allerdings 10 Euro mehr.

Fast 100 Gramm mehr auf die Waage bringt der Znex Power Pack XM. Das Gewicht wird in der Power des Akkupacks deutlich: Fast fünfeinhalbmal kann der Akku des iPhone 5 aufgeladen werden, während man die Batterie des Galaxy S3 knapp viermal voll bekommt. Durch die hohe Ladung eignet sich der Akkupack auch durchaus für Tablets.

Im Test durchgefallen ist der Batterie-Adapter von System-S. Weder das Galaxy S3 noch das iPhone 4/5 oder das Nokia Lumia 900 reagierten auf das Ankoppeln des Geräts. Lediglich der Akku des LG Optimus 4X HD wurde aufgeladen; allerdings glich der Ladevorgang einem schleichenden Plattfuß. Nach gut dreieinhalb Stunden war der Akku des 4X HD zu 68 Prozent gefüllt, nach fast 15 Stunden waren es immerhin 84 Prozent. Mehr schafften die Batterien von Varta nicht, trotz ausgeschaltetem Smartphone. Die Investition von 10 Euro plus 5 Euro für Batterien lohnt sich also nicht.

Externe Akkus: Hands-On-Fotos

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Weitere Alternativen finden sich in Teil zwei des Akku-Tests auf inside-handy.de.

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