
Android und iOS könnten bereits im November ernst zu nehmende Konkurrenz bekommen: Jolla, ein von ehemaligen Nokia-Mitarbeitern gegründetes Unternehmen, will im kommenden Monat sein erstes Smartphone vorstellen. Nach dem Nokia N9, dem bislang einzigen MeeGo-Smartphone, soll das "Sailfish" das zweite Gerät werden, das mit dem von Nokia entwickeltem und zugunsten von Windows Phone verstoßenem Betriebssystem, auf den Markt kommt.
Laut dem Wall Street Journal hat Jolla rund 200 Millionen Euro für die Weiterentwicklung von MeeGo akquiriert. Welche Unternehmen den Ex-Nokianern unter die Arme greifen, sagt Jolla aber nicht. Dem Wall Street Journal zufolge sollen unter den Investoren aber mindestens ein Mobilfunknetzbetreiber und ein Chiphersteller sein sowie Hersteller von mobilen Geräten und Komponenten. Im Frühjahr 2013 sollen weitere 50 Millionen Euro an Kapital eingesammelt werden, unter anderem um Forschung und Entwicklung mit Standorten in Hongkong und andernorts in China zu stärken.
Mit der größten chinesischen Vertriebskette D.Phone haben die Finnen bereits einen ersten Partner gefunden. D.Phone vertreibt Smartphones unter eigenem Label, die es in China in über 2.000 Filialen zu kaufen gibt. "Wir sehen großes Potenzial für Jolla als neuen Akteur im chinesischen Smartphone-Markt", erklärt Donghai Liu, der Gründer und CEO der D.Phone-Gruppe.
MeeGo - "Eines der besten Smartphone-Produkte"
Im Juli 2012 haben sich mehrere Ex-Nokia-Mitarbeiter unter dem Firmennamen Jolla zusammengetan, um "die exzellente Arbeit, die Nokia mit MeeGo begonnen hat, fortzuführen", wie es vor einigen Monaten in einer Pressemitteilung hieß. Die Entwicklung ging anscheinend mit derart großen Schritten voran, dass nur vier Monate nach dem Zusammenschluss bereits das erste Jolla-Smartphone das Licht der Welt erblicken soll.
CEO von Jolla ist Jussi Hurmola, ehemals Director of MeeGo Computers Releases and Integration bei Nokia. Der Finne ist davon überzeugt, dass MeeGo eines der besten Smartphone-Produkte ist und deshalb fortgeführt werden müsse.
Grundlage ist allerdings nicht Version 1.2 ("Harmattan"), sondern der unter dem Namen Mer Core bekannte MeeGo-Fork, der mit einer von Jolla entwickelten Benutzeroberfläche kombiniert wurde. Der Quelltext soll weitgehend offen gelegt werden und das Betriebssystem auch anderen Herstellern ohne Lizenzkosten zugänglich gemacht werden. Für einige Funktionen und das neue User Interface will Jolla allerdings Lizenzgebühren kassieren.
Das Betriebssystem soll laut Wall Street Journal von anderen Herstellern und Mobilfunknetzbetreibern ab Frühjahr 2013 lizenziert werden können. Weitere Details zu dem Smartphone sowie dem überarbeitetem MeeGo-Betriebssystem gibt es nicht.
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