
Nächste Hiobsbotschaft für RIM-Chef Thorsten Heins: Nachdem der Lenker des angeschlagenen Blackberry-Herstellers erst vor wenigen Tagen ein desaströses Quartalsergebnis, Stellenstreichungen und die Verschiebung der nächsten Betriebssystem-Version auf 2013 verkünden musste, droht nun Ärger von der Aktionärsfront. So fordert der Investor Vic Alboini offen den Rücktritt Heins' und auch eine Aufspaltung des Unternehmens scheint wieder möglich.
Vic Alboini, Chef des Hedge-Fonds Jaguar Financials, repräsentiert eine Gruppe von Aktionären, die nach eigenen Angaben knapp zehn Prozent an dem Konzern hält. Ein Unbekannter dürfte er für Heins also nicht sein, zumal er bereits in der Vergangenheit scharf mit der Führungsspitze ins Gericht ging und so für Schlagzeilen sorgte.
In einem Interview mit dem "Handelsblatt" sagte Alboini nun, er glaube, es sei vorbei. "Die Tage von RIM als Konzern sind gezählt." Vor dem Hintergrund der Quartalszahlen und der Verzögerung des neuen Blackberry OS "muss Vorstandschef Heins zurücktreten", so der Investor. "Das Managementteam und der Aufsichtsrat haben einfach den Schuss nicht gehört."
Hätte RIM es geschafft, die neue Version seines Betriebssystems wie geplant noch dieses Jahr zu veröffentlichen und gleichzeitig erste Smartphones damit auf den Markt gebracht: es hätte klappen können. So aber wird Blackberry OS 10 zur Randnotiz, denn sechs bis neun Monate sind gerade im Mobilfunkbereich eine lange Zeit - vor allem, wenn Apple in der Zwischenzeit ein neues iPhone präsentiert.
Aufspaltung möglich
Bei diesen Nachrichten wundert es nicht, dass plötzlich auch ein Verkauf wieder zur Debatte steht. So werden unter anderem Microsoft, Dell, HP oder Oracle als potenzielle Käufer gehandelt. Aber auch Facebook könnte Interesse an dem Blackberry-Hersteller haben, um etwa ein eigenes Facebook-Phone auf den Weg zu bringen.
"Die Firma sollte zerlegt und verkauft werden, um für die Anleger wenigsten noch etwas an Wert zu retten", findet auch Alboini. Vor allem die Patente von RIM hält er für wertvoll, auch wenn unklar ist, welchen Wert sie besitzen. Klar scheint hingegen, dass der einstige Pionier den Anschluss aus eigener Stärke nicht mehr halten kann. Ob es jedoch ausreicht, wenn "jeder einzelne Kanadier auch kanadische Technologie" kauft, ist mehr als fraglich.
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