Blackberry-Hersteller Research In Motion (RIM) ist der große Verlierer der Blütezeit des Smartphones. Nicht nur die Marktanteile tendieren gegen Null, auch die einst so wichtige Geschäftskunden-Sparte gibt immer weniger Rückhalt. Laut einem Bericht der englischen Zeitung "Sunday Times" will RIM offenbar sein Smartphone-Geschäft abspalten, sogar vom Verkauf ist die Rede. Potenzielle Interessenten sollen Amazon und Facebook sein.
Am 1. April scherzte inside-handy.de noch über den Kauf von RIM seitens Facebook - nun scheint dies gar nicht mehr unwahrscheinlich. "RIM hat Berater engagiert, die prüfen sollen, wie die Blackberry-Plattform durch Partnerschaften, Lizenz-Möglichkeiten und strategische Alternativen in Schwung gebracht werden kann", sagte ein RIM-Sprecher auf Nachfrage von inside-handy.de.
Demnach ist eine Aufsplittung des Unternehmens nicht unwahrscheinlich, aber auch nicht bestätigt. RIM glaube, der beste Weg, um den Wert für seine Anteilseigner zu erhöhen, sei eine Kehrtwende. "Dabei bleiben wir", so der RIM-Sprecher weiter. Wann diese jedoch spürbar gemacht wird, bleibt offen.
In den ersten drei Monaten des Jahres schrieb RIM erstmals rote Zahlen und musste damit einhergehend einen Verlust von 125 Millionen US-Dollar bekannt geben. Auch der Umsatz ging in den vergangenen fünf Quartalen kontinuierlich zurück. Als Grund dafür wurden die rückläufigen Absatzzahlen von Blackberrys verantwortlich gemacht. RIM reagiert darauf mit einem erneuten Stellenabbau.
Ob aber Facebook oder Amazon wirklich etwas mit dem Blackberry-Hersteller anfangen könnten, ist fraglich. Falls sich eines der Unternehmen dazu entschließen sollte, ein eigenes Smartphone auf den Markt zu bringen, bräuchte man wohl nicht die Hilfe eines Herstellers, der im Smartphone-Bereich kaum Gewicht hat. Zumal es chinesische Hersteller wie Foxconn oder Pegatron gibt, die im Auftrag anderer Smartphones am laufenden Band produzieren. Darüber hinaus ist mit Android ein erfolgreiches Betriebssystem vorhanden, welchem sich Amazon oder Facebook im Falle einer Entscheidung für ein Smartphone annehmen könnten.
Ein Silberstreif am Horizont könnte das im Netz heiß diskutierte Blackberry-10-Smartphone ohne Hardware-Tastatur sein, das für das dritte Quartal 2012 erwartet wird. Das Blackberry London soll über einen Dual-Core-Prozessor von Texas Instruments verfügen, der mit 1,5 Gigahertz taktet. Darüber hinaus sollen ein Gigabyte Arbeitsspeicher und eine 8-Megapixel-Kamera an Bord sein. Beim neuen OS setzt RIM zunehmend auf die Bedienung via Touchscreen.
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