Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung

Bericht des AK Vorrat Mobilfunkanbieter speichern rechtswidrig Nutzerdaten

vom 19.06.2012, 16:00 (0)

Offenbar speichern die Mobilfunkanbieter hierzulande illegal die Verbindungsdaten der Handynutzer. Dies geht aus einem Bericht des AK Vorrat hervor. Demnach protokollieren Telekom, Vodafone und E-Plus, wer wann und wo mit wem telefoniert hat - unabhängig davon, ob die Daten für die Abrechnung relevant sind. Der Zeitraum der Speicherung erstreckt sich dabei auf bis zu 210 Tage.

Der Datenschutz bleibt weiterhin ein problematisches Thema. Wie nun bekannt wurde, ist rechtswidriges Speichern von Daten seitens der Mobilfunkanbieter weiterhin gängige Praxis. Protokolle von Telefonaten, SMS-Versand und Aufenthaltsorten werden nach wie vor angefertigt.

In seinem Bericht stützt sich der AK Vorrat auf eine Erhebung der Bundesnetzagentur aus dem Jahr 2011 (PDF). Daraus ist zum einen zu entnehmen, dass Vodafone, Telekom und E-Plus speichern, mit welcher Funkzelle das Gerät zu welchem Zeitpunkt verbunden war. Zum anderen ist im Hinblick auf die Mobilfunkanbieter auch von einer "Speicherung von Verkehrsdaten bei eingehenden, für den annehmenden Kunden kostenfreien Verbindungen innerhalb Ihres Netzes, bei denen auch kein anderer Serviceprovider beteiligt ist" die Rede.

Die zeitliche Dauer der Lagerung von Verbindungsprotokollen variiert dabei. Während es bei der Telekom 30 Tage sind, lagern die Daten bei E-Plus 80 Tage lang. Bei Drillisch und Simply sind es 92 Tage, bei Phonehouse Telecom 120; Ewetel speichert die Daten 180 Tage lang. Der Spitzenreiter ist jedoch Vodafone; bei ihm sind es 210 Tage. Ob und wie lange O2 die Daten speichert, ist unbekannt.

Der AK Vorrat empfiehlt Nutzern, sich über die jeweilige Speicherdauer ihres Providers zu informieren und gegebenenfalls zu einem datenschutzfreundlicheren Anbieter zu wechseln. Wer rechtsschutzversichert ist, kann seinen Anbieter auch auf Unterlassung der illegalen Kommunikationsprotokollierung verklagen, heißt es.

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Bildquelle: Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung | Autor: Swetlana Soschnikow

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