Soeben ist die Keynote von Apples alljährlicher Worldwide Developers Conference (WWDC) vorbei, die der Konzern vor allem für die Präsentation neuer Hard- und Software nutzt. Da der jährliche Zyklus des iPhone noch nicht erreicht, die neue Ausführung also erst im Herbst zu erwarten ist, lag der Fokus dieses Jahr auf den überarbeiteten MacBook-Modellen sowie den neuen Versionen von Mac OS X und iOS.
Die erste Keynote nach dem Tod des Apple-Mitgründers und langjährigen CEOs Steve Jobs, gehalten vom derzeitigen Chef Tim Cook, brachte nur wenig Überraschendes - denn obwohl die Kalifornier im Vorfeld naturgemäß keinerlei Informationen über die Inhalte der Entwicklerkonferenz preisgeben, waren die zu erwartenden Neuvorstellungen doch ein offenes Geheimnis.
Dennoch versuchte Cook, die Spannung der Keynote so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. So wartete der Konzernchef zu Beginn mit einigen Kennzahlen auf, darunter die aktuelle Menge der Apps im App Store (650.000, davon 225.000 für das iPad), die Anzahl der bisherigen Downloads (über 30 Milliarden) sowie der Gesamtverdienst aller Entwickler (fünf Milliarden Dollar).
Nachdem anschließend Marketingleiter Phil Schiller - seit Jobs' Tod zunehmend das öffentliche Gesicht von Apple - das aktualisierte Line-up der MacBook-Familie präsentierte und Mac-Software-Chef Craig Federrichi im weiteren Verlauf die Neuerungen von Mac OS X 10.8 alias Mountain Lion anpries, lieferte iOS-Boss Scott Forstall Informationen über das mobile Betriebssystem von Apple.
Demnach wurden bis zum Stichtag 31. März 2012 rund 365 Millionen iOS-Geräte abgesetzt, 80 Prozent davon laufen mit Version 5 der Plattform. Das betonte Forstall vor allem deswegen, weil bei der Konkurrenz von Google die Fragmentierung nach wie vor ein Problem ist - nur gut sieben Prozent aller Android-Smartphones laufen mit der aktuellen Version 4. Allerdings ist die Situation nur schwer vergleichbar, schließlich kommt bei Apple Hard- und Software aus einer Hand.
200 neue Funktionen für iOS 6
Nach der Nennung weiterer Kennzahlen (140 Millionen iMessage-, 130 Millionen Game-Center-Nutzer) dann die Features von iOS 6: Über 200 neue Funktionen soll das Betriebssystem mitbringen, darunter viele für den in Zukunft auch für das iPad erhältlichen Sprachassistenten Siri. Der beherrscht in der neuen Version etwa auch Sportergebnisse und -statistiken, außerdem ist dank der Zusammenarbeit mit Yelp und Opentable nun auch die Tischreservierung bei nahegelegenen Restaurants möglich.
Darüber hinaus kann Siri zukünftig auch bei Fragen nach Kinoprogramm und -trailern helfen und neue Sprachen sprechen, zudem vermag die Software ab iOS-Version 6 auch Apps zu starten. Ferner werden schon innerhalb der nächsten zwölf Monate unter dem Namen "Eyes Free" Autos unter anderem von Audi, BMW oder Mercedes mit einer Siri-Taste am Lenkrad ausgestattet, um die iOS-Sprachsteuerung aufrufen zu können, ohne die Hände vom Steuer nehmen zu müssen.
Die bereits vorab kolportierte Facebook-Integration ist ebenfalls mit an Bord von iOS 6. Ähnlich wie bei Twitter kann man Facebook-Nachrichten direkt aus verschiedenen Programmen heraus veröffentlichen, außerdem werden Facebook-Kontakte im Telefonbuch und Updates des sozialen Netzwerks im Notification-Center angezeigt. Obendrein erscheinen Facebook-Events jetzt auch im Kalender und durch die Verknüpfung mit dem App Store können Anwendungen per Facebook empfohlen werden. Dank einer API kann prinzipiell jedes beliebige Programm die Integration nutzen.
Weiterhin bringt iOS 6 einen "Nicht stören"-Button mit, durch den sich das iPhone für einen bestimmten Zeitraum komplett stumm schalten lässt und alle Anrufe automatisch abgewiesen werden. Ist der Modus deaktiviert, können ungünstige Anrufe per SMS abgelehnt und eine Rückruf-Erinnerung angelegt werden. Weitere Neuerung: iOS 6 erlaubt FaceTime-Gespräche über das Mobilfunknetz, nicht mehr nur per WLAN.
Des Weiteren können Nutzer Bilder zukünftig direkt in eine neue Nachricht einfügen, ohne das Programm verlassen zu müssen. Per Photo Stream ist zudem das einfache Teilen von Fotos möglich. Ferner werden elektronische Tickets aller Art in der neuen Passbook-App zusammengefasst und standortabhängig angezeigt und der Browser Safari unterstützt jetzt auch Offline-Reading, um zum späteren Lesen markierte Artikel ohne bestehende Internetverbindung lesen zu können.
Google wird verbannt
Ebenfalls neu ist die Software Maps. Apple setzt hier nicht länger auf Google, sondern eine dank diverser Zukäufe komplett neuentwickelte Anwendung mit eigenen Karten. Durch die Funktion "Flyover" lassen sich 3D-Modelle von Städten anzeigen, außerdem kann Siri während der sprachgeführten Navigation zum Beispiel nach Tankstellen in der Nähe gefragt werden. Ergänzt wird die App durch eine Echtzeit-Verkehrs- und -Unfallanzeige basierend auf den anonymisierten Daten von iOS-Nutzern sowie eine lokale Suche mit Einträgen von 100 Millionen Unternehmen.
Die Beta-Ausgabe von iOS 6 ist bereits ab heute für Entwickler verfügbar, die finale Version wird im Herbst erscheinen, vermutlich zeitgleich mit dem iPhone 5. Aber auch Nutzer von iPhone 3GS, iPad 2 sowie dem iPod Touch der vierten Generation sollen in den Genuss des aktualisierten Betriebssystems kommen.
Weitere Informationen zu diesem Thema:
Apple stellte die neue iOS-Version mit 200 Änderungen vor
Zitat:
Hoffentlich kommt noch ein-zwei Features bei der Einführung des iPhone 6 dazu
Du meinst wohl eher iPhone 5...
Hoffentlich kommt noch ein-zwei Features bei der Einführung des iPhone 6 dazu.