Einstweilige Verfügung Telekom zieht O2-Waschbär den Pelz über die Ohren

vom 11.05.2012, 18:18
Telekom hat es auf den O2-Waschbär abgesehen
Bildquelle: inside-handy.de/Sons-Design/O2

In den vergangenen Wochen tauchte die neue Werbefigur von O2 immer wieder in Zeitungen und auf Nachrichtenseiten auf. Der Waschbär übersprühte dabei stets eine in Vodafone- oder Telekom-Farben gestrichene Wand mit dem Blau seines Arbeitgebers. In der Werbekampagne zog O2 den Vergleich zu den beiden großen Mobilfunkern und deutete auf einen niedrigeren Preis hin. Nun ist die vergleichende Werbung allerdings verschwunden.

Die Frage in Form eines Ratespiels "Was ist blau und günstiger als Vodafone?" gab es in regionalen Zeitungen wie dem "Kölner Stadt-Anzeiger", in überregionalen wie der "Süddeutschen Zeitung", aber auch im Internet zum Beispiel bei Spiegel Online zu sehen und im Radio zu hören.

In der Antwort präsentierte O2 mit Verweisen auf inside-handy.de eine mögliche Ersparnis von bis zu 245 Euro jährlich gegenüber einem vergleichbaren Vodafone-Vertrag. Aber auch die Telekom soll laut der Werbekampagne teurer sein als das Münchener Telekommunikationsunternehmen - in einem Fall um bis zu 120 Euro.

Die Werbung ist mittlerweile aber aus den Zeitungen und Onlineauftritten verschwunden beziehungsweise deutlich entschärft worden. Auf Nachfrage erklärte eine O2-Sprecherin, die Werbekampagne sei "nach drei Wochen regulär ausgelaufen". inside-handy.de liegen jedoch Informationen vor, dass zumindest die Telekom eine einstweilige Verfügung erwirkt und O2 zugestellt haben soll. Demnach wurde dem Mobilfunkunternehmen verboten, mit einem Vergleich zwischen Telekom und O2 zu werben. Ein Verstoß gegen das Verbot könne mit bis zu 250.000 Euro bestraft werden.

Dies ist nicht der erste Fall von vergleichender Werbung in der Mobilfunksparte. Etwas ähnliches trug sich erst kürzlich bei der neugeborenen E-Plus-Tochter Yourfone zu. Mit der Werbeaussage "die weltgünstigste Allnet Flat" hatte man die Konkurrenz offenbar verärgert und musste auf Druck von Vodafone und O2 den Slogan zu "die weltentspannteste Allnet Flat" ändern.

Vergleichende Werbung ist in Deutschland seit dem Jahr 2000 unter bestimmten Vorgaben erlaubt. Beispielsweise müssen die getroffenen Aussagen objektiv nachprüfbar sein und der Wahrheit entsprechen. Außerdem darf vergleichende Werbung nicht irreführend sein und Wettbewerber nicht verunglimpfen oder herabsetzen.

Trotz des Verbots beziehungsweise der regulär auslaufenden Kampagne hat der Mobilfunker mit der Anzeige viel Aufmerksamkeit erhascht und laut O2-Sprecherin die "Transparenz deutlich gemacht".

O2 Werbung Werbeanzeigen Kampagne

Autor: Blasius Kawalkowski
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Themen dieser News: Telefonica O2

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