O2 baut erste LTE-Netze

Handy als Walkie-Talkie Sonim treibt Push-to-Talk auf Handys voran

vom 02.05.2012, 16:18 (0)

Mittels Push-to-Talk over Cellular 2.0 (kurz: PoC 2.0) können Handys wie Walkie-Talkies benutzt werden. Sonim Technologies forciert sein Geschäft mit dem PoC-Standard zunächst in Kanada, wobei der europäische Markt folgen soll. Der Hersteller robuster Handys möchte in Kooperation mit dem Netzbetreiber Bell Canada das "XP5520 Bolt" herausbringen. Profitieren könnten von dem Gerät beispielsweise Sicherheitsdienste.

Über die Vorteile des PoC-2.0-Standards hinaus bietet das XP5520 Bolt stark verbesserte Sprachqualität durch aktives Noise-Cancelling und den Einsatz von Hochleistungs-Lautsprechern. So kann Sonim gewährleisten, dass die einzelnen Teammitglieder die Sprachnachrichten auch in lauten Umgebungen verstehen.

In Europa gibt es derzeit noch keinen vergleichbaren Push-to-Talk-Dienst. Sonim führt nicht zuletzt aufgrund des erfolgreichen Business in Kanada Gespräche mit allen wichtigen europäischen Netzbetreibern, insbesondere auf dem deutschen Markt. Diese Gespräche sollen eine baldige Einführung von PoC 2.0 in europäischen Netzen ermöglichen.

PoC 2.0 erlaubt es kleineren oder auch größeren Arbeitsgruppen, ihr Mobiltelefon wie ein Walkie-Talkie zu benutzen. Ohne Wählen einer Rufnummer oder eines Adressbucheintrags und ohne langwierigen Verbindungsaufbau sind ein oder mehrere vorher eingetragene Gesprächspartner sofort "in der Leitung". Diese Funktion ist vor allem in sicherheitskritischen Umgebungen überaus nützlich – etwa für Schutz- und Bewachungsdienste, auf Baustellen oder im Logistikbereich. Denn hier kann es schon mal auf Sekunden ankommen. Zudem bietet Push-to-Talk den großen Vorteil, auf Tastendruck auch mehrere Gesprächspartner gleichzeitig erreichen zu können. Und in einer Notsituation lässt sich auf einfache Weise auch ein Text-Alarm an die anderen Gruppen-Mitglieder und/oder eine Zentrale absetzen.

Möglich macht diese Funktionen der Standard PoC 2.0. Dabei basiert die Sprach- und Datenübertragung auf schnellen 3G-Verbindungen über das HSPA-Netz. Dies ermöglicht schnelle Verbindungszeiten von deutlich unter einer Sekunde (typisch sind 0,6 Sekunden) sowie kurze Latenzzeiten bei der Sprachübertragung (typisch 0,7 Sekunden). Weitere Vorteile des verbesserten Push-to-Talk-Standards sind eine Echtzeit-Präsenzanzeige sowie der Zugriff auf eine zentrale Kontakt-Datenbank, aus deren Einträgen sich nach Bedarf "Ad-hoc-Gruppen" zusammenstellen lassen.

Sanjay Jhawar, bei Sonim Vice President Marketing and Business Development sowie General Manager Applications, betont in diesem Zusammenhang die Vorteile der neuen PTT-Generation: "Bei bisherigen Lösungen auf Basis der GSM-Technik kann die Rufaufbauzeit vier bis zehn Sekunden dauern. Das ist viel zu lang für sicherheitskritische Anwendungen. Durch den Einsatz von HSPA sinkt die Latenzzeit beim Rufaufbau deutlich unter eine Sekunde und bei der Sprachübertragung auf 0,7 Sekunden. Die Lösung basiert auf SIM-Authentifizierung und Paket-Datenübertragung statt leitungsvermittelten Verbindungen - und erzielt auf diese Weise eine erheblich bessere Performance."

Bildquelle: O2 | Autor: Swetlana Soschnikow
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