Euro-Geldscheine

Mangelndes Tarif-Interesse und Unwissenheit Falsche Mobilfunktarife kosten Briten Milliarden

vom 13.04.2012, 09:07 (1)

Britische Mobilfunknutzer verschwenden jährlich fünf Milliarden Pfund (rund 6 Milliarden Euro), weil sie nicht den günstigst möglichen Tarif benutzen, berichtet die britische "Huffington Post". Das hat eine Umfrage unter 2.034 Mobiltelefonierern ergeben, die vom englischen Handy-Händler Carphone Warehouse, der mit allen großen Netzbetreibern zusammenarbeitet, durchgeführt wurde.

Im Schnitt bezahlt jeder Brite 194 Pfund pro Jahr zuviel für sein Mobilfunkangebot. Grund sind mangelnde Information und das verwirrende Tarifdickicht.

Aus tausenden Tarifen werden durch etliche Kombinationsmöglichkeiten mit Zusatzpaketen und Optionen über sieben Millionen verschiedene Vertragsmodelle, zwischen denen sich die Engländer entscheiden müssen. "Wir haben für Deutschland rund 1.900 Telekommunikations-Tarife in unserer Datenbank, mit verfügbaren Optionen multipiliziert sich dieser Wert jedoch. Kunden wählen häufig Tarife mit Extras, die sie gar nicht brauchen. Zum Beispiel Menschen, die keine SMS verschicken, aber hohe Freipakete ausgewählt haben", erklärt Jürgen Scheurer vom Preisvergleichsportal Verivox.

Eine Erhebung von Verivox hat ergeben, dass ein Normaltelefonierer sich beim Wechsel vom günstigsten Standard-Anbieter zum günstigsten Discounter pro Jahr 180 Euro für die Mobilfunkrechnung sparen könnte.

Interesse an Tarifen hält sich in Grenzen

Die britische Umfrage hat ergeben, dass 47 Prozent der Teilnehmer keine Ahnung hatten, welche Freikontingente für Gesprächsminuten, SMS und Datenvolumen ihr Vertrag beinhaltet. 173 Millionen Pfund werden deshalb jährlich allein dafür verschwendet, überschrittene Datenlimits zu bezahlen. Durch den Siegeszug der Smartphones und damit verbundene Notwendigkeit mobiler Datentarife ist die Anzahl der Vertragsoptionen noch größer und unübersichtlicher geworden.

"Die Kosten für Datenkonsum werden immer mehr zum heißen Eisen. Solange die Zahl der Smartphones steigt, ist keine Besserung in Sicht", sagt Carphone Warehouse Chef Andrew Harrison. Den meisten Mobiltelefonierern fehlt noch das Bewusstsein für mobile Kosten. Mehr als die Hälfte der Befragten wusste nicht, dass ein Skype-Gespräch das Daten-Volumen belastet. 43 Prozent hatten keine Ahnung, dass dasselbe für eine Facebook-App gilt. 81 Prozent war unklar, dass manche Apps, die nicht verwendet werden, Daten übertragen und so zum Volumen beitragen können.

Abstrakte Terminologie

Ein Teil des Problems ist, dass sich zu den Maßeinheiten der virtuellen Welt noch kein Bezug gebildet hat. Im Gegensatz zu Yards, Pfund und Unzen bleiben Kilo-, Mega- und Gigabytes für die Briten abstrakte Größen. 79 Prozent der Umfrageteilnehmer konnten nicht sagen, wie viele Songs für ein Megabyte Guthaben heruntergeladen werden können. Auch das Äquivalent in E-Mails ist über 83 Prozent nicht bekannt. Wie viele Minuten YouTube für ein Megabyte geschaut werden können, wussten 87 Prozent nicht. Den Preis für ein Megabyte nach Überschreiten des Limits kannten lediglich zwölf Prozent der Befragten. (pte)

Bildquelle: sxc.hu | Autor: Blasius Kawalkowski (Originalautor: Markus Keßler)
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13.04.2012, 15:48 Uhr
telefonzelle
Ja Ja die Inselaffen, sind nicht die inteligentesten!
Aber das Thema ist doch auch bei uns aktuell. Bei dem Tarifdschungel kann der Endkunde kaum noch durchblicken. Und das ist auch so von den Netzbetreibern gewollt!


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