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Angst vor Spionage Breitbandausbau: Australien lässt Huawei abblitzen

vom 27.03.2012, 16:03 (0)

Die australische Regierung hat den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei aus Sicherheitsbedenken von der Ausschreibung für ein nationales Breitband-Projekt ausgeschlossen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach befürchtet Canberra vor allem Cyber-Angriffe aus China, nicht zuletzt wegen der Verbindungen des Huawei-Gründers nach Peking.

Die Entscheidung wurde bereits im vergangenen Jahr getroffen, aber erst jetzt publik. Nach einem Bericht des Magazins "Financial Review" ist die australische Regierung damit einer Empfehlung des nationalen Geheimdienstes gefolgt. Als "wohl bedacht" verteidigte Premierministerin Julia Gillard den Entschluss, schließlich sei die Regierung für die Funktionsfähigkeit und Sicherheit der Infrastruktur verantwortlich.

"Völlig absurd" nannte hingegen der ehemalige australische Außenminister Alexander Downer, jetzt Mitglied des Aufsichtsrat von Huawei in Australien, den Ausschluss. Der sei nur erfolgt, weil es sich bei Huawei um ein chinesisches Unternehmen handle.

Tatsächlich ist der Fall jedoch komplexer: Firmengründer Ren Zhengfei war früher Offizier der chinesischen Volksarmee und gilt als Vertrauter Pekings. Derzeit untersucht ein Parlamentsausschuss in den USA, ob der nach Ericsson zweitgrößte Netzwerkausrüster weltweit an Fällen von Cyber-Spionage beteiligt ist. Aufgrund ähnlicher Verdächtigungen sind zudem bereits zwei Übernahmen von US-Unternehmen geplatzt.

Ziel des rund 28 Milliarden Euro schweren Projekts National Broadband Network ist die Breitbandversorgung von 93 Prozent aller australischen Haushalte, öffentlichen Institutionen und Unternehmen über Festnetz, Glasfaser oder Satellit bis zum Jahr 2020. Dadurch will das Land Plätze im entsprechenden OECD-Ranking (XLS) gutmachen, wo es derzeit lediglich auf Platz 21 von 34 rangiert.

Bildquelle: Huawei | Autor: Oliver Strunk
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