Sony hat ein turbulentes Jahr hinter sich und steht vor einer ungewissen Zukunft. In diese soll den Konzern nun Kazuo Hirai führen, der am 1. April Howard Stringer als Konzernchef ablöst. Das gaben die Japaner am Mittwochmorgen offiziell bekannt. Eine der primären Herausforderungen für "Kaz" Hirai, der sich bislang als Chef der Computer-Entertainment-Sparte einen Namen gemacht hat, wird die Wiederbelebung des Fernseher-Geschäfts sein.
Stringer selbst schlug Hirai der Pressemitteilung zufolge dem Sony-Verwaltungsrat als seinen Nachfolger auf dem Posten des Präsidenten und Chief Executive Officer (CEO) vor. Im Juni soll der Schotte dann den Sitz des Verwaltungsrats übernehmen und dort Yotaro Kobayashi ablösen, der in den Ruhestand geht.
Howard Stringer begann seine Karriere bei Sony 1997. 2005 wurde er als erster Ausländer Vorsitzender und CEO von Sony; 2009 übernahm er zusätzlich die Position des Präsidenten. Doch mit Sony ging es in den letzten Jahren immer mehr bergab.
Zuerst löste Apple mt seinem iPod Sonys Walkman als beliebtesten MP3-Player ab, dann verschlief Sony den Trend weg vom Röhren- hin zum Flachbildfernseher und ließ sich von den südkoreanischen Konkurrenten Samsung und LG im TV-Geschäft den Rang ablaufen. Schließlich verlor Sony bei den Spielekonsolen Marktanteile an Nintendo und Microsoft.
2011 verlief besonders turbulent: Die Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan legte Sony-Fabriken lahm, die Flut in Thailand ließ die Lieferung von Zubehör stocken. Ein Hacker-Angriff brachte das Playstation Network aus den Fugen, zudem machte die starke Landeswährung Yen dem Konzern, der über 80 Prozent seines Umsatzes im Ausland macht, extrem zu schaffen.
Sony wird das erste Mal in seiner über 50-jährigen Geschichte das vierte Geschäftsjahr in Folge rote Zahlen schreiben. Während Konkurrenten wie Apple und Samsung inzwischen die Marke von 100 Milliarden Dollar Umsatz überschritten haben, ist der Sony-Umsatz so niedrig wie vor der Stringer-Ära. Statt eines erwarteten Gewinns von 800 Millionen Dollar rechnet man jetzt mit einem Verlust von 1,2 Milliarden. Der Börsenwert des japanischen Konzerns sank 2011 um über die Hälfte - gleichzeitig legte Samsung elf und Apple sogar 26 Prozent zu. weiterlesen...
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