144 Millionen Euro haben die Bundesbürger im vergangenen Jahr dafür ausgegeben, wertvolle Zeit in teuren Warteschleifen zu verbringen. Nach Angaben der Grünen-Bundestagsfraktion hingen die Bürger allein bei 0180-Hotlines insgesamt 616 Millionen Minuten am Hörer, bevor ihnen weitergeholfen wurde.
Bei einem durchschnittlichen Minutenpreis von 14 Cent wurden demnach 86 Millionen Euro in die Kassen der Unternehmen gespült, ohne das man eine Gegenleistung dafür erhalten hat.
Ganze 48 Millionen Minuten warteten die Deutschen in 0900-Warteschleifen und bezahlten dafür - rechnet man mit einem durchschnittlichen Minutenpreis von 1,20 Euro - rund 58 Millionen Euro.
Bund und Länder wollen die Abzocke verbieten und beschlossen im Oktober ein Gesetz gegen die teuren Wartezeiten. Bis sich für den Verbraucher aber etwas ändert, dürfte wohl noch einige Zeit verstreichen. Der Bundesrat hat nämlich das vom Bundestag verabschiedete Telekommunikationsgesetz mit Änderungswünschen in den Vermittlungsausschuss verwiesen.
Die Novelle des Telekommunikationsgesetzes soll im Laufe des Jahres folgende Änderungen mit sich bringen:
- Wartezeiten bei Servicerufnummern werden kostenlos. Da die Umstellung technisch aufwändig ist, wird die Regelung schrittweise umgesetzt. Zunächst sind die ersten zwei Minuten der Wartezeit kostenfrei. Zukünftig ist auch eine Ansagepflicht über die voraussichtliche Wartezeit anzugeben.
- Der Telefon- oder Internetanschluss darf bei einem Anbieterwechsel in Zukunft höchstens für einen Kalendertag unterbrochen sein. Eine Mitnahme der Rufnummer muss möglich sein. Das gilt auch für den Mobilfunk.
- Telekommunikationsunternehmen müssen demnächst mindestens eine Tarifvariante mit einer Höchstlaufzeit von 12 Monaten anbieten. Des Weiteren ist bei Internetanschlüssen im Festnetz die erreichbare Mindestgeschwindigkeit anzugeben.
- Bei der Nutzung von Call-by-Call-Diensten muss in Zukunft vor dem Gespräch der Preis angesagt werden.
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