Netzbetreiber O2 händigt ungefragt Handynummern aus

Kunden in England betroffen: Netzbetreiber O2 händigt ungefragt Handynummern aus

vom 26.01.2012 (2)

Der Mobilfunkanbieter O2 hat zugegeben, die Telefonnummern seiner englischen Kunden ohne deren Wissen und Einverständnis routinemäßig an die Betreiber von Internetseiten, die eine Altersprüfung erfordern oder Premiumdienste gegen Aufpreis anbieten, weiterzugeben. Ob auch O2-Kunden in Deutschland betroffen sind, ist weiterhin unklar.

Das Eingeständnis erfolgt nur wenige Tage nachdem bekannt wurde, dass durch eine technische Panne Telefonnummern von O2-Kunden für sämtliche über das 3G-Netzwerk besuchte Internetseiten einsehbar waren, wie der englische Guardian berichtet.

"Es besteht die Gefahr, dass die Nummern zu unautorisierten Marketingzwecken missbraucht werden. In Deutschland kann die Weitergabe von Telefonnummern, die nicht in öffentlichen Verzeichnissen erscheinen, mit Bußgeld-Strafen von bis zu 300.000 Euro belegt werden", sagt Sven Polenz, Referatsleiter beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein. Meldepflichtig ist in Deutschland nur der Verlust bestimmter Datensätze. Telefonnummern gehören laut dem Experten nicht dazu.

Erste Lücke geschlossen

Seit dem 10. Januar konnten Webseitenbetreiber die Telefonnummern von O2-Kunden, die via 3G-Netz im Internet surften, aus ihren Server-Log-Dateien destillieren. Grund war ein Fehler beim System-Update, der dazu führte, dass Rufnummern als Teil der sogenannten "Header", die Internetseiten eine Identifizierung des Endgeräts ermöglichen, an besuchte Websites übermittelt wurden. Neben O2-Kunden sind auch Nutzer betroffen, deren Betreiber das Netz des Konzerns nutzen. Auf der Webseite von Lewis Peckover können User prüfen, welche Informationen im eigenen Header stehen.

Durch die Quasi-Veröffentlichung ihrer Telefonnummern droht vielen Engländern jetzt sogar finanzieller Schaden. Mithilfe von SMS-Betrügereien könnten Kriminelle Telefonrechnungen in die Höhe treiben. "Hier sehe ich keine besondere Gefahr. Telefonnummern können schließlich auch in Telefonbüchern gefunden werden", so Polenz. Nachdem ein aufmerksamer Programmierer aus London O2 auf das Leck hingewiesen hatte, ist die Lücke gestern, Mittwoch, geschlossen worden. Trotzdem könnten die Telefonnummern von bis zu 15 Millionen O2-Kunden kompromittiert worden sein. weiterlesen...

 

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Bildquelle: o2 Germany | Autor: BKA (Originalautor: Markus Keßler)

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27.01.2012, 11:24 Uhr
BasiliosKawa
Hallo galaxytabber,

vielen Dank für dein Lob und die Kritik. Natürlich hat O2 Germany keine Nummern weitergegeben (bisher unklar), was auch aus dem Teaser hervor geht. Auch dass es lediglich englische Nutzer betrifft, geht aus Dachzeile und Teaser (erster Satz) hervor.

Natürlich sind wir stets bemüht journalistische Objektivität zu wahren und...[mehr] sind dankbar über jeden Kommentar, der uns darauf hinweist, wenn es nicht so ist.




27.01.2012, 10:55 Uhr
galaxytabber
Hallo liebe inside Redaktion,

ich finde es schade, dass Ihr diese Schlagzeile und den Artikel so aufbaut, als ob Telefónica Germany ein ähnliches Problem eventuell haben könnte.
Ihr seid für uns Mobilfunker die wichtigste Internetplattform aber leider verliert es bei einigen Artikeln immer mehr an journalistischer Objektivität und geht mehr in ...[mehr]Richtung einer reißerischen Schlagzeilenmentalität.
Bitte bewahrt eure Objektivität.

Euer Fan
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