Investor Vic Alboini

Update: Neuer CEO in der Kritik: RIM-Investor gehen Änderungen nicht weit genug

vom 24.01.2012 (0)

Gerade erst wurde der wenig überraschende Wechsel an der Spitze des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM) bekannt gegeben, da hagelt es auch schon Kritik für den neuen CEO Thorsten Heins. So gehen etwa dem einflussreichen Investor Jaguar Financials die Veränderungen nicht weit genug. Der Deutsche habe sich wie ein Interims-Chef präsentiert, ließ der CEO des Hedgefonds verlauten und gibt Heins nicht einmal zwei Jahre in seinem Amt.

Heins, der vor vier Jahren von Siemens zu RIM wechselte, sieht seinen Konzern in den nächsten Jahren unter den Top 3 der weltweiten Smartphone-Hersteller. Um dies zu erreichen, will Heins zukünftig Entwicklungsprozesse forcieren, ohne dabei die Produktion der einzelnen Geräte zu verzögern.

Das reicht Vic Alboini jedoch nicht aus, wie er in der Online-Ausgabe des "Handelsblatt" deutlich macht: "Wir sind enttäuscht von seinem ersten Auftritt. Er hat letztlich gesagt, dass es eine Strategie gebe, an der er festhalten wolle. Das ist nicht das, was der Markt hören will." Mit diesem Programm werde Heins sich kaum 15 Monate, bestenfalls anderthalb Jahre an der Spitze halten.

Darüber hinaus, so Alboini gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, müssten Mike Lazaridis und Jim Balsillie den Vorstand verlassen, ebenso wie deren Mitglieder John Richardson und Roger L. Martin. Nach den derzeitigen Plänen soll Lazaridis stellvertretender Vorstandsvorsitzender sowie Vorsitzender des neuen "Innovations-Komitees" werden und Balsillie einfaches Vorstandsmitglied bleiben.

Jaguar Financials repräsentiert eine Gruppe von 16 RIM-Investoren, die seit längerem entweder den Verkauf des Konzerns oder aber eine Aufspaltung in eine Software- und eine Hardware-Firma fordert. Die Gruppe hält nach Angaben ihres Sprechers Alboini derzeit rund zehn Prozent der RIM-Aktien.

Große Herausforderung für Heins

Auf den neuen Firmenchef kommen große Aufgaben zu, denn zuletzt sorgte RIM vor allem für negative Schlagzeilen. So wurde die Entwicklung des ersten Smartphones mit dem neuen Betriebssystem Blackberry 10 eingestellt und der Start der neuen Plattform, auf welche der Konzern große Hoffnungen setzt, auf Dezember 2012 verschoben.

Darüber hinaus wurden die Preise für das Blackberry-Tablet Playbook mangels Nachfrage wiederholt gesenkt, zudem machen dem Konzern schlechte Quartalszahlen zu schaffen. Ein Verkauf der Firma oder zumindest einzelner Teile steht ebenfalls im Raum.

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Bildquelle: Jaguar Financials | Autor: OS

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